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Sonntag, 23. Juni 2019


Philosophisch-weltliche Bibel Notiz:

Neues Testament, Matthäus 5, 38
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn (Zitat: Altes Testament).

Neues Testament, Matthäus 5, 39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.

Anmerkung:
Ich persönlich denke, hier irrte Jesus so gewaltig, dass es schon fast an ein Wunder grenzt, dass das Christentum überhaupt zu einer Weltreligion aufsteigen konnte. Denn er predigt Pazifismus, der zwar nicht explizit einfordert, keine geistige Vergeltung einzufordern, doch dem menschlichen Naturell Konflikte mit Gewalt zu lösen, völlig entgegensteht.
Denn Jesus wurde in seiner Weltanschauung stehts von seinem Gefolge verraten. Gewalt zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Christentums und auch der Menschheitsgeschichte. Das muss ich nicht gesondert erläutern, das weis jeder.

Auch wenn der Gedanke ehrenwert ist, Konflikte gewaltfrei oder auch ohne Widerstand zu lösen, so heißt es doch nicht mehr oder weniger, als sich dem Bösen zu ergeben und zu hoffen, dass es dadurch besser wird. Deshalb halte ich das Alte Testament immer noch für die aktuellere Botschaft, Exodus 21:24 sagt aus Auge um Auge .. Böses vergilt man mit Bösem.

Jesus hätte vielleicht gleich besser die Diplomatie erfunden, in der der geistige Widerstand vor substanzielle Gewalt gestellt wird, diese aber nicht ausschließt. Leider hörte Jesus aber nie etwas von Gleichgewicht des Schreckens. Jeder kann jeden auslöschen, als Option ist eine Sprache, die die gesamte Menschheit versteht. Wenn auch gleich diese Sprache suboptimal ist, so hat sie wohl mehr Leben gerettet, als es jeder Bibelspruch je vermochte.

George W. Lästerbacke

Samstag, 23. Februar 2019

Ich bin es, Gott.


Die Heiligen Schriften oder was euch niemand über mich erzählt.

Hallo ihr da auf dem Planeten Erde!
Ich bin Gott. Ich bin nicht sein Sohn, sein Urenkel oder Stellvertreter. Ich bin das Original.

Ich bin auch nicht der Gott einer einzelnen eurer, mehr oder minder skurrilen Religionen. Ich habe mit euren Religionen gar nicht zu tun. Denn diese habt ihr selbst erfunden. Es ist reiner Zufall, das einige eurer Religionen richtig lagen mit dem Monotheismus. Ich bin das Original und andere Götter hat es nie gegeben. Das sind reine Produkte eurer Phantasie, ich sollte es wissen, denn ich habe das Universum erschaffen, mit allem was darin ist. Nun ja, besser formuliert mit fast allem, einiges überließ ich auch dem Lauf der Dinge. Gewissermaßen der Eigeninitiative von Energie und Materie.
Ich bin auch nicht allmächtig, sondern eher sehr mächtig. Ich bin weder das Gute noch das Böse, dass sind alles Definitionen, die ihr geschaffen habt. Ich bin einfach und das auch nicht schon immer, denn alles hat einen Anfang, nur nicht immer ein Ende. Denn dass ist unbestimmt.

Genau über diese Dinge muss ich mit euch reden. Ihr pinselt seit Jahrtausenden in Bücher und ich kann euch sagen, wenn es nur eure Phantasie wäre, die mit euch durchgeht, wäre das in Ordnung. Das wäre völlig in meinem Sinne. Denn ihr sollt nach den Sternen greifen, auch im Geist. Aber ihr habt in diesen alten Schriften jeden üblen Populisten, Egomanen und so manchen geistig Benachteiligten munter darauf los schreiben lassen. Doch das geht alles auf meine Kappe, obwohl es erstunken und erlogen ist.
Praktisch versucht ihr mir alles in die Schuhe zu schieben, was ihr mal versemmelt habt. Wenn es gut läuft, dann bedankt ihr euch gelegentlich mal und läuft es schlecht, bin ich natürlich irgendwie schuld. Und dann betet ihr, ich solle es richten. Doch so tickt meine Schöpfung gar nicht, meine Schöpfung ist freigeistig, das müsst ihr endlich verstehen. Schon eure Religionen sind Beschränkungen, die ich euch nie auferlegt hätte. Schon gar nicht so einen Unfug, von Himmel und Hölle oder den Hass und die Verachtung gegenüber Andersgläubigen, um nur wenige Beispiele zu nennen. Dass ist alles Schummelei, Politik, Machtspiele und Versuche euch zu kontrollieren. Darüber stehe ich natürlich, denn ich gab euch den freien Willen, um Miteinander noch Größeres zu erreichen, das Gegeneinander, dass habt ihr ganz allein zu verantworten.

Deshalb sehe ich mich genötigt, einige Dinge klar zustellen. Nicht dass ich mich an all euren Schriften abarbeiten will, aber ein paar Grundideen müssen hier richtig gestellt werden. Denn ich werde zitiert, obwohl ich gar nicht zitierbar bin, denn Zitate setzen voraus dass ich euch etwas mitteile und dass ist seit Adam und Eva nicht mehr der Fall. Und dass ist viel länger, als diese 2000 Jahre her, seid euch dieses Kuckucksei, dass ihr meinen Sohn nennt anfing, in meinem Namen zu predigen. Und dieser Junge Mann, war noch einer der klügeren Wesen von euch. Das ihr ihn ans Kreuz nageln ließt und nichts dagegen unternommen habt, war übrigens ein grober Fehler. Ich hab hier mal genauer nachgelesen. Wäre er nicht so jämmerlich, wegen euch gestorben, so hätte er euch sicher ein gutes Stück des Weges weiter gebracht, auch wenn er nie wirklich mit mir geredet hat, er war ein Pfiffikus mit den richtigen Ideen. Ich glaube auch nicht, dass er je behauptet hat, dass er mein Sohn wäre. Das wurde dazugedichtet. Aber ich vermute, er selbst hätte dazu getaugt, euer kleiner Gott auf Erden zu sein, hätte man ihn gelassen.

Die Sache mit euch, also der Menschheit begann eigentlich schon an meinem fünften Geburtstag. Ja, damals zählte ich noch mit, ich wusste ja nicht dass ich der Ewige bin und somit vermutlich unsterblich. Ich hab erst nach sechs Jahren aufgehört zu zählen, aber darüber berichte ich später.
Ihr habt mir viele Namen gegeben, wobei es ziemlich anmaßend ist einem Gott einen Namen geben zu wollen. Ein Gott ist ein Gott und wenn er möchte, dass ihr ihn beim Namen nennt, dann wird er ihn euch mitteilen. Einen Gott hingegen, in schönen Worten umschreiben zu wollen, gibt eurem Ansinnen einen gewissen Stil. Folgende Umschreibung meiner Person, las ich und sie ist mein persönlicher Favorit „Ich bin das Alpha und das Omega.“. Die mit Abstand schönste Umschreibung, die ihr je erdacht habt. Obwohl ich von Natur aus etwas schüchtern bin und mich selbst nie so gesehen hätte. Es schmeichelt mir schon, auch wenn ich eigentlich gar nicht weis, ob ich der Anfang und das Ende bin. Aber dafür bekommt ihr ein Bravo, auch wenn es da einen Haken gibt.

Ihr werdet es nicht glauben, ich kenne meinen Ursprung nicht. An den ersten Augenblick, als mein Bewusstsein aufflammte, saß ich nackig mitten im weißen Nichts und es stand eine mickrige Geburtstagstorte mit einer Kerze vor mir. Klar wusste ich noch nicht, dass ich nackig war und Geburtstagstorte nenne ich es nur, damit es für euch besser illustriert ist. Denn ihr kennt ja tatsächlich einen Geburtstag und Torte, ihr Süßmäuler.
Es ging einige Jahre so, immer zu einer bestimmten Zeit, stand eine Torte mit einer zunehmenden Zahl von Kerzen vor mir und ein Geschenk. Im ersten Jahr, war das ein längliches Ding, welches an der Spitze eine Kugel hatte, wenn man es schüttelte rasselte es. Ihr würdet es wohl Babyrassel nennen.
Hatte ich übrigens erwähnt, dass ich fast wie ihr aussehe? Das ich zum Beispiel nackig war begriff ich an meinem dritten Tortentag. Da lag nämlich ein langes weißes Ding aus fluffig, luftigen Material neben der Torte. Ich brauchte einige Zeit zu verstehen, wozu dass Ding gut war. Aber der Heureka Effekt kam und ich schätze, diese Toga oder wie ihr das Teil nennt, steht mir gut. Bequem war sie allemal.
Es ist seltsam aber wahr, ich sah euch so sehr ähnlich. Aber ich musste zum Glück, weder Essen noch trinken und auch nicht Pipi und Kacka waren nicht mein Problem. Das war ein Konzept der Evolution, welches ich erst später für euch mit übernommen habe. Denn ich befürchtete, man müsste euch irgendwie zum arbeiten motivieren. Und der Erfolg gibt mir recht, sowohl das oben rein, als auch das unten raus, beschäftigt euch bis heute und schafft massenhaft Arbeitsplätze. Das war schon eine tolle Idee.

Aber mal ehrlich, meine eigene Existenz war viele Jahrmillionen stink langweilig, bis ich das Konzept der Arbeit und der Kreativität entdeckte. Das Ergebnis ward dann irgendwann auch ihr.

Alles fing an meinem fünften Geburtstag an. Wiedereinmal stand da plötzlich diese Torte, diesmal mit fünf schönen Kerzen und ein Geschenk. Ich hatte mir mittlerweile, sozusagen zwischen den Torten viel beigebracht, zu Beispiel das Sprechen. Woher die Idee kam, aus den seltsamen unartikulierten Lauten, die ich immer wieder ausgestoßen habe, Worte, Sätze und somit Sprache zu formen, ist nicht ganz klar, aber vermutlich war das wieder aus so einem Traum.
Diese Träume hatte ich oft und ich lernte viel dadurch. Stehen, laufen, rennen, hantieren, Motorik im allgemeinen und eben auch sprechen und rechnen. Allerdings war es traurig, das ich keinen Gesprächspartner hatte, doch ich führte mit der Zeit recht interessante Zwiegespräche. Ihr werdet nicht glauben, was ich alles plapperte, als ich dieses Geschenk auspackte und ich verstand dann auch, wozu diese Sprache gut war. Ich sah ein Bild von mir, so wie ich es mir aus meiner etwas eingeschränkten Perspektive machen konnte auf dem Karton. Und auf dem Karton stand in schwungvollen Buchstaben “Der Chemiebaukasten für kleine Abenteurer“.
Nun wusste vielleicht die große, weiße Leere, was ein Chemiebaukasten ist, ich aber nicht. Deshalb erfreute ich mich erst mal an dem Wort Abenteurer. Das faselte ich bis zur nächsten Torte, denn es klang verrucht und nach unbegreiflicher Weite. Allerdings konnte ich mir Weite nicht wirklich vorstellen, aber es klang gut. Vielleicht war Weite etwas noch viel Größeres, als meine weiße Welt.
Aber Paperlapap, irgendwer oder was, war wohl unzufrieden mit mir und da stand sie nun meine Torte mit sechs Kerzen und einem Behältnis, dass eine klare Flüssigkeit enthielt, wie etwas Besonderes erschien mir das nicht. Aber auch davon hatte ich geträumt.

In meinen Träumen spielten die Flüssigkeit und der Chemiebaukasten, eine große Rolle. Also öffnete ich diesen Chemiebaukasten nun endlich und fand dort weitere Behältnisse und allerlei Pülverchen. Die ich auch eifrigst vermischte, in allerlei Verhältnissen. Aber nichts passierte.
Es ist wohl schon fast kurz vor der siebenten Torte gewesen, da war ich ein wenig ungeschickt. Ich warf das Behältnis mit der undefinierten Flüssigkeit um. Fasziniert beobachtete ich, wie sich diese bewegte. Stetig in Richtung der zahllosen Häufchen meiner Mixturen aus dem Chemiebaukasten. Nun stand alles da, zwischen den Pülverchen. Sechs Torten, sechs Geschenke, mit denen ich spielte und diese Flüssigkeit, die sich langsam in das Chaos vorarbeitete.
Das Konzept der Ordnung war noch nicht von mir ersonnen worden. Plötzlich verband sich die Flüssigkeit mit einem Haufen meiner Mixtur, es zischte, funkte und diese Funken sprangen über. Weiße Dampfschwaden waberten durch mein weißes Reich und ich sah nichts mehr. Doch urplötzlich gab es einen gewaltigen Knall. Meine weiße Umwelt war in noch grelleres Licht getaucht und ich wurde bewusstlos.

