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Freitag, 23. August 2019

Das 20.Stadtfest Eisenhüttenstadt



Das 20.Stadtfest in Eisenhüttenstadt geht an den Start. Zum Jubiläum dieses Jahr wieder meine Manöverkritik. Keinen Veranstaltungsplan oder der gleichen, sondern Stimmungen und möglichst viele Bilder werde ich versuchen für Euch hochzuladen. Also Vorsicht, wenn ihr lest, es könnte mal mehr Text werden, wie die sonst übliche Berichterstattung von mir für Euch. Bilder zum Fest findet ihr natürlich wieder unter dem Text.

Im vorab meiner Erstbegehung erst mal so ein wenig Klatsch und Tratsch, was man eben so hört. Im Vorfeld der letzten Bürgermeisterwahl hörte man noch Töne wie, das Stadtfest sei zu teuer und müsse abgeschafft werden. Da war der amtierende SPD-Bürgermeister der Stadt Frank Balzer, auch noch nicht der amtierende Bürgermeister. Schnell verstummten solche Offensivtöne natürlich wieder und heute will das vermutlich gar keiner mehr so gesagt haben, schon gar nicht der Bürgermeister selbst. Denn in Hütte ist nach dem Stadtfest vor dem Stadtfest. Und Politik aller Art gehört hier eigentlich auch nicht hin. Obwohl ich meinen Hintern verwette, das in irgendwelchen Bierzelten und zum Start, wieder allerlei politisch Aktive die Selbstdarstellung suchen und sicher auch ein paar klatschende Groupies bestellt haben.

Aber mal weiter mit Klatsch und Tratsch.
Das Stadtfest ist nun Autofrei. Der Grund ist nicht etwa, dass die Autohäuser und Hersteller ihren Beutel zugemacht haben und ihr Geschäft zum Stadtfest nicht mehr bewerben wollen.
Nein es ist viel simpler.
Ehrliche Mieteinnahmen und Sponsoring durch die Autoindustrie sind nicht mehr erwünscht. Angeblich kommt die neue Einnahmenvermeidungsstrategie aus der rot-grünen Ecke im allgemeinen und die Anweisung dies in Eisenhüttenstadt umzusetzen im speziellen von Bürgermeister Frank Balzer persönlich. Ortsansässige Autohändler berichten derartiges.
Einer der Autohändler wäre mit ca 6000 Euro Mieteinnahmen und 1000 Euro Sponsoring für ortsansässige Vereine dabei gewesen. Meines Wissens gab es aber noch andere Autohäuser in den Jahren davor. Also fehlt auf der Habenseite der Stadt für den Etat des Stadtfestes wohl deutlich mehr Geld, leider fehlt es dann auch anderen Orts für Aktivitäten zum Stadtfest, wie die Vereine. Wobei die Vereine immer für ein schönes Ambiente zwischen all dem Kommerz sorgen. Ärgerlich ist aber, wenn dann die Sponsorengelder ohnehin nicht mehr so fließen, wie gedacht. Man hörte, das sich die Stadtwerke nur mit 50.000 Euro beteiligen, haben wollte man von Seiten der Stadt, wohl eher 250.000 Euro. Unsere Politik agiert also wieder besonders geschickt, wenn es um das liebe Geld geht, macht aber die Rechnung wie so oft ohne den Wirt.
Doch das muss man verstehen, für Co2 Dreckschleudern wirbt man doch in der Zeit des angeblich Menschengemachten Klimawandels und der die Weltmeere durchkreuzenden Heiligen Greta nicht mehr.
Ironie off.
Wenigstens aus Sicht von Ideologen ist das logisch.
Das Geld, was die Automobilindustrie sonst hier lässt, zieht man eben anderen aus der Tasche. Vermutlich sowieso wieder den Gewerbetreibenden, die dann ihre Kosten durch stetig steigende Preise bei Stand- und Nebenkosten an die Eisenhüttenstädter weitergeben, wenn sie das können. Oder sie bleiben optional weg, den Stadtfeste gibt es über all und eine gewisse Verödung der Händlerlandschaft, konnte man bereits in den letzten Jahren beobachten.
So etwas kommt nicht von ungefähr. Dass ist ja nicht neu.
Ach und wenn wir schon bei Klatsch und Tratsch sind. Der Goldene Löwe ist wieder mit von der Partie, leider ersteht die Legende nur halb wieder auf. Denn der allseits beliebte DJ Egon ist nicht mit dabei. Dieser wäre zwar die erste Wahl des Betreibers des Goldenen Löwen gewesen, aber durch undurchsichtige Vorgänge ist DJ Egon, der an sich schon eine Institution für viele Eisenhüttenstädter ist, wohl bei irgendwem in Ungnade gefallen und wurde nicht mehr gebeten Eisenhüttenstadt zu bespassen. Ich will nicht spekulieren warum, aber DJ Egon sitzt ja nun für die AfD in der Stadtverordnetenversammlung. Ein Schelm, der dabei böses denkt.
Aber denken sollen wir sowieso nicht.

