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Donnerstag, 21. Dezember 2017
Sind wir überhaupt noch Humanisten?
Oder sind wir doch schon wieder alttestamentarische, biblische Rächer, die nur noch Auge um Auge, Zahn um Zahn agieren, wobei die Urteile unserer Juristen sich nicht an Recht und Gnade orientieren, sondern an der politisch gewünschten Korrektheit. Leben wir längst mit politisch motivierten Urteilen? Ich sage, ja das ist so.
Auf dem Auge für das "Rechte“, was wir rächen sollen sind unsere Gerichte, wie Geier, die auch den Tod der Delinquenten in Kauf nehmen, nur, um ihm abzustrafen. Aber links der Politik sind wir tolerant, haben Verständnis für jeden daher gelaufenen Verbrecher, der tötet, vergewaltigt oder Terror verbreitet. Ich muss hier keine Beispiele nennen, denn die Medien sind täglich voll davon.
Sind wir politisch so korrekt, das wir den Humanistischen Gedanken nur noch dem grade herrschenden politischen Lager und seinen Ideologen zubilligen, nicht aber einem Gegner, der keiner mehr ist? Politische Prozesse und Faschismus, dass ist kaum noch trennbar und erkennbar.
Hier einige Beispiele für die harte Linie, wenn es, um Personen geht, die direkt oder indirekt mit Kriegsverbrechen oder Holocaust zu tun hatten. Dabei unterstelle ich gar nicht, das die Täter unschuldig sind. Nein, ihre Schuld ist weitestgehend festgestellt. Und es ist richtig, diese Verbrechen abzuurteilen. Aber diese Urteile wären bereits viel früher nötig und wichtig gewesen. Doch sie wurden einst von der deutschen Justiz verschleppt. Ich behaupte, auch wieder durch politische Einflussnahme.
Es gibt heute eine Verfassungsbeschwerde gegen den Haftantritt von Ex- SS- Mann Gröning. Dem 96-jährigen Mann wird Beihilfe zum Mord in 300.000 Fällen vorgeworfen. Dafür soll er nun vier Jahre ins Gefängnis.
Vom Landgericht Detmold war der ehemalige Unterscharführer Reinhold Hanning, 95 Jahre im Juni 2016 zu fünf Jahren Haft wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen verurteilt worden. Das Urteil war allerdings noch nicht rechtskräftig, weil der Bundesgerichtshof über die Revisionen noch nicht entschieden hatte.
Ursula Haverbeck, eine 89- jährige notorische Holocaust Leugnerin, wird mehrfach verurteilt und ist nun zu 14 Monaten Haft verurteilt worden.
Im Lüneburger Auschwitz-Prozess kam es zu einer höchst menschlichen Szene. Die Überlebende Eva Kor verlas eine Erklärung, in der sie dem Angeklagten Oskar Gröning vergibt. Das heiße aber nicht, dass seine Schuld erlassen sei.
Sollte uns das nicht zu denken geben? Ein Opfer der barbarischen Jagt auf Juden durch Hitler und seine Gefolgsleute, ohne die diese Maschinerie nie hätte funktionieren können, vergibt einem Täter. Das nenne ich menschliche Größe. Sie relativiert seine Schuld nicht, sondern vergibt ihm. Das ist gelebter Humanismus.
Aber unser politisch gesteuertes Justizsystem greift durch. Natürlich ist es wichtig, diese Urteile zu fällen, fast bin ich geneigt zu sagen, diese Urteile sind zu mild. Denn sie sollten eine moralische Signalwirkung haben. Doch die haben sie nicht, weil es der Deutschen Justiz an Größe fehlt zu sagen, es ist geurteilt worden, aber zu spät. Diese Menschen sind zu alt, auch durch das verschulden der Justiz, um sie noch einzusperren.
Denn der Sinn einer Strafe ist es, einen Täter abzustrafen und etwas in seinem Denken zu verändern. Dieses Ziel erreicht man in keinem der Fälle mehr. Denn Altersstarrsinn wird man nicht mehr überwinden, weder bei Hanning, der bevor das Urteil rechtskräftig wurde, mit 95 Jahren verstorben ist, noch bei Ursula Haverbeck, der Holocaust Leugnerin.
Mit diesen späten Querulanten könnte eine Demokratie leben.
Oskar Gröning hat sogar begriffen, das er ein Rad im Getriebe einer Mordmaschine war. Doch auch er soll ins Gefängnis, um dort zu sterben.
Denn jeder Mensch, der bei Verstand ist, weiß, das er diese vier Jahre wohl kaum überlebt, geschweige denn, als Strafe erlebt.
Ich finde es zu tiefst inhuman, so alte Leute ins Gefängnis zu stecken, wenn man erahnen kann, dass ist ihr Todesurteil. Viele Jahrzehnte war Zeit, diese Menschen für ihre Verbrechen zu bestrafen. Die Zeit verstrich ungenutzt. Nun ist es an der Zeit, Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Denn Humanist ist nur, wer Menschlichkeit nicht an Maßstäbe bindet. Mensch ist Mensch und es gibt Momente, da geht die Gnade vor dem Recht, eine Schuld einzufordern. Menschen in so hohem Alter einzusperren, kommt der Todesstrafe gleich. Wer etwas anderes behauptet, ist ein doppelzüngiger Heuchler.
George W. Lästerbacke
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Sonntag, 11. Dezember 2011
Trickbetrüger als Holocaust Trittbrettfahrer und warum sich eigentlich kaum Jemand darüber aufregt.