Als ich irgendwann wieder zu mir kam, schwebte ich in einer Art kosmischen Nebel und begann über das Vorgefallene nachzusinnen. Ich war wohl Jahrmillionen damit beschäftigt den Schock der Explosion zu überwinden. Natürlich hatte ich auch das Konzept der Zeit noch nicht erfunden, doch wie soll ich meine Existenz beschreiben, ohne euch zu verwirren, wenn ich nicht eine euch verständliche Sprache verwende, die auch euren Vorstellungen von Zeit folgt. Ihr nehmt ja Zeit nur linear wahr, während ich hier etwas flexibler bin, wenn auch nur in kleineren Rahmen.
Letztendlich kenne ich nicht mal meine Herkunft und dieses Missgeschick mit dem Urknall hat wohl auch die, die mich erschaffen hatten ausgelöscht, von denen ich praktisch nichts wusste, außer dass sie mich mit der Zeit mit unendlichen Wissen füllten. Doch wie gesagt, vor etwa 13,5 Milliarden Jahren explodierten sie mit meinem Chemiebaukasten. Ende der Geschichte.

Ich ahnte nicht mal, wie lange ich bewusstlos war, nachdem mein Chemiebaukasten explodiert war. Um mich herum formten sich Planeten, Sonnen und Galaxien. Das endlose Weiß, war einem endlosen Schwarz, um mich herum gewichen, dass immer wieder von Inseln des Lichtes und leuchtenden Gaswolken unterbrochen wurde. Doch schien alles von mir weg zu expandieren. Deshalb nannte ich meinen kleinen Unfall mit dem Chemiebaukasten, den Urknall. Denn es war der erste Knall, den ich kennen lernte.

Ich hatte meine Welt vermutlich zerstört, aber es entstand etwas universell Neues und Schönes, deshalb nannte ich dies Universum. Doch es gab keine Torte und keine Geschenke mehr.

Offensichtlich war ich allein.
Doch immer noch wie gelähmt von der Angst, die mir der selbstgemachte Urknall einjagte, war ich paralysiert. Ich glitt durch das Universum und sah es immer wieder verändert, obwohl ich zugeben muss, die meiste Zeit der Ewigkeit verschlief ich. Aber ich traute mich auch nicht etwas Neues zu versuchen. Immerhin war ich ein potentieller Weltenkiller.
Ich hielt mich für gefährlich.

Da passierte wiedermal ein Missgeschick.
Zwischenzeitlich hatte ich meinen Nebel verlassen und gelernt mit vagabundierenden Kometen zu reisen, sowie Materie und Raum zu formen. Wo immer ich unförmige Kluster von Nebeln und Materie fand, spielte ich damit und formte Sternsysteme um Sternsystem. Der Aufbau erschien mir logisch, obwohl ich viele Arten von Sternensystemen versuchte, aber das mit acht bis zehn Planeten und einer Sonne setzte sich, als sehr stabil durch. Da ich unendlich Zeit hatte, gab es auch unendlich viele Sternensysteme. Als ich wiedermal den Kometen wechseln wollte geschah das Missgeschick.
Ich sprang, kam auf dem neuen Kometen auf und verflixt, ich prallte wieder ab. Unkontrolliert trudelte ich in ein Sonnensystem, welches ich einst erschaffen hatte und stürzte auf einen Planeten.

Wiedereinmal umgab mich die Schwärze der Bewusstlosigkeit, doch dann erstrahlte alles im Licht. Das Zentralgestirn erleuchtete die Welt, um mich herum und es war schön. Gut, der Planet war kahl und leer, aber wunderbar illuminiert. Selbst der karge Fels wirkte nicht mehr so schroff und abweisend. Ich erfreute mich daran und so schnell es hell wurde, so schnell wurde es auch wieder dunkel. Und dies wiederholte sich ständig.

So verbrachte ich wiedermal eine Ewigkeit auf diesem kargen Planeten und dachte nach. Ich musste diese zufällige Folge meiner Schöpfung, die offensichtlich auf der Eigenrotation des Planeten beruhte benennen. Mir erschien Hell und Dunkel irgendwie passend. Wobei ich mich heute noch frage, wann ich auf die Idee gekommen bin Planeten rotieren zu lassen, aber das ist egal. Ich kicke ja ständig mit irgendwas herum und vermutlich bilden sich dabei gewisse Gesetzmäßigkeiten heraus. Es ist schließlich mein Universum.

Ein Problem erkannte ich noch, der Planet umkreiste auch die Sonne. Aber der Vorgang dauerte deutlich länger. Eine Lösung musste her und klimper, klimper fiel in meinem Gehirn die Erkenntnis. Münzen gab es auch noch nicht und so etwas dämliches, wie Geld hätte ich auch nie erfunden. Wozu auch, ich war das einzige Wesen im Universum?
Also um nicht weiter abzuschweifen, ich überlegte mir das Konzept der Zeit. Das wiederum stellte mich vor das Problem, ich hätte alle möglichen Dinge messen müssen, dazu hatte ich keine Lust. Ich machte alle Arbeit mit Freude, Hingabe und Liebe, aber eher Pi mal Daumen. Denn Schönheit ging immer vor Präzision.
Übrigens eine meiner schönsten Kreationen habe ich geschaffen, nachdem ich eurem Planeten, die Initialzündung für das Leben verpasst hatte, doch auch dazu komme ich später. Ich sah dort nach zwei Milliarden Jahren Abwesenheit wiedereinmal vorbei und entdeckte eine schöne kleine Qualle, die selbst leuchtete. Eure Wissenschaftler nennen es Biolumineszenz. Diese Qualle schaute ich mir genauer an und baute sie nach. Natürlich in einer angepassten Variante für mein schönes Universum. Sie schweben noch heute zwischen den Galaxien und wenn ihr Glück habt, seht ihr vielleicht mal eine, durch eines eurer tollen Teleskope. Keine Angst, sie leuchten nur schön, sind unsterblich und fressen nicht. Aber sie sind wahrhaft göttlich und schön.

Doch wieder zurück zum Konzept der Zeit.
Mir vielen meine fast sieben Torten wieder ein und so legte ich dann fest, nachdem ich die Sonne beobachtet hatte, dass dieser Planet nach meiner Erinnerung, etwa so lange brauchte, wie von einer Torte zu nächsten. Somit war dass geboren, was ihr heute ein Jahr nennt. Ich nannte es jedoch die Tortenleere. Der Rest war Mathematik für Grundschüler, diese Tortenleere hatte etwa 365 Hell/Dunkel Zyklen. Ihr nennt es Tag und Nacht, ich weis nicht wieso. Den Rest der Zeiteinteilung habt ihr selbst erfunden. Was mich wundert, denn ihr könnt euch ja selten auf etwas einigen. Ihr hättet bei der Sonnenuhr bleiben sollen, dass hätte euch viel Stress erspart. Aber bei eurem verrückten Sprachgewirr, wundert mich gar nichts. Ich gab euch nämlich nur eine Sprache und das mit dem freien Willen, war auch nicht meine Sternenstunde. Allerdings war meine Entscheidung, euch einen freien Willen zu geben, auch den Umständen geschuldet. Eure Lebensspanne war einfach zu gering, um euch ständig zu kontrollieren zu können.
Ich ahnte ja nicht, dass ich euch offensichtlich zu dämlich in die Welt entließ, um die schöne Schlichtheit der Schöpfung und das friedliche Idyll zu genießen. Dafür entschuldige ich mich, aber ich bin nun mal nicht der Gott, von dem man euch in falscher Weise erzählt.

Nun saß ich also auf meiner kargen Kugel und mir wurde wieder langweilig, meine Schöpfung lief irgendwie ganz ohne mich. Auch entdeckte ich quasi zwischendurch, dass ich wirklich fast alles konnte. Egal was ich versuchte es gelang. Selbst das trampen auf Kometen war Blödsinn, ein Augenzwinkern und ich war, wo immer ich hin wollte. Ich beherrschte Geist, Raum, Zeit und Materie. Supernoven, Galaxien-Crash und Sternengeburten, alles kein Problem. Eine Zeit lang hatte ich nochmal Spaß im Chaos.

Doch dann gefielen mir, die eigenen Gesetze, die sich entwickelten und ich dachte mir, nennen wir es, die Ordnung der Dinge und erschaffen noch mehr Ordnung. Dabei beachtete ich natürlich, das sich bereits, so etwas wie eine natürliche Ordnung gebildet hatte und schubste alles in diese Richtung, was davon abwich. Ich verstand nichts von Wissenschaft, denn auch diese war noch nicht erfunden, aber ich glitt sehenden Auges durch das Universum und ließ den Natürlichen Gesetzen Raum.
Bis auf einen Fehltritt in der Mitte der Galaxie, die weit von dem besagten kargen Planeten lag, klappte das super. Unvorsichtiger Weise trat ich in ein Schwarzes Loch und wäre ich kein Gott gewesen, es wäre wohl schlecht für mich ausgegangen. Die natürliche Ordnung der Dinge hatte so etwas, wie einen kosmischen Mülleimer erschaffen, ein schwarzes Loch. Das war recht praktisch, denn es schwirrte eine Menge Zeugs durch das Universum, dass ich irgendwann hatte liegen lassen. Sehr effektiv, aber auch mörderisch. Was sonst die Dinge in der Waage hielt, hier fraß es sie. Ihr würdet es später Gravitation nennen. Aber diese Biester, die Schwarzen Löcher, gab es allerorts, bevorzugt aber in den Zentren der Galaxien, ich wurde vorsichtiger. Ich unternahm aber nichts gegen diese schwarzen Löcher, weil ich eben ein leicht liederliches Wesen habe. Irgendwer musste halt auch hinter mir aufräumen. Doch eins merkt euch für später, im Zentrum eurer Galaxie gibt es neben dem großen schwarzen Loch, noch hunderte kleiner schwarzer Löcher. Also wenn es möglich ist, besucht das Zentrum der Galaxie erst, wenn ihr die Schöpfung wirklich verstanden habt. Sonst geht das nicht gut für euch aus.

So begab es sich dann, dass ich irgendwann dachte, soweit so gut und mir viel mein karger und öder Planet wieder ein. Ich beschloss ihn zu besuchen, das war vor etwa 3,5 Milliarden Jahren. Als ich eintraf hatte sich einiges verändert, er war mit einem kleineren Planeten kollidiert und hatte nun einen Mond. He Leute, dass kann man sich nicht ausdenken, kaum ist man mal einige Zeit abgelenkt, crasht es irgendwo und wieder entsteht etwas Neues, woran man nicht gedacht hätte. Der Mond war ein karges Stück Felsen, dafür war mein Planet ganz anders, wundersam verändert. Er zischte und brodelte und es bildete sich eine Blase um ihn. Ihr nennt es heute Atmosphäre. Die war damals noch echt ätzend, dass kann ich euch sagen, doch ich sah dies positiv.
Ich reinigte sie, also die Atmosphäre und mit ihr bildeten sich Seen, Flüsse und Ozeane. Als ich mich zufrieden auf einen Berg setzte, sah ich nun einen muntereren Planeten, aber immer noch karg und verödet.
Und jetzt hatte ich die zündende Idee.
Wenn ich ein wenig in dieser Ursuppe, die sich da gebildet hatte, herumfingerte könnte ich vielleicht etwas völlig neues erschaffen, denn mein Universum war groß. Und tatsächlich, aus den in Tümpeln schwimmenden Aminosäuren, Basenpaaren und RNA würde mit etwas Geschick und experimenteller Freude schon etwas neues entstehen. Mir viel der Chemiebaukasten wieder ein und sofort hatte ich natürlich wieder Schiss.
Aber ich sagte mir, gut, es hat irre geknallt, aber mit Glück, Geduld und Spucke, ist nach langer Arbeit ein tolles Universum herausgekommen. Also wagte ich es und tatsächlich, nachdem ich tausende Mixturen verschiedenster Tümpel vermengt hatte und etwas Blitz und Donner aus der neuen Atmosphäre dazu gab, entstand etwas sehr seltsames, das Leben. Mir ist bis heute nicht klar, ob dass nun Können war oder schlicht Gewebe von mir mit in die Suppe gefallen ist.

In letzteren Fall wäre die Behauptung, dass alles Leben einen göttlichen Funken trägt natürlich nicht ganz falsch. Allerdings die Sache mit dem intelligenten Designe ist Blödsinn. Denn ich nannte es Urknall 2.0 und überließ das Leben erstmal sich selbst. Ich habe auch keinen Vaterschaftstest gemacht. Ich betrachte euch sowieso als meine Kinder. Ob ich nun Vater oder Stiefvater bin, spielt bei meiner Liebe zu euch keine Rolle. Aber eure Ähnlichkeit mit mir, ist schon auffallend. Aus Erfahrung mit dem Universum wusste ich, lass es besser in Ruhe und komme später wieder.
Also trieb ich mich wieder in meinem Universum herum und richtete hier und da kleine Fehlentwicklungen in der Ordnung der Dinge. Erst drei Milliarden Jahre später schaute ich mal wieder vorbei.

Damals entdeckte ich auch, wie schon erwähnt, die schönen Quallen. Auch kreuchte und fleuchte es im Wasser sehr rege, an Land hingegen war es noch ruhig. Aber die Pflanzen im Wasser reicherten die Atmosphäre bereits fleißig mit Sauerstoff an. Eigentlich war ich nur kurz eingenickt, das Wandeln über den Planeten und das Bestaunen der Vielfalt des Lebens im Wasser machte mich müde. Schon erschienen die Fische, auch damit hatte ich nichts zu tun. Ich beobachtete wie sich Erdplatten verschoben und mir rutschte mein Berg unter dem Hintern weg.
Das würdet ihr später einmal Plattentektonik nennen. Was es nicht alles gab in meinem Universum und bevor ich mich versah, flitzten die Fische auch schon aus dem Wasser. Zusammen mit den Algen eroberten sie praktisch unter meinen Füßen, während ich auf Erden wandelte den Planeten.
Ihr könnt euch das gar nicht vorstellen, wie das aussieht, wenn ein Planet förmlich unter euren Füssen vor Leben explodiert. Schnell hatte ich den Überblick verloren und zwischenzeitlich piesackte mich das neue Leben sogar selbst. In Form von monströsen Insekten und kleinen verfressenen Reptilien.

