Montag, 19. Februar 2018

Der Gottesbeweis?


Von Dogmen aller Art, der Realität und dem echten Leben.

Wenn man als Unbelehrbarer Darwin nicht mag, weil er einem Gottesbeweis im Wege steht oder es einem schlicht nicht passt, das wir vom Affen abstammen könnten, dann bastelt man sich eben eine eigene Theorie. Die einen kommen mit ID, also intelligentem Designe, die anderen mit Aliens aller Art.

Am Ende sind es alles Theorien. Alle haben Lücken und jeder kann echte oder falsche Argumente pro oder kontra finden oder erfinden. Einige sind nur logischer als andere. Für mich ist Darwin am Ende logischer und in sich schlüssiger, auch wenn seine Theorie viele Fragen noch nicht beantworten kann. Doch es ist immer so, ist eine Frage beantwortet, dann stellen sich zehn neue. Ein Umstand, der dem intelligenten, neugierigen Menschen anstachelt zu weiter zu erforschen. Nur das der eine den ultimativen Beweis sucht, um am Ende endlich sagen zu können, ich habe Gott bewiesen und dann praktisch Arbeitslos ist und der andere forscht, um der menschlichen Neugier willen. Das forschen um der Neugier willen und um uns weiter zu bringen, finde ich logisch und sympathischer.

Denn der Gottesbeweis läuft auf Stagnation hinaus und die Alien-Technologie, die bei unserer Erschaffung geholfen haben soll, hört sich oft an, als ob sie sogar im 21. Jahrhundert, mit unserem begrenzten Wissen wenig Sinn macht. Besonders dieser grassierende Anunaki Blödsinn. Das wir aus Urtypen eines primitiven Vorfahren, als Sklaven erschaffen wurden, um Gold für liebe Aliens zu schürfen. Die ganze Theorie ist so in sich dämlich, das es erstaunlich ist, das sie wirklich jemand glaubt. In jedem Fall, müssen diese Menschen wirklich verzweifelt sein, denn glauben sollte doch auch einen positiven aspekt von der eigenen Existenz darstellen. Wie, Gott schuf den Menschen nach seinem Vorbild und so weiter. Gott schuf dich als Halbaffen, um ihm als Sklave zu dienen, hört sich für mich nicht positiv an. Einige gezielte Fragen dazu, und die Antworten, die wir uns selbst geben können, sind sehr zweifelhaft.

Ähnlich ist es mit der ID, nur das diese Theorie, viel ausgefeilter ist, bis man genauer hinschaut. Dann fällt auf, das sie vom verschweigen von Fakten und Ideen, bis zum Lückenspringen in der darwinschen Evolutionstheorie lebt. Am Ende kann das auch einer, der nicht wissenschaftlich arbeitet feststellen. Durch genaueres nachdenken, nachhaken in der Literatur und im vorhandenen Wissen des Internets, werden die Fakes unter den Theorien leicht bloßgestellt. ID und Alien Theorien, sind eher etwas für Menschen, die den Darwin Award gewinnen könnten. Selbst, wenn sie sich mit Doktortitel schmücken. Nicht ohne Grund findet man deren Anhänge besonders stark vertreten in den USA. Dort weiß sowieso grade mal die Hälfte der Bevölkerung, das zwischen den Kontinenten Wasser ist.

Natürlich wirft zum Beispiel die kambrische Explosion, mit der in wenigen Millionen Jahren plötzlich auftretenden millionenfachen Artenvielfalt Fragen auf. IDler verkürzen und lassen weg, um dann zu behaupten, hier wäre ein Beleg für ID. Faktisch der Beweis, das eine höhere Macht die Hände im Spiel hätte, bevorzugter Weise natürlich Gott. Auch wenn sie dies in ihren Beiträgen selten so deutlich formulieren. Das ist eine Manipulation von vorliegenden Thesen und Fakten. Man fragt zwar wieso das höhere Leben so “plötzlich“ passiert, hat aber auch sofort die Antwort parat, welche alles andere theoretische und faktisch Wissen ignoriert. „Das kann unmöglich Evolution sein“ sagen die IDler weil es zu schnell, zu viel und zu gewaltig war. Hier muss eingegriffen worden sein. Weil es davor ja auch keine Fossilien mehr gibt.

Das hört sich nicht mal im ersten Versuch, wirklich glaubhaft an, es sei den man will glauben oder muss, weil man nicht klug genug ist. Denn jeder der es genauer wissen will, der kann sich heute im Internet, wenn auch recht grob informieren, das es auch vorher Leben gab. Augenscheinlich eher auf meist auf bakterieller Ebene und auch größere Weichteiler, also primitiv, aber etwas war da und dieses Leben ist fossil erhalten.
Das es keine anderen Fossilien gibt, ist schon mal falsch. Es gibt erst recht keinen Beleg, das keine größeren Fossilien gibt, sie sind vielleicht nur noch nicht gefunden. Und es gibt tausend andere Möglichkeiten, schließlich reden wir von einem Zeitraum von über 500 Millionen Jahren. Die Erde ist zu 70 Prozent von Ozeanen bedeckt, alle Geheimnisse werden wir vielleicht nie lüften.

Wer sich nur etwas mit Bildung von Fossilien beschäftigt, weiß, das jedes Fossil ein Glücksfall ist. Milliarden von Dinosauriern durchstreiften unseren Planeten und doch finden wir prozentual nur Bruchteile, meist unvollständige Skelette. Selbst dieser Umstand erklärt vieles, ohne dass man fragen muss.
Zu diesem Thema Dinosaurier habe ich noch einen eigenständigen Text geschrieben, dessen Link ich hier in kürze Einfügen werde. Es wäre sonst zu umfangreich.

ID ist also eher eine Konstruktion von ich will, das es so ist, als ernst zu nehmende Forschung. Kindlicher Rechthaberei, wenn man es so sagen möchte, aus meiner Sicht. Auch nur eine Sicht, diese kann zwar auch nicht objektiv sein, versucht es aber wenigstens.

Dabei schließe ich letztlich nicht mal aus, das es einen Gott gibt oder wir von Aliens beeinflusst wurden oder Lebenssporen aus dem All, von Himmelskörpern zu uns kamen. Ich mache mir nur die glaubhafteste Theorie zu eigen, welche nicht ohne echte Belege arbeitet. Es spielt am Ende auch keine Rolle, wer recht hat.

Denn letztlich sind wir in unserem Leben, heute auf uns selbst gestellt. Fünf mal am Tag beten, nach Alien Artefakten suchen oder beichten gehen, nichts davon macht mein Leben objektiv besser. Es stiehlt mir nur die Zeit, mich mit Dingen zu beschäftigen, die mir Spaß machen, mich interessieren oder meinen Lebensunterhalt zu finanzieren helfen. Die Realität passiert heute.

Es gibt dabei unzählige Beispiele, die nicht unbedingt der Gottesbeweis sein müssen. Eine Ideologie will auch unbedingt beweisen, das sie richtig ist und verpasst oft den Moment des Wechsels der Paradigmen.

Die Frage wo das Problem ist, brauchst du dir nicht stellen, weil die Antwort offensichtlich ist. Wissenschaft ist auch eine Glaubensfrage und wie alle Ideologien, die erst mal erstellt und akzeptiert sind, nur schwer neuen Argumenten zugänglich.

Wenn ihr es sachlich betrachtest, hören sich Ägyptologen und ihre Pyramidentheorien vom Grabmal auch gut an. Schaut man aber genauer hin und befragt Bauexperten, Mathematiker und andere, sagen die „mmh, aber“.

Ägyptologen können sich anhand ihrer Funde, viele schöne Geschichten zusammen dichten, welche dann in Bücher geschrieben stehen. Doch sie sind nicht Experten genug, um auch andere Möglichkeiten zu prüfen. Also gilt, als ideologisches Paradigma, was man sich zusammengereimt hat. Und wer etwas anderes behauptet, ist ein Ketzer.

