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Sonntag, 13. August 2017
Philosophieren vom Thron
... oder "Gott muss ein Trottel sein“
Ich weiß nicht, was anderer Menschen am frühen Morgen tun, bei mir ist es, wie bei alle Menschen, die den Gefahren des Alltages furchtlos entgegen sehen, der Tag beginnt mit Kaffee, Kippe und Kacken. Koffein, Nikotin und Essensreste. Das Leben wollte es, das ich den Luxus der Besinnlichkeit am Morgen frönen darf. Ich kann mich des Trubels, des allmorgendlichen Schulganges meiner kleinen Tochter nicht ganz entziehen. Doch haben alle, um mich herum wuselnden Wesen akzeptiert, das ich morgens in Ruhe gelassen werden möchte. Da ich oft grade um 6.00 Uhr morgens, die Ideen habe, irgend etwas, dass mich bewegt aufzuschreiben. Sowohl Tochter als auch Lebensgefährtin benehmen sich danach. Viel mehr als den ersten Tee am Morgen, einen Kaffee und die üblichen freundlichen Floskeln mutet man mir nicht zu. Da ich sonstige Störungen eher mit Unmut quittiere.
Sonst tue ich auch, was Millionen Menschen auch tun. Morgentoilette, hört sich immer so wohlerzogen an „Morgentoilette“. Die nette Formulierung für das morgendliche, eher lästige, waschen, rasieren und dem morgendlichen „Geschäft“. Das morgendliche Geschäft, ist heute auch, unser nennen wir es „philosophischer“ Aufhänger. Nicht der eigentliche Vorgang, den zu diskutieren eher unschön wäre, sonder die wenigen Minuten der Muse dabei.
Wenn man mit sich und den verdauten Nahrungsresten des Vorabends allein ist, auf einer weißen Porzellanschüssel und einen immer zu kalten, wenn auch optisch sehr ansprechenden gestalteten Klodeckel. Ich wähle seinerzeit einen Klodeckel mit dem Druck Dreier nackter Rubensdamen. Dort fallen mir immer die seltsamsten Dinge ein. Wohl auch dem Umstand geschuldet, das ich mir dafür einfach Zeit nehme und eben sitze, bis ich sicher bin, die Sache zu einem glücklichen Ende gebracht zu haben.
Mir ging heute durch den Kopf, 'Gott muss ein Trottel sein'. Warum ich das dachte? Das ist kompliziert und doch einfach. Mein Gehirn langweilt sich im Leerlauf von Banalitäten und dann passiert eben so etwas. Die Gedanken verselbstständigen sich, sie fließen durch Nervenbahnen, docken an Synapsen an und denken über Dinge nach, die sonst auf Halde liegen. Denn im normalen Alltag, ist dafür kein Platz, auf dem stillen Örtchen, unserem Thron schon.
Unser spontanen Gedanken werden oft durch unsere Weltanschauungen gelenkt.Durch unser erworbenes Wissen, die Information des Vortages und 1000 andere Eindrucke. Das beweisen auch unsere Träume. Und das morgendliche Geschäft, ist wenn man es zulässt Tagträumerei.
Da ich weltanschaulich Agnostiker bin, also Einer, der die göttliche Existenz nicht völlig negieren will, jedoch den einen Gott für Unfug hält, setze ich auf das gedankliche Modell, des göttlichen Funken in uns. Wer auch immer diesen in uns entfacht haben sollte. Ein tranzsendentalistisches, pragmatisches Denkmodell, dass es uns erlaubt frei zu denken und zu spekulieren, welche Kräfte, die Ursprünge unsere Existenz sind. Was unser Handeln bestimmt, warum wir so sind, wie wir sind.
Der agnostische Mensch als Suchender nach der Wahrheit und Erkenntnis, nicht als geistiger Sklave des einen Gottes. Folgerichtig darf der Agnostiker an sich, solche Gedanken, wie „Gott muss ein Trottel sein“ haben. Denn auch blasphemische Gedanken, sind Teil einer Suche nach dem Unerklärlichen. Die Suche nach dem Sinn des Lebens, ist nur etwas für Dummköpfe. Unser Sein und unsere zukünftiges Sein, ist das Wichtigste, nicht unser vergangenes Werden.