Selbst als Gott musste man erwarten, dass die Viecher einen auf Essbarkeit prüften. Doch dieser karge, öde Planet wurde grade eben zu einer Schönheit. Grün wohin das Auge reichte, blaue Gewässer, Seen und Meere, ein phantastischer blauer Himmel am Tage und ein unbeschreiblicher Sternenhimmel bei Nacht. Ich war stolz wie Bolle auf dass was ich geschaffen hatte, es war ein Selbstläufer, ein Perpetuum mobile des Lebens.
Ich ergötzte mich immer wieder an meiner Schöpfung und sah den Planeten im ständigen Wandel. Kontinente entstanden und vergingen, Gebirgszüge erhoben sich, Abgründe öffneten sich, Schluchten und Täler füllten sich mit Leben und immer wieder gab es dass eine große Sterben, was meist mit Klimaveränderungen korrespondierte. Doch jedesmal brach es mir das Herz ein klein wenig.
Nur einmal war meine Unachtsamkeit Schuld, dass es zu einem Massensterben kam. Zu meiner Entschuldigung kann ich nur anführen, dass ich nicht wusste, das eine Supernova Gammablitze erzeugt.
Ich genoss grade den Anblick einer explodierenden Sonne in etwa 6.000 Lichtjahren Entfernung vom Planeten und erkannte den Gammerblitz, den sie erzeugte zu spät. Wie ich schon erwähnte, man kann einfach nicht an alles denken. Dass der Gammastrahlen-Ausbruch den Planeten meiner Schöpfung treffen würde konnte ich nicht verhindern, schon gar nicht waren mir die Folgen klar. Aber es starben vor etwa 440 Millionen Jahren etwa zweidrittel aller Tierarten aus. Aber nur eine kleine Träne durch meine Person weiter, pulsierte das Leben schon wieder. Meine Schöpfung war offensichtlich zäh, wie ich, nur einfach ständig im Wandel.

Es dauerte auch nicht mehr lange, dann erschienen die Dinosaurier auf der Bildfläche. Es war eine Freude ihnen bei ihrer Entwicklung zuzusehen. Die immer mächtiger werdende Vegetation brachte immer stattlichere Tiere hervor. Nur der Himmel schien die Grenze des Wachstums und auch dort kreisten sie, diese majestätischen Tiere. Sie flogen einfach in meinen Azurblau gefärbten Himmel, als wären sie nie nur kriechende Echsen gewesen.
Ich saß wieder einmal auf einem Berg und schaute interessiert auf die neue Welt, denn ich erwartete noch Großes in ihrer Entwicklung. Da erhob sich ohrenbetäubender Lärm und verpuffte in einem grellen Blitz, über einer Halbinsel in Südamerika, so nennt ihr diesen Ort wohl.
Selbst ich fiel von meinem Berg, denn ein Feuersturm umrundete den Planeten in einem Tag und einer Nacht. Der Planet war in Aufruhr, schwer getroffen von einem Gesteinsbrocken, den ich nicht kommen sah. Ich habe ja auch keine Augen im Hinterkopf. Denn im Gegensatz zu dem was gerne behauptet wird, bin ich weder Allwissend, noch Allsehend, damit will man euch nur Angst machen. Auch wenn ich von oben eine wirklich excellente Aussicht habe, alles sehe ich auch nicht. Das ist wieder so eine perverse Phantasie von euch, zu der ich gar nicht fähig wäre.
Erdbeben, Vulkanausbrüche und Flutwellen überzogen die Welt. Ich hätte es regnen lassen können, aber der Feuersturm löschte alles aus, bevor ich überhaupt einen klaren Gedanken fasste. Als mir klar wurde, das ein gewaltiger Meteorit die Ursache war, starben die Großen meiner Schöpfung auch schon aus.

Wieder konnte ich nur traurig zusehen, wie die stolzen Tiere, die nicht sofort getötet wurden nun verhungerten. Nur ein Augenaufschlag verging für mich und der Himmel klärte sich wieder. Ich verstand, es war zu spät für meine Freunde, die Dinosaurier, doch das Leben selbst regte sich wieder. Ein paar kleine Dinos hatten überlebt und wurden zu Vögeln.
Doch nun schickte sich eine kleine bis Dato unauffällig zwischen den Großen existierende Tierart an, ihr nennt sie Säugetiere, die Welt zu erobern und wieder beobachtete ich nur, griff aber nicht ein.
Und siehe da, so ganz ohne den Schatten der großen Räuber und Pflanzenfresser, machte sich das Konzept der Säugetiere schnell zum Erfolgsmodell. Das hatte ich so nicht erwartet.
Immer wenn ich mal ein kurzes Nickerchen gemacht hatte, gab es tausende neue Arten. Es war ein kommen und vergehen.

Besonders interessierten mich diese Affen, die schienen mir recht clever. Nicht dass die anderen Säugetiere dämlich waren, aber diese Affen waren anders. Sie zeigten deutliche Zeichen von nicht nur rudimentärer Intelligenz. Sie fingen schnell an Werkzeuge zu benutzen und erschienen sehr sozial, zu mindestens in ihren geschlossenen Gruppen. Ansonsten waren es rechte Raufbolde.

Aber he, dass nennt man Überlebensinstinkt, gefressen und gefressen werden. Sie fingen sogar an zu jagen und verließen ihren liebsten Ruheraum die Bäume, um in der Savanne zu leben. Sie begannen aufrecht zu laufen, wie ich. Nun packte mich der Ehrgeiz und auch ein wenig der Eigennutz.
Ich träumte von einer ganz neuen Art Leben, ein Leben, dass mir ähnlich und ebenbürtig wäre. Eine Art die nicht nur existierte, sondern intelligent expandierte, eine Art mit der man vielleicht auch mal reden konnte. Eine Art, die später einmal mein Universum erobern könnte.

Was für eine verblendete Idee.
Aber kann man einem Wesen, das Milliarden Jahre allein überdauerte verübeln, dass es sich nach etwas Gesellschaft sehnt? Nein, dass wäre ungerecht.
Ich hatte ja auch nichts böses im Sinn. Als ich die Idee hatte euch zu erschaffen. Und nein, ich griff auch nicht wirklich in die von euch später entdeckte Evolution ein. Ich forcierte sie nur ein wenig. Ich kreuzte euch immer und immer wieder, bis ihr mir immer ähnlicher wurdet und irgendwann fand ich das Ergebnis recht vorzeigbar. Ich selektierte nun einfach zwei traumhaft gelungene Exemplare und nannte sie Adam und Eva.
Nur am Rande bemerkt, hier wurden eure Geschichten in euren Schriften, dazu immer abstruser. Ich hätte Eva aus einer Rippe Adams gemacht und auch dieses ganze Vorspiel mit den Engeln und meinem Sohn dem Teufel, den ich aus dem Himmel verbannte. Ich hab nicht mal Adam und Eva aus dem Paradies verbannt, warum hätte ich das auch tun sollen?
Ihr habt es längst begriffen, alles Humbug, was so geschrieben steht, weil ich ja alleine aufgewachsen bin. Nur an der Sache mit dem Paradies ist bedingt etwas richtig, dass gab es wirklich.
Nur das Adam und Eva nicht von mir rausgeschmissen wurden, sondern sie sind mir ausgebüchst mit einem Kanu. Dazu komme ich aber noch.


Trotzdem im Ganzen betrachtet, könnt ihr bereits jetzt ein Fazit ziehen. Alles was in euren sogenannten heiligen Büchern steht ist prinzipiell reine Dichtung. Niemand von den Hunderten Autoren hatte Insiderwissen. Denn dass bekommt ihr soeben erst von mir.
Eigentlich müsstet ihr "Heilige" Schriften mit einem Aufdruck versehen, der sonst nur einigen Filmen, die ihr so mögt vorbehalten ist.
"Alle im Film vorkommenden Personen und Handlungen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit verstorbenen oder lebenden Personen und tatsächlichen Ereignissen wären rein zufällig und sind nicht beabsichtigt."
Denn selbst, wenn es mal eine Überschneidung mit meiner Erzählung gibt, dann ist das dem phantasiereichen Autor geschuldet oder aber dem Grund, dass ich eine Sprache benutze, die ihr versteht. Eine Sprache die eurer begrenzten Vorstellungskraft entspricht. Oder meint ihr wirklich, ihr würdet Milliarden Jahre Einsamkeit verstehen oder dass mein Gefühl und meine Wahrnehmung für mich ein Augenzwinkern ist, in einer Zeitspanne, die ihr Ewigkeit nennt. Ich weis was die Ewigkeit ist, ihr ahnt sie nicht mal. Ihr lebt für mich in einem Zeitraffer, um euch überhaupt wahrzunehmen muss ich die Zeit, die für euch gilt fast anhalten.
Ich könnte in euer Leben nur eingreifen, wenn ihr mir einen Brief schreibt und ich diesen auch noch erhalte. Doch es wäre schon so viel Zeit für euch verflossen, dass ihre den Glauben an mich längst verloren hättet. Insofern hatten eurer Vorväter recht, wenn sie sagten "Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott." Ich kann nichts für die Dinge, die ihr tut und ich greife schon gar nicht ein. Einfach weil es nicht möglich ist. Ihr seit eher ein Summen in meiner Zeit, als denn ein Gebet, was ich erhören könnte.

Aber eins schulde ich euch ja noch, wie versprochen, hier die Story von Adam und Eva.

Wie ich schon erwähnte, gelegentlich ließ ich ja alles in Zeitlupe laufen, denn die Evolution lief für mich, wie in einem extrem schnellen Zeitraffer ab. Um Details mit zu bekommen, musste ich alles in Slow Motion laufen lassen, so auch die Entwicklung der Primaten.
Deren Paarungsverhalten fand ich äußerst interessant, schon, weil ich asexuell bin und wie schon bemerkt, griff ich nur ab und zu steuernd ein. Doch wie ein Gärtner der züchtet, nicht wie ein Gott, der aus dem Nichts erschaffen möchte.
Einer der evolutionären Entwicklungsstänge der Primaten gefiel mehr sehr gut. Aber wie gesagt, ich war auch ständig unter Zeitdruck, wegen der Primaten. Ihr müsst euch das vorstellen, als wenn ihr zwinkert, einmal geblinzelt und schon gab es eine neuen Evolutionsphase. Auch auf die Gefahr hin, dass es sich für einen Ewigen hypersensibel anhört, es war eine echt stressige Zeit.
Eine eurer Arten erschien und im nächsten Augenblick, starbt sie auch schon wieder aus, als spezielle Affenart. Da sah ich diese nackten Äffchen, kaum noch Haare am Körper, außer am Kopf. Klar wird jetzt gleich wieder jemand klugscheißen "Häää? Wir hatten auch noch im Intimbereich Haare.". Aber he, wer schaut schon so genau hin? Ich jedenfalls nicht ihr Erbsenzähler, ich habe ja nicht mal einen Intimbereich.
Eure Erscheinung wirkte in jeden Fall attraktiver und überlegter, als der Rest eurer Ahnen. Und ihr verständigtet euch auch schon mit Lauten. Das kam mir bekannt vor, dass war ich, bevor ich die Sprache erlernte.
Also suchte ich mir eine Gruppe von euch aus und nahm sie vollständig aus euer Zeit. Das würdet ihr ja nicht bemerkten, dass ihr nun viel langsamer existieren würdet, als für euch üblich.
Ich suchte euch eine schöne subtropische Insel und beobachtete euch erst einmal gründlich. Denn nun hatte ich wieder die ewige Zeit. Dass war auch gut so, denn erstmal starben eure anderen Vorfahren recht schnell wieder aus. Sie waren in Afrika zu auffällig, so nackt und hoch gewachsen. Sie wurden natürlich schneller gefressen, als sie Nachwuchs Zeugen konnten. So erging es praktisch jeder Menschenrasse.

Insofern bin ich schon euer Schöpfer, aber eben nur im weitesten Sinne. Denn seit der Ursuppe, hatte ich nicht mehr in die Evolution eingegriffen, eben die Ordnung der Dinge sich selbst überlassen. Doch ihr seid mir so ähnlich gewesen, dass ich euch retten musste.