Sicher der Blödsinn, mit Ufo Landeplätzen und anderen Spinnereien ist unglaubwürdig, weil wissenschaftlich tatsächlich zu widerlegen. Doch es fängt schon bei der Altersbestimmung an. Sie können zwar das Alter und den Ort des benutzen Gesteins bestimmen, nicht aber ob die Pyramiden nun 5.000, 10.000 oder 20.000 Jahre alt sind. Das schließen sie dann aus passenden Funden, welche sie zum Teil wirklich datieren können. Natürlich auf Basis ihrer Theorien.

Letztlich sind und bleiben es Vermutungen. Würden sie ihrer Kreativität und unparteiischen Experten freien Lauf lassen, wären es vielleicht tatsächlich Botschaften viel älterer Zivilisationen. Das nenne ich hier auch nur als eine Möglichkeit. Was ich genauso für möglich halte, wie die Möglichkeit, dass die Pharaonen später daraus eine Kultstätte für sich machten.
Aber für Ägyptologen bleiben es Grabmale, obwohl nie eine Mumie in den Pyramiden gefunden wurde, schon gar nicht die eines Pharaos.
Dogma stört eben die Forschung und mal eben sagen, Entschuldigung, wir haben uns geirrt, ist heute doch nicht so simpel, wie gedacht. Eben aus Dogmatismus und aus dem Grund Geld, wie sollte es auch anders sein.

Ich kann unvoreingenommen sein und du auch. Aber ich halte zumindest nichts von stagnierenden Glauben und Ideologie. Denn Wandel ist unser Leben. Ich habe nenne hier, auch nur als Beispiel, ich habe mit 30 festgestellt, das ich sterblich bin.
Natürlich hab ich das schon vorher gewusst, aber ich hab es verdrängt, was man als Dogma der Jugend bezeichnen könnte. Heute lasse ich den Gedanken zu, und es geht mir dadurch nicht schlechter. Auch wenn ich heute gelegentlich darüber nachdenke, das es Risiken gibt, die man nicht braucht, weil sie mein Leben unnötig verkürzen könnten. Man passt sich eben an, an die Gegebenheiten des Lebens.

George W. Lästerbacke

Montag, 12. Februar 2018

Hurra, die Große Kollaboration ist da!

s zukünftige Staatsbürger integrieren? Das hat sie uns nie gesagt. „Wir schaffen das“, war wohl auch genug Informationen, es war ja noch weit bis zu den nächsten Bundestagswahlen.

Was sie nun wirklich meinte, das werden wir wohl nie erfahren. Es sei den in live und in Farbe. Was Merkel und ihre links-grünen Freunde verursachten, das wissen wir alle ein wenig, heute 2018.
Milliarden und aber Milliarden an aktuellen Kosten für den deutschen Steuerzahler in allen Lebensbereichen, die eben mit neu zugereisten Migranten verbunden sind. Steigende Gewaltkriminaltat, Betrugs- und Sexualdelikte und ein zwei Klassen Strafrecht für Kleinkriminalität. Klauen im Supermarkt wurde nur noch für Deutsche Staatsbürger strafbar. Das ist keine Theorie, sondern gelebte Praxis. Die Sorte offenes Geheimnis, über die nicht gesprochen wird, weil jene, die das bestätigen können, mit Repressalien vom Arbeitgeber rechnen mussten. Genau wie jene, die nicht auf sogenannte rechte Demos gehen.
Merkel machte Geschäfte mit der Angst, wie immer es ihre Handlanger es auch regelten.
Oben drein kommt noch das fälschen von Statistiken aller Art zur Wählerverdummung. Was wir nicht alles schaffen können, wenn Lügen, vertuschen und verschweigen zum Alltagsgeschäft der Politik gehören. Selbst wenn man Merkels Treiben wohl als Ergebnis offen bezeichnen darf.

Aber Frau Merkel schafft, wirklich etwas, etwas sie wie kaum ein anderer beherrscht, sich selbst an der Macht zu halten. Nach Nachtmarathon in Berlin und fertigen Koalitionsvertrag, steht es wohl außer Frage, sie hat das Unglaubliche geschafft, eine neue große Koalition der Verlierer.

Ein Bündnis, das von den Bürgern eigentlich abgewählt wurde. Eine inhaltslose CDU Hülle, die sich nicht von Merkel befreien kann, obwohl ihr die Wähler davon laufen. Eine regionale, reaktionäre Splitterpartei und einer SPD, die nach der Wahl eine Koalition ausgeschlossen hatte.
Ob es Nahles, Schulz oder andere Führungskader der SPD waren, sie logen die Wähler dreist an. Ihr Abstimmungsverein, der Bundesparteitag sang natürlich immer mit. Nicht wie man es erwarten durfte mit basisdemokratischen Widerstand gegen den politischen Selbstmord. Sondern mit Parteieigenem Eigensinn oder darf man schon Altersstarrsinn sagen, bar jeden klugen Menschenverstandes mit Hurra ins Verderben. Je weiter die Umfragewerte der SPD in den Keller rauschen, um so abstruse das SPD Mitgliederverhalten. 450.000 SPD Mitglieder werden nun über das Schicksal der deutschen Regierung und somit des deutschen Volkes entscheiden, der Wähler ist raus. Der Wähler wird das nicht honorieren.

Was erwartet man nun noch von einer Kanzlerin im Endstadium, einer angeschlagene Regionalpartei und einem Team von Wortbrüchigen SPD-lern?

Welche Zukunft bietet diese Regierungs-Groko?
Mutige Ziele für die nächsten vier Jahre ist die eine Merkel Aussage. was Merkels Worte taugen, oder die der CSU und SPD, das wissen wir alle. Mutige Ziele?
Etwa 8000 neue Pflegekräfte, in der Pflegekatastrophe dieses Landes? 25 Euro mehr Kindergeld, was sogar in türkischer Sprache für türkischstämmigen Wählern verfasst wurde oder doch lieber eine heimliche Legalisierung von Waffenexporten in Krisengebiete, um die Industrie zu stärken? Man darf sich wohl überraschen lassen.

Nun, mit heimlichen Legalisierungen hätte die GroKo in dieser Konstellation schon herausragende Erfahrungen, schließlich war das legalisieren illegaler Einwanderung, eine spezielle Merkel Erfindung. Etwas ganz Neues in diesem Land.
Nicht das legal, illegal, scheißegal schon immer ein Motto von Regierenden war. Aber nie wurde es so offen und unter stehendem Applaus der Medien so zelebriert. Und es wird immer noch nachgebessert, um zu legalisieren, was illegal war und ist.
Vielleicht sind es aber auch das hehren Ziel des Martin Schulz, der Vereinigten Staaten von Europa bis 2025. vielleicht ist auch die weitere Alimentieren der Macron Regierung in Frankreich mit deutschem Steuergeld gemeint.
Immerhin im Kollaborationsvertrag gibt es jetzt eine NichtObergrenze für illegale Einwanderung. Kommt drauf an, wer das grade ließ, in der Unheiligen Dreifaltigkeit, für Seehofer ja, für Schulz nein.

Allerdings erscheint es eher so, als ob das einzige wirkliche Großprojekt der Groko die Aufgabe ist Kanzlerin Murks im Amt zu halten. Deshalb wird das Trio Infernale aus Frau CDU Murks, den Herrn CSU Mitläufern und den Damen und Herrn von Münchhausenaus der SPD, welches vom SPD Bundespräsidenten, zu dieser grausamen Koalition fast "gezwungen" wurde, von nun an, im Bundestag unter politischen Dauerbeschuss stehen. Aus der Mitte feuert die Marktliberale FDP, von links die sozialistische Linke und von rechts die einzige Bürgerpartei AfD.

Der zu erwartende Dauerbeschuss sollte auf jeden Fall den Bundestag viel lebendiger machen und vermutlich sogar unterhaltsamer. Ob es am Ende die Demokratie, welche unter Merkel völlig zur Farce geraten ist, noch rettet, ist fraglich.
Das ramponiere Image der noch, sogenannten Volksparteien dürfte für CDU und SPD dann endgültig futsch sein. Wenn die CDU deutlich unter 25 % liegt und die SPD gar von der AfD überholt wird. Über den bayrischen Männergesangsverein CSU, will ich gar nicht nachdenken.