Alleine der morgendlich Gang zur Toilette mit den daraus resultierenden Tätigkeiten, spricht entweder dafür, das Gott ein Trottel ist, oder aber er existiert überhaupt nicht.
Es ist die Frage doch, wenn ein göttliches Wesen in der Lage ist, in nur sechs Tagen diese Welt zu erschaffen und am siebenten Tag ruht, dann sollte er doch fertig sein. Schließlich kann ein Gott ja keine Gewerkschaft haben, die feste Arbeits- und Ruhezeiten festlegt. Also macht er es wie die meisten Fleißarbeit, Pause gibt es, wenn ich fertig bin. Welches Wunder, eine so schöne Welt mit ihren Pflanzen, Tieren und Landschaften zu schaffen, in dieser kurzen Zeit. Von der exzellenten Konstruktion der Atmosphäre und des Magnetfelds der Erde mal abgesehen, welches gleich mehrere Ingenieurswissenschaftliche Meisterleistungen wären, die tatsächlich eines göttlichen Genies würdig sind. So fragt man sich doch berechtigter Weise, was bitte soll den, der Pfusch mit dem morgendlichen Geschäft?
Die Krone der Schöpfung, der Mensch muss früh morgens, als erstes den Dreck des Vortages entsorgen? Einen Zeitpunkt des Tages, an dem der Mensch erfrischt die Augen öffnen könnte und die Zeit finden sollte, das Zwitschern der Vögel, die ersten Sonnenstrahlen und die anderen Schönheiten der Schöpfung zu genießen. Um dann frohen Mutes in den gottesfürchtigen Tag zu sehen. Welchen Sinn sollte dieser Pfusch mit den Verdauungssystem machen? Insbesondere für einen Gott machen, der Anbetung erwartet? Wollte Gott einfach nur schnell fertig werden oder ist er ein Pfuscher, was einen Trottel doch sehr nahe kommt.
Man überlege sich, ich als Gott schaffe diese schöne Welt, mit all ihrer Herrlichkeit und Schönheit. Dann stelle ich fest, meine Schöpfung ist fast perfekt, doch will ich diese Schöpfung noch die Krone aufsetzen. Dann sollte diese Krone der Schöpfung, doch perfekt sein. Denn es soll gestaltet sein, nach meinem Abbild. Ehrlich könnt Ihr euch Gott auf dem Klo vorstellen?
Gott stelle sich doch nicht einfach so hin, in seinen Hobbyraum und bastle mal eben schnell einen Adam und Hoppla, da fällt ihm ein, vermehren muss sich Adam auch noch. Also bastelt er noch flink aus Adams Rippe eine Eva. Das Ergebnis ist ein dauernd Exkremente erzeugender Wesen, dass das Ende der schöpferischen Weisheit Gottes ist?
So funktioniert dass doch nicht. Es ist völlig unlogisch, denn es passiert ohne jede Systematik. Soll ich glauben, das Gott so stümperhaft arbeitet? Hätte er nicht den ersten Prototypen verworfen?
Wenn man schon diese unsere wunderbare Welt, mit wunderbaren Pflanzen und Getier aller Art geschaffen hat, Tiere die sich auf umständlich Art und Weise Nahrung beschaffen müssen und diese letztendlich als Verdauungsendprodukt ausscheiden, dann macht das Sinn. Denn als Gott hätte man damit praktisch ein biologisches Perpetuum Mobile geschaffen, welches einmal angestoßen, auf ewig funktionieren könnte, in einem endlosen Kreis, des Vergehen und Entstehens. Ein Perpetuum Mobile, dass die Krone der Schöpfung, den Menschen für die Ewigkeit mit seiner Schönheit inspirieren und auch mit dem versorgen kann, was er benötigt. Es ist ein sich selbst versorgendes, autarkes Ökosystem, das nicht mit dem Bedürfnis nach Selbsterkenntnis ausgestattet ist. Es ist in Ordnung, das eine Kuh auf die Wiese scheißt, oder der Affe vom Baum. Dieses Wunder der Schöpfung denken nicht über Verdauungsabfälle nach.