Nun ward ihr also auf dieser paradiesischen Insel und ihr entwickeltet euch prima.
Ich verstand auch, wenn ich euch das Konzept der Nahrungsaufnahme wegnehmen würde, dass ihr dann träge und Antriebslos werden würdet. Deshalb beließ ich alles so, wie es war. Gleiches galt für den Sex, er war recht praktisch und durch ein wenig kreuzen hier und da, schaffte ich es, eure Tragezeit auf neun Monate zu strecken. Das verstärkte euer Verantwortungsgefühl für den Wert des Lebens. Ich fand Sex ist ein tolles Konzept der Evolution und ich schwöre, niemals habe ich versucht, euch Sex zu verbieten oder euch einzutrichtern, dass er Sünde wäre. Sünde wäre es nur, ihn nicht zu genießen. Das ganze Gedöns, war wieder reine Erfindung eurer Texter von der Heiligen Schrift Fraktion.
Vermutlich waren es lediglich eure ersten eigenen Ideen zu Geburtenkontrolle in der Sippe, die man mir wieder unterjubeln wollte. Ihr triebt es bunt durcheinander und schlichtetet damit sogar Streit. Warum hätte ich das ändern sollen? Ich arbeitete nur daran, euch zu verbessern, nicht daran euch zu verkorksen. Als ich euch vermittelt hatte was Sprache ist, war ich eigentlich auch fertig mit euch.
Deshalb entließ ich auch die Meisten eurer Population in die Freiheit eurer eigenen Zeit und verlor sie aus den Augen. Doch kaum seid ihr draußen, in eurer echten Welt gewesen, habt ihr es wieder verbockt und starben aus. Nicht genug, dass euch die Natur zusetzte, nein, ihr mussten euch auch noch selbst die Schädel einschlagen. Es war deutlich, ihr benötigtet dringend noch eine Portion Herzensgüte.

Ich hatte also nur noch Adam und Eva in meinem Inselparadies. Es war auch sehr schön mit den beiden, denn sie waren sehr gelehrig.

Adam war handwerklich wirklich begabt und ein helles Köpfchen, Eva war klug und redegewandt, um nicht zu sagen schwatzhaft. Es dauerte nicht lange, da fuhr mir die Blond gelockte Eva schon über das Maul und begann mir Vorschriften zu machen. Was mich schon ein wenig erzürnte. Aber was sollte ich tun, in die Evolution eingreifen und sie bestrafen? Das brachte ich nicht übers Herz. Und nein, auch die Regelblutung war nicht meine Idee, obwohl ich sie manchmal hätte erwürgen können. Doch dass wäre meiner nicht würdig gewesen. Stellt euch Gott nur mal vor, schlohweiße Haare, weißer Bart, weißes Gewand und mit Puderroten Kopf Eva würgend. Dass wäre einfach Würdelos.
Bei allem Ärger über Eva, Adam riss dass alles wieder raus. Er baute Hütten, Waffen und ging auf die Jagt. So alles in allem, lauter schöne Dinge, die Spaß machten. Auch wenn ich asexuell bin, ich war dem männlichen Modell mehr zugetan. Ok, jetzt ist es raus, ich mochte Adam ein wenig mehr. Vermutlich wetzen jetzt schon ein paar Feministinnen die Messer und wollen Gott abschaffen. Was für ein Glück, dass ich der Ewige bin.
Ääätsch Mädels.
Adam hatte einfach mehr Spaß am Leben, auch wenn er mir im Vertrauen verraten hat, dass er vieles davon nur machte, um möglichst oft von zu Hause weg zu sein. Eva ging im oft gehörig auf die Nerven, auch wenn er sie unendlich liebte. Das Konzept mit der Liebe hatte sich gut entwickelt und machte euch auch gleich noch etwas friedfertiger. Zu Evas Verteidigung muss ich aber sagen, sie war jetzt auch kein ausgesprochener Hausdrachen. Nur halt ziemlich launisch. Schließlich schmiss sie auch den Haushalt, kochte, putzte und nähte. Ich verstand gar nicht, warum die Beiden anfingen Klamotten zu tragen.
Doch Eva gefiel das offensichtlich und Adam fand sich damit ab. Ich war schon etwas neidisch, trotz Differenzen kamen die Beiden gut klar. Adam baute jetzt sogar so etwas, wie Boote. Er nannte es Kanu. Ich machte mir ein wenig Sorgen, dass den beiden etwas passieren könnte, aber selbst als Adam das Segel erfand, passierte nichts. Lediglich ihre Ausflüge wurden länger und eigentlich brauchten sie mich nicht mehr, bemerkte ich irgendwann so für mich.

Und tatsächlich, eines Tages fand ich die Beiden nicht mehr. Dafür fand ich an ihrer Tür einen Zettel angepinnt. Ja, der Adam hatte wohl heimlich das Handgeschöpfte Papier erfunden. Darauf stand ´Danke für alles lieber Gott, aber wir brauchen etwas mehr Privatsphäre. Ciao Eva und Adam´

Mein Traumpaar, meine Krone der Schöpfung hatte mich kaltgestellt. Nun war klar, dass dies wieder auf Evas Mist gewachsen war, aber die Botschaft war deutlich. Die Beiden wollten ihre Ruhe haben. Natürlich würde ich das respektieren, auch wenn es für mich etwas despektierlich war.

Es gab nur ein Problem, die Beiden hatten nicht verstanden, dass ich sie aus ihrem Zeit-Rhythmus genommen hatte. Sie würden mit der Welt, so wie sie diese außerhalb ihrer Insel wahrnahmen, nichts anfangen können.
Ich suchte sie also und fand sie nur eine Insel weiter, wo sie das Leben zwar sehen konnten, aber Naturgemäß nicht damit interagieren. Ich erklärte ihnen das Problem und brachte sie wieder mit ihrer gefühlten Zeit in Einklang. Nun war ich für sie wieder nur ein Säuseln im Wind, aber sie existierten, pflanzten sich fort und wurden die Menschheit.

Ich schaue ab und zu mal bei euch vorbei und hoffe, dass ihr es schaffen werdet, mein Universum zu erobern. Egal wie viel Bockmist ihr anstellt. Ach ja und ab und zu stibitze ich mal wieder einen Adam und eine Eva. Denn ich hab euch so gut hinbekommen, dass ich meine, ihr könnt ruhig schon ein paar Planeten besiedeln. Eine kleine Hilfestellung, die ihr gar nicht bemerkt, oder doch?

Euer lieber Gott aka George W. Lästerbacke

Montag, 19. Februar 2018

DIE GOTT-LOSEN?


Von Dogmen aller Art, der Realität und dem echten Leben.

Wenn man als Unbelehrbarer Darwin nicht mag, weil er einem Gottesbeweis im Wege steht oder es einem schlicht nicht passt, das wir vom Affen abstammen könnten, dann bastelt man sich eben eine eigene Theorie. Die einen kommen mit ID, also intelligentem Designe, die pseudo-wissenschaftlich angehauchte Kreationiste, die auch immer gleich ein altes Kochbuch für Dinosaurier dabei haben, denn wir lebten ja mit Dinos. Natürlich nicht zu vergessen sind Reptiloiden Gläubige und andere Aliens aller Art, sowie Flachweltler und Hohlweltler rund um den Globus.

Am Ende sind es alles mehr oder minder bescheuerte Theorien. Alle haben Lücken und jeder kann echte oder falsche Argumente pro oder kontra finden oder erfinden. Einige sind nur logischer als andere oder auch nicht. Für mich ist Darwin am Ende logischer und in sich schlüssiger, auch wenn seine Theorie viele Fragen noch nicht beantworten kann. Doch es ist immer so, ist eine Frage beantwortet, dann stellen sich zehn neue. Ein Umstand, der dem intelligenten, neugierigen Menschen anstachelt weiter zu erforschen. Nur das der eine den ultimativen Beweis sucht, um am Ende endlich sagen zu können, ich habe Gott bewiesen und dann praktisch Arbeitslos ist und der andere forscht, um der menschlichen Neugier willen. Das forschen um der Neugier willen und um uns weiter zu bringen, finde ich logisch und sympathischer. Wenn man gewisse Internetforen oder Youtobe besucht kann man auch schnell erforschen, welcher intellektuellen Gruppe so mancher Darwin Gegener zu zuordnen ist, allein an der Sprachkultur.

Denn der Gottesbeweis läuft auf Stagnation hinaus und die Alien-Technologie, die bei unserer Erschaffung geholfen haben soll, hört sich oft an, als ob sie sogar im 21. Jahrhundert, mit unserem begrenzten Wissen wenig Sinn macht. Besonders dieser grassierende Anunaki Blödsinn. Das wir aus Urtypen eines primitiven Vorfahren, als Sklaven erschaffen wurden, um Gold für liebe Aliens zu schürfen. Die ganze Theorie ist so in sich dämlich, das es erstaunlich ist, das sie wirklich jemand glaubt. In jedem Fall, müssen diese Menschen wirklich verzweifelt sein, denn glauben sollte doch auch einen positiven aspekt von der eigenen Existenz darstellen. Wie, Gott schuf den Menschen nach seinem Vorbild und so weiter. Gott schuf dich als Halbaffen, um ihm als Sklave zu dienen, hört sich für mich nicht positiv an. Einige gezielte Fragen dazu, und die Antworten, die wir uns selbst geben können, sind sehr zweifelhaft.

Ähnlich ist es mit der ID, nur das diese Theorie, viel ausgefeilter ist, bis man genauer hinschaut. Dann fällt auf, das sie vom verschweigen von Fakten und Ideen, bis zum Lückenspringen in der darwinschen Evolutionstheorie lebt. Am Ende kann das auch einer, der nicht wissenschaftlich arbeitet feststellen. Durch genaueres nachdenken, nachhaken in der Literatur und im vorhandenen Wissen des Internets, werden die Fakes unter den Theorien leicht bloßgestellt. ID und Alien Theorien, sind eher etwas für Menschen, die den Darwin Award gewinnen könnten. Selbst, wenn sie sich mit Doktortitel schmücken. Nicht ohne Grund findet man deren Anhänge besonders stark vertreten in den USA. Dort weiß sowieso grade mal die Hälfte der Bevölkerung, das zwischen den Kontinenten Wasser ist.

Natürlich wirft zum Beispiel die kambrische Explosion, mit der in wenigen Millionen Jahren plötzlich auftretenden millionenfachen Artenvielfalt Fragen auf. IDler verkürzen und lassen weg, um dann zu behaupten, hier wäre ein Beleg für ID. Faktisch der Beweis, das eine höhere Macht die Hände im Spiel hätte, bevorzugter Weise natürlich Gott. Auch wenn sie dies in ihren Beiträgen selten so deutlich formulieren. Das ist eine Manipulation von vorliegenden Thesen und Fakten. Man fragt zwar wieso das höhere Leben so “plötzlich“ passiert, hat aber auch sofort die Antwort parat, welche alles andere theoretische und faktisch Wissen ignoriert. „Das kann unmöglich Evolution sein“ sagen die IDler weil es zu schnell, zu viel und zu gewaltig war. Hier muss eingegriffen worden sein. Weil es davor ja auch keine Fossilien mehr gibt.

Das hört sich nicht mal im ersten Versuch, wirklich glaubhaft an, es sei den man will glauben oder muss, weil man nicht klug genug ist. Denn jeder der es genauer wissen will, der kann sich heute im Internet, wenn auch recht grob informieren, das es auch vorher Leben gab. Augenscheinlich eher auf meist auf bakterieller Ebene und auch größere Weichteiler, also primitiv, aber etwas war da und dieses Leben ist fossil erhalten.
Das es keine anderen Fossilien gibt, ist schon mal falsch. Es gibt erst recht keinen Beleg, das keine größeren Fossilien gibt, sie sind vielleicht nur noch nicht gefunden. Und es gibt tausend andere Möglichkeiten, schließlich reden wir von einem Zeitraum von über 500 Millionen Jahren. Die Erde ist zu 70 Prozent von Ozeanen bedeckt, alle Geheimnisse werden wir vielleicht nie lüften.

Wer sich nur etwas mit Bildung von Fossilien beschäftigt, weiß, das jedes Fossil ein Glücksfall ist. Milliarden von Dinosauriern durchstreiften unseren Planeten und doch finden wir prozentual nur Bruchteile, meist unvollständige Skelette. Selbst dieser Umstand erklärt vieles, ohne dass man fragen muss.
Zu diesem Thema Dinosaurier habe ich noch einen eigenständigen Text geschrieben, dessen Link ich hier in kürze Einfügen werde. Es wäre sonst zu umfangreich.

ID ist also eher eine Konstruktion von ich will, das es so ist, als ernst zu nehmende Forschung. Kindlicher Rechthaberei, wenn man es so sagen möchte, aus meiner Sicht. Auch nur eine Sicht, diese kann zwar auch nicht objektiv sein, versucht es aber wenigstens.

Dabei schließe ich letztlich nicht mal aus, das es einen Gott gibt oder wir von Aliens beeinflusst wurden oder Lebenssporen aus dem All, von Himmelskörpern zu uns kamen. Ich mache mir nur die glaubhafteste Theorie zu eigen, welche nicht ohne echte Belege arbeitet. Es spielt am Ende auch keine Rolle, wer recht hat.

Denn letztlich sind wir in unserem Leben, heute auf uns selbst gestellt. Fünf mal am Tag beten, nach Alien Artefakten suchen oder beichten gehen, nichts davon macht mein Leben objektiv besser. Es stiehlt mir nur die Zeit, mich mit Dingen zu beschäftigen, die mir Spaß machen, mich interessieren oder meinen Lebensunterhalt zu finanzieren helfen. Die Realität passiert heute.