Eine Große Koalition sollte ein Land in großer Vereinigung alle politischen Kräfte, besonders in politisch Krisenhaften Zeiten voranbringen. Eine Aufgabe für die, diese Koalitionäre mit Sicherheit zu mickrig sind. Ich schreibe ausdrücklich mickrig, den klein wäre einer Verharmlosung, Angesichts dieser geballten Ladung an Inkompetenz.

Am Anfang dieser Großen Koalition steht nur ein bereits fest, sie dürfte der größte Wahlbetrug aller Zeiten in Deutschland sein. Egal, wie man es betrachtet.

George W. Lästerbacke

Mittwoch, 7. Februar 2018

Hochbegabung? Ausflug in meine Schulezeit.


Heute erzähl ich mal wieder etwas aus meinem Leben, ein wenig aus meiner Schulzeit. Ich wurde mal als Hochbegabt angesehen. Das war noch bevor irgend jemand gesehen hat, wie ich mit einem Hammer, Nägel in die Wand schlage und hinterher mit einem Nagel im Zeh, an dem noch ein Brett hängt, durch die Stube hüpfte. Obwohl meine legendäre Ungeschicklichkeit, mit Ende der Pubertät zum Glück besser wurde.

Der Verdacht der Hochbegabung kam auch nur auf, weil ich, im Gegensatz zu den meisten meinen Mitschülern, im Kontext lesen und schreiben konnte, mal ganz abgesehen vom selbständigen, unfallfreien und erfolgreichen denken.
Ok, Einser in Deutsch, Physik, Chemie, Kunst und so weiter, waren vermutlich auch nicht ganz unschuldig. Ein Nerd im herkömmlichen Sinne, war ich auch nicht, ich kapierte den Mist mit dem man gefüttert wurde einfach nur schneller. Und ich hatte den Vorteil eine eidetischen Gedächtnisses, das heißt, ich spickte zwar, wie jeder andere, doch mir reichte als Spickzettel irgend eine Wand im Raum, auf die ich im Gedanken meine Notizen schrieb. Ich entwickelte sogar eine eigene Kurzschrift. Eine Schöpfung von furchtbarem Wirrwarr, die eigentlich nicht mal ich hätte entziffern können, hätte ich es nicht selbst geschrieben. Vermutlich ist die Idee durch mogeln besser zu sein alt wie die Menschheit, deswegen dauerte es einige Zeit, bis ich verstand, das ich das eigentlich nicht nötig hatte. In meinem Herzen war ich Spaß orientiert und faul, das es zum Himmel stank, im Bezug auf schulische Arbeit. Außerschulisch las ich wie besessen Bücher aller Art. Wenn ich nicht mit Kumpels abhing, dann las ich in Hochgeschwindigkeit und praktisch, bei allem, was ich tat. Ob beim Fahrrad fahren, laufen oder auf der Toilette.

Ich wurde mit neun Jahren der Kinderbibliotheken verwiesen, da ich die Bestände durchgelesen hatte. Mit einer Sondergenehmigung durfte ich von nun an, in die Bibliothek für Erwachsene, mit der Einschränkung unlimitiert in Naturwissenschaften ect. zu stöbern besuchen. In der Schule hingegen, kam ich bei den Hausaufgaben meist mit der Ausrede durch, das hab ich mündlich gemacht habe.
Sehr zum Leidwesen einiger Lehrer, unverständlicher Weise, liebten mich nicht alle. Aber als Liebling des Direktors, für dessen Schule ich regelmäßig Wettbewerbe gewann, genoss ich eine gewisse Narrenfreiheit.
Mathematik jedoch, das war mein Hassfach und Musik. Hier stand ich immer, sehr freundlich benotet auf Durchschnitt Drei. Und das auch nur, weil meine Mathematik-Lehrerin Frau Wichtrey, eine nette Frau war. Und Frau Sitte, unsere Musiklehrerin die Mitleid mit meiner völlig Talent freien Stimme hatte. Heute hätte ich Rapper werden können, aber in der DDR legte man noch Wert auf Gesang. Mein Pech.
Damals gab es noch Lehrerinnen mit einem einfachen Namen.

Nicht wie heute, wo Frauen wie Inga Albrecht Haferkorn-Schmitz und Aranka Sauermilch-Möhrenschläger, was sich schon anhört wie, veganer Käse mit Dinkeleiersatz auf Vollkorntoast, in vegetarisch und fair angebauter Unterwäsche, den Ton angeben. Mit solch einer namentlichen Vorbelastung muss man sicher gewisse dominante Wesenszüge tragen. Aber wer brauch schon eine Domina als Mathematik-Lehrerin?

Diese Frau Wichdrey, die war noch nett und verständnisvoll, denn sie unterrichtete, Mathe, Chemie, Physik und Astronomie, wusste also genau, dass ich auch mit Zahlen gut hantieren konnte, nur der interessierende Kontext musste stimmen.

Der moderne Lehrer von Heute, der natürliche Feind der Hochbegabung, ist mit einer gut gebildeten Pädagogin von gestern, wie Frau Wichtrey nicht zu vergleichen. Sie verstand noch, das Sachaufgaben, wie:

“In Deutschland schlägt ein Zitronenfalter mit den Flügeln, in China fällt daraufhin ein Sack Reis um, was in den USA ein Erdbeben Stärke 8,9 auslöst, dessen Epizentrum 14 Kilometer unter der Los Angeles liegt. Wie groß ist die Summe, der beschädigten Gebäude in Sankt Bernadino, Kalifornien?“,

mich überhaupt nicht interessierten. Ebenso wenig, wie meine Mitschüler. Auch wenn die Gründe bei beiden oft sehr unterschiedlich waren.

Die praktische Umsetzung einer Knallgasreaktion in Kontext mit einem Lehrertisch, lag mehr in meiner Natur. Diese Anlage zu Knalleffekten, sollte mir später noch sehr zu Gute kommen, auch wenn man mir nachsagt, das man den nicht mehr groß bekommt. 😃

George W. Lästerbacke

Dienstag, 6. Februar 2018

#ohne Mauerfall


So manches mal muss man sich in einen Hashtag auf twitter einlesen, um eine Inspiration zu erhaschen. Aber wenn sie einen hat, die Inspiration, dann kann man schreiben, frei von der Seele weg.

Was wäre denn gewesen, wenn die Mauer nicht gefallen wäre?

Der überstürzte Fall der Mauer, der war doch eher ein Zufallsprodukt, einer Regierungskrise, welche ein SED Funktionär namens Günter Schabowski auslöste. Schlicht, weil er einen ZK-Beschluss auf einer Pressekonferenz falsch gelesen hat. Und da dieser Patzer auch noch live im TV ausgestrahlt wurde, war die Welle der Menschen, welche daraufhin die Mauer im Wortsinn stürmte, erkletterte und durchbrach, schlicht nicht mehr aufzuhalten. Denn alles was wir erfahren, wenn es im Fernsehen läuft, glauben wir sofort. Zumindest, wenn es unseren Wünschen entspricht.

Die Mauer ist auf, hallte als Aufschrei, durch die deutsche Demokratische Republik. Und hunderttausende Ostdeutsche, wollten es genau wissen. So wurde der Patzer eines einzelnen SED Funktionärs zu einem der schönsten Fehler in der deutschen Geschichte. Sogar mit einem tiefen Eindruck für die Welt. Denn die Verbrüderungsbilder von Fremden, die sich in die Arme vielen, waren schon beeindruckend schön. Und ließen auf einen schönen Neuanfang für ein geeintes Deutschland hoffen.

Einen Neuanfang, den sich Millionen Ostdeutsche erhofft und auf der Straße erkämpft hatten, auch mit Hilfe von Parteifunktionären, Polizisten und Soldaten, die sich weigern würden auf unbewaffnete Menschen zu schießen. Obwohl meines Wissens, nie ein besonderer Schießbefehl für den Fall von Massendemonstrationen ausgegeben wurde.

