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Sonntag, 27. August 2017

Es gibt keine Instanz über der Vernunft



Siegmund Freud, der österreichischer Psychiater, Begründer der Psychoanalyse, (*6. 5.1856 Freiberg, Mähren, Δ 23. 9. 1939 London) Aber niemanden interessiert sich mehr so recht für ihn, außer als Fußnote. Das finde ich Schade. Hat er doch, wie keine andere Person, die menschliche Psyche versucht zu entschlüsseln und gesellschaftlicfhe Zusammenhänge aufzuzeigen. Seine Folgerungen über Religion und Seelenzustand, waren bahnbrechende gesellschaftliche Kritik.

Der Begründer der Psychoanalyse gilt als einer der einflussreichreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Freud ist ein vehementer Kritiker der Religion Schon als Schüler wird er zum überzeugten Atheisten. Aus seiner Theorie des Unbewussten leitet Freud später seine Religionskritik ab und erklärt Religion zur Zwangsneurose. Er bezeichnet sich selbst als einen Feind der Religion „in jeder Form und Verdünnung".

Freud stammt aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Er studiert Medizin in Wien, promoviert und habilitiert sich dort 1885. Er ist Dozent an der Universität, und eröffnet seine eigene neurologische Praxis. Seine Forschungsergebnisse sind lange umstritten, erst 1902 erhält er eine außerordentliche Professur. In den zwanziger Jahren erscheinen zahlreiche von Freuds zentralen Werken, die seinen internationalen Ruhm als Psychoanalytiker begründen.

Schon zu dieser Zeit bringt der zunehmende Antisemitismus Freud und seine Familie auch in Wien in Bedrängnis. „Ich betrachtete mich geistig als Deutschen, bis ich die Zunahme des antisemitischen Vorurteils in Deutschland und Deutschösterreich bemerkte", schreibt Freud 1926: „Seit dieser Zeit ziehe ich es vor, mich einen Juden zu nennen." Die Nazis verbrennen 1933 seine Schriften und treiben ihn nach der Besetzung Österreichs 1938 ins Exil nach London. Dort entzieht er sich 1939 der weiteren Verschlimmerung seines Krebsleidens – gegen das er seit 1922 angekämpft hat – mit Hilfe einer Überdosis Morphium.

Zitat:
»Wenn die Wahrheit der religiösen Lehren abhängig ist von einem inneren Erlebnis, das diese Wahrheit bezeugt, was macht man mit den vielen Menschen, die ein solches Erlebnis nicht haben? Wenn der Eine aus einem ihn tief ergreifenden ekstatischen Zustand die unerschütterliche Überzeugung von der realen Wahrheit der religiösen Lehren gewonnen hat, was bedeutet das dem Anderen? Allein dieses Credo ist nur als Selbstbekenntnis interessant, als Machtspruch ist es ohne Verbindlichkeit. Es gibt keine Instanz über der Vernunft.«

Dienstag, 27. Mai 2014

Die Bonusfrage


Vorwort
Dieser Text beruht auf einer echten Begebenheit aus dem Prüfungsalltag im Universitätsbetrieb.
Im folgenden eine Prüfungsfrage im Abschlusstest Chemie der Universität Maynoothin der irischen Grafschaft Kildare. Die Antwort amüsierte den Professor so, das er sie der Internetgemeinde nicht vorenthalten wollte und wir uns auch daran erfreuen können. Im übrigen sei erwähnt, der Student, der diese Antwort verfasste, war der einzige, der einen Einser erhielt.

Ich amüsierte mich hierbei prächtig und muss euch das einfach vortragen. Als Autor dieses Beitrages habe ich mir nur gestattet einige Anmerkungen zum Text zu machen, einiges etwas geschliffener zu formulieren, inhaltlich aber habe ich nichts verändert, zu unserer aller Vergnügen.

