Sonntag, 3. Juni 2012

Liebe, Lust, Leidenschaft und Ehe im 21 Jahrhundert


Betrachtungen zu Liebe, Lust & Leidenschaft im 21. Jhd. Kommunikationsproblemen und Ehe Reform

So manches mal, kann man in einer Zeichnung mehr Inhalte geben, als der Künstler selbst dabei erahnte. Deshalb ist Kunst oft Inspiration. Was uns diese Karikatur erzählen kann, erschließt sich nicht jedem auf den ersten Blick.

In der ersten Linie, erkennt man natürlich die Intention der Karikaturisten, dass er uns mit einer pikanten Illustration zum lachen zu bringen möchte. Das funktioniert auf jeden Fall. Wer das Bild oberflächlich betrachtet, lacht und geht weiter. Doch Menschen, welche gerne hinter die Dinge sehen, die werden bemerken, es geht hier um die kommunikativen Probleme zwischen Männern und Frau. Besonders in der Kommunikation zwischen den Geschlechter liegt oft die Ursache von Missverständlichem. Ein Problem, dass uns seit erwachen der menschlichen Zivilisation begleitet. Vielleicht erwacht auch unser Geist beim nachdenken darüber einmal und bringt Erhellung in unsere wirklichen Bedürfnisse. Es ist deutlich zu erkennen, dass die Geschlechter nicht harmonieren, in der wechselseitigen verbalen Kommunikation. Er ist schlicht zu dämlich seiner Frau zu sagen, was er mag. Sie zu dämlich zu merken, was er braucht. Die Geschlechter sind nur auf körperlicher Ebene, im eng gesteckten Genitalbereich wirklich kompatibel. Im intellektuellen Bereich hingegen fehlt definitiv eine Verständnisebene. Diese Ebene zwischen den zwei Geschlechtern, die sehr unterschiedlich funktionierenden Intellekten haben. Deshalb muss das gegenseitiges Verstehen, gemeinsam erarbeitet werden. Versuchen tun das viele Menschen, doch erfolgreich sind die Wenigsten.

Deshalb war die Ehe nur ein Erfolgsmodell, solange Ehe ein Versorgungs- und Wirtschaftsmodell mit der Absicht der Zeugung von Nachkommen darstellte. Der Grund ist klar, die Kinder waren der zweite Schritt für ein gesichertes Alter. Liebe war dabei diesem Arrangement, ein kann, doch kein muss. Die Weltsicht in den Zeiten in der, die Ehe als Lebensmodell entstand war, ist eine andere Zeit wie heute gewesen. Der Mann sorgte für das Einkommen, die Frau für das Auskommen. Familien bildeten neue Allianzen oder verheirateten die Töchter, um sie zu versorgen. Besitz und Vermögen, des zu wählenden Gatten, waren ausschlaggebend für die Ehe. Die Ehe musste funktionieren. Die Liebe war eine poetische Illustration, zur Verschönerung des Alltages. Die Ehe war auch ein zeitlich, übersichtliche Institution. In der Regel wurde mit 14 – 15 geheiratet, also bei erreichen der optimalen Geschlechtsreife zur damaligen Zeit. Die Lebenserwartung lag im Durchschnitt bei 30-40 Jahren in der einfachen Bevölkerung, dass alles trug den Lebensumständen der Zeit Rechnung. Doch Zeiten ändern sich, so sollte sich auch die Ehe als Institution ändern.

Heute sind die meisten Voraussetzungen für das Modell Ehe in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr gegeben. Frauen haben eigene Jobs, die Gleichberechtigung der Frau ist gesellschaftliche Normalität. Frauen leben Ihre Individualität und erkennen sich als Individuum, nicht als das Anhängsel des Mannes. Grundsätzlich ist dies heute, zumindest in der westlichen Hemisphäre dieser Welt akzeptiert. Wir wissen heute, die romantische Liebe, wie sie beschrieben und besungen wird, gibt es gar nicht. In der illusionären Form unseres Geistes ist sie mythisch und unsterblich. Doch die liebe ist nur ein Produkt unserer Biochemie, beherrscht von unserem raffinierten, ausgefeilten Fortpflanzungssystems. Das eine gnadenlose Auslese der Gene betreiben will. Um immer den optimalen Genpool zu sichern, der sich verbreiten soll. Einfach ausgedrückt sind Schmetterlinge im Bauch, auch nur Geilheit. Ein unbewusstes Resultat unseres Triebes sich zu vermehren. Dass ist eine Erkenntnis, die unseren Geist bei der Bewertung von Partnerbeziehungen erreichen muss.