Ein schönes historisches Ereignis, welches nur geschehen konnte, weil der Zeitgeist im gesamten Ostblock auf Veränderung aus war. Nicht ohne den Geist eines Michael Gorbatschow, welcher einen offeneren, freieren Sozialismus im Sinn hatte, einem Volk, das für seine Rechte auf die Straße ging, Parteifunktionäre, die eben auch diesen Ideen verbunden waren.

Im Rückblick war der Mauerfall wichtig, denn für kurze Zeit, bis Politik und Medien, alles was sozialistisch geprägt war, anfingen zu verteufeln und die Ostdeutsche Identität zum Unding von unterdrückten, verzweifelten Menschen erklärten, die gar kein Leben hatten, gab es Hoffnung auf eine besserer Welt.

Das es wiederum nicht so kam, ist der Verdienst von widerlichen Medien, korrupten Politikern und verdummtem Volk, welches die Hasspolitik, die skrupellosen Medien und die gierige Wirtschaft gewähren ließen, während sie, das Volk von Konsum berauscht war und seine Ideale verriet.
Ob Freiheit und Demokratie, der alte Traum der Ostdeutschen, in diesem Land heute noch eine Chance haben, auch das liegt wieder in Volkes Hand.

Doch wenn ich die Ergüsse von vielen unter dem Hashtag #ohneMauer, die eine DDR nie kannten lese, dann fehlt es mir an der Überzeugung, das diese verblödeten Volltrottel in der Lage sind, überhaupt zu verstehen, was eine bessere Welt ist. Diese seltsamen Figuren, die sich links, rechts oder pinkliberal, selbst in Schubladen schieben, um etwas darzustellen, was sie nicht sind, Vernunftbegabte Humanisten.

George W. Lästerbacke

Freitag, 2. Februar 2018

RIP der deutschen Sprache


Der deutschen Sprache mächtig, mächtig,
ist kaum noch einer, dass ist verdächtig.
Denn beim Volk der Dichter und der
Denker, verbirgt sich heute in der Sprache
so mancher Schlenker.

Hin zu den Sprachen aus der Ferne,die
benutzt man heute gerne. Fuck you, cool
und Oh My God, dass geht über die Lippen,
ziemlich flott.

Da wird der Getto Sprech mal schnell, ganz
richtig, weil es ist multikulturell, und dass ist
wichtig. Der doofe Wichtigtuer, der sagt dann,
das man nun, eine neue Sprache beobachten
kann.

Der Deutschlehrer findet das dann frech,
Getto Sprech ist Spasten Dreccch.
Denn auch der Dialekt, ist ohnehin ein
Sprachdefekt. Der Bayer, der Sachse und
all die anderen, haben sprachlich, doch ein
Ei am wandern.

Noch tausend andere Worte, die man
benutzen kann, kennt dagegen, der kluge
Mann. Immer gewichtig und gewannt, hat
er ein Fremdwort schnell zur Hand.

Der Businessman ist auch geschickt, seine
Rede mit Anglizismen spickt. So versteht
ihn kein Mensch, auf dieser Welt, dass ist
sein Geheimnis, fürs große Geld.

George W. Lästerbacke

Dienstag, 23. Januar 2018

Islam. Respekt, Merkel & Groko


Die ganzen Debatten, um Einwanderung und Asyl, machen wenig Sinn, wenn sich eine Gesellschaft nicht auf einen Konsens zum Thema geeinigt hat.
Noch weniger Sinn macht es aber, wenn eine Gesellschaft einen Konsens hat, nämlich vorhandene Gesetze, und die Regierung verstößt ganz offen gegen diese Gesetzte.
Dann gilt in einem Rechtsstaat, die Justiz muss aktiv werden. In einer Diktatur gilt, was der Führer tut ist richtig.

Allerdings ist dieser Punkt heute nicht das Thema. Sondern Einwanderung und Asyl. Ich bin übrigens pro Asyl und pro Einwanderung eingestellt, wie die meisten Menschen im Land, es geht nur um das wie.

Hier gibt es nur zwei Optionen für die Gesellschaft. Entweder, die Gesellschaft einigt sich auf ein Ziel, wie, das Ziel, der Integration von Menschen. Welche dann aber akzeptieren, dass sie in einem Gastland mit dessen Sitten und Gebräuchen umgehen müssen. Wobei sie auch die Elemente ihrer mitgebrachten Kultur, wenn dies gewünscht wird, als Bereicherung einbringen können, solange diese Akzeptanz in der breiten Masse findet.
Oder die Gesellschaft einigt sich darauf, gastfreundlich bis zur Aufgabe der eigenen Werte zu sein. Das eine Handeln nennt man Integration, das andere Okkupation. Integration ist die Stärke einer Gesellschaft, sich unter dem Mantel von Toleranz okkupieren zu lassen, zeigt die Schwäche und Dekadenz einer Gesellschaft, die zur Unterwerfung bereit ist.

"Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft" (Aristoteles). Dieses Zitat, welches fälschlicher Weise Aristoteles zugeschrieben wird, bringt es allerdings recht gut auf den Punkt. Denn hier wird Toleranz im eigentlichen Sinne seiner Bedeutung verwendet. Denn ursprünglich bedeutete Toleranz, erdulden und ertragen, und zwar die Unarten anderer.

Doch genau dazu, gilt es Entscheidungen zu treffen, welche spürbare Konsequenzen für Neuankömmlinge und Gastländer zu tragen sind, wenn man Zuwanderung und Asyl gewährt.

Das Gutmenschen Gelaber, wie "Natürlich müssen sich unsere Flüchtlinge an unsere Gesetzte halten, aber weil sie eine andere Kultur, eine andere Religion haben, nur ein bisschen...". Das bringt uns keinen Schritt weiter.

Es geht konkret, um die Frage, wer darf was?

Doch der deutsche Laden der Demokratie ist schon so verkommen, weil Opportunisten, Drogenabhängige, Alkoholiker, Spinner und Bildungsferne, seit den 1990ern das Parlament besetzt haben, das es hier nur noch zu dilettantischen reagieren, anstatt regieren kommt. Sogenannte linke Meinungsideologen in einer GroKo unter dem Korsett, einer Macht geilen, aber eher inkompetenten Bundeskanzlerin haben die Meinungshoheit an sich gerissen und verteidigen diese verbissen, mit Mitteln, die jeder Diktatur gut zu Gesicht ständen. Natürlich unter gehorsamen Eskortieren der deutschen ""freien" Medien und dem von uns finanzierten Staatsfunk.

Darum braucht es nun Richtungsweisung entweder gemeinsame Zukunft oder chaotisches Ideologie Gewimmel mit Religionsnarrenfreiheit.

Denn wir haben Gesetze, Bestimmungen und ein Beamten- Apparat, der für deren Kontrolle zuständig ist. Doch dieser Apparat funktioniert genauso gut, wie die Regierung, die weder vor, noch zurück weiß. Widersprüchliches Handeln ist nur für eins gut, nämlich Chaos und rechtsfreies Vakuum. Wie wir es in Deutschland schon beobachten könnten.

Eine Gesellschaft funktioniert nur mit Gesetzen und dem friedlichen aufeinander zugehen.

Natürlich muss man Neuankömmlinge Unterstützen, wo es sinnvoll und nötig ist, ohne ihnen ihre identitäre Herkunft, wie Kultur und Religion, zu verbieten. Aber diese Kulturen und Religionen dürfen nicht, als Entschuldigungen für Fehlverhalten dienen.

Wer die Kultur seines Gastlandes explizit ablehnt und dies deutlich, in Tendenz zur Subkultur und Parallelgesellschaft tut, der hat hier nichts verloren.
Denn auch die europäische Kultur und Religion ist historisch gewachsen und hat sich historisch in unserer Gesellschaft eingeführt. Der Wandel ist Leben.
Unserer abendländische Kultur ist christlich geprägt und das wirkt in die Werte der Gesellschaft. Trotzdem haben wir uns in das 21. Jahrhundert entwickelt, Traditionen, die nicht passten sind Opfer des Wandels geworden.

