Dienstag, 26. August 2014

Männer ab vierzig ...

Die Frauen denken immer, sie hätte tausend Probleme, ab dem zehnten, dem zwanzigsten, dem dreißigste und ab dem vierzigsten Lebensjahr sowieso. Die Menstruation kommt, die Menstruation kommt nicht oder sie bleibt eben völlig weg. Eine Falte hier, eine Falte da und vielleicht etwas zu viel Hüftgold. Welche Mode, welcher Lebensstil, welcher Partner. Natürlich kommt dann, mit de Jahren, noch dieses und jenes Aua und Zwick Zwack dazu, dass selbstredend im Frauenkreis maximal ausdiskutiert wir. Dann ist die Frauenwelt meistens schon in Ordnung.

Doch haben die Frauen schon mal darüber nachgedacht, wie unangenehm sich das Männchen fühlt, besonders ab vierzig? Männer haben normalerweise ganz andere Probleme und sie reden auch eher ungern darüber. Jahrzehnte des Ignorierens, worüber Frauen pausenlos plappern, machen den Mann glücklich. Doch dann mit vierzig kommen Probleme, die völlig neu sind, Urologen zum Beispiel. Andere Ärzte und Krankheiten kennen viele Männer bis Dato nicht, wegen des ewigen Ignorierens halt. Und darüber reden, das kennen sie noch viel weniger, denn sie reden nun mal sehr ungern über Probleme.

Jahrzehnte lang versuchen wir, als potenter Hengst und unkaputtbar, Krankheiten und Ärzte zu ignorieren, beschäftigen uns nur in Notfällen damit. Doch kaum ist man in den Vierzigern fordern die Krankenkassen Vorsorgeuntersuchungen. So ein Unfug, wir sind doch gar nicht krank. Warum müssen wir zum Arzt? Darmspiegelung und Prostata Untersuchung, so etwas ist den Männern suspekt. Vier Jahrzehnte schützt der heterosexuelle Mann mit Argus Augen seinen Analbereich vor dem Zugriff anderer Männer und dann fordert man plötzlich Vorsorgeuntersuchungen. Das verunsichert den Hengst gewaltig.

Könnte man sich mit einer Urologin grade noch so abfinden, so sind Urologen doch meistens Männer. Seltsamer Weise gibt es wohl in diesen Bereich keine medizinisch, qualifizierte Frauen. Da sind wir Männer doch experimentierfreudiger, Gynäkologen gibt es bekanntlich, wie Sand am Meer. Helden, die sich der Instandhaltung des weiblichen Genitals widmen, es für die Mannheit fit halten. Aber für uns, da gibt es nur Männer als Urologen, die im Allerheiligsten herum fummeln. Also könnten wir auch etwas mehr Verständnis erwarten, in so schweren Zeiten.

Denn Frauen sind es von früher Jugend an gewöhnt, das irgendwer an und in ihnen herum fummelt, da wo es privat ist. Doch für uns Männer ist die kleine „Hafenrundfahrt“ beim Urologen völliges Neuland, wir erleben eine völlig neue Ära und es ist nicht die Beste, die wir erlebten.

Am Ende meiner kleinen Betrachtung möchte ich euch ein amüsantes Zitat von Stephen King, über männliche Wechseljahre in seinem Roman “Das Bild“ nicht vorenthalten.

"Sein Geschlechtstrieb war in Urlaub, oder er hatte sich ganz verabschiedet, was auch nicht besonders tragisch wäre. Das Rohr zwischen seinen Beinen hat ihm im Lauf der Jahre verdammt viel Ärger eingehandelt. Es ist ein verflixtes Ding, was einen am Ende zu der Überzeugung bringen könnte, das Gott mehr mit dem Preisboxer Cassius Clay (Muhammad Ali) gemeinsam hätte, als man glauben wollte. Zehn bis zwölf Jahre bemerkt man es gar nicht und die nächsten fünfzig, oder gar sechzig Jahre, schleppte es einen hinterher, wie ein Amok laufender, glatzköpfiger Tasmanischer Teufel,

© George W. Lästerbacke