Wir führen heute Beziehungen, die nicht zeitgemäß gesehen und gelebt werden. Ohne darüber nachzudenken, dass wir uns von vielen überholten Werten, trennen müssen. Es wird vorausgesetzt, dass die Ehe gleich Liebe ist. Doch es wird vernachlässigt, dass die Liebe in einer Partnerschaft ein empfindliches Kooperationsprojekt darstellt. Sie ist eine zarte Pflanze, die beide Seiten intensiv pflegen müssen. Deshalb scheitern mehr als 60% der Ehen bei uns in Deutschland. Offensichtlich ist auch der Prozentsatz der verheirateten Paare im Dunkeln, der keine ausreichende Befriedigung für beide Seiten bringt sehr hoch. Vermutlich nochmal mindestens 25 % der bestehenden Ehen. Es herrscht also Handlungsbedarf. Denn wozu sollen Beziehungen gut sein, die nicht halten können, was sie uns versprechen?

Die Ehe im 21.Jahrhundert ist ein Reformprojekt, dass noch der geistigen und rechtlichen Überarbeitung harrt. Die Liebe und die Ehe, Projekte zweier Menschen, welche uns das harmonische und glückliche Zusammenleben ermöglichen soll, macht uns wirr und irrational.

Wenn wir verliebt sind, dann ist alles ist wunderbar und Rosa in unseren Vorstellungen. Doch dieser Zustand ist wie Gas, sehr flüchtig, wenn die Umstände nicht stimmen. Unverständnis für den geliebten Partner, ist vermutlich der Hauptgrund aller Trennungen und allen Streites. Deshalb müssen wir, uns dieses Verständnis erarbeiten. Das Hauptelement der Arbeit ist das Reden und die Offenheit. Da Liebe und Sexualität eine Einheit bilden, erscheint uns dass einfach, ist es aber nicht. Ich bin fünfzehn Jahre in einer glücklichen Beziehung. Sie wollte mich sicher schon ein Dutzend mal erschießen und ich sie ertränken. Aber wir haben über unsere Probleme geredet und alles war gut. Kompromissbereitschaft heißt das Zauberwort und manchmal auch Toleranz. Denn manchmal bedarf es nur eines "Ja, Schatz" und alles ist gut. Dass funktioniert sicher eine Weile hervorragend ohne, da unser Geist und unser Körper auf die deutlichen Signale des Partners immer wieder reagieren. Es heißt nicht um sonst, der Akt der Versöhnung nach dem Streit, ist der Beste. Doch müssen wir damit rechnen dass das nicht ewig funktioniert. In der Zeit, in der wir sexuell äußerst aktiv sind, die Liebe und Leidenschaft leben, die wir erwarten, müssen wir den Geist und den Intellekt des Partners verstehen lernen. Bei Männern und Frauen sind Gedanken oft ähnlich und doch ganz anders. Darum besteht das Verstehen aus geben und nehmen.

Ein einfaches Beispiel, Männer vergessen zu schnell, das Frauen kleine Aufmerksamkeiten mögen: Sei es der Blumenstrauß als Dankeschön für alles, was sie tut oder auch einfach mal dafür, dass es sie gibt. Oder auch zu bemerken, das sie neue Schuhe, eine neue Frisur oder Ähnliches hat. Die Männer müssen Ihr Aufmerksamkeitsdefizit bekämpfen. Frauen hingegen müssen lernen, Männer richtig zu fragen, sie in Gespräche zu führen. Den männliche Kommunikation ist in der Regel auf Effektivität, nicht aber auf Blumigkeit orientiert. Doch das lässt sich ändern, durch gemeinsames Training. Wobei in den meisten Fällen die Frau der Coach ist.

Es geht heute nicht mehr um Abhängigkeiten in Beziehungen, sondern um eine erfolgreiche Teambildung. Liebe ist flüchtig, deshalb muss man daran arbeiten, dass sie eine innige und tiefe geistige Verbundenheit wird. Vielleicht so ausgedrückt, mit Glück und Fleiß eine besondere liebevolle Freundschaft für das ganze Leben schaffen. Dabei kann man auch über den Aspekt der traditionell kirchlich verordneten Treue diskutieren.

Es gibt zwei Arten von Treue, einmal die geistige Verbundenheit, Respekt und den Partner zu lieben für seinen Geist. Ich nenne es emotionale Treue. Die ist viel wichtiger als das körperliche Besitz denken.
Es gibt aber die körperliche Treue. Die doch wieder geschichtliche Aspekte bedient, diese Treue eine keine evolutionär notwendige Tatsache. Der Mensch ist nicht monogam. Geschichtlich gesehen, war körperliche Treue notwendig, um die Gemeinschaft Ehe vor Krankheiten und Konkurrenz zu schützen. Die eheliche Gemeinschaft bot den Schutz vor der Verelendung.