Religionen sind weitestgehende Privatsache. Unabhängig davon, ob man nun Gotteshäuser im öffentlichen Raum gestattet oder nicht. Wer nicht bereit ist, seine Religion im Privaten zu leben und die Gesellschaft damit halbwegs unbehelligt lässt, sondern diese Gesellschaft mit Religion umgestalten will, der hat hier nichts verloren.
Wer seine Kultur und Religion als Alibi nimmt, um Menschen Gewalt anzutun, auch der hat hier nichts verloren.

Und verflucht sei ich, wenn ich nicht mehr sagen darf „Der Islam soll erst mal seine internen Probleme klären, bevor er und einige schwer ungebildete Trottel behaupten dürfen, er gehöre zu Deutschland und Europa.“

Denn eine Gesellschaft basiert auf dem Respekt aller Menschen für einander, ob hier geboren oder nicht. Wer diesen Respekt nicht hat, als Ausdruck eines gesunden, offenen Geistes, der hat hier ebenso wenig verloren, wie ein Macho-Esel vom Mond.

Jeder soll glauben, was er möchte, jeder soll essen, was er mag, jeder mag heiraten, wen er liebt. Doch wenn jemand anfängt, anderen etwas aufzuzwingen, dann ist die Grenze der Toleranz erreicht.

Meine Mutter war sehr katholisch und mein Vater Kommunist und selbst diese beiden haben es geschafft, drei Kinder zu zeugen, sie erfolgreich zu erziehen und eine glückliche Ehe zu führen. Es geht also.

George W Lästerbacke

Dienstag, 16. Januar 2018

"Unwörter"


Wisst ihr, liebe Leser, mir ist etwas bei dieser Unwort-Kür aufgefallen, warum dann nachfolgend kommentiert.

Hier mal einige Beispiele:
2017 Alternative Fakten
2016 Volksverräter
2015 Gutmensch
2014 Lügenpresse
2013 Sozialtourismus

Eigentlich sollte doch ein Unwort etwas sein, was faktisch niemand mehr benutzen will, weil es absolut unpassend ist und auch im allgemeinen Sprachgebrauch der Straße, höchstens noch lästerliche Wirkung hat.

Mein Beispiel hat zwar nun grade drei Worte, aber es ist ein Sinngemäß, zusammenhängender Satz. Wie auch Alternative Fakten einen Sinn ergeben. Wenn Angela Merkel sagte "Wir schaffen das!", dann sagt das so, seit 2015 kaum noch jemand. Es sei den, er lästert darüber. Nicht mal die Bundeskanzlerin sagt das mehr so besonders gerne.
Warum sagt das niemand mehr? Weil es eine unbequeme Wahrheit ist, das mit "wir" nicht Merkel und ihre Spießgesellen gemeint waren, denn die merken von den Auswirkungen praktisch nichts. "Wir", das ist, das Volk, welches mit den Folgen leben muss. Ob es steigende Gewaltkriminalität auf den Straßen ist, oder der Engpass auf dem Wohnungsmarkt, der auch vor 2015 da war. Künstlich forciert, von unfähiger Politik.

Soviel dazu, nun zu den Unwörtern.
Diese Wörter sind weder unwahr, noch unbeliebt. Allerdings benennen sie unbequeme Wahrheiten, wie das Volk sie sieht und versteht. Sie passen nicht in das politische Friede, Freude, Eierkuchen Bild der politischen Klasse und der manipulativen Medien, die oft finanziert vom Steuerzahler, als Staatsfunk agieren.
Darum sind es Unwörter, man versucht sie zu diskreditieren, um staatlich gewünschtes unverständliches Neusprech zu installieren.

Es ist an uns, diese Wörter am Leben zu halten, bis die Zustände, die deren Benutzung rechtfertigen, der Vergangenheit angehören. Und nicht zuzusehen, wie ganz öffentlich Vorschläge zur Selbstzensur unterbreitet werden.

George W. Lästerbacke

Die Party

Ein erster literarischer Ausflug in das Genre Horror oder das Sureales. Mal sehen ob ihr es mögt liebe Freunde.Ich glaub der sogenannte rote Faden der Geschichte ist zu erkennen und ihr könnt den eigentlichen Sinn verstehen.

Part I.

Die Frau
Ein völlig zerstörter Kopf lag in einem schwammigen, deformierten Zustand vor mir auf dem Tresen. Das verklebte blonde Haar, die einst wundervollen blauen Augen zugeschwollen, der rote Kirschmund aufgeplatzt. In Anfällen rasender Wut hatte ich auf diese Kopf eingeschlagen, wieder und wieder. Das hübsche Gesicht zerstört, bis mir das Blut die Hände verklebte und ich widerwillig die Toilette aufsuchte. Einen kleiner Jungen, vielleicht neun Jahre starrte mich mit seinen großen blauen Augen an, die Neugier und Furcht widerspiegelten. Er fragte mich nach meinem Namen, ich antwortete nicht, zwang ihn mir die mit Blut verklebten Hände zu waschen. In dem unschuldigen Blick lag Angst, nackte Verzweiflung und nicht verstehen. Er wollte fliehen, da packte ich ihn am Hals, drehte sein Gesicht zum Spiegel und schüttete ihm den Rest von meines Drinks über den kleinen Kopf. Sein Schreien hallte von den Wänden, ein hohles Echo im Raum, kam irgendwo her und verschwand. Er sah mich im Spiegel noch kurz an, ein letzter Funken Leben, ein weinerliches Flehen. Ich würgte ihn noch, da war er schon längst tot, ich hatte es nur nicht gemerkt. Sein Kopf, der rote, von Würgemalen gezeichnete Hals lag auf den Fliesen. Ich spülte ihn die Toilette herunter, nahm etwas von dem Kokain und ging wieder zum Spiegel. Ich wusch mir die Hände, das Gesicht, trocknete mich und fand, ich sah wirklich gut aus. Wallendes blondes Haar, leuchtende blaue Augen, knallroter Kirschmund. Grinsend wankte ich zur Tanzfläche und verbrachte eine lustige, wenn auch etwas bizarre Nacht.

Part II.