Das liebe Eisenhüttenstädter ist natürlich alles Klatsch und Tratsch. Sprich nicht mal ich kann den Wahrheitsgehalt zu 100% bestätigen, weil ich meine Quellen nicht beschädigen möchte. Obwohl ich diese für glaubwürdig halte, muss ich das hier zum allgemeinen Verständnis so formulieren.

Nichts desto trotz aller seltsamen Gerüchte, ich ziehe los, um euch dann noch mehr erzählen zu können, denn ich bin mir ziemlich sicher, an Attraktionen zum Stadtfest wird es nicht fehlen.

Der Zug über das Stadtfest.
Hier muss ich nun erstmal durchatmen. Weil bei allem was ich nun erwartet hatte, es kam schlimmer. Praktisch, war meine Stipvisite auf dem Stadtfest so kurz, dass selbst mein Versprechen für Euch viel Stimmung und Bilder einzufangen sich erledigt hat. Denn ein Hauch von Fun-Faktor, den ich Euch sonst gerne vermittelt hätte, kam bei mir nicht auf.

Natürlich ist so ein Stadtfest immer eine Sauf- und Fressmeile. Etwas anderes erwartet man nicht. Denn am Ende des Tages wollen die Menschen feiern und sich ordentlich einen hinter die Binde kippen, wie man so sagt. Aber heute nahm ich eigentlich nichts anderes mehr wahr. Keine herausragend attraktiven Fahrgeschäfte und das Bunteste waren Stände mit Klamotten. Auch wenn es über die Tage immer wieder coole Musikakts wie Culcha Candela, Keimzeit und andere bekannte und unbekannte Künstler gibt, so kann es nicht darüber hinweg täuschen, das insbesondere zum 20.Jubiläum wohl eher in der meisten Zeit gähnende Langeweile herrscht.
Hier kann man noch Kinder für faszinieren und das auch nur, wenn man diese mit mindestens 50 Euro pro Tag losschickt. Das die Besucherzahlen rückläufig sind, wird sich auch mit diesem Jubiläum nicht mehr ändern. Ich finde das schade, war das Stadtfest doch einst ein überregionales Besuchermagnet. Heute ist es nur noch ein Schatten seiner selbst.
Ein paar Bilder hänge ich an.

George W. Lästerbacke

Sonntag, 7. September 2014

Stadtfest Inside oder mit Trollen im Internet richtig umgehen

Muss man sich eigentlich immer ärgern, wenn irgendwelche, meistens auch noch anonyme Kommentatoren, die eigene Meinung, die man ehrlich und öffentlich vertritt angreifen? Dabei natürlich noch versuchen die eigene Person ins lächerliche zu ziehen oder zu diffamieren, obwohl sie nicht mal wirklich viel von dir wissen? Nein muss man nicht, man antwortet einfach öffentlich darauf und fragt einfach mal, ob der Troll den auch so öffentlich damit umgehen möchte. Vermutlich folgt dann nur noch das Schweigen, eines feigen Internet Trolls.

Deshalb wissen viele Menschen, die mich lesen, das ich auf jede Kritik an mir und meinen Schreibereien, die ich persönlich auch nicht so wichtig nehme antworte. Ich äußere mich letztlich als Privatperson und sollte ich einen Fehler gemacht haben, dann besitze ich auch den Mut zu sagen „Ok, mein Fehler.“ Und stelle meinen Fehler auch gerne richtig. Das weiß eigentlich Jeder, der mich etwas besser kennt. Doch wenn ich recht habe, dann antworte ich auch. Ich muss nichts nach dem Munde anderer reden, ich bin kein Politiker.

Hier der originale Kommentar aus meinem Blog.