Nachdem die Zivilisation aus den Kinderschuhen der Sippen heraus gewachsen war, technischer Fortschritt Geschlechtskrankheiten heilen konnte, da verlor sich die Notwendigkeit körperlicher Treue endgültig. Doch auch schon frühern, in den Sippen, war Vielweiberei nichts ungewöhnliches, dort wurden auch die Kinder in der Gemeinschaft erzogen. Ein Aspekt, den man heute auch als Kindertagesstätte sehen könnte. Nur das heute die Versorgung nicht mehr so gemeinschaftlich organisiert ist. Wir verwahren unsere Kinder eher, als sie in der Gemeinschaft zu erziehen, leider. Unsere Gesellschaft, hat sich aber bedeutende verändert. Es wird die Individualität betont, dazu gehört auch die Sexualität. Die Notwendigkeit der körperlichen Treue verliert an Bedeutung.

Das kirchlich verordnete Weltbild vom Mann, der sein Leben lang mit der selben Frau schläft, ist verwässert und überflüssig. Ebenso wie das Bild, der treusorgende Frau am Herd, die sich um die Pflege des Nachwuchses kümmert. Treue in der Sache ist dem menschlichen Wesen fremd, denn der Evolution, nützt sie nichts. Sie schadet ihr eher.

Wenn es in der Natur des Menschen läge, körperlich Treu zu sein, warum gilt dann die Prostitution, als das älteste Gewerbe der Welt? Warum lassen sich viele Paare wegen Ehebruch scheiden? Weil es eben ein Irrweg ist zu glauben, der Mensch sei monogam. Ist er nicht und wird es nie sein. Das wurde schon lange durch Unmengen an soziologischen Studien widerlegt. Sex dient nicht nur der Fortpflanzung, sondern auch dem Vergnügen. Weder der Mann, noch die Frau sind treu. Sie lieben es evolutionsbiologisch bedingt, die Partner zu wechseln. Deshalb gewinnt in der modernen Partnerschaft, das Gespräch über Bedürfnisse des anderen, immer mehr an Bedeutung. Es geht nicht darum, dem Partner, das Vergnügen außer Haus zu verleiden. Es geht darum, die geistige Treue zu festigen und vielleicht auch darum, die gemeinsame Abwechslung beim Liebesspiel zu tolerieren. Im optimalen Fall, die gemeinsamen Neigungen zum Wechsel gemeinsam auszuleben.

Somit sind wir wieder bei unserer Karikatur. Was wir sehen ist ein Mann, der sich eigentlich wünscht, auch mal von seiner Frau gezüchtigt zu werden. Doch er geht zu einer Domina. Wieso, weshalb, warum? Das fragen wir uns berechtigt. Ganz einfach, weil die Kommunikation der beider Partner zwar das Thema Sex beleuchtet hat, aber nicht vertrauensvoll genug war, um versteckte Leidenschaften, Bedürfnisse und besonders Tabu-Themen zu erleuchten. Es hat offensichtlich nicht funktioniert, in den Geist des Partners einzudringen und ihn zu verstehen. Seine Wünsche und Sehnsüchte bleiben am Ende unbefriedigt, weil die Kommunikation nicht gut genug war, vertrauen aufzubauen, dass gesellschaftliche Tabus bricht.

Damit die Beziehung trotzdem funktioniert, geht der Mann zu einer Domina und später normalerweise nach Hause. Diese Art von Gewerbe erfüllt somit eine wichtige soziale Funktion. Auch wenn es in der Sache, der falsche Weg ist, so ist das eine Lösung. Wäre jedoch die Kommunikation, bei vielen Paaren in Ordnung, hätten diese „Sozialarbeiterinnen“ kaum noch Arbeit. Wir kommen in Zukunft nicht um hin, uns Gedanken zu machen, wie es möglich ist den inneren Schweinehund bei Mann und Frau zu zwingen, mehr verständnisvolle Kommunikation zu erlernen. Unser Bildungssystem scheint dazu unfähig. Es erklärt lieber schon im Kindergarten, wie das mit dem Vögeln geht. Anstatt offene und angstfreie Kommunikation zu lehren.