Der unbekannte Mann
Als ich durch die Tür trat, in das kleine unscheinbare Tanzlokal betrat, schien es, als trete ich aus der realen Welt. Der Dunst von Schweiß, Tabak und Alkohol nahm mir für Augenblicke den Atem.
Die Zeit stand still, den Moment eines Wimpernschlages. Dann war das Leben wieder im Fluss, das Lachen der Trinker, das Stimmgewirr, der Klang der Gläser, die zusammenschlugen, während die blonde, langbeinige Bedienung die Tische abräumte. Die Melodien des Mannes am Klavier. Normalität einer Samstagnacht.
Wäre mir die wütende, junge, schlanken Frau am Tresen nicht aufgefallen, die immer wieder auf einen, auf dem Tresen liegenden Kopf einschlug. Blutverschmiert und voller Wut. Das Surreale dieser Situation wurde mir gar nicht bewusst. Ich konnte keinen Körper zu dem Kopf sehen, dass irritierte mich auch nicht. Nur diese ungezügelte Wut der aufreizenden Blondine faszinierte mich.
Plötzlich ließ Sie unvermittelt, von dem schon völlig zerstörten, zerquetschten, malträtierten nur noch von Haut und Haaren zusammengehaltenen Kopf ab. Der scheinbar verständnislos aus toten Augen in den Spiegel des Tresens starrte. Sie wandte sich ab, griff sich ihren Drink und warf mir im laufen, über die Schulter, einen aufreizenden Blick zu. Sie schwankte leicht, als sie in der Toilettentür verschwand, schlafwandlerisch folgte ich ihr.
Ich öffnete die Toilettentür, auf dem langgezogenen Gang zu den Waschbecken stand ein kleiner Junge, er starrte Sie an, neugierig und voller Furcht. Gebannt verharrte sein Blick auf ihren Körper, der verschwitzt, blutverschmiert und schwer atmend für Sekunden inne zuhalten schien. Es war, als sinniere sie im Geist über Tod oder Leben. Ich hörte ihn mit zittriger Stimme fragen „Wie heißt du?“ Keine Antwort, doch plötzlich mit der Geschwindigkeit einer Gottesanbeterin, ergriff sie den Jungen, zog ihn an den Haaren zu dem Waschbecken und zwang ihn, ihre Hände zu waschen. Sein Blick streifte mich, Unschuld und Verzweiflung lagen darin, während er ihre Hände wusch. Er wusch erst die rechte Hand, dann die Linke, fast zärtlich wirkte die Szene. Er ließ diese wunderschönen Hände, wie zum Zeichen, dass er gehen wollte demonstrativ los. Sein Versuch sich abzuwenden, katzenartig zur Flucht ansetzend scheiterte, ihr konnte man nicht entkommen. Sie packte ihn am Hals, hielt sein Gesicht vor den Spiegel und kippte ihm den Drink über den Kopf.
Er schrie, doch der Schrei verhallte ungehört zwischen den Welten. Sie würgte Ihn noch, als man erkannte, das kein Leben mehr in seinen kleinen Körper war. Ich sah plötzlich nicht mehr den Jungen, nur diesen vom würgen geröteten Hals auf den Fliesen. Wie ein Stück Papierhandtuch hob sie ihn auf und warf den Hals in die porzellane Toilette. Das Geräusch des Wassers, das einem Wasserfall gleich, den Hals in die Unterwelt der Stadt spülte, spülte auch meine Gedanken in die Schwärze der Kanalisation.
Sie wandte sich ab, hin zum Waschbecken, schüttete ein weißes Pulver auf den Waschtisch und zog eine Linie Kokain, dass mir in der Szenerie, bis eben nicht aufgefallen war. Ein prüfender Blick in den Spiegel, nochmals die Hände gewaschen, trocknete Sie sich ab und sah sichtlich zufrieden aus. Ihre attraktive, aufreizende Erscheinung dominierte den Raum, nicht ihr Handeln.
Sie kam grinsend auf mich zu, betrunken wirkend und lief durch mich durch. Ich spürte Sie noch in mir, als Sie schon längst wieder auf der Tanzfläche schlangenartig die Musik lebte. Ich blieb, es war eine bizarre, aber lustige Nacht. Ich sollte dass mit den Drogen unbedingt sein lassen.

Part III.

Der kleine Junge
Ich erinnere mich an die Tür zu der Party, auf die ich ging. Meine Eltern waren dorthin gegangen, ich hatte mich aus dem Haus geschlichen, folgte ihnen. Die Menschen waren laut, tranken Alkohol und alles war bunt. Es gab laute Musik. Mama ging tanzen und Papa holte sich Bier, sah mich nicht. Niemand sah mich. Er feierte, flirtete mit einer anderen Frau, Mama sah böse aus und verschwand. Mir war langweilig, also verschwand ich woanders hin. Die Leute sahen mich nicht, alles war auf einmal zu viel für mich, die tausend neuen Eindrücke, die auf mich einstürmten. Ich musste ich pinkeln und brauchte Ruhe. Als ich fertig war wollte ich zurück zu Papa gehen, schauen ob er mich jetzt sah, ihn nach einer Cola fragen. Das klappte nicht, in dem Gang der Toilette stand Mama. Sie sah ganz schrecklich aus, so dass ich Angst bekam. Ich wusste nicht, was los ist, weil sie gar nicht aussah wie Mama. Dann packte sie mich, dass es weh tat und sie roch komisch. Ich sah, das sie voller Blut war und hatte noch mehr Angst. Ich musste ihr die Hände waschen, die auch voll mit Blut waren. Ich sah plötzlich kurz einen Mann, der regungslos im Gang stand. Mir wurde schwindelig, ich wollte weglaufen. Sie war schneller und hielt mich am Hals fest, drehte meinen Kopf. Wir standen vor einem Spiegel und ich sah in ihre wütenden, irren Blicke im Spiegel. Sie schüttete mir ihren Drink über den Kopf. Sagte nichts aber ihre Augen waren so furchtbar. Dann würgte sie mich, immer doller und ich bekam keine Luft mehr. Ich war ganz allein, hatte Angst.

Auch wenn meine Eltern mir immer wieder sagen, ich hatte nur einen ganz, ganz schlimmen Traum gehabt. Ich weiß, dass es mehr war. Immer wieder kreisen die Worte, lustig und bizarr in meinen Kopf.

Ende

© George W. Lästerbacke





Wenn der Tod dich will ...




(unlektorierte Erstfassung)

Hinter Valentina fällt mit laut quietschenden Geräuschen und einem lauten metallischen Knallen eine alte Metalltür ins Schloss. Finsternis umgibt sie, nicht diese Art Finsternis, die dich die Konturen der Welt noch ahnen lässt, wenn der Mond sich in der Nacht hinter den Wolken verkriecht. Sondern eine absolute Finsternis. Eine Finsternis, als seien alle Lichter dieser Welt erloschen, jeden Eindruck verzehrend, den das Auge erfassen könnte. Kaltes Grauen kriecht ihr den Rücken hoch, lässt alle ihre Sinne erschauern, sie kann es fühlen, das Böse. Eisige Kälte lässt sie frösteln. Ihr Körper wird zum Resonanzboden einer grauenvoll zischenden Stimme. Sie hört das Wispern einer schwarzen Mamba, die sie aus giftig grünen Augen anstart. Wie ein anschwellendes kosmisches Hintergrundrauschen dringt es aus der Dunkelheit, aus dem sich Worte formen, lauter und lauter werdend in ihrem Kopf „Heute mein Kind, werde ich dich holen.“ Sie spürt ihr Nackenhaar, dass sich aufrichtet, wie früher als sie ein Kind war. Wenn ihr kleiner boshafter Bruder, sich von hinten anschlich, ihr in den Nacken blies. Sie fühlt wie sich kalte Schweißperlen auf ihrer Stirn bilden und dann diese unbestimmte Angst vor der Dunkelheit. Mit zitternder vor Angst bebender Stimme fragt sie „Wer bist du, was willst du von mir?“. Doch sie hört sich selbst nicht sprechen, als verschlucke die Dunkelheit um sie herum auch die Laute, die ihr Mund formt. Schweißnass schreckt sie aus dem Schlaf, reißt die weit auf Augen. Das Display ihres Radioweckers zeigt in höhnischen roten Zahlen die Zeit an 6.66 Uhr. Ungläubig starrt sie in die Dämerung des neuen Tages, hört wieder diese entsetzliche Stimme „Ich bin das Alpha und das Omega, das Ende und der Anfang der Zeit. Ich bin der Tod. Heute hole ich dich zu mir, heute werden wir Hochzeit feiern.“ Sie wälzt sich in den kühlen Seidenlacken hin und her. Versucht in die Realität zu entkommen. Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit erwacht sie aus diesem Alptraum, ihr Körper klebt vom feuchten Schweiß, sie atmet schwer.

Erleichtert sieht sie die Sonne durch die halb geöffneten Jalousien blinzeln. Sie hört die Vögel fröhlich zwitschernd den Tag begrüßen. Atmet tief durch und schüttelt den Alptraum ab.

In der Küche pfeift der Teekessel, erfrischt tritt Valentina aus dem Bad, gießt sich einen Earl Grey Tee auf, wärmt sich an der heißen Tasse die kalten Hände. Der Alptraum dieser Nacht ist noch nicht vergessen, so real fühlte er sich an, doch das Leben geht weiter. Um 8.00 Uhr muss sie im Büro sein, wahrscheinlich haben ihr einfach nur die gebratenen Pfifferlinge, die zum Schweinefilet gereicht wurden, dass sie gestern mit Philipp, ihrem Freund im Restaurant „Vivaldi“ genossen hat, schwer im Magen gelegen. Jede kleine kulinarische Sünde muss aber auch immer sofort vergolten werden, denkt sie. Schweinefilet an bunten Pfannengemüse, in Kräuterbutter geschwenkten Kartoffeln mit frischen Pfifferlingen. Manchmal hat man nach so reichhaltiger Kost eben Alpträume, denkt sie. Vielleicht sollte sie es auch unterlassen, ständig diese Horror Geschichten zu lesen.