Na ich (oder besser Anonymus?) 5. September 2014 18:33
“Peinlich deine Grammatik. Daran solltest du echt arbeiten. Ich staune das du zu solch ein Fazit kommst, dir hat ja anscheinend das Stadtfest sehr gut gefallen, sie Facebook Account. 
Und meine Freunde und Bekannten fanden das Stadtfest super.
Ich verstehe ja deine Langeweile, so viele Jahre wie du schon arbeitslos bist, aber muss man so ein Mist wirklich schreiben?“


Meine Antwort auf diesen Kommentar zu meinem Beitrag in Panoptikus Blog. Thema war das Stadtfest #Eisenhüttenstadt. Da sich der Kommentator auf Facebook bezog, auch nochmal auf Facebook diese Antwort.


Ich kann wenigsten einen guten Schulabschluss mit Einsern in Deutsch und Ausdruck nachweisen. Da tun sich viele Verfasser von Dreizeilen Kommentaren oft schwer. Wenn ich nichts zu tun hätte, dann könnte ich über Grammatik-Rechtschreibfehler und Schwächen im Ausdruck vieler Medien auch einen Blog füllen. Ich könnte beim Oder-Spree-Fernsehen anfangen, die Märkische Oder Zeitung kritisieren und dann auf die Suche nach noch viel mehr Fehlern in den großen Tagesmedien gehen. Tun werde ich das nicht, denn ich interessiere mich für Inhalte.Im Gegensatz zu Online Ausgaben vieler großer Printmedien, bemühe ich mich wenigstens, halbwegs ordentliche Texte abzuliefern. Wenn ich auch Niemanden habe, der meine Texte lektoriert. Doch da sparen große Zeitungen ja auch, wie man an der Qualität ihrer Online Artikel oft bemerkt. Letztlich bin ich auch kein Grundschullehrer. Doch wenigstens kann ich behaupten, was ich schreibe, ist ehrlich und inhaltlich korrekt, soweit es mir mit meinen Quellen möglich ist. Hast du auch nach Rechtschreibfehlern gesucht? Menschen die so Kritik üben, suchen doch nur nach Fehlern im Text, weil sie keine echten Argumente finden. Dann kann man gleich sehen, welcher Schicht von Denkern sie angehören. Denn Schwachdenkern. Ich würde wetten, da finden sich ganz sicher auch noch ein paar kleine Rechtschreibfehler oder wenn alle Mühe vergebens ist, sind vielleicht auch noch Tippfehler da. Über sachdienliche Hinweise bin ich dankbar, den so ein Korrekturleser, auch Lektor genannt, der kostet richtig Geld. Herr oder Frau Anonymus. Nun und Geld, das bezahlt mir dafür nun mal Niemand. Grade Menschen wie sie, denken doch das Denken kostet doch nichts. Verständlich bei so fruchtlosen Selbstversuchen. Ich bin im übrigen bin ich nicht arbeitslos, ich bin auf Grund eines Unfalls seit September 2007 ganz offiziell Arbeitsunfähig geschrieben worden. Eine Krankschreibung hingegen ist keine Arbeitslosigkeit. Ein Rentenantragsverfahren läuft. Ich befinde mich also in einer Warteschleife, wenn man so sagen darf. Die ich sinnvoll nutze. Wie man sieht, kann man trotzdem aus seinem etwas Leben machen. Man muss keine Hymen des Lobes auf singen, wie ein auf seitens des Veranstalters schlecht organisiertes Stadtfest. Man kann positives hervorheben, negatives benennen. Man kann also sehr wohl arbeiten. Nach noch vorhandenen Fähigkeiten, bei mir leider nur noch der Kopf, der dazu taugt. Aber damit kann man versuchen Probleme ansprechen und auch helfen sie zu verstehen, eventuell sogar zu lösen. Meine Arbeit ist Menschen etwas mitzuteilen und zu hoffen, dass sie darüber nachdenken. Oder aber, sich ein Stadtfest schön saufen und hinterher mit leeren Phrasen über Leute nörgeln, die eine eigene Meinung vertreten. Leute wie ich nennen Dinge beim Namen und stehen dazu, ich bin immer bereit meine Meinung öffentlich zu vertreten und zu diskutieren. Viele wissen genau, wer ich bin und mich ansprechen können, das auch tun. Sie wissen auch ein wenig mehr über mich, weil sie Fragen und ich fragen immer wahrheitsgemäß beantworte. Ich würde das genauso auch im Fernsehen, Radio oder in einer Diskussion in Eisenhüttenstadt tun. Du pinselst Kommentare, wie ein Grundschullehrer. Reicht es für echte eigene Texte und oder einen öffentlichen Disput nicht? Leute wie du sind jedoch zu in der Regel zu feige ihr Gesicht zu zeigen, Probleme zu diskutieren und labern im Internet, das Wenige, was ihrem niederfrequent arbeitenden, feigen Gehirn so entgleitet. Oder solltest du dich trauen einen öffentlichen Dialog zu meinem Beitrag zu führen? Das bezweifle ich allerdings. Lasse mich jedoch gerne eines besseren belehren.