Doch ich bitte euch, denkt doch mal nach. Der Mensch, die Krone der Schöpfung Gottes, muss sich erst mit der Nahrungsbeschaffung plagen und die Reste, dann auch noch jeden Morgen auf Gottes schöner Erde entsorgen? Wie die Affen oder die Kühe. Das ist doch absurd. Dann ist doch die Gabe sich selbst und die Welt reflektieren zu können, für den Arsch. Die Idee mit der Vegetation, war doch auch nicht übel. Photosynthese, würde dem Menschen, doch gut zu Gesicht stehen. Kein Stress mit Nahrungsaufnahme und Fäkalien. Ganz davon abgesehen, dass sich verlorene Gliedmaßen auf diese Art reproduzieren könnten. Nicht mal der Sex wäre mehr so unanständig animalisch. Ein Gott macht doch nicht solche Fehler, es sei den die Götterwelt, der alten Antike wäre die Realität, denn diese waren doch tatsächlich ein Haufen von unsterblichen Volltrotteln, bei denen Sodomie noch die kleinste Unart war. Die Realität unserer Existenz gleicht auch eher einer antiken Götterwelt, nur unsterblich sind wir noch nicht.
Natürlich könnte es sein, das Gott versucht hat, uns Menschen den Pflanzen ähnlich zu machen, doch der versuch ist dann wohl kläglich gescheitert. Denn es gibt doch so viele Menschen, welche der Vegetation sehr ähnlich sind. Sie stehen meistens dumm herum, denken nicht und reagieren nur auf Tag und Nachtwechsel.
So viele Fragen und Spekulationen zur Schöpfung, man käme gar nicht mehr vom Klo, dass ich gerne Thron nenne herunter. In der Kürze einer Sitzung, kann ich nur schlussfolgern, entweder ist dass mit der Schöpfung ganz anders gewesen oder sachlich betrachtet, Gott ein Trottel sein.
© George W. Lästerbacke
Dienstag, 14. Januar 2014
Impakt oder wie das Böse vielleicht in die Welt kam ..
In dieser von den Göttern verlassenen Welt gab es nichts, als den glutroten Himmel, bizarre Felsenformationen, am Horizont rauchende Vulkanschlote und Flüsse golden glühenden fließenden Magmas. Wäre da nicht dieses seltsame, wimmelnde Wabern in den Felsspalten und Abgründen gewesen, dass die Anwesenheit von Leben in irgendeiner Form ahnen ließ, hätte ein Maler des Mittelalters vermutlich so und nicht anders die ersten Tage der Entstehung der Hölle gezeichnet. In phantastischen, lebendigen Farben der ewigen Verdammnis, die sich mit den Seelen der Verdammten füllen würde.
Das waren die ersten Gedanken des Astronauten namens George, als er den Boden diese Höllenplaneten Venus in seinem Hitzeschutz Anzug betrat. Über 400 Grad zeigte das Thermometer, eine der kühleren stellen auf dem Planeten. Er stand hier im Höllenschlund, der erste Mensch der diesen faszinierenden Anblick sehen durfte und vermutlich auch der Letzte. Nichts gab ihn Hoffnung zurückzukehren.
Wie im Film spulten die Bilder der letzten Stunden ab. Beim Eintreten in den Orbit öffnete sich plötzlich ein Loch, ein Portal. Er hatte keinen Namen dafür, es war etwas geschehen, dass außerhalb seiner wissenschaftlichen Begrifflichkeiten existierte.
Als Physiker hätte er am ehesten vermutet, es wäre ein Quanten Phänomen, ein Portal in alle Zeiten, in alle Epochen gleichzeitig. Er sah die Crew der “Stella“ sich verjüngen, bis hin zur embryonalen Phase und zeitgleich ihren Verfall zu Asche. Er sah den Bau des Schiffes, wie Segment um Segment sich fügte im Orbit um die Erde. Er sah, wie es seine Reise antrat und wie es das Portal passierte. Er sah das Alles, inmitten der Geschichte menschlichen Entwicklung, zwischen römischen Kaisern, hunnischen Kriegern, germanischen Bauern und den Affen, die sich anschickten, die Bäume zu verlassen und die Savanne zu erobern. Eine Bilderflut die wie die Sintflut der Bibel sein Geist überflutete.