Sie steuerte ihren Wagen über die Stadtautobahn, gleitet im Verkehr dahin, das Autoradio machte heute auch Schwierigkeiten. Alles super modern, immer den richtigen Radiosender, immer aktuelle Verkehrsmeldungen, doch heute, es war wie verhext. Die Sender springen egal, was sie versuchte. Immer wieder erklang dieses furchtbar, gruslig schöne Lied aus diesem Italowestern von Enrico Moricone, „Spiel mir das Lied vom Tod.“ Die 1970ern Jahre waren es oder die Neunzehnachtziger? Ein musikalischer Klassiker, trotzdem gruselig, wenn man in der Nacht schon üble Alpträume hatte. Plötzlich ist sie wieder da, diese unangenehme Stimme in ihrem Kopf „Heute hole ich dich mein Kind.“ und sie spürt diese Angst, die ihr für Sekunden die Luft abzuschnüren scheint, surreal, irrational, doch einfach da. Die Psyche spielt dir einen Streich, der Körper reagiert. Sie fröstelt ein wenig.

Sie schreckt aus ihren dunklen Grübeleien, ohne es zu merken, hat sie beinahe die Einfahrt zum Parkhaus verpasst. In dem riesigen Betonklotz aus den frühen neunzehnachtziger Jahren lag auch die Büros ihrer Firma „CyberTec“ eine kleinen, gut an der Börse platzierten Aktiengesellschaft. Eine Hochtechnologie Firma, die Software für verschiedenste Bereiche und Firmen in aller Welt erstellte. Sie arbeitete hier bereits seit der Gründung des Unternehmens vor acht Jahren, im Servicebereich. Betreute Kunden, war eine gut bezahlte Repräsentantin, nannte sich klangvoll Senior Associate Consultantin. Deshalb war ihr Erscheinungsbild wichtig. Einmal die Woche, Friseur, Maniküre, Pediküre, alles, was man von einer Frau die repräsentiert erwartet. Einer Frau, die, das Aushängeschild, ja die Visitenkarte eines Global Players war. Die Firma zahlte 500 Euro im Monat als Pauschale für die äußere Erscheinung seiner Mitarbeiter im Kundenmanagement. Ein Grund, warum sie hier eingestiegen war und natürlich ihr Job an sich, die Arbeit mit verschiedensten Menschen, in verschiedensten Sprachen. All das ging ihr plötzlich durch den Kopf und sie lächelte.

Acht Stunden später. Acht Stunden mit einer japanischen Delegation, Gäste des CEO von CyberTec. Wieder einen Millionen schweren Vertrag mehr im Kontor der Firma. Sie wusste, sie hatte einen wichtigen Beitrag geleistet, hatte die Gäste fühlen lassen, dass sie nicht nur einen Auftrag vergeben, sondern in vertraulicher, fast familiärer Atmosphäre würden Geschäfte machen können.

Sie lehnte sich in den Fahrersitz ihres SUV und glitt wieder in die Menge der nach Hause eilenden Fahrzeuge. Es war bereits achtzehn Uhr, nur noch einen Termin im Kosmetiksalon zum Fingernägel, danach könnte sie nach Hause fahren und einen erfolgreichen Tag bei einem Glas Wein beenden. Und schon wieder dudelte dieses verfluchte Lied im Radio.

Der Duft von frisch gebrühten Kaffees umschmeichelte ihre Nase, während sie es sich im Wartebereich des Kosmetikstudios »Avantgarde« bequem gemacht hatte. Eine Kundin hat etwas mehr Zeit beansprucht, als erwartet, das war kein Problem für sie. Sie trank einen Kaffee Latte, naschte von den Pralinen auf dem Tisch und genoss den Überblick auf die verschiedenen Bereiche des Salons.
Der Wartebereich war strategisch gut angelegt, zentral mit Einblick in fast alle Bereiche, wer nur zum Fingernägel machen kam, der verspürte schnell Lust auf mehr. Cleveres architektonisches Marketing Konzept, dachte sie. Schon kam eine Brünette Schönheit auf sie zu, sprach sie lächelt an „Hallo, ich bin Fiona. Ich bediene sie heute, Alexa ist leider verhindert. Ich hoffe, dass macht ihnen nichts aus?“
Innerlich rümpfte Valentina die Nase, sie hasste es, wenn jemand anderes an ihren Nägeln arbeitet. Veränderungen waren bei diesen Sachen nicht wirklich ihr Ding. So flexibel sie im Job war, so ein Gewohnheitstier, war sie im Privatleben. Die äußerlich sehr attraktive Fiona strahlte auch nicht wirklich Sympathie aus, eher spürte sie ein Unwohlsein, das mit ihrer Anwesenheit gewahr wurde. In Sekunden entscheidet unser Unterbewusstes, ob wir jemanden mögen oder auch nicht, sagte sie sich.
Sie mochte Fiona auf Anhieb nicht. In einem Salon dieser Klasse sollte man erwarten, dass nur erstklassiges Personal auf die Kundschaft losgelassen wird, ging es ihr durch den Kopf. Im Geiste rief sie sich zur Ordnung. Ihre Einstellung ist subjektiv, Fiona war ganz sicher qualifiziert, sie mochte sie nur einfach nicht.
Sie lächelte zurück „Kein Problem.“ antwortete sie und folgte Fiona in eine der Halbschalen förmigen Kabinen im Bereich des Nagelstudios. Wobei sie aufgrund der seltsam geformten, auch Halbschalen förmigen Designer Sitzgelegenheiten, öfters nicht an Nägel, sondern ans Nageln dachte. Sie grinste in sich hinein, immer wenn sie diese Möbel sah, musste sie an Sex denken, warum auch immer. Ihre Gedanken schweiften ab, dachten an den letzten Abend mit Philipp. Feinstes Filet auf dem Tisch, feinstes Filet im Bett. Philipp war eine Ausnahme Erscheinung unter ihren nicht wenigen Gespielen. Gut gebaut, muskulös doch kein Pumper, schönen Sixpack und das alles immer verpackt in maßgeschneiderte Anzüge namhafter Designer Deutschlands. Außerdem eine Granate im Bett, selten hatte sie zu einem ihrer Liebhaber gesagt »Auszeit»..
Während sie ihren Gedanken nachhing, wackelte Fiona mit ihrem gut gewachsenen Knackarsch, um den Spezialtisch für die Nagelmodellage. Es war absurd, nun fand sie diese Neue auch noch irgendwie sexy. Manchmal empfand sie ihre leichte Bisexuelle als Neigung störend.

Unbefangen plapperte Fiona los, während sie ihre Nägel begutachtete. Valentina ergab sich in ihr Schicksal, ertrug geduldig den Redeschwall der flotten Brünetten. Sie hasste Fiona langsam aufrichtig. Im Stillen dachte sie, Miss Schnatterente.
Ein kurzer professioneller Check Fionas, um zum wiederholten Male ihre Wünsche zu hören, dann ging es los. Leider wollte auch Fionas ungebremster Redeschwall nicht verebben.
Das Gel auftragen, unter UV Licht härten, schneiden, feilen, alles im Wechsel. Normalerweise eine Freude für Valentina, den Alexa, war eher schweigsam. Man konnte ihr bei der Arbeit zusehen, sehen, wie sie kleine Kunstwerke entstehen ließ. Sie schätzte diese schreiend bunten Nägel, die Alexa trug und die in den unteren Schichten der Bevölkerung so beliebt waren nicht, dafür schätzte sie Alexas Wesen und ihre Arbeit um so mehr. Sie schätzte es, einen schlichten, eleganten Nagel, so wie Geschäftsleute es mögen, teuer und unauffällig.
Obwohl Fiona sehr professionell arbeitete, Valentina konnte sie sich eher in einem billigen Nagelstudio Upper East Side vorstellen. Sie war schlicht zu geschwätzig. Gute 45 min und gefühlten zwei Stunden, unter dem ständigen Beschuss von Fionas Mundwerk, als sie die befreienden Worte vernahm „So und nun die Fingerchen noch mal zum härten unters Licht und dann nur noch das Finish.“

