Montag, 22. August 2016

NORDKOREAs Säbelrasseln

NordKoreas Diktator Kim Jong-uns, das Säbelrasseln und die berechtigte Frage ob da ein wahnsinniger Politiker agiert.

Auf Grund einer Facebook Diskussion, werde ich nochmal versuchen meine rein persönliche Meinung zur aktuellen Lage zusammen zufassen. Wobei ich sagen darf, die Nordkoreanischen Erstschlagsphantasien sind doch mit schöner Regelmäßigkeit da. Denn Artikel brauche ich nicht mehr neu schreiben, nur noch aus der Schublade zaubern.

Bei dem „großen“ Diktator Kim deutet für mich nichts auf Wahnsinn hin. Eher ist klar, das er durchaus weis, was in der Welt passiert und sich dessen, was er tut sehr bewusst ist. Etwas erinnert er mich an Donald Trump. Crazy Kim`is Dauerwerbetrommel für sich selbst. Er wurde in Schweizer Internaten geschult und ausgebildet. Sein Kontakt zu westlichen Schülern war sicher gut genug, um sich ein grobes Bild über die westliche Welt zu machen. Seinen Universitätsabschluss kann man nicht bewerten, allerdings hat er fünf Jahre studiert und das koreanische Bildungssystem hat nachweislich eine gute Qualität. Es wird Kim nachgesagt, ein guter Militärstratege zu sein. Also dürfte ihm im völlig klar sein, das seine Truppen wohl in der Lage wäre Südkorea zu überrennen (Nord Korea hält immerhin etwa 1 mio Mann unter Waffen), nicht aber dessen Verbündete. Seine wenigen Atomwaffen taugen nur zur Abschreckung.

Vielmehr war zu beobachten, das Kim nach Amtsantritt einen moderateren innenpolitischen Kurs einschlug. Eine vorsichtige marktwirtschaftliche Öffnung und die Abwendung von marxistisch-leninistischen Dogmen. Im westlichen Staaten wohl dieser Fakt zwar willentlich ignoriert, aber im inneren Nord Koreas ist das fast revolutionär. Was beweist, das Kim sicher nicht das System umkrempeln wollte, aber doch allgemeine Notwendigkeiten der Modernisierungen erkannt hat.

Bis Ende 2012 war dieser Kurs auch klar erkennbar. Provokationen nach außen waren eher eine Ausnahme und als innenpolitische Inszenierung zu betrachten.
Ein Kurswechsel der im Moment in gute, alte kalte Kriegsrethorik ausartet, ist erst seit Januar 2013 zu beobachten.

Dafür gibt es mindestens zwei Gründe und diese sind einfach zu erklären. Der erste Grund ist natürlich die Südkoreanisch – amerikanischen Truppenmanöver vor der Haustür. Ein Macht bewusster Führungskader, der sich als letztes Bollwerk gegen die imperialistischen Gefahr darstellt, muss wohl so handeln. Kim muss seinem Volk zeigen, das sie Alle den richtigen Weg gehen.
Der innenpolitisch jedoch wichtigste Grund sollte sein, das lt. Geheimdienst Quellen im Frühjahr ein Attentat auf Kim verübt wurde. Vermutlich aus den eigenen Reihen heraus.
Was darauf schließen lässt, das sein zaghafter Versuch, eines moderater innenpolitischer Kurs, bei Hardlinern innerhalb des Militärs und der Koreanischen Arbeiter Partei nicht unbedingt nur Freunde fand.

In diesen Kontext ist das augenblickliche Gebaren Kims recht gut nachvollziehbar. Einerseits dem eigenen Volk zeigen, das man in der Lage ist außenpolitisch Stärke zu zeigen und sich notfalls verteidigen zu können, andererseits innenpolitisch Führungsstärke zu demonstrieren und die eigenen Reihen zu schließen. Vermutlich auch mit dem Ziel eigene Kritiker unauffällig auszuschalten. Er ist letztendlich ein Diktator.

Daran lässt sich wohl kaum Wahnsinn zu erkennen, sondern eher bestmögliche innenpolitische Strategie zum Machterhalt. Was Kim wiederum, als einen klugen, kaltblütigen Strategen zeigt.

Die Spekulation, das dieser Mann tatsächlich Atomraketen auf Süd Korea oder US amerikanische Stützpunkte abschießen würde und sich somit praktisch selbst aus der Geschichte tilgt, ist schon eher dumm.
Warum sollte Kim einen Anlass geben, Nord Korea anzugreifen? Was ohne Zweifel das Ende des „großen“ Diktators wäre. Er zündelt bewusst mit brutalst möglicher kalter Kriegsrethorik, hat ab die Lunte nicht angezündet. Kim beweist sich als geschickter innenpolitischer Populist. Sein Erscheinungsbild nach außen, dürfte ihm vermutlich relativ egal sein. Da er außenpolitisch praktisch isoliert ist.
Laut Geheimdienst Quellen, hat er zwei Atomwaffen fähige Mittelstreckenraketen an die Küste verlegt, die strategische Ziele in Süd Korea erreichen können und US Militärstützpunkte. Doch es wurde von keiner Mobilisierung berichtet. Was ein Indiz für praktische Kriegsvorbereitungen wäre, aber auch noch kein handfester Beweis, für eine Kriegsvorbereitung. Das würde bestenfalls beweisen, das der Verteidigungszustand hergestellt ist.

Natürlich ist eine solche politische Lage kritisch zu betrachtet, da von außen nicht zu 100% beurteilt werden kann, ob sich die Lage nicht zuspitzt. Aber ich sehe im Moment nur gezielte Panikmache. Die westliche Politik legitimieren soll und auch hervorragend geeignet ist, von wirklichen Problemen in der westlichen Welt abzulenken.

© George W. Lästerbacke