PS Bevor ich die Arbeit anderer Menschen als Mist bezeichne, schaue ich sie mir diese genau an und auch dann, beteilige ich mich lieber an einer Diskussion, ob etwas falsch ist oder doch richtig. Kommentatoren, wie der beispielhafte Troll, haben weder Argumente noch eine echte eigene Meinung. Denn die könnte man begründen. Ich habe positive und negative Aspekte ausführlich beschrieben und will bezweifeln, das dieser Troll, einen so langen Text, bis zum Schluss gelesen hat :) Die stille Mehrheit äußert sich ja leider auch immer nur hinter vorgehaltener Hand. Sonst hätten solche anonyme Rohrkrepierer bald kein Medium mehr.

Einen schönen Tag.

Wer den originalen Blogbeitrag nachlesen möchte, Doppelklick auf die Überschrift.


George W. Lästerbacke

Donnerstag, 4. September 2014

Stadtfest Inside

Was ihr in der Märkischen Oder Zeitung nicht nicht lesen werdet.


Ein kleines Vorwort
Ich habe euch vor einer Woche versprochen habe, eine Nachlese zu unserem 15. Stadtfest in Eisenhüttenstadt zu schreiben. Ganz sicher wird das, wieder nicht jedem Leser gefallen. Doch ich meine nun mal, das Sachverhalte und Umstände genauer betrachte werden sollten, wenn es viel negative Stimmen gab. Was Lobenswertes werde ich immer gerne erwähnen, etwas dass schlecht durchgeführt ist, jedoch auch. Deshalb habe ich mir auch die Zeit genommen mit Menschen hinter den Kulissen zu reden. Ich berichte nun über das Stadtfest, aus meiner Sicht, der Sicht von Insidern und sachlichen Hintergrundfakten.

15. Jahre Stadtfest Eisenhüttenstadt
Etwas das als kleines Wirtschaftswunder, in einer langsam dahin siechenden Stadt, Ende der 1990er Jahre begann und sich zu einem überregional bekannten Event entwickelte, unser Stadtfest. Sogar eine eigene Marke wurde dafür entwickelt, diese wurde lizenziert und bringt der Stadt somit auch noch Gebühren. Jahr für Jahr strömen für drei Tage im Jahr hunderttausende Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet zu diesem Event. Eisenhüttenstädter aus nah und fern, ihre Freunde, Verwandte und Party Touristen genießen einen phantastischen Event. Internationale und nationale Pop Ikonen waren ein Publikumsmagnet, viele Eisenhüttenstädter Vereine und Einrichtungen trugen dazu bei, ein gelungenes Fest zu gestalten. Zur Finanzierung trugen Stadt, kommunale Betriebe und natürlich Arcelor Mittal als Sponsoren bei. Das Eisenhüttenstädter Stadtfest war beliebt, weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus.

Der Originalton vieler Eisenhüttenstädter Bürger zum Stadtfest
Es war im allgemeinen immer ein erfreulicher, erwartungsvoller Ton, in dem man sich zum Stadtfest äußerte. Über kleine Unleidlichkeiten sah man gerne hinweg, war gespannt, was Stadt, Bürger und Veranstalter sich einfallen lassen, für das nächste Jahr. Ein fester, freudiger Termin für jeden Eisenhüttenstädter Bürger. So wichtig, wie das Weihnachtsfest oder die Silvesterparty. Doch in 2014 änderte sich das.


Der Originalton vieler Eisenhüttenstädter Bürger zum Stadtfest 2014
“Eine lieblose, künstlich in die Breite gezerrte Fress- und Saufmeile mit einem Überangebot an zum Teil schlechten Produkten, zu völlig überzogenen Preisen.“