Sie legte ihre Hände in die beiden Trocknerschächte für die Hände und blickte Fiona an. Ihre Augen, was war mit ihren Augen? Und plötzlich dudelte irgendwo im Raum wieder dieser Song “Spiel mir das Lied vom Tod.“ In Fionas Auge funkelte es, gelb-rote Pupillen blickten sie an, ein feistes Grinsen umspielte ihr Gesicht. Valentinas Nackenhaaren stellten sich wieder auf, wie am Morgen. Ein unbestimmtes Grauen erfasste sie, als sie plötzlich spürte, wie sich um ihre Handgelenke so halbrunde Schellen legten, es klickte metallisch.
Alles im Salon war hier irgendwie Halbrund, sogar die fixierenden Schellen. Gab es solche Schellen an diesem Tisch wirklich? Sie wollte die Hände zurückziehen, konnte es nicht, fragende Blicke an Fiona, Panik stieg in ihr auf.
Gleichzeitig starrte sie immer noch fasziniert in Fionas Gesicht sich stetig wandelndes Gesicht. Der Alptraum der Nacht war wieder präsent. Sie sah den Mund, der unhörbar für die anderen Kundinnen im Salon die Worte formte „Ich bin das Alpha und das Omega und heute hole ich dich.“ In diesem Gesicht, welches sie sah, war nichts mehr von der hübschen Brünetten zu erkennen, nur noch welke, blasse fast weiße Haut, feiste schmale Lippen und diese hypnotischen gelb-roten Augen. Pupillen, die sich zu Katzenartigen Schlitzen verengten und sie zu verhöhnen schienen. Sie wollte schreien, doch plötzlich war ihr Mund, ihr Hals ihre Kehle wie ausgetrocknet, staubtrocken.
Nur stumme Laute des Entsetzens formten sich auf ihren Lippen, sie spürte Schmerz in den Händen, erst nur in den Nägeln. Die Hände, die sie zurückziehen wollte, steckten fest, unbeweglich fixiert. Der Schmerz pflanzte sich fort, entsetzt sah sie, kleine blaue Rauchwölkchen aus den Schächten, in denen Ihre Hände steckten, aufsteigen. Stechender Schmerz stieg ihre Nervenbahnen entlang ins Gehirn, ein qualvolles Feuerwerk der Synapsen und Botenstoffe. Der brennenden Schmerz des ultravioletten Lichts, welches schon viel zu lange einwirkte. Bläschen bildeten sich auf der Haut. Die sechs UV Röhren in den Schächten mit den UV-Lampen, des Nagelmodelage Tisches hatten zwar zusammen nur 54 Watt, doch die Wärmeerzeugung in dem 180 Grad verspiegelten Lampen, war extrem effektiv, das bemerkte Valentina nun schon in einer unklaren, wagen Todesangst. Sie roch verbranntes Fleisch, ihr eigenes Fleisch. Der Alptraum der Nacht wurde nun fühlbar real. Adrenalin überflutete ihren Körper, verdränte den Schmerz. Sie wand sich, stumm schreien, schmeckte ihren Schweiß auf den Lippen.

Valentina nahm das geschäftige Treiben um sie herum, wie durch eine Blase aus Raum und Zeit wahr, in einer Zeitkapsel mit dem Tod. Ihre Sinne vom Schmerzen und Adrenalinschub verwirrt sahen nur noch diese Fratze, die eben noch Fionas Gesicht gewesen ist. Durch einen Schleier aus Tränen und Schweiß, sah sie ihre Hände, die wie Grillfleisch anfingen zu verbrennen, erst waren da nur diese Bläschen, diese platzten, nun blutige Risse in der Haut, die aufsprang, wie Popcorn. Die Farbe, der Haut wurde erst tiefrot, dann braun, letztlich schwarz.
Ein so surreales Bild, das sie schon kaum mehr realisierte, sich selbst zu sehen. Es wirkte für Augenblicke wie Kino in HD.
Blut lief in Rinnsalen aus aufklaffenden, aufgeplatzten Wunden im Fleisch, kochte auf, schlug schäumende Bläschen, gerann sofort wieder und wurde Teil der braunschwarzen Masse, die eben noch ihre Hände waren. Sie starrte paralysiert von Schmerz, unfähig noch zu schreien, in das Gesicht des Bösen, das sie zu verhöhnen schien. Hörte in ihrem Kopf den Schall des boshafte Lachen der Kreatur ihr gegenüber und die Worte „Jetzt hole ich dich“, bevor ihr Bewusstsein erlosch.

Im Salon, herrschte reges Treiben, niemand bemerkte die unwirkliche Szenerie in Kabine zwei. Ein kommen und gehen von Kunden und Mitarbeitern. Erst als sich ein völlig deplatzierte Geruch von zunächst gegrillten, dann von verbrannt riechende Fleisch über den Luftstrom der Klimaanlage im Salon verbreitete und in Kabine Nummer zwei Flammen auf züngelten, da erregte das Geschehen Aufmerksamkeit. Die Flammen begannen sich in die Deckenverkleidung zu fressen, setzen sie in Brand.
Nun erfüllten Schreie der Verwirrung und Angst den Raum.
Eine bizarre Szenerie bot sich dem Betrachter dar. Die von den Armen ab brennende Kundin saß in einen halbrunden Designerstuhl, kleine Flammen züngelten um die Glieder junge Frau, ihre Kleidung fing Feuer. Sie schien von innen zu brennen, wie ein Kerzendocht, das menschlichen Fleisch wie Wachs. Flammen schlugen hoch an die Kabinendecke. Hinter dem Modelage Tisch saß die bewusstlos zusammengesackt Fiona, die Nagelstylistin.
Ein Mitarbeiter versuchte die brennende Valentina vom Tisch weg zu ziehen, der Versuch scheiterte. Mit wilder Entschlossenheit zog er daraufhin mit einer zu Hilfe geeilten Kollegin, Fiona aus dem Gefahrenbereich. Die Flammen griffen bereits auf die halbrunden Wandverkleidungen über, der ätzende Qualm von verbrennenden Lacken, verschiedenster Nagelgels, Holz, Kunststoff und menschlichen Fleisch zog durch die Räume, fing an die Sicht unmöglich zu machen. In Panik flohen die Kunden und Mitarbeiter nun aus dem Geschäft, die meisten nicht wissend was geschah, doch der Todesgefahr gewahr.

Stunden später, die Rettungswagen und Feuerwehren den 5. Berliner Feuerwache waren bereits abgezogen, als Brandermittler Tilkowski sich seinen Weg durch die völlig verwüsteten Geschäftsräume des Salons Avantgarde bahnte. Unter seinen Füßen, knirschte berstendes, verkohltes Holz, quietschte Plastik, schmatzte Löschwasser und alles an malträtierten Materialien, welches diese Art von Räumen zu bieten hatten. Was hier vom Feuer nicht zerstört wurde, das Löschwasser der hatte den Rest erledigt. Zwei Löschtankwagen hatten ihre Ladung entleert, 100.000 Liter Wasser aus großen C-Rohren der Feuerwehr. Versprüht von wackeren Männern, die nur eine Aufgabe kennen, Leben zu retten. Kollateralschäden sind ihnen völlig egal, schoss es Tilkowski durch den Kopf, nur seine Arbeit wurde dadurch nicht einfacher. Gespenstisch hingen Balken von der Decke, nur schemenhaft zu erkennen, ragten verkohlte Stühle, Tische, Regale und Wandverkleidungen aus dem Zwielicht des Halbdunkel. Höhnische Schwingung des Bösen und der Geruch von Verwüstung durch Feuer lag über der Szenerie des Todes.
Ein Wunder, das, bei diesem Brand keine weiteren Menschen gestorben sind oder verletzt wurden außer, die bis zur Unkenntlichkeit verbrannte junge Frau, die dort im Stuhl saß. Ein Wunder in diese Flammenhölle, wahrhaftig ein Wunder. Dachte Tilkowski und und ging an die Arbeit.


© George Milles

Die Party. 9 Minuten Horror by George Milles

aus "Three Shades of Gray"