Er wusste nicht, wie er auf den Planeten gekommen war. Nur er und die Landefähre, das war es, was er wahrnahm, als er erwachte. Die Automatik hatte die Raumfähre sicher gelandet, hoch thronend auf einem Felsen Plato. Weit über der Hölle der wilden Landschaft der Venus mit diesem atemberaubenden Anblick vulkanischer Unendlichkeit. Doch einsam im sicheren Angesicht des Todes, so glaubte er.
Längst hatte er sich einen Überblick verschafft, die Fähre war intakt, Proviant für Wochen und doch ein Kontakt zur im Orbit schwebenden “Stella“, den gab es nicht. Er war allein.
Zum ersten Mal in seinen Leben betete er, nicht weil er an Gott glaubte, einfach nur, weil er reden musste und hoffen wollte. Sein Gott hieß »Hallo« und versteckte sich irgendwo im Kommunikator, der doch nur mit Rauschen antwortete. Aber das war ihm egal. Heute würde er in die Hölle gehen und sehen, was dort so waberte und wimmelte, ob es Leben war, das trotz unwirklichster Umstände den Planeten bevölkerte. Es sah aus wie Leben und er hatte das Gefühl, es riefe ihn.
Er brauchte den Abgrund nicht mal betreten, seine Fähre, die sich automatisch den besten Landepunkt über der Hölle aus waberndem, weißen Wimmeln, goldroter Magma-Flüsse und bizarren Felsformationen erwählt hatte, stand inmitten der wabernden Masse.
Sie hatte wohl schon Stunden gestanden, als er wieder zu sich fand. Ihm fehlte die Zeit, von da an, als er den Boden der Venus betreten hatte und dem Jetzt. Dieses wabernde, weiße Gewimmel aus dem Abgrund, es war nun um ihn. Er erkannte es, es waren Myriaden von Würmern, wie Maden in Früchten, nur um ein vielfaches größer und er hörte ihre kollektive Stimme. Ein linguistisch nicht existentes Murmeln und Begehren, das keiner Sprache bedurfte. Ein kollektiver Willen, der sich nicht ignorieren ließ. Eine Macht ergriff von ihm Besitz und wollte Heim, heim zu ihm, auf die Erde.
Ängste schnürten in ihm, böse Gefühle und Panik löste der Kontakt aus, doch er wusste, er würde nicht widerstehen können. Sein Bewusstsein hatte längst wieder die Realität verlassen. Es schien, als würden die Bilder der Geschichte wieder durch im Fließen, die sein Geist irgendwann aufgenommen hatte, vermischt mit surrealen Bildern eines Dali oder Geschichten eines H.P. Lovecraft. Dämonen der Zeitgeschichte, surreale nicht irdische Wesen in verschiedensten Daseinsformen, Monster und Drachen aus der Sagenwelt und Menschen, die Bösesten und Grausamsten ihrer Art. Kriege und Katastrophen von Menschenhand gemacht, millionenfaches sterben, alles das, nahm Besitz von seinem Geist. Der Verstand überflutet vom Bild des Bösen, der nicht mehr erahnen konnte, das sein Körper längst wieder bereit war zu reisen. Durch die Äonen, hin zum Anbeginn der Zeit auf Erden, als das Leben noch erwachte und kein Gut und Böse gab.
Einst vor unendlichen Zeiten, war dieser Planet, die Venus ein blühender Planet gewesen, nicht die glühende Hölle von heute. Milliarden Wesen bevölkerten eine Welt voller technischen Fortschritt und Liebe. Es gab keinen gewolltes Leid und Elend. Der Reichtum der Welt gehörte allen Bewohnern. Dominanz und herrschaftliches Denken hatte sich überlebt, es war nicht sinnvoll gewesen gegeneinander zu leben, zu arbeiten oder zu kämpfen.
Doch dann kam der Tag, als ein Meteorit von ungeahnter Größe den Planeten traf und seine Milliarden Tonnen kosmischen Gesteins, die Zerstörung in die Welt brachte.