Es gibt dabei unzählige Beispiele, die nicht unbedingt der Gottesbeweis sein müssen. Eine Ideologie will auch unbedingt beweisen, das sie richtig ist und verpasst oft den Moment des Wechsels der Paradigmen.

Die Frage wo das Problem ist, brauchst du dir nicht stellen, weil die Antwort offensichtlich ist. Wissenschaft ist auch eine Glaubensfrage und wie alle Ideologien, die erst mal erstellt und akzeptiert sind, nur schwer neuen Argumenten zugänglich.

Wenn ihr es sachlich betrachtest, hören sich Ägyptologen und ihre Pyramidentheorien vom Grabmal auch gut an. Schaut man aber genauer hin und befragt Bauexperten, Mathematiker und andere, sagen die „mmh, aber“.

Ägyptologen können sich anhand ihrer Funde, viele schöne Geschichten zusammen dichten, welche dann in Bücher geschrieben stehen. Doch sie sind nicht Experten genug, um auch andere Möglichkeiten zu prüfen. Also gilt, als ideologisches Paradigma, was man sich zusammengereimt hat. Und wer etwas anderes behauptet, ist ein Ketzer.

Sicher der Blödsinn, mit Ufo Landeplätzen und anderen Spinnereien ist unglaubwürdig, weil wissenschaftlich tatsächlich zu widerlegen. Doch es fängt schon bei der Altersbestimmung an. Sie können zwar das Alter und den Ort des benutzen Gesteins bestimmen, nicht aber ob die Pyramiden nun 5.000, 10.000 oder 20.000 Jahre alt sind. Das schließen sie dann aus passenden Funden, welche sie zum Teil wirklich datieren können. Natürlich auf Basis ihrer Theorien.

Letztlich sind und bleiben es Vermutungen. Würden sie ihrer Kreativität und unparteiischen Experten freien Lauf lassen, wären es vielleicht tatsächlich Botschaften viel älterer Zivilisationen. Das nenne ich hier auch nur als eine Möglichkeit. Was ich genauso für möglich halte, wie die Möglichkeit, dass die Pharaonen später daraus eine Kultstätte für sich machten.
Aber für Ägyptologen bleiben es Grabmale, obwohl nie eine Mumie in den Pyramiden gefunden wurde, schon gar nicht die eines Pharaos.
Dogma stört eben die Forschung und mal eben sagen, Entschuldigung, wir haben uns geirrt, ist heute doch nicht so simpel, wie gedacht. Eben aus Dogmatismus und aus dem Grund Geld, wie sollte es auch anders sein.

Ich kann unvoreingenommen sein und du auch. Aber ich halte zumindest nichts von stagnierenden Glauben und Ideologie. Denn Wandel ist unser Leben. Ich habe nenne hier, auch nur als Beispiel, ich habe mit 30 festgestellt, das ich sterblich bin.
Natürlich hab ich das schon vorher gewusst, aber ich hab es verdrängt, was man als Dogma der Jugend bezeichnen könnte. Heute lasse ich den Gedanken zu, und es geht mir dadurch nicht schlechter. Auch wenn ich heute gelegentlich darüber nachdenke, das es Risiken gibt, die man nicht braucht, weil sie mein Leben unnötig verkürzen könnten. Man passt sich eben an, an die Gegebenheiten des Lebens.

George W. Lästerbacke

Sonntag, 13. August 2017

Philosophieren vom Thron


... oder "Gott muss ein Trottel sein“

Ich weiß nicht, was anderer Menschen am frühen Morgen tun, bei mir ist es, wie bei alle Menschen, die den Gefahren des Alltages furchtlos entgegen sehen, der Tag beginnt mit Kaffee, Kippe und Kacken. Koffein, Nikotin und Essensreste. Das Leben wollte es, das ich den Luxus der Besinnlichkeit am Morgen frönen darf. Ich kann mich des Trubels, des allmorgendlichen Schulganges meiner kleinen Tochter nicht ganz entziehen. Doch haben alle, um mich herum wuselnden Wesen akzeptiert, das ich morgens in Ruhe gelassen werden möchte. Da ich oft grade um 6.00 Uhr morgens, die Ideen habe, irgend etwas, dass mich bewegt aufzuschreiben. Sowohl Tochter als auch Lebensgefährtin benehmen sich danach. Viel mehr als den ersten Tee am Morgen, einen Kaffee und die üblichen freundlichen Floskeln mutet man mir nicht zu. Da ich sonstige Störungen eher mit Unmut quittiere.

Sonst tue ich auch, was Millionen Menschen auch tun. Morgentoilette, hört sich immer so wohlerzogen an „Morgentoilette“. Die nette Formulierung für das morgendliche, eher lästige, waschen, rasieren und dem morgendlichen „Geschäft“. Das morgendliche Geschäft, ist heute auch, unser nennen wir es „philosophischer“ Aufhänger. Nicht der eigentliche Vorgang, den zu diskutieren eher unschön wäre, sonder die wenigen Minuten der Muse dabei.
Wenn man mit sich und den verdauten Nahrungsresten des Vorabends allein ist, auf einer weißen Porzellanschüssel und einen immer zu kalten, wenn auch optisch sehr ansprechenden gestalteten Klodeckel. Ich wähle seinerzeit einen Klodeckel mit dem Druck Dreier nackter Rubensdamen. Dort fallen mir immer die seltsamsten Dinge ein. Wohl auch dem Umstand geschuldet, das ich mir dafür einfach Zeit nehme und eben sitze, bis ich sicher bin, die Sache zu einem glücklichen Ende gebracht zu haben.

Mir ging heute durch den Kopf, 'Gott muss ein Trottel sein'. Warum ich das dachte? Das ist kompliziert und doch einfach. Mein Gehirn langweilt sich im Leerlauf von Banalitäten und dann passiert eben so etwas. Die Gedanken verselbstständigen sich, sie fließen durch Nervenbahnen, docken an Synapsen an und denken über Dinge nach, die sonst auf Halde liegen. Denn im normalen Alltag, ist dafür kein Platz, auf dem stillen Örtchen, unserem Thron schon.

Unser spontanen Gedanken werden oft durch unsere Weltanschauungen gelenkt.Durch unser erworbenes Wissen, die Information des Vortages und 1000 andere Eindrucke. Das beweisen auch unsere Träume. Und das morgendliche Geschäft, ist wenn man es zulässt Tagträumerei.

Da ich weltanschaulich Agnostiker bin, also Einer, der die göttliche Existenz nicht völlig negieren will, jedoch den einen Gott für Unfug hält, setze ich auf das gedankliche Modell, des göttlichen Funken in uns. Wer auch immer diesen in uns entfacht haben sollte. Ein tranzsendentalistisches, pragmatisches Denkmodell, dass es uns erlaubt frei zu denken und zu spekulieren, welche Kräfte, die Ursprünge unsere Existenz sind. Was unser Handeln bestimmt, warum wir so sind, wie wir sind.

Der agnostische Mensch als Suchender nach der Wahrheit und Erkenntnis, nicht als geistiger Sklave des einen Gottes. Folgerichtig darf der Agnostiker an sich, solche Gedanken, wie „Gott muss ein Trottel sein“ haben. Denn auch blasphemische Gedanken, sind Teil einer Suche nach dem Unerklärlichen. Die Suche nach dem Sinn des Lebens, ist nur etwas für Dummköpfe. Unser Sein und unsere zukünftiges Sein, ist das Wichtigste, nicht unser vergangenes Werden.

Alleine der morgendlich Gang zur Toilette mit den daraus resultierenden Tätigkeiten, spricht entweder dafür, das Gott ein Trottel ist, oder aber er existiert überhaupt nicht.

Es ist die Frage doch, wenn ein göttliches Wesen in der Lage ist, in nur sechs Tagen diese Welt zu erschaffen und am siebenten Tag ruht, dann sollte er doch fertig sein. Schließlich kann ein Gott ja keine Gewerkschaft haben, die feste Arbeits- und Ruhezeiten festlegt. Also macht er es wie die meisten Fleißarbeit, Pause gibt es, wenn ich fertig bin. Welches Wunder, eine so schöne Welt mit ihren Pflanzen, Tieren und Landschaften zu schaffen, in dieser kurzen Zeit. Von der exzellenten Konstruktion der Atmosphäre und des Magnetfelds der Erde mal abgesehen, welches gleich mehrere Ingenieurswissenschaftliche Meisterleistungen wären, die tatsächlich eines göttlichen Genies würdig sind. So fragt man sich doch berechtigter Weise, was bitte soll den, der Pfusch mit dem morgendlichen Geschäft?

Die Krone der Schöpfung, der Mensch muss früh morgens, als erstes den Dreck des Vortages entsorgen? Einen Zeitpunkt des Tages, an dem der Mensch erfrischt die Augen öffnen könnte und die Zeit finden sollte, das Zwitschern der Vögel, die ersten Sonnenstrahlen und die anderen Schönheiten der Schöpfung zu genießen. Um dann frohen Mutes in den gottesfürchtigen Tag zu sehen. Welchen Sinn sollte dieser Pfusch mit den Verdauungssystem machen? Insbesondere für einen Gott machen, der Anbetung erwartet? Wollte Gott einfach nur schnell fertig werden oder ist er ein Pfuscher, was einen Trottel doch sehr nahe kommt.

Man überlege sich, ich als Gott schaffe diese schöne Welt, mit all ihrer Herrlichkeit und Schönheit. Dann stelle ich fest, meine Schöpfung ist fast perfekt, doch will ich diese Schöpfung noch die Krone aufsetzen. Dann sollte diese Krone der Schöpfung, doch perfekt sein. Denn es soll gestaltet sein, nach meinem Abbild. Ehrlich könnt Ihr euch Gott auf dem Klo vorstellen?

Gott stelle sich doch nicht einfach so hin, in seinen Hobbyraum und bastle mal eben schnell einen Adam und Hoppla, da fällt ihm ein, vermehren muss sich Adam auch noch. Also bastelt er noch flink aus Adams Rippe eine Eva. Das Ergebnis ist ein dauernd Exkremente erzeugender Wesen, dass das Ende der schöpferischen Weisheit Gottes ist?

So funktioniert dass doch nicht. Es ist völlig unlogisch, denn es passiert ohne jede Systematik. Soll ich glauben, das Gott so stümperhaft arbeitet? Hätte er nicht den ersten Prototypen verworfen?

Wenn man schon diese unsere wunderbare Welt, mit wunderbaren Pflanzen und Getier aller Art geschaffen hat, Tiere die sich auf umständlich Art und Weise Nahrung beschaffen müssen und diese letztendlich als Verdauungsendprodukt ausscheiden, dann macht das Sinn. Denn als Gott hätte man damit praktisch ein biologisches Perpetuum Mobile geschaffen, welches einmal angestoßen, auf ewig funktionieren könnte, in einem endlosen Kreis, des Vergehen und Entstehens. Ein Perpetuum Mobile, dass die Krone der Schöpfung, den Menschen für die Ewigkeit mit seiner Schönheit inspirieren und auch mit dem versorgen kann, was er benötigt. Es ist ein sich selbst versorgendes, autarkes Ökosystem, das nicht mit dem Bedürfnis nach Selbsterkenntnis ausgestattet ist. Es ist in Ordnung, das eine Kuh auf die Wiese scheißt, oder der Affe vom Baum. Dieses Wunder der Schöpfung denken nicht über Verdauungsabfälle nach.

Doch ich bitte euch, denkt doch mal nach. Der Mensch, die Krone der Schöpfung Gottes, muss sich erst mit der Nahrungsbeschaffung plagen und die Reste, dann auch noch jeden Morgen auf Gottes schöner Erde entsorgen? Wie die Affen oder die Kühe. Das ist doch absurd. Dann ist doch die Gabe sich selbst und die Welt reflektieren zu können, für den Arsch. Die Idee mit der Vegetation, war doch auch nicht übel. Photosynthese, würde dem Menschen, doch gut zu Gesicht stehen. Kein Stress mit Nahrungsaufnahme und Fäkalien. Ganz davon abgesehen, dass sich verlorene Gliedmaßen auf diese Art reproduzieren könnten. Nicht mal der Sex wäre mehr so unanständig animalisch. Ein Gott macht doch nicht solche Fehler, es sei den die Götterwelt, der alten Antike wäre die Realität, denn diese waren doch tatsächlich ein Haufen von unsterblichen Volltrotteln, bei denen Sodomie noch die kleinste Unart war. Die Realität unserer Existenz gleicht auch eher einer antiken Götterwelt, nur unsterblich sind wir noch nicht.

Natürlich könnte es sein, das Gott versucht hat, uns Menschen den Pflanzen ähnlich zu machen, doch der versuch ist dann wohl kläglich gescheitert. Denn es gibt doch so viele Menschen, welche der Vegetation sehr ähnlich sind. Sie stehen meistens dumm herum, denken nicht und reagieren nur auf Tag und Nachtwechsel.

So viele Fragen und Spekulationen zur Schöpfung, man käme gar nicht mehr vom Klo, dass ich gerne Thron nenne herunter. In der Kürze einer Sitzung, kann ich nur schlussfolgern, entweder ist dass mit der Schöpfung ganz anders gewesen oder sachlich betrachtet, Gott ein Trottel sein.

© George W. Lästerbacke


Mittwoch, 10. Mai 2017

Gottesdienst ...

