Mittwoch, 4. Juli 2012

“Alles fließt“ Das Internet, das Leben und die Liebe.

Das Internet als Plattform der Begegnung ist vermutlich, die innovativste, unfreiwillige Erfindung des 20 Jahrhunderts. Niemand hätte gedacht, das diese Plattform, die für den Kontakt von Wissenschaftlern erdacht wurde, in der Zukunft zur Informationsbörse,
Date-Plattform, Datenautobahn für Unzähliges und Sprachrohr für Jedermann würde.

Die entwickelte Eigendynamik des Mediums macht klar, es war Zeit für globale Vernetzung. Eine nächste Ebene menschlicher Kommunikationsform. Das ist natürlich nur ein Spiegel aktueller Gesellschaft. Den sowohl die Dummen, als auch die Klugen nutzen das Internet. Das Internet, ist demokratisch, Anarchisch und noch relativ frei. Abgesehen von einigen staatlichen und privaten Stalking Aktionen, denen man als versierter User vorbeugen kann. Es hat auch gegenüber der echten offline Welt einen großen Vorteil. Besonders lästige Nutzer, die klickt man hier einfach weg. Da gibt es vielerlei Wege. Doch versucht mal in der Offline Welt da draußen, eure Nachbarn auf die“ignoriert“ Liste zu setzen.

Natürlich ist es so, das durch die häufige Dominanz der Dummen und der Dummheit viele Gutes und Interessantes verdorben wird. Doch wer gut zu unterscheiden weiß, dem kann das Internet helfen, sich die Welt noch viel intensiver zu erschließen. Wer klug zu trennen weiß, zwischen on und off, besonders auf emotionaler Ebene. Wer versteht, das hinter den Nullen und Einsen der binären Zahlencodes, deren sich unsere Kommunikationsmaschinen, die PCs, Laptops, Tabel und Handys bedienen, zwar auch Menschen stehen, aber oft hinter einer Maske, der kann mit diesem Medium wunderbar umgehen und in beide Welten gut verknüpfen.

Wer diese einfache Regel missachtet, setzt beim Umgang mit dem Medium Internet, die Dramen der offline Welt im Internet nur fort. Das ist dumm. Im Laufe der Jahre, die ich nun schon mit dem Internet lebe, dass zum Teil auch meinen Lebensunterhalt finanziert, zu der Erkenntnis gekommen, das online Leben erschreckend real sein kann.

Bis vor einiger Zeit lächelte ich noch über online Date*s, doch auch da musste ich verstehen, das zwar es richtig ist, wie ich im allgemeinen darüber denke. Es ist eine ziemlich blöde Fleischbeschau, oft Zeit und Geldverschwendung. Viele Fake's und falsche Träume, besonders bei kommerziellen Anbietern. Doch es ist in seltenen Fällen möglich, im Internet einen Partner kennen und lieben zu lernen, wenn man nicht sucht, sondern sich einfach findet.

Diese Date-Plattformen, wie sie alle heißen mögen, halte ich für relativen Unfug. Das ist etwas für die verzweifelt Suchenden, die zu ungeschickt oder dumm sind zu verstehen, das es den Menschen der auf sie wartet, da draußen offline gibt. Es sind Fleischbeschau Theken ohne wirklichen persönlichen und intellektuellen Hintergrund. Denn, was mit Hilfe dieser Plattformen funktioniert, würde immer passen, auch ohne Internet. Aber ich verurteile es nicht, weil wie gesagt, manchmal passt es eben doch.

Doch eine Beziehung entsteht nicht auf Grund ein paar scharfer Fotos, sie entsteht, weil sich zwei Menschen auf einer geistigen, emotionalen Ebene verstehen sollen, wollen und können. Ich konnte diese Erfahrung schon machen. Eine Frau zu finden, die ich nicht suchte.

Irgendwann war Sie in den Kommentaren meiner Artikel, irgendwann interessierte Sie mich auf Grund, der Dinge die Sie schrieb.

Es entstand das Bedürfnis mit Ihr zu reden. Die nächste Ebene der Interaktion. Plötzlich war da diese Stimme, mit der Zeit wurde das Gefühl, das viel verbindet, unversehens extrem stark. Irgendwann sagte sie „Ich liebe Dich“ und ich wusste, darauf habe ich gewartet. Wir haben uns verliebt. Einfach so, online und am Telefon. Ohne die üblichen Werdegänge. Er sieht Sie, er „riecht“, er will Sie und umgekehrt.

Die normalerweise, die „Liebe“ unterstützende biochemische Wirkungskette, war nicht notwendig um Liebe zu schaffen, es war der nur der Geist. Der Rest kam dann offline, von ganz Allein. Das der Körper, dann das Regiment übernahm und das Kommando gab. Jetzt ist es Zeit diese geistige Liebe zu verkörperlichten, scheint mir nur logisch. Sexualität gehört nun mal zu einer Beziehung. Dieses Voranschreiten einer Beziehung folgt tatsächlich sehr den Ideen Platos, seiner Vorstellung platonischer Liebe. Die alles Andere als vergeistigt und körperlos war. Wie von vielen eher dummen, unbelesenen Personen gerne behauptet wird. Es gab nur Eines in dieser online entstandenen Liebe zu erst, es war der Geist, dann der Körper.

Es ist Vieles schon, um so klarer, wenn der Geist ehrlich begehrt. Das die Körper Chemie stimmt, ist dann der zweite Schritt, nicht der Erste. Der Geist, hat schon immer die Oberhand über das Körperliche besessen, wenn man Ihm nur die Chance dazu lässt. Goethe und Charlotte von Stein, sind als, das klassisch Liebespaar, der geistigen Paarung berühmt geworden.

Hatte er, Johann Wolfgang von Goethe auch zahllose Liebschaften, so war sie, Charlotte von Stein, doch wohl seine wahre Liebe. Um die Last der Entfernung zu überbrücken, schaffe er sich die Möglichkeit, sie anders zu erfahren. In einen Briefwechsel nach einen Italien Aufenthalt, bat er nach berichten sogar, um Zusendung eines Paares getragener Schuhe.

Philosophie, wörtlich übersetzt “alles fließt“ passt heute besser den je, in unser Leben. In Zeiten, da wir unsere Betrachtungen so gravierend verändern.

Aber wahre Liebe, bleibt wahre Liebe. Ein Gefühl kann man nicht neu erfinden. Doch neu, im alten Sinne entdecken. Trotz oder grade, wegen des Internets.

Georg Wilhelm von Fürstenberg