Wenige überlebten den Planeten-Killer und seine begleitende weiße, böse Brut. Die wabernden, wimmelnden weißen Würmer, die Essenz des Bösen. Zwar konnten sich die Bewohner der Venus in einigen Jahrtausenden generieren, schaffen aus den Resten ihrer Zivilisation, wider eine Gemeinschaft. In den Zeiten der Not hielt man zusammen, doch die Saat der Würmer lauerte in der Zeit.
Als die Gemeinschaft wieder funktionierte und sie nun gegen die Jahrtausende alte Bedrohung, die Folgen des Impakts vorgingen, die aufgeheizte Atmosphäre reinigten, die starke Vulkanaktivität, den immer noch drastischen Klima-Kollaps bekämpften, da schlich er sich ein, der Wurm des Bösen. In das gute Wesen der Bewohner vergiftete ihre Herzen.
Es kam, wie es kommen musste, in Zwietracht verloren die Venusianer den Kampf um ihre Welt. Es blieb nur die Hölle der Meteoriten-Apokalypse und die wabernde Masse, wimmelnder, weißer Würmer.
Das, was George sah, war das Ende des Wirkens der Würmer. Die warten indessen, bis ihre Zeit gekommen war, um neue Gestirne zu erobern und zu verwüsten. Das Böse hat ewig Zeit.
In den wenigen Momenten als George seine Umwelt bewusst wahrnahm erstaunte ihn, was er sah. Seine Fähre hätte den Orbit verlassen und war auf einen vagabundierenden Meteoriten gewaltigen Ausmaßes gelandet. Er saß auf seinem Pilotensitz, inmitten einer wabernden Masse aus weißen Würmern, vermutlich Millionen von Würmern, die die Landefähre mit bösartigen Leben erfüllten.
Am Horizont schimmerte der vertraute Anblick der Erde. Den wunderbaren, erhaben Anblick, den nur wenigen Menschen vergönnt war, auf den schönen Blauen Planeten, ihrer Heimat. Der Bordcomputer zeigten eine unbegreifliche Zeitangabe, das Jahr 65 Millionen vor Christus.
Eine Herde Albertadromeus Saurier zog durch die fruchtbare Savanne des mittelamerikanischen Kontinents auf der Suche nach pflanzlicher Nahrung, als sich ein leichter Wind sich über die mannshohen Gräser erhob und die Farnbäume in Bewegung versetzte. Dass leise, stetige Rascheln, der riesigen Farnblätter wurde zum Rauschen, übertönte, die schweren Tritte eines T-Rex, der im Schatten der Bäume das Treiben der Herde verfolgte. Er hoffte auf Beute, um sich und seine Brut zu versorgen. Seine Beute war flink, wendig und aufmerksam, er seit Tagen ausgehungert und geschwächt. Lange schon belauerte er die Herde und hatte längst die schwächsten Tiere anvisiert, die jüngsten und unerfahrensten der Herde, die sich immer wieder absonderten, im Spiel leichtfertig wurden.
Doch er spürte, dass sich die Umwelt grade veränderte, seine feinen Sinne spürten nicht nur, den stärker werdenden Wind, sondern auch das statische Knistern in der Luft, das stärker wurde mit dem Wind, der trocken über die Savanne fegte. Er würde sich beeilen müssen, bevor ein Unwetter aufzog, um Beute zu machen. Am Horizont sah er noch einen sich schnell nähernden Lichtschweif, der über ihm hinweg zog, bevor ein ohrenbetäubender Knall die Stille der Savanne zerriss und nur Augenblicke später eine Woge aus Luft, Feuer, Gestein und Wasser alles hinweg spülte, das grade noch ein urzeitliches Idyll war.
Vielleicht sind seit diesem Ereignis Jahrmillionen vergangen oder auch nur Jahrtausende. Doch in einem Buch steht geschrieben, das ein junges Paar einst in einem Paradies lebte. Umgeben von springenden Bächen und blühenden Gräsern, Früchten und Bäumen. Denen es dort an nichts mangelte, dort wo nur Liebe war. Die einst eine Frucht pflückten, vom Baum der Erkenntnis. Einen Apfel, der alles in der Welt veränderte.
War es vielleicht ein Wurm in dem Apfel, der ihr Herz durchbohrte, ein Wurm von der Venus, der das Böse in die Welt brachte.
© George Milles
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