... nachgehakt beim Glauben.

Vor ab ein Zitat, das die Gesamtheit des Transzendentalismus gut beschreibt. In dem wir auch ein Dilemma unserer Zeit erkennen können, wenn wir das wollen.



Sonntags pünktlich 9.00 Uhr klingt das Glockengeläut unserer evangelischen Kirche durch die Stadt. Ich frage mich immer, ob Glauben so laut sein muss. Die Katholiken sind ein Dorf weiter, deswegen stört ihr Glockengeläut nur bei guter Wetterlage. Außerdem beginnen die erst um 10.00 Uhr. Eine Uhrzeit, die ich dann wieder sehr christlich finde. Man stelle sich unsere 100 städtischen Muslime mit festem Wohnsitz hier vor, wenn diese nun auch noch eine Moschee mit einem Schreihals bauen wollten, der um 5 Uhr in der Frühe durch die Gegen grölen würde oder schlimmer noch 5 mal am Tage. Ich meine schon, das dies etwas viel Lärmbelästigung ist, für ein paar hundert Leute in der Stadt, die es mit der Religion ernst meinen.

Wobei der Glauben doch offensichtlich selbst bei den meisten Gläubigen nur noch eine Fassade ist, an der sie die eigenen Leistungen schmälern. Für die allerwenigsten Menschen ist der Glauben vielleicht auch eine seelische Krücke. Für mich ist es unnützer Humbug und ich frage mich, wieso muss ich mich mit den akustischen oder optischen Belästigungen, die mit Religion einhergehen beschäftigen? Wären diese Häuser wenigstens am Sonntag gefüllt, würde ich sagen, gut, sie erfüllen ihren Zweck, aber so? Genötigter Maßen durch die Präsenz dieser Gotteshäuser gebe ich meinen Senf dazu.

Religion sollte Privatsache sein und wenn der Pfaffe, Imam, Pope oder wer weiß noch, seine Schafe, Lämmer oder wie immer er seine Gefolgschaft nennt zusammenrufen will. Bitte, wir leben im 21. Jahrhundert, selbst die Feuerwehr benutzt keine Sirenen mehr, seit es Pieper, Handys und andere Kommunikationsmittel gibt. Ich akzeptiere Religion durchaus, als vitalen Bestandteil unserer abendländischen Geschichte und auch als erste Basis unseres heutigen Wertesystems in der Welt. Doch finde ich diese unnötige Präsenz, an sich störend, denn es ist nicht meine Welt.

Ich persönlich kenne eine gute Zahl Menschen, die bekennende Gläubige sind und sehr viel geleistet haben im Leben. Menschen denen ich Respekt zolle und mit denen ich auch über Religion diskutiere. Doch sie akzeptieren mich und ich sie. Oft haben sie sich erst in einer persönlichen Krise in den Glauben geflüchtet oder sind bereits vom Elternhaus so beeinflusst worden. Welches meine These von seelischer Krücke oder auch Folklore untermauert. Aber das wiederum ist ihre persönliche Entscheidung, die ich akzeptiere.

Denn natürlich ist es jeden selbst überlassen, ob und an was er glaubt. Allerdings beobachte ich oft, das der Mensch seine eigene Leistung plötzlich Gott zuschlägt. Warum nur, glaubt er denn es wäre ohne seine zielstrebige Arbeit möglich gewesen zu erreichen, was er erreicht hat?

Nur ein Beispiel. Gott hat mir geholfen, vom Alkohol los zu kommen, lauten die Aussagen. Jeder der sich mit diversen Suchtproblemen auseinander gesetzt hat weiß, was es für eine Leistung ist, die Sucht zu überwinden, egal welcher Art. Und wenn man tatsächlich Hilfe hatte, dann doch wohl von anderen Menschen.

Doch Erfolge oder auch Niederlagen am Glauben an ein höheres Wesen fest zu machen, dass ist doch nicht anderes, als das klein machen der eigenen Leistung, eigentlich Erniedrigung. Nichts ist schwerer als, nennen wir es, den inneren “Schweinehund“ zu überwinden. Aber genau da, wo Menschen sich selbst überwinden, behauptet der Gläubige nun, ohne ein höheres Wesen hätte er dass nicht geschafft. Das ist seltsam oder zumindest befremdlich.

Es scheint mir so, als ob es diesen Menschen an dem Glauben an sich selbst fehlt. Den Glauben, den sie dann mit dem Glauben an fremder Lenkung verwechseln. Diese Verwechslung ist auch die Quelle mangelnden Selbstbewusstsein. Das einen geistigen Paradigmen Wechsel verhindert. Man glaubt nicht an seine eigene Stärke, sonder nur an die Stärke die ein Gott einem gibt. Das aber ist keine Stärke sondern freiwillige Unterwürfigkeit, das ist klein machen der eigenen Leistungsfähigkeit und gleichzeitig eine Quelle der Intoleranz, eine Quelle der Obrigkeitshörigkeit, die unsere Welt verdirbt. Eine institutionelle Übermenschlichkeit, die letztendlich den Geist für jede Art von Missbrauch öffnet.

Ähnliche Prozesse sind auch in “Gottlosen“ geistigen Institutionen zu beobachten, wie Parteien, Organisationen und Ideologien im besonderen. Grundsätzlich kann man resümieren, es fehlt der Welt des Menschen an dem Glauben, das der Mensch selbst das Göttliche ist, das lenkt, entscheidet, Erfolge feiert und im Lernprozess auch Fehler macht. Fehler die man mit dem Glauben natürlich auch wieder einer höheren Instanz namens Gott oder Schicksal anhängen kann. Der zweite Aspekt des Glaubens, das erfolgreiche delegieren von Misserfolg an Gott oder Wahlweise an andere, die auch Götzen anbeten.

Nimmt man nur drei Weltreligionen, das Christentum, das Judentum und der Islam, so wird das anschaulich. Das Judentum, praktisch der Vorläufer des Christentums verbreitete sich mit der Lehre, der Nächstenliebe und der Gottesfurcht. Wobei klar sein muss, das Christentum stellt nur die eine Abspaltung einer ersten Splittergruppe des Judentums dar. Weshalb auch bei genauerem Hinsehen, weniger Unterschiede gibt als erwartet. Anerkennenswerte Unterschiede zum Judentum kristallisierten sich erst mit Jesus heraus. Moses "sandte" 10 Gebote, eigentlich nichts anderes sind, als eines der ersten Gesetzbücher. Simple Regeln, die in Zeiten in den jeder kleine Dorf-Obere eigene Regeln aufstellte, meist um sich zu bereichern und seine Macht zu zementieren. Nun gab es ein einfaches Gesetz, das für alle gelten sollte. Dieser Umstand gefiel den Mächtigen naturgemäß nicht. Doch die Idee von dem einen Gott und den einfachen 10 Regeln war gut und setzte sich fort im Volk. Denn es war eine Innovation. Der Bruch von Christen und Judentum wurde erst durch den angeblichen Verrat Judas an Jesus zementiert. Wobei nicht mal Jesus in Person belegt ist, geschweige den der Verrat Judas an dem Selben beweisbar wäre. Alles eine Frage des Glaubens.

Seit dieser Zeit ist die Schuldzuweisung an andere Glaubensrichtungen salonfähig geworden. Die Religion als sowohl positiv regelndes Ereignis der Menschheitsgeschichte, als auch als politisches Machtinstrument, mit all seinen hässlichen Nebenwirkungen trat in die Welt.

Niemals starben nun mehr Menschen, für den einen Gott. Die Zeiten wurden klarer durch Zuordnung zu einer Glaubensgemeinschaft und düsterer wegen des Kampfes gegeneinander. Religion als Alibi für Willkür, Verfolgung und blinden Hass gegen Andersdenkende.

Erst ein Jahrtausende anhaltender Prozess der Weiterentwicklung der Gesellschaft machte es möglich, das einstige religiöse Werte durch Aufklärung zu einem heute Humanistischen Weltbild führten. Eine gute Portion Gottlosigkeit und weniger Menschen die blind dem Glauben hinterher liefen waren hilfreich. So das wir heute gut beobachten, das Religion oft nur folkloristisch gelebt und wahrgenommen wird.

Das der Mensch im Herzen ein nettes Arschloch ist, schadet vermutlich auch nicht. Die zunehmende Individualisierung der westlichen Welt, nahm den beiden ersten Weltreligionen die Schärfe und Strenge. Denn eine zu strenge Auslegung der mit der Zeit entstandenen Regel bremste sowohl den Fortschritt, als auch die Lebenfreude. Die 10 Gebote Mose finden sich heute durchaus in den Gesetzen der westlichen Welt wieder, doch diese auch für sich selbst gelten zu lassen, da scheint der Gläubige flexibel. Das ist auch gut so. Den was aus der Religion wird, wenn man sie nochmals neu erfindet, zeigt der Islam. Der wiederum seine Wurzeln im Christentum findet. Einziger Unterschied, das Buch der Bücher dieser Religion wurde von einem Mann verfasst, dem Propheten Muhammad. Etwa im frühen 7.Jahrhundert nach Christus. Einer Zeit in der die Religion Europa bremste und doch für eine gewisse Ordnung sorgte. Eine Zeit in der, der Orient noch als aufstrebende Weltmacht galt. Der Orient, der auch Europa in Sachen Fortschritt, Vorbild sein konnte. Wie die Antike ohne Monotheismus für Europa wirkte.

Noch im Mittelalter war der Islam kein Problem, eher sogar fortschrittlich für seine heimatlichen Regionen. Denn er half das Leben vieler Menschen zu strukturieren. Seine Ausbreitung ging einher mit wissenschaftlichen Fortschritt und optimistischer Glaubensauslegung einher. Während es im mittelalterlichen Europa düster und dunkel wirkte für Wissenschaft und Menschen, durch die missbräuchliche Auslegung der Bibel und anderer Schriften des Christentums zum Zweck der Machtausübung, blühte der Orient auf. Orientalische Gelehrte beschrieben die Anatomie des Menschen, kartographierten die Welt und vieles mehr. In Europa galt die Wissenschaft als Ketzerei. Da waren wir noch im Banne von Höllenqualen, Hexenjagd. Doch auch der Islam begann sich zu verändern, spaltete sich mit all den Nebenwirkungen, die auch Europa zerrütteten. Der Islam befindet sich heute im 14.Jahrhundert, wenn man die übliche Christliche Zeitachse als Basis sieht. Einer Zeit der europäischen Kirchenfürsten, die den Fortschritt um jeden Preis aufhalten wollten und die Glaubensverbreitung propagierten. Das Bild der Länder des Orients spiegelt sich im 14.Jahrhunderts Europas.

Nur im 21.Jahrhundert nach Christus. Willkür, Unterdrückung und kein wissenschaftlicher Fortschritt. Die absolute Unterordnung des Menschen unter den Glauben, das war auch das Christentum der Zeit. Heute stellt der Islam eine Bedrohung von Leib und Leben für seine Gemeinschaft und erst recht für Andersdenkende Gemeinschaften dar. Das ist die Gefahr für eines Modernen Europas und die westlichen Welt. Denn der Islam von heute will erobern. Fortschrittliche Technologien dienen nur einem Ziel, der Unterwerfung Andersdenkender. Religionen, wie das Judentum und das Christentum, wurden als Hemmschuh für Fortschritt in der westlichen Hemisphäre überwunden, sie reformierten sich, aus sich selbst heraus.

Sie sind nur noch eine Gefahr für unser wahres Seelenheil, nämlich an uns selbst glauben zu können, nicht an Führung durch ein göttliches Wesen. Der Islam hingegen ist von Natur aus sektiererisch, es gibt keine Zentrale Ordnung, nur einen Koran, den jeder regionale Glaubensführer anders auslegt. Dem entsprechend sind die Vielzahl von Strömungen des Glaubens schwer lenkbar. Es ist fraglich, ob ein moderater Islam, der in das 21. Jahrhundert passt, sich durchsetzen könnte. Denn die wenigen, gebildeten und aufgeklärten Vertreter ihrer Art, werden im allgemeinen von der Welt des Islams nur als Verräter gesehen. Der Koran wird als der Weisheit letzer Schluss gesehen und dieser Koran predigt aggressiv und bösartig gegenüber Andersgläubigen. Er predigt Hass und Tod. Frieden gilt nur den Muslimen. Grade in Zeiten einer künstlich heraufbeschworenen sogenannten Flüchtlingskrise manifestiert sich der Islam in Europa mit seinem hässlichen Gesicht, aber kann man es verübeln, das die Führer dieser Religionsgemeinschaften die Gelegenheit nutzen, dem in selbstverliebter Dekadenz schwelgenden Europa, ihren Glauben aufzupressen? Vermutlich nicht, objektiv betrachtet. Europa hat sich in seiner Herrlichkeit verlaufen und umher irrende Menschen werden eben Opfer, so ist das Leben.

Es ist einfach, es fehlt uns der Mut an uns und unsere eigenen Fähigkeiten zu glauben, in guten, wie in schlechten Zeiten. Der Transzendentalismus, also der Glaube an den göttlichen Funken im Menschen und der Einheit des Seins, ohne Gott und Häuser in denen man Götzen huldigt, wäre für Europa der nächste Schritt hin zu Befreiung des Geistes und letztlich der Befreiung von Religion und ihren überflüssigen Institutionen. Welche schon längst als moralische Instanz abgewirtschaftet haben. Die Tranzendentalismusbewegung des 19.Jahrhundert, ist vielleicht der Lösungsweg unserer Probleme im 21. Jahrhundert.