Wir müssen und können einen Sprung in der geistigen Evolution zum neuen Bild von Beziehungen erzwingen. Wenn wir das wollen. Ein wichtiger Schritt wäre eine wirkungsvollen Reformierung des Ehe Rechts. Aus Sicht vieler Menschen, heiraten wir immer noch, um ewig auf den Flügeln der Liebe zu gleiten. Wie illusorisch das ist im Alltag ist, zeigt das Scheitern vieler Beziehungen.

Das Ehe Recht wurde bereits wesentlich reformiert und auf einen moderneren Stand gebracht. Auch der Fakt des Umgangs mit gemeinsame Kindern ist verbessert worden, doch noch nicht gut genug. Die Tradition der Ehe an der Basis, die wurde nie reformiert. Juristen sind zwar in der Regel kommunikative Talente, aber nur bei Gesetzbüchern. Technisch perfekt, menschlich gesehen erfahrungsgemäß Fachidioten. Das ist kein böser Vorwurf, sondern nur ein Fakt. Sie betrachten nichts ganzheitlich. Der springende Punkt ist nicht, die zum Teil notwendige Regulierungswut, sondern der Mensch und sein Wesen. Der Mensch neigt dazu, vieles als gegeben zu sehen, also als selbstverständlich. Eben darum leidet die natürliche Kommunikation, frei von Tabus. Man ist nun verheiratet und hat einen Partner. Schnell wird das zur Routine und beide Parteien leben nebeneinander her, nicht miteinander.

Hier setzt meine Reform Vorschlag an:
Die Ehe sollte nach der Schließung, immer wieder durch beide Partner bestätigt werden müssen. Das heißt, Paare müssen ihre Ehe nach zwei, drei Jahren, erneuern. Durch eine Unterschrift beider Partner. Nicht eine große neue Zeremonie, nur ein kleine standesamtliche Beurkundung, dass beide Partner diese Gemeinschaft weiterführen möchten.

Das hört sich jetzt vielleicht etwas simpel an. Doch berücksichtigt man, dass die Partner schon auf Grund dieser Tatsache, immer wieder das Verständnis und gefallen des anderen erwerben müssen. Da ist das ein Quantensprung für die Kommunikation. Ein Anreiz das vertrauliche, offene Reden zu erlernen und zu verfeinern. Den liebevollen Umgang mit dem Gegenüber zur Selbstverständlichkeit zu machen, nicht Probleme zu ignorieren und nichts für die Beziehung zu tun. Sicher sind rechtliche Konsequenzen zu erwarten, doch vieles regelt sich auch von selbst. Diese Veränderung würde viel Bewegung in die Köpfe bringen und auch viele Dinge vereinfachen. Beim automatischen erlöschen einer Partnerschaft, würde die Problematik, der Scheidung wegfallen. Schlecht für die Anwälte, aber die Aasgeier haben auch so noch genug Arbeit.
Das heißt auch, der Punkt der individuellen Absicherung der Ehepartner und somit auch der Unabhängigkeit in einer Beziehung, würde gestärkt. Sicherlich ist dieser Ansporn, das Beste für die Entwicklung der Persönlichkeit in einer Beziehung. Denn glückliche Beziehungen tun auch der Umwelt im allgemeinen gut, glückliche Menschen machen eine glücklichere Gesellschaft.

Und das aller Beste ist, kein Ehemann wird mehr den Hochzeitstag vergessen.

Der Vorschlag ist ein Diskussionsansatz, nicht mehr.

Wir müssen einfach lernen, mit dem Partner zu wachsen, aber auch wissend, das wir uns als Individuen stetig wandeln. Der Mensch, den ich vor zehn Jahren lieben lernte, ist heute nicht mehr der selbe Mensch.
Wunderbar, wenn ich dann, immer noch mit diesen Menschen mein Leben teilen möchte. Doch es ist auch möglich, das unsere Wege nicht mehr die gleichen Pfade gehen wollen und sich gabeln. Deshalb ist kein Grund zu Streit und Frust zu verursachen. Nur Zeit zum Wandel. Schön, wenn beide Seiten dann, sagen können, wir hatten eine gute Zeit.


Übrigens, ich bin George W. Lästerbacke. Der Mann, der im Bild nicht zu sehen ist, flüstert der intelligenten Frau im sexy Dress zu, „Lass die Beiden jetzt allein. Beide bekommen, was sie verdienen. Du hast ja schon, das was du verdienst, sein Geld.“ Und dann gehen wir lachend los. Die Früchte der Dummheit der anderen genießend. Die Beiden, die nicht mal wissen, was der andere Partner wirklich mag. Sind das Vorbild, für eine im ganzen verblödete Gesellschaft, die sich in ihrem innersten Wesen noch immer nicht begreift.

George W. Lästerbacke