Wenn nun mancher Leser nun anzweifelt, das es jemals so eine Bonusfrage gegeben hat, soll er selbst googeln und feststellen, dass ist der Fall gewesen, es gab diese Frage. Warum auch nicht, es geht um ein theoretisches, religiöses Konstrukt, die Hölle. Da, die Hölle unser Leben durch die Religion häufig direkt oder indirekt berührt. Warum sollte also Niemand diese Frage stellen? Besonders wichtig ist, warum sollte Niemand die Frage so beantworten, wie sie vom Charakter hier ist, mitten aus dem Leben.

Nun zur Bonusfrage.
Ist die Hölle exotherm, gibt also Wärme ab oder endotherm, absorbiert also Wärme?

Die meisten Studenten mutmaßten mit Hilfe von Boyles Gesetz, dass sich Gas beim Ausdehnen abkühlt und die Temperatur bei Druck sinkt oder etwas in der Art. Grundsätzlich also streng wissenschaftlich und natürlich sterbenslangweilig. Ein hoher IQ setzt eben nicht automatisch den Sinn für intelligenten Humor voraus.

Doch im folgenden können wir lesen, wie wir analytisch, lebensnah und unterhaltsam zu einigen bemerkenswerten Erkenntnissen kommen können.

Ein Student beantwortete die Frage wie folgt:
Zuerst müssen wir herausfinden, wie sehr sich die Masse der Hölle über die Zeit verändert. Dazu benötigt man die Zahl der Seelen, die in die Hölle wandern und die Zahl jener Seelen, die die Hölle verlassen.
Ich bin der Meinung, dass man mit einiger Sicherheit annehmen darf, dass Seelen, die einmal in der Hölle sind, selbige nicht mehr verlassen.
Die Feststellung lautet also, keine Seele verlässt die Hölle.

Bezüglich der Frage, wie viele Seelen in die Hölle wandern, können uns die Ansichten der vielen Religionen Aufschluss geben, die in der heutigen Zeit existieren.

Analyse
1. Bei den meisten dieser Religionen wird festzustellen sein, dass man in die Hölle wandert, wenn man ihnen nicht angehört. Da es mehr als nur eine dieser Glaubensbekenntnisse gibt und weil man nicht mehr als einer Religion angehören kann, kann man davon ausgehen, dass alle Seelen in die Hölle wandern.

2. Angesichts der bestehenden Geburts- und Todesraten ist zu erwarten, dass die Zahl der Seelen in der Hölle exponentiell wachsen wird.

3. Betrachten wir nun die Frage des, sich ändernden Umfangs der Hölle. Folgt man Boyles Gesetz, dass sich der Rauminhalt der Hölle proportional zum Wachsen der Seelenanzahl ausdehnen muss, damit Temperatur und Druck in der Hölle konstant bleiben, haben wir zwei Möglichkeiten.

Theorie I.
Sollte sich die Hölle langsamer ausdehnen als die Menge hinzukommender Seelen, wird die Temperatur und der Druck in der Hölle so lange steigen bis die ganze Hölle auseinander bricht.

Theorie II.
Sollte sich die Hölle schneller ausdehnen als die Menge hinzukommender Seelen, dann werden Temperatur und Druck fallen, bis die Hölle zufriert.

Für welche der Möglichkeiten ist entscheide ich mich nun?
Dazu möchte ich eine Episode meines Lebens genauer betrachten, die letztlich nur zu einer Schlussfolgerung führen kann.

Sandras Prophezeiung
Wenn wir dies Prophezeiung miteinbeziehen, die sie mir gegenüber im ersten Studienjahr geäußert hat, nämlich, dass “Es in der Hölle ein sehr kalter Tag sein wird, bevor ich mit dir schlafe”

Die erste analytische Schlussfolgerung
Die Tatsache, dass ich gestern mit Sandra geschlafen habe, spricht dafür das nur Theorie II. in Betracht kommt.
Ich bin überzeugt, dass die Hölle endotherm ist und bereits zugefroren sein muss.

Weitere Schlussfolgerungen
Aus der Theorie II., wonach die Hölle zugefroren ist, folgt also, dass keine weiteren Seelen dort aufgenommen werden können, da die