Lieber Leser.
Ihr findet hier wenn ihr die Überschrift doppelklickt einen Link, zu einem Artikel, den ich gelesen habe und auch mit Euch darüber nachdenken wollte, wenn er sich hier im Beitrag nicht anklicken lässt, bitte den angegebenen Link in den Browser kopieren.
http://sunday-news.wider-des-vergessens.de/?p=1274
Nach der Lektüre des Artikels ist mir klar warum Keiner sich über Rainer Höß, Enkel des Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz bis 1943, der für seine Taten hingerichtet wurde aufregen will. Der Mann verhält sich im Prinzip wie ein opportunistischer Politiker. Er macht sich dabei die panische deutsche Koketterie der Politik mit den ewigen Erben der Kriegsverbrecher zu nutze.
Die deutsche Politik hat nie versucht Holocaust aufzuarbeiten, sondern nur zelebriert. Hier die Opfer, dort die Schuldigen. Die Erben der Opfer sind ohne jeden Makel und kritiklos zu bedauern, die Schuldigen hingegen haben Erben der Schuld zu sein und gefälligst nur auf Identitätslose, friedvolle Weltbürger umzuschulen.
Das hat natürlich zur Folge, das über Generationen eigene Prozesse entwickelt wurden, sich mit Holocaust und Kriegsverbrechen auseinander zu setzen. Was bei ganz privater Reflektion normal erscheint. Da immer nur vorgefertigte Meinungen produziert und gelehrt wurden. Abweichende eigene Überlegungen, waren nicht erwünscht. Doch wer glaubt eigentlich, das sich stereotyp vorgetragene Wahrheiten dauerhaft als solche durchsetzen? Mit der Zeit finden sich Zweifler, Wahrheiten Verdreher und Zeitgenossen, die immer Alles besser wissen. Besonders in Generationen, die Wahrheit nur noch als Hörensagen kennen. Dann verkehrt sich Wahrheit, die als Dogma vorgetragen wird, ohne wirklich gelehrt und gelebt zu werden, leicht bei denen, die weniger hinterfragen ins Gegenteil.
Ein Effekt von auswendig lernen und dogmenartiger Meinungsverwaltung. Der Meinungsprozess entwickelt sich dann, wie erwartet. Es gibt keine eigene Meinung mehr, also entwickelt Sie sich unbemerkt. Das ist ja auch kein deutsches Problem, das passiert überall auf der Welt, egal zu welchen Thema. Die Einen meinen, wir müssen jetzt eben dieser Identitätslose, friedvolle Weltbürger werden, die anderen fragen sich, ob das alles wirklich so gewesen ist und die Masse der Leute nehmen Fakten auf und werden desinteressiert. Es ist dazu alles gesagt, denken Sie und was habe ich damit zu tun? Irgendwelche verrückte Deutsche vor Jahrzehnten, die Juden und andere Bevölkerungsgruppen ins Gas geschickt haben. Es war schlimm, aber man will es nicht mehr hören. Man verweigert sich. Das ist die Realität.
Dieser Typ Rainer Höß ist nur eine traurige Randerscheinung von Trittbrettfahrern. Für die öffentliche Meinung völlig uninteressant, das ist das Problem. Darüber zu berichten ist langweilig oder aber für Einige auch politisch nicht korrekt. Die Deutschen werden zu Desinteressierten, ohne Sinn für reale Geschichte. Verfehlte Politik und Aufarbeitung in Sachen Holocaust nenne ich das.
Deshalb mag ich jüdische Satire und frage mich warum, noch Niemand diesen Rainer Höß mal so richtig unter Feuer genommen hat. Ist es Euch schon mal aufgefallen, das in Deutschland so gut wie Keiner echt viel intelligente Satire über Nazis macht? Sollten nicht wenigstens Juden in Deutschland anfangen, solche Leuten einzuheizen. Eine traurige und lächerliche Figur, die auch so aufs Korn genommen gehört. Diese Form der Auseinandersetzung mit dem Thema wäre hilfreich, doch haben die meisten Künstler scheinbar Angst davor. Da es heute ja auch über-lebenswichtig ist Quote zu machen.
Das Thema wird mittlerweile der öffentlich rechtlichen Nische überlassen. Aus Gründen der Ökonomie. Leute die an eigener Meinungsbildung interessiert sind, sehen Arte, 3Sat, Phönix ect. Aber was schaut die Masse? Klar privates TV wie RTL 2 und da punktet man mit einem Trickbetrüger wie Reiner Höß nur noch, wenn es "echte" Geschädigte gibt. Der Missbrauch der Geschichte und der Wahrheit scheint nicht interessant.
Die Frage warum keiner sich traut auf diesen Arsch zu schimpfen, ihn zu karikieren und damit zu entlarven? Ist das zu heiß, zu braun oder zu ätzend? Ist damit gestellt und beantwortet, zu heiß (?), nein eher zu langweilig, zu braun (?), der Höß doch nicht, er ist ein Farbwechsler, zu ätzend (?), auch nicht, da zu wenig, beziehungsweise keine reale Opfer.
Einfach nur gesteigertes Desinteresse, er gibt nicht genug Unterhaltungswert ab.
Das ist eine Realität, in einer Medienlandschaft, in der es entweder nur um Profit oder aber um mediales Wiederkäuen geht.
George W. Lästerbacke
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