© George W. Lästerbacke

Dienstag, 9. Mai 2017

GOTT ..


... ist das, was man daraus macht.

Gott kann man durchaus von der Definition der Kleingeister abtrennen. Also von den religiösen Spinnern, bis hin zu den Denkfaulen, die Gott als ein Wesen betrachten. Diese Menschen haben sich ein fertiges Weltbild, bequem und handlich zurechtgelegt. Also wunderbar als Alibi für alles eignet, von sich selbst von Schuld reinwaschen bis zu dem Punkt, ich muss darüber nicht nachdenken. Sie nennen es dann ihre Religion und gebe es den einen Gott, sie würden ihn nicht erkennen, wenn er vor ihnen stände. Aber notfalls würden sie dich töten, wenn du ihm lästerst.

Mit diesen Personen zu Reden, ist wie der Disput mit einer Wand. Besonders in extrem fundamentalistischen Gruppen macht somit das Reden überhaupt keinen Sinn mehr. Weil diese Menschen eine Ding anbeten, eine Kirche brauchen, Feinde und Spießgesellen. Ihr Gott wacht nach ihrer Definition eifersüchtig darüber, das der Mensch sich unterwerfe. Unumstößliche Regeln, das Hinterfragen ist nicht erwünscht. Geistiger Absolutismus. Wer mit einen IQ deutlich über dem eines Affen, sollte dort nach einem sinnvollen Disput suchen wollen? Hier ist einfach der Deckel zu. Gehirn aus, Glauben an. In dieser Gruppe findet man auch die übelste Sorte der Doppelmoralisten. Deren Kredo mit der Aussage „Wasser predigen, Wein saufen“ wunderbar beschrieben ist. Auch wenn ich hier nicht speziell auf das Christentum anspiele. Aber das Luther Zitat passt so gut.

Dann sind da noch die Gruppen moderater Gläubiger. Die Gott für den Hausgebrauch benutzen. Sie leben ihr Leben, relativ unbeeinflusst vom Glauben und tun ab und zu etwas für ihr Seelenheil. Sie reden mit Gott wenn sie ihn brauchen. Ab und zu benutzen sie ihn auch als Alibi, aber nicht so exzessiv, wie die Fanatiker.

Im privaten Raum sehe ich daran auch nichts verwerfliches. Es ist der normale Weg des Geistes sich nicht zu sehr mit seelischen oder den alltäglichen Dingen zu belasten. Zwiegespräch und ein wenig Ausrede. Da haben wir Gott light.

Denn das tun doch die Atheisten auch, nur eben ohne Gott. Sie finden andere Ausreden. Doppelmoral ist keine Ausschließlichkeit des Glaubens. Sie blüht da, wo der Mensch ist, denn jeder von uns glaubt an irgendeine Idee, die er nie in Gänze ausfüllen wird. Ob nun der Religiöse, der Ideologe oder der Atheist.

Natürlich ist Religion und Ideologie der Königsweg der Irrationalität oder der Dummheit. Dieses Urteil überlasse ich jedem selbst. Doch jeder gönnt sich ein wenig Esoterik oder auch Dogmen? Nur der dumme Mensch zeichnet sich eher durch den dummen, engstirnigen Umgang mit seinen Ideen oder Glauben aus. Der Kluge lässt sich nicht beschränken. Ob er an etwas göttliches glaubt oder an die Ratio.

Gott
Nur eine Frage der Definition.
Gott als den freien Geist zu definieren, der schöpferisch uns und unser Selbst als Ganzheit darstellt, damit kann man umgehen. Erklären können weder Atheisten noch Gläubige das Universum in seiner Gesamtheit. Da findet sich auch noch ein Platz für einen Funken Göttlichkeit. Die Transzendentalisten sind mir hier die liebsten Menschen, sie glauben an den göttlichen Funken in allem, was kräucht und fleucht, so brauchen sie keinen Gott und doch existiert er irgendwie. Schadfe das sie aus der Mode sind, sie waren die waren Moderne.

Wozu alles negieren, wenn es doch keiner beweisen kann? Gibt es einen Gott oder gibt es keinen Gott? Ein Frage, die jeder mit sich ausmachen muss, keine Frage über die man streiten kann. Sie ist irrational, da niemals zu beantworten. Einen freier Geist, den ich den göttlichen Funken nenne, den gibt es sicher. Insofern sollte wenigstens auf einer philosophischen Ebene das göttliche für möglich gehalten werden. So lange es Dinge gibt, die wir noch nicht erklären können. Vielleicht bin ich deshalb der letzte Transzendentalist.
Denn diese Sicht bereichert unsere Kreativität mehr, als sie ihr nimmt. Man gönnt sich die Offenheit, nichts für unmöglich zu halten. Vielleicht sollte ich hier die Lektüre von Plato empfehlen, der hatte mit Göttern auch nichts im Sinn, aber das göttliche im Menschen, damit konnte er etwas anfangen. Er sah Göttlichkeit im Menschen, der nicht das Unmögliche als göttliches Ziel sehen sollte, sondern das möglichst Erreichbare. Der Mensch als göttlicher Schöpfer. Der einem Wesen gleichenden Gott gar nicht benötigt hat. Weil er selbst zum Schöpfer wird. Er wird zu einen Gott, der sich nicht über andere erhebt.

Der beste Beweis der Ansichten Platos, ist der von mir oben erwähnte Gläubige, der Gott für den Hausgebrauch nutzt. Es gibt auch viele Wissenschaftler, die das sehr pragmatisch sehen. Sie sind mit ihren Erkenntnissen tiefer in unser Universum eingedrungen, als es vor Jahrhunderten noch möglich erschien. Trotzdem gönnen sie sich ihre Nische des Glaubens.

Sicher vergessen sie gelegentlich, das sie bei strenger Glaubensauslegung vor Jahrhunderten, noch ein Fall für den Scheiterhaufen gewesen wären. Aber eine gewisse Blauäugigkeit, sei es ihnen gegönnt. Ein solcher Konzens ist dem menschlichen Naturell zuzubilligen und für alle Seiten tragbar. Toleranz ist keine Einbahnstraße. Verbohrte Standpunkte auf allen Seiten, bringen niemanden etwas. Letztlich geht es um menschliche Gemeinschaft. Nicht um Götter.

Ich betrachte mich schon im weitesten Sinne als Atheist, doch ich führe auch gerne mal ein Zwiegespräch. Was ist daran anders als dem Gebet? Auch hier erwartet ich keine Antwort. Ich reflektiere es nur anders, aber sonst ist es eben ein Zwiegespräch mit einer höheren Macht in mir.

Es geht heute nicht in den Diskussionen, um Religion oder Atheismus. Das verstehen die meisten Menschen unterschiedlicher Weltanschauungen nicht. Es geht heute darum, Glauben im religiösen Sinne und auch Ideologien als Institutionen zu überwinden. Glauben braucht keine Kirche und politische Ideen keine Parteien. Der Streit ist schon philosophisch gesehen längst entschieden. Es gibt keine Gewinner. Nur eine Menschheit, die sich von Denkverboten befreit und damit an Freiheit gewinnt.

Es wird immer nur die Menschen geben, die ein Miteinander finden müssen und an der sachbezogenen Lösung von Problemen arbeiten müssen, weg von den Institutionen. Denn erst dann sind alle frei.

Gott zu erklären ist dumm und Gott total zu negieren auch, den Krieg der Weltanschauungen mit der falschen Ideen zu befeuern ist unserem den Seelenfrieden nicht dienlich.

© George W. Lästerbacke

Dienstag, 21. März 2017

🌱 Leben, ☠️ Tod & Teufel 👹


Habt ihr eigentlich schon mal über das Sterben nachgedacht? So richtig vermutlich nicht. Sicher gut, weil im Prinzip ist es Zeitverschwendung. Denn es gibt 1000 Arten, wie wir ums Leben kommen können, die wir kennen und sicher 10.000 Arten, die uns nicht mal in den wildesten Phantasien einfallen würden.

Ganz davon abgesehen, dass wir uns tatsächlich kein nachprüfbares Bild vom Leben nach dem Tod machen können. Nur echt Minderbegabte lassen sich von Betrügern erzählen, wie das Leben nach dem Tod wäre. Ich bin Atheist und stehe auf dem Standpunkt, lass dich überraschen. Sollte erstaunlicherweise nach meinem Ableben doch ein Gott, welcher Art auch immer auf mich warten, dann wäre es schon peinlich genug zuzugeben, dass ich das nun nicht erwartet hätte.

Ich gebe zu, als Hochbegabter gesteht man es sich ungern ein, Unrecht gehabt zu haben. Denn meistens hat man doch recht mit seinen Aussagen. Aber wenigstens gibt mir die Hochbegabung die Größe, Irrtümer zugeben zu können. Dann nehme ich auch zurück, das Religionen Betrug sind.

Allerdings würde ich diesem höheren Wesen auch einen Vogel zeigen, denn welches mir überlegende Wesen beschäftigt derart schlechtes Bodenpersonal. Alle großen Weltreligionen leben vom abschreiben beim anderen und jeder behauptet, er hätte den einzig wahren Gott. Dass sie sich alle zum Massen mordenden Machtsystem aufgeschwungen haben, irgendwann in der Weltgeschichte, ist auch nicht grade die beste Referenz. Keine gute Promotion für Anbetung von irgendwem oder was und so.

Deswegen denke ich besser nicht wirklich über das Sterben nach. Allerdings muss ich mich beschweren, das es tatsächlich Menschen gibt, die anderen verbieten, den Zeitpunkt des eigenen Todes zu wählen. Schließlich gibt es unzählige Gründe, die berechtigen würden, zu sagen, ich möchte sterben. So wie es unzählige Gründe gibt zu leben.

Im allgemeinen ist das Leben schön, der Tod eine Zwangsläufigkeit und der Teufel eine Erfindung. Also lohnt es sich tatsächlich nicht, über das Sterben nachzudenken. Denn dann stehen nur wieder die Buchhalter, Versicherungsvertreter, Beamte und Politiker auf der Matte, die uns Vorschriften machen wollen.

George W. Lästerbacke

Freitag, 24. Februar 2017

Evolution, Kreation und BlaBla


Der Gottesbeweis?

Wisst ihr, wie das mit der Evolution läuft? Eigentlich ist es recht simpel. Die Natur arbeitet nach dem Prinzip Versuch, Erfolg und Fehlschlag. In der Sache, wie jeder Naturwissenschaftler. Wenn eine Art auf Grund seiner Artspezifischen Merkmale in seiner Umwelt überlebt, ist es ein Erfolgsmodell. Kann sich diese Art jedoch seinem Lebensraum nicht ausreichend anpassen, so stirbt diese Art aus. Also definitiv kein Erfolgsmodell. Die Evolution versucht nun etwas anderes.

Nun fragt ihr euch, wo sollte das ein Gottesbeweis sein? Eher beweist es, das Darwin recht hat. Ja und nein. Warum? Wie ich oben schon erwähnte, Wissenschaftler arbeiten nicht anders. Sie könnten also Gott spielen.

Die Intelligent Design Jünger, die sogenannten Kreationisten behaupten nun, das wir und die Dinosaurier sich den selben Spielplatz, unsere Erde zur gleichen Zeit teilten, so vor 6000-10.000 Jahren. Wenn diese dusslige Theorie genauer interessiert, einfach mal bei Google versuchen. Daraus folgernd behaupten sie, das könne nur ein Gott schaffen, niemals aber die Evolution.

Der Denkfehler dabei ist nur, es gibt keine echten Beweise für diese These und ehrlich, es gibt Abermillionen oder gar Milliarden Arten auf unserer Welt. Viele davon kennen wir nicht mal. Und es gab diese Artenvielfalt schon lange vor unserer Zeit. Dafür wiederum gibt es Beweise. Abermillionen Arten kommen und gehen. Ich glaube persönlich nicht, das ein einzelner Gott das kann. Einfach mal den Harry Potter Zauberstab schwingen und schwuppdiwupp, es kräucht und fleucht.

Die großen Weltreligionen wollen uns die Harry Potter Sache verkaufen, dabei merkt man schon beim lesen ihrer Bücher, das sie voneinander abgeschrieben haben. Billige Plagiatoren, die die Welt beherrschen. Irgendwie traurig und armselig. Eher eine Vermutung zuträglich, das hier kleine Wichtigtuer am Werk waren, als den Glauben an Götter zu fördern.

Natürlich steht es uns frei, zu glauben, was wir wollen, aber so offensichtlicher Blödsinn? Das zeugt doch von wenig Phantasie und Intelligenz.

Denn der Mensch alleine wäre dann noch der Gottesbeweis. Er überlebt in extrem Unterschiedlichen Umweltmilieus, ist nur mäßig intelligent und glaubt doch an einen Schöpfer. Das heißt er hat gar kein Selbstbewusstsein, dass das was er schafft nur von ihm sein könnte.