Sogar von Freunden aus Berlin und Hamburg, die wenn es möglich ist, das Stadtfest besuchen, bekam ich Feedback, das besagte, wir haben dieses Jahr nichts verpasst. Ein Umstand den ich auch aus eigenem Erleben zum Teil bestätigen konnte. Eine Krakauer im Brötchen, vom grillen völlig vertrockneten, diese polnische Spezialität hatte wohl schon Stunden auf dem Grill verbracht, für vier Euro. Diese Krakauer serviert in einer Servierte mit einem Aldi Brötchen, das wohl ebenso viele Stunden herum gelegen hatte und von bröseliger, pappiger Konsistenz war, verdarb auch mir die Freude und den Genuss am Essen. Pommes für 3 Euro und mehr, dünne Cocktails für 5 Euro. Nur am Rande erwähnt, bis zu fünf Crêpes Stände, als besonderes Highlight? Ein Bungee Jumping zu astronomischen Preisen ab 50 Euro, als Alternative zum Riesenrad. Mit diesem Riesenrad konnte man für 5 Euro wenigstens drei mal auf die Stadt und das Fest schauen. Doch wie viele Festbesucher wollen aus 30 Meter Höhe, an ein Seil gebunden, in das Stadtfest springen? Die Riesenrutsche war nicht vorhanden, andere gewohnte Fahrgeschäfte blieben aus, ohne einen interessante Alternative. Die Rummel- und Jahrmarkt Angebote, waren so zerstreut über die Festmeile, das selbst die hartgesottenen Fans solcher Aktivitäten keine Lust mehr hatten, jedes Angebot zu suchen und auch zu Nutzen.

Die Angebot des Brandenburg Dorfs, der kleinen Bühnen und der Hauptbühne ließen noch den Eindruck voriger Stadtfeste aufkommen. Schön gelebte Regionalität. Alles andere was, dem Fest eigentlich Flair geben sollte, wirkte organisatorisch zusammengestoppelt, lieblos und merklich dem Kommerz unterworfen. Zugegeben, die Eifelturm Minibühne mitten in der Laufzone, war eine nette Idee in Kombination mit einem Imbissstand.

Das überwiegend unzufriedene Bild, das sich bei vielen Besuchern aufbaute, war keine grundlose Nörgelei. Sie hatte eben handfeste Gründe. Ich habe Schausteller, Standbesitzer und andere Mitwirkende am Stadtfest getroffen und das Management der Veranstaltung hinterfragt.

So sah das Management für viele Mitwirkende von innen aus
Der Veranstalter COMPACTTEAM hatte dieses Jahr, wiederholt in der Stadt die Aufgabe, das Stadtfest durchzuführen. Diese Agentur brachte noch zwei weitere Agenturen ACE und Sun Event mit ins Boot. Die Agentur hatte vier Wochen Zeit, das Stadtfest zu organisieren. Für einen Neueinsteiger sicher eine Herausforderung, für eine hochkarätige gut am Markt eingeführte Agentur mit zahlreichen Kontakten, keine wirklich schwere Aufgabe. Veranstaltungsprofis, so sollte man denken. Doch es herrschte wohl eher unkoordinierte Arbeitsweise vor. Eine Zitat „Viele Köche verderben den Brei.“ Das mir schon im den ersten Sätzen, bei meinen Gesprächen begegnete.

Die “Blauen Bändchen“, die bekanntlich mit zur Finanzierung des Stadtfestes beitragen sollten, standen nicht, wie notwendig in vollen Umfang zur Verfügung. Am Freitag zum Verkaufsstart waren 60% der Bändchen verfügbar. Der Rest wurden erst am Samstag ausgeliefert, was natürlich auch zu verminderten den Verkaufszahlen beitrug. Die Riesenrutsche, die bekanntlich schon lange Bestandteil des beliebten Stadtfestes war, ist angereist. Jedoch reisten sie wieder unverrichteter Dinge ab. Der einfach Grund, der Veranstalter fand keinen passenden Platz für diesen Schausteller. Schon absurd, wenn man bedenkt, welche Lücken dieses Jahr eigentlich vorhanden waren. Einfach nur schlechte Organisation. Dass, das Riesenrad nicht kommen würde, war bereits von Anfang an bekannt, wurde aber erst am Donnerstag vor dem Stadtfest bekannt gegeben. Warum es nicht kam, bleibt Spekulation, die überteuerten Preise, der Stellflächen oder auch organisatorische Schwierigkeiten. Es soll auch Schwierigkeiten mit den Platzzuweisungen gegeben haben, bei einigen Verkaufsständen, wurde mir berichtet. Ein Crêpes Stand sollte gleich neben den Toiletten im hinteren Bereich stehen, nachdem der Verkäufer am Mittwoch bis 16.00 Uhr, vor dem Stadtfest noch keine Platzanweisung hatte. Eine absurde Vorstellung. Wenn ab Mittwoch aufgebaut werden darf, sollten wenigstens diese Dinge auch Mittwoch vormittags geklärt sein. Die Teils völlig überzogenen Essens- und Getränkepreise, waren auch nicht unbedingt, der Geldgier der Anbieter zuzuschreiben. Sie waren der Betriebswirtschaft geschuldet. Der Veranstalter ACE verlangte dieses Jahr drei mal so viel Standmiete, wie im Vorjahr. Ein Umstand, der nicht unberechtigt vermuten lässt, das viele Händler mit dem Umsatz und Gewinn auf diesem Stadtfest mehr, als unzufrieden waren. Nicht verwunderlich bei rückläufigen Besucherzahlen und weniger zahlungsfreudigen Publikum.