Das hört sich für mich nicht an, wie ein Erfolgsmodell. Denn wir sollten uns unserer bewusst sein. Immerhin behaupten die Gottesabeter ja, wir seien die Krone der Schöpfung, was voraussetzt, dass wir doch ein Erfolgsmodell sind.

Ich weiß, das hört sich etwas wirr an, doch ich habe ja die Religion nicht erfunden. Und nimmt man sich nur mal die religiösen Fanatiker als Beispiel, dann gibt es doch berechtigte Zweifel, das ein Gott solche Kreaturen schafft, die näher am Affen sind, als an einer intelligenten Lebensform. Eher mag ich dann schon an den Eingriff intelligenter Außerirdischer glauben und selbst diese hätten ziemlich gepfuscht, beim Versuch eine intelligente Spezies zu schaffen. Denn sich ständig gegenseitig umbringen zu wollen, zeugt von wenig Intelligenz, auf einem Planeten, der so viele Ressourcen hat.

Nur so eine kurze Überlegung von mir. Ich will hiermit weder extremistischen Islamischen Fanatiker, noch christlichen Sektierern oder sonst wem, auf die Füße treten, denn sie würden es sowieso nicht kapieren.

George W. Lästerbacke

Freitag, 23. Oktober 2015

Leben wir in der Matrix?


Leben wir in der Matrix?

Ist es denkbar, dass wir in einer künstlich geschaffenen virtuellen Welt leben? Eine Frage, die manchen Zeitgenossen umtreibt. Ich beschäftige mich gerne mit Fragen, die auf den ersten Blick abstrus wirken. Ich denke, diese Fragen den Geist fit halten. Wischt man diese Fragen nicht arrogant vom Tisch, die auf den ersten Blick keinen Sinn machen, kann man interessante Antworten erhalten.

Ich erlaube mir, eine Antwort in einem Teil vorweg zu nehmen. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass wir in einer virtuellen Matrix leben. Denn die Argumentation ist denkbar einfach. In der naher Zukunft werden wir nicht nur, wie heute, in der Lage sein irrsinnige detaillierte künstliche Welten in brillanten D3 Grafiken zu erschaffen. Welche mit von uns gesteuerten Wesen bevölkert sind, die nur unserer Unterhaltung dienen. Sondern wir werden ganze Welten und Universen mit autonom handelnden und denkenden Wesen besiedeln können. Sogenannten künstlichen Intelligenzen, die heute im Fachjargon KI genannt werden. Diese Wesen sind sich nur eines Aspektes ihrer Existenz nicht bewusst, dass sie
Simulationen sind. Es wäre sicherlich nicht vorteilhaft ihnen dieses Wissen zu geben, denn wir werden diese Art von Welten nur aus zwei Gründen erschaffen. Der erste Grund, zu wissenschaftlichen Zwecken, um zum Beispiel soziologische Langzeitmodelle unter möglichst Realitätsnahen Bedingungen zu testen. In diesem Fall, würden wir die Realität, die wir untersuchen wollen mit diesem Wissen verfälschen. Der zweite Grund, wir erschaffen eine virtuelle Realitäten zu unserem Vergnügen. Hierbei besteht keinerlei Notwendigkeit, den KI's dieses Wissen zu geben. Wenn wir diesen technologischen Punkt erreichen, KI's zu erschaffen, gibt es logischer Weise, sehr schnell viele neue künstliche Realitäten. Ihre Bewohner werden sich eine lange Zeit für einzigartig halten.

Doch zurück zu unserer Fragestellung. Leben wir in einer Matrix? Die ich zustimmend beantwortet habe. Der Grund für die Zustimmung ist, es gibt nur eine echte Realität und somit nur eine echte Welt. Wählen wir nun per Zufall eine dieser neuen Welten aus, ist es viel wahrscheinlicher, dass diese Welt künstlich ist, als dass wir durch Zufall, die eine echte Realität finden. Es ist statistisch sehr unwahrscheinlich.

Die künstlichen Universen, die wir heute erschaffen, sind von Wesen bewohnt, die kein Bewusstsein haben. Jedoch in Anbetracht der digitalen technischen Evolution sind es eher Jahre oder wenige Jahrzehnte, bis die künstlichen Intelligenzen kommen. Denn die Computerleistung verdoppelt sich alle ein bis zwei Jahre. Heutige Notebooks könnten mit ihrer Rechenleistung einen Orbital-Gleiter, wie das Space Shuttel lenken. Diese kleinen technischen Wunder leisten mehr, als die besten Rechenzentren in den 1980er Jahren. Stell euch vor, was nun wiederum in 2050 oder in 100 Jahren an Rechenleistung möglich ist, mit Quantenrechnern oder anderen Technologien, die wir uns heute nicht mal vorstellen können.

Deswegen sage ich gerne, ich Glaube an gar nichts, denn es würde nichts ändern. Ich spekuliere nur, dazu ist unser Geist erschaffen, von außerirdischen Wissenschaftlern, von Gott oder der Evolution, dass ist gleichgültig. Wir verstehen das Universum nicht mal ansatzweise, wir sind froh, dass wir unseren kleinen Kosmos halbwegs verstehen.

Ob diese hypothetischen Kräfte, die unser Universum gebaut haben in den Lauf der Dinge eingreifen würden? Persönlich denke ich, es kommt auf die Motivation an, entweder es ist wissenschaftliches Interesse, dann verbietet sich ein eingreifen von selbst. Oder aus Spaß, dann sind wir in einem Computerspiel. Einige Menschen werden leere Hüllen sein, gelenkt von höheren Mächten. Doch genau diese leeren Hüllen, wären dann das Werkzeug der „Götter“, um in unser Leben einzugreifen. Das Wissen um die Entstehung unseres Lebens, ist auch hier nicht von Nöten. Ob wir das gut finden oder nicht, dass ist eine Sache der Perspektive. Der freie Wille wäre tatsächlich nur eine Illusion. So wie es auch heute schon Realität ist und immer war.

Hier haben wir unseren wirklichen Schnittpunkt der verschiedenen virtuellen Welten. Der Spieler kann eingreifen, wenn es heißt “Game over!“, er startet das Spiel dann neu. Der Wissenschaftler könnte ebenso sein Experiment beenden und neu starten. Es ist absolut egal, wie wir das Thema betrachten, es läuft immer auf einen Akt der Neuschöpfung hinaus.

Man erkennt also, an was man glauben will oder auch nicht, die Regeln sind immer gleich, wir wissen es nur nicht. Dumme Menschen bieten Glauben als Wissen feil, kluge Menschen hingegen wissen, was sie erklären können und was nicht.

Seit der Antike machen sich Menschen Gedanken, ob unsere Welt künstlich ist. Der Glaube an einen Schöpfer oder an Götter im allgemeinen, ist auch nichts anderes, als der Glauben einen Operator oder Administrator, der eine Simulation erschaffen hat und kontrolliert .

Wenn der Glaube das Spiel oder auch das Experiment stören würde, hätten die Schöpfer längst eingegriffen. Demnach ist es wohl egal, was wir glauben. Denn am Ende nutzen wir unseren Glauben nur als Rechtfertigung, für dass, was wir sowieso tun wollen.

Wenn ich also glaube, das die Welt künstlich ist, werde ich mich kaum anders verhalten, als ob ich an ein einen großen goldenen Esel glaube, aus dessen Exkrementen wir entstanden sind oder an die fliegenden Spagetti Monster. Problematisch würde es, fände jemand den Beweis, für die Künstlichkeit unserer Welt. Dieser Beweis würde einiges ändern. Ein nicht wegzudiskutierender Beweis dieser Künstlichkeit, würde die Welt revolutionieren und das Denken verändern.

Ein solcher Beweis würde den einzelnen Religionen ihren Sinn nehmen, der darauf beruht, dass jede Religion sich auf ihren jeweiligen Schöpfergottes beruft. Sie könnten ihren Glauben schwerlich vermitteln. Sie würden den Beweis bekämpfen, bis aufs Blut und mit allen Mitteln. Wie sie es mit wissenschaftlichen Entdeckungen immer gerne taten, die nicht in ihre Weltbild passten.

Es wäre eine Götterdämmerung, die ultimative Bedrohung für die Religionen im allgemeinen. Plötzlich gäbe es nicht nur die weltliche Bedrohung durch Wissenschaft, Politik und andere Glaubensströmungen. Plötzlich müsste sich jede Religion ganz allgemein rechtfertigen. Ihre Existenz begründen. Der Aufruhr wäre unvorstellbar. Zuerst würden vermutlich, die westlichen Religionen, wie das Christentum und das Judentum fallen. Sie sind bereits Teil eines relativ aufgeklärten Weltbildes. Der allgemein hohe Bildungsstand und andere Aspekte ließen es vermutlich nichts anders zu, als das sich diese Religionen auflösen. Die politischen Hass-Religionen hingegen, würden vermutlich sich und alle anderen Gegner, gegenseitig zu zerfleischen versuchen. Nur die Buddhisten könnten sich entspannt zurücklehnen. Denn sie haben keinen Gott, ihr Glaube beruht auf dem Menschen und den Regeln eines friedlichen Miteinanders.

Die Fragestellung, ob die Schöpfer der künstlichen Welt eingreifen würden, habe ich bereits beantwortet. Es ist unwahrscheinlich dass sie eingreifen, denn es ist zu vermuten, dass grade der Aspekt, wie lange wir brauchen, bis wir bemerken, dass wir künstlich sind, von höchsten Interesse für die Wissenschaft wäre.

Bei allen Fragen, die doch nur wieder Fragen aufwerfen, ist nur eins gewiss, dieses Thema ist eine philosophische Denksportaufgabe. Die vielleicht nicht Wissen vermittelt, doch unseren grauen Zellen hervorragend trainiert.

Die Frage nach der Matrix wird ewig nur dass sein, was sie von Natur aus ist, eine existenzielle Frage. Denn wenn das Experiment oder das Spiel endet, ist unsere Existenz nicht mehr von Nöten. Oder aber, wir sind die Echten, die einzig wahren Wesen und starten das Experiment selbst. Weil es nie eines gab.

Es spielt also keine Rolle, was wir sind oder auch wer, denn wir sind. Wir werden unseren Kosmos nie wirklich verlassen, doch immer weiter versuchen ihn zu erkennen, zu beeinflussen und zu beherrschen. Doch diese Frage wird bleiben. So wurden wir erschaffen.


George W. Lästerbacke

Samstag, 21. März 2015

Gott muss Kapitalist sein



Wie ich darauf komme? Das nennt Sherlock Holms Deduktion. Ich las vor kurzem, dass das Y- Chromosomen des Menschen, also das Chromosomen, dass für die Geburt von Männern zuständig ist stetig schrumpft.

Stabil hingegen ist das X-Chromosomen, es macht Weibchen. Daraus lässt sich von wissenschaftlicher Seite nun folgern und errechnen, das in ca 10 Millionen Jahren nur noch Frauen geboren werden. Zum einen kann man daraus schließen, dass evolutionär gesehen in dieser Zeitperiode, die Gender Bewegung gesiegt hat, denn dann sind alle Menschen gleich. Es gibt keine Geschlechter mehr, die Evolution legt es dabei sicher nicht darauf an, dass wir aussterben. Die Reproduktion, wird in dieser Zukunft vermutlich auf einer Art jungfräulicher Befruchtung im biblischen Sinne basieren. Dafür gibt es Beispiele in der Natur. Zum anderen kann man folgern, dass die Frauen uns Männern auch den letzten männlichen Job geraubt haben, wie zum Beispiel, den des Kanalisationstauchers.

Allerdings hat die Entwicklung auch Vorteile, in spätestens 5 Millionen Jahren, sind von zehn geborenen Kindern etwa sieben Mädchen und nur noch drei Jungen. Es wird also eine Phase geben, in der wir Kerle immer die freie Auswahl, bei den Damen, haben werden. Egal, wie doof oder hässlich wir sind, wir werden für die Fortpflanzung noch gebraucht. Etwas Gutes sollte das Aussterben auch auch für uns Männer haben.

Doch kommen wir zu meiner These, dass Gott ein Kapitalist sein muss. Theologisch gesehen ist diese Folgerung absolut logisch und auf den Sieg des Kapitalismus über andere Gesellschaftsmodelle bezogen sowieso. Denn Gott schuf die Ewa bekanntlich aus der Rippe Adams. Also war der Mann der Prototyp und alle Nachfolger ein Qualitätsprodukt. Die Frau hingegen war nur, die schnell hingeworfene Notlösung aus der Rippe. Dass wiederum spiegelt den heutigen Kapitalismus und seine Produktphilosophie wieder. Es zählt keine Qualität mehr, sondern die schiere Masse. So wie eben auch immer mehr Frauen geboren werden. Die Qualitätsprodukte, also die Männer werden verdrängt. Daraus lässt sich nun nur eins folgern, dieser Christen Gott ist ein Kapitalist.

Nebenbei erwähnt, hätte ich damit auch, aus theologischer Perspektive bewiesen, dass es tatsächlich nur den einen Gott geben kann, den die Entwicklung, des Aussterbens der Männer betrifft alle Menschen. Und da die Bibel praktisch die Vorlage gibt, kann nur das Christentum richtig sein. Ist Deduktion nicht genial?



© George W. Lästerbacke