Ich möchte hier nur eine kleine Zahl von Ärgernissen nennen, die das Bild es Stadtfestes negativ beeinflussten. Doch es zeigt glaube ich auf, das hier viel nicht nicht gut gelaufen ist. Der Tenor vieler Gewerbetreibender, nur für die Standmiete arbeiten, dafür muss man nicht nach Eisenhüttenstadt kommen. Zitat eines Stadtfest Teilnehmers mit tieferer Einsicht „Ich würde es gerne sehen dass, das COMPACTTEAM nächstes Jahr nicht kommt, arrogante, herablassende Lackaffen ohne Kompetenz.“

Eine Äußerung, die ich so nicht bestätigen will, da mein Wissen nur aus zweiter Hand stammt. Doch der äußere Eindruck, des Stadtfests lässt befürchten, das diese Aussage tiefen, ehrlichen Frust eines Betroffenen ausdrückt und nicht ohne Grund so drastisch ausfällt.

Ein Fazit ist
Wäre da nicht ein Zwei Jahres Vertrag der Stadt mit der Agentur COMPACTTEAM, könnte man vielleicht im nächsten Jahr darüber nachdenken, das Stadtfest besser in eigener Regie mit regionalen Vertretern zu meistern. Es würde unserer Stadt sicher gut zu Gesicht stehen, wenn Eisenhüttenstädter für Eisenhüttenstadt ein Fest gestalten. Oder um es mit den Worten zweier Partei Vertreter zusagen „Eisenhüttenstädter Gewerbe generiert Steuern aus dem Geldbeutel der Eisenhüttenstädter und ihrer Gäste, in Eisenhüttenstadt, nicht irgendwo in Berlin. Wir alle wissen, das in der Stadt dafür Wissen, Talent und know how vorhanden ist.“

Doch alle wissen auch, der Geldmangel der Stadt führt zu solch verunglückten Unternehmungen.

Wo liegen die tiefere Ursachen?
In 2014 stand das erste mal fest, dass die Stadt in der üblichen Form nicht mehr finanziell in die Bresche springen kann, da bei den aufgelaufenen Schulden der Stadt, keine Gelder mehr für die Finanzierung für derartige, Bürgernahe Aktivitäten zu Verfügung stehen darf. Keine alleinige Entscheidung der Stadt, sondern verordnete Einsparungen von Oben, an falscher Stelle. Die berühmte Darstellung von kaputtgesparten Kommunen, trifft hier ins Schwarze. Die Schuld liegt nicht zuletzt beim Bund.

Seit Jahren entledigt sich der Bund sozialer Aufgaben, die er der Form nach und zur Beruhigung der Bevölkerung zum Teil zwar beschließt, deren Finanzierung, er aber größtenteils den Ländern und Kommunen auflädt. Das gilt für für die gesetzliche Verpflichtung der Kommunen, Kindertagesstätten zu bauen, zu betreiben, Behinderte einzugliedern, die Wohnungskosten der Bezieher von Arbeitslosengeld II und die Grundsicherung im Alter zu übernehmen, bis hin kommunalen Straßen instand zu halten und die schon jahrzehntelang vernachlässigten Schul- und Verwaltungsgebäude und Kanalisationen zu sanieren. Die Liste könnte man noch lange fortsetzen.

Die chronisch unterfinanzierten Kommunen, können bürgerfreundliche Entscheidungen für einen jährlichen gesellschaftlicher Event, wie es unser Stadtfest ist, dass auch einen regionales „WIR“ Gefühl pflegen soll, eben nicht mehr ohne weiteres finanzieren. Der Bürger, der mit verständlichen Unverständnis darauf reagiert, der durch nicht unwesentliche Zahlung von Steuern, Abgaben, Ordnungswidrigkeiten Geldern, Strafzettel und anderen Zahlungen zum Stadtsäckel beiträgt, ist der, der sich dann vor den Kopf gestoßen fühlt.

Politischer Zwischenruf einer Lästerbacke
An dieser Stelle könnte man den Bund tatsächlich in politischer Einheit vieler Kommunen und Länder eine Forderung stellen. Wenn schon die meisten Bundesaufgaben in die Kommunen delegiert werden, dann soll der Bund wenigstens einen “Stadtfest“ Fond für notleidende Gemeinden einrichte. Es gehört zu den gesellschaftlichen Aufgaben des Bundes, nicht nur Elite Kultur zu fördern, sondern das breite gesellschaftliche Leben. Jährlich neue Steuerrekord Einnahmen und Unten kommt nichts an. Das darf nicht sein.

Das Ende vom Lied
Das Ergebnis einer solchen ideenlosen Finanzpolitik auf Bundesebene, einhergehend mit hilflosen kommunalen Aktionismus, das konnten wir in diesen Jahr auf unserem 15. Stadtfest erleben.

Ein fünfzehntes Jubiläum, wahrlich ein Grund, es krachen zu lassen. Doch in Eisenhüttenstadt, trotz reger Bemühungen, eher eine trauriges, drittklassiges Event, dem auf die Fahne geschrieben stand “Mache Geld“. Bestenfalls der Agentur COMPACTTEAM spülte es noch ein erfreulichen Batzen Geld in die Kasse. Bei Akteuren und Bürgern fand sich mehr laute, bis verhaltene Kritik und ein schaler Nachgeschmack, als den die gewohnte Begeisterung. Das sollten wir gemeinsam ändern.

George W. Lästerbacke

Mittwoch, 23. Juli 2014

Das Stadtfest Eisenhüttenstadt

Ende August ist es wieder soweit, in Hütte ist Stadtfest. Neuerung, der finanzielle Anteil von 60.000 Euro, mit dem die Stadt das Fest bezuschusst, soll nun durch blaue Armbändchen finanziert werden, die dem Bürger bei jedem Getränkeverkauf oder Imbiss angeboten werden sollen.
Grundsätzlich ein schöner Gedanke, der Bürger beteiligt sich an der Finanzierung der Großveranstaltung. Das ist ja auch auf Festivals und oft sogar in Discotheken der Fall. Doch das hier die finanzielle Beteiligung vollständig auf den Bürger abgewälzt werden soll, das finde ich schon ein eigentümliches Ansinnen, denn die Stadt ist letztlich der Veranstalter. Schon eigentümlich, was die Stadtverordneten Versammlung da mit ihren Sparkonzept beschlossen hat. Die Stadt als Veranstalter poliert so gerne ihr ramponiertes Image auf, eine große Eventagentur richtet das Standfest aus und die Zeche, der Stadt, die zahlt der Bürger. Eine Zeche, die sowieso indirekt vom Bürger und Gewerbe bezahlt wird, durch Abgaben an die Stadt. Also soll der Bürger im Prinzip zweimal zahlen. Einmal für die Stadt und ihre Abgaben, ein zweites mal für das Stadtfest, dass er eigentlich schon mal bezahlt hat. Ich finde dass, ist eine moralische Zumutung und ein Armutszeugnis? Die Frage ist, wie viel Herz für Bürger und Stadt ist bei den Politikern überhaupt noch vorhanden? Sparkonzept hin oder her, wer so agiert, sollte Konsequent sein und sagen, wir können uns das nicht leisten und nach anderen Wegen suchen, das Stadtfest zu realisieren.

Ich persönlich bin schon seit längerem kein großer Freund des Stadtfestes und gehe dort auch nur hin, weil meine Kinder dorthin wollen. Doch die müssen sich auch keine Gedanken machen, ob Papa Geld dafür ausgeben will, das Privileg unbesorgter Kinder. Doch in der Stadt gibt es auch viele Kinder, deren Eltern sich den Spaß gar nicht leisten können. Nur mal am Rande erwähnt. Die stehen sozusagen an den “Schaufenstern“ zum Stadtfest, drücken sich die Nasen platt und sind froh, dass sie wenigstens zusehen dürfen. Das liegt für mich auch an der falschen Konzeption des Festes. Das Stadtfest, dass grundsätzlich schon vom Datum her so gelegen ist, das zum Beispiel Arbeitslose, prekär Beschäftigte oder HartzIV Empfänger kaum das Geld haben, mal einen Besuch abzustatten, bei dem man vielleicht auch dort noch etwas für die Kids ausgeben kann.

Ein farbloses, ideenloses und seelenlose Konzept
Was für eine schwachsinnige Konzeption, am Ende des Monats so eine Großveranstaltung anzusetzen. Man schließt damit gleich eine Vielzahl von Bürgern aus. Auch muss man einmal ansprechen, dass es von Seiten der Stadt wohl eine simple Einstellung gibt, aus opportunistischen Gründen braucht die Politik das Stadtfest, weil der Bürger es will. Doch zahlen und machen sollen andere. Das tatsächliche Interesse der Stadt, scheint mir Desinteresse. Sonst würde man doch längst eingesehen haben, das das ganze Konzept nicht stimmt.
Erstens wo sind denn die Eisenhüttenstädter Gewerbetreibenden, die auf dem Stadtfest die Bürger versorgen? Sie sind in der Regel nicht da, eine Ausnahme mag der goldene Löwe sein.
Das hat einen einfachen Grund, die Standmieten sind so unverschämt hoch, das es sich für meisten einheimische Gastronomen kaum lohnt. Deshalb stehen dann eben nur Fremde dort und verhökern alles was geht, zu unanständigen Preisen. Der Bürger muss ja zahlen oder er schaut nur.

Das wundert nicht, denn für das Fest ist nun mal eine professionelle Event Agentur aus dem Westen zuständig, die muss nicht nur optimal arbeiten, sie muss auch Profit erwirtschaften.
Da bleibt dann wenig Spielraum sich Gedanken zu machen, ob etwas besser geht oder billiger. So etwas simples, wie Platz für einen Flohmarkt, dass fällt aus, weil es kein Geld einbringt. Vor allem aber stört mich, wie sollen diese außenstehenden Personen den ein Stadtfest mit Lokalkolorit gestalten. Ein Fest wird zu einem seelenlosen Auftrag.
Endlich wieder initiativ werden ...

Ich finde es ist an der Zeit, das die Stadt, insbesondere die Stadtverordneten Versammlung begreift, dass das Stadtfest wieder in Eisenhüttenstädter Hände gehört. Aber unsere lieben Stadtverordneten sind viel lieber mit ihren selbstverliebte Parteispielchen beschäftigt, behindern sich selbst gegenseitig und die Bürgermeisterin mit Spielen, als seien sie in der Bundespolitik. Einige unserer Regionalpolitiker kann man da getrost als Schwachköpfe bezeichnen, wenn sie nicht begreifen, dass es hier um unsere Stadt geht, nicht um Berliner belange. Bundespolitik gehört nach Berlin, nicht in unser kleines, schönes Städtchen. Hier sollten alle an einem Strang ziehen, nicht gegeneinander. Dann klappt es auch mit einem eigenen Stadtfest.

Angefangen bei der Veranstaltungsorganisation, bis zum eigenen städtischen Unternehmungsgeist, man kann nicht alles delegieren wollen. Die Stadt hat genug Potential an Menschen, um so eine Veranstaltung selbst zu stemmen. Deshalb muss es nicht kleiner oder schlechter werden. Doch die Kommune bremst scheinbar selber und hält eisern an einer Fremdvergabe fest. So wird das Stadtfest für mich immer unattraktiver. Ich als normaler Bürger fahre mittlerweile jährlich lieber zum Hanse Fest in Frankfurt/Oder oder nach Guben, als zum eigenen Stadtfest. Weil diese Feste auch von der räumlichen Anlage her angenehmer gestaltet sind. Das in die Lindenallee gequetschte Stadtfest, macht mir keinen Spaß mehr. Wir haben so schönes Gelände auf der Insel, auf dem ein Stadtfest nicht so kompakt wirkt, dass mit vielen Millionen Fördermittel recht schön gestaltet wurde und vom Bürger gerne genutzt wird. Warum kann man dieses Gelände dafür nicht nutzen? Viele Anwohner der Lindenallee finden das Konzept im Zentrum schon immer als Zumutung. Dafür habe ich großes Verständnis, denn grade dort wohnen viele ältere Menschen und von einer Nachtruhe, kann wohl keine Rede sein.

Dass und viele andere Gründe, bewegt mich dazu, dass ich kein blaues Band kaufen werde. Denn ich bin der Meinung, unterstützen werde ich nur noch ein Stadtfest, das wieder in den Händen und der Bürger und Gewerbetreibenden der Stadt Eisenhüttenstadt liegt. Soviel Lokalpatriotismus leiste ich mir. Es sollte wieder ein Fest mit Lokalkolorit sein, nicht von der Stange produziert von Menschen, die eben wissen, wo Eisenhüttenstadt liegt.

© George W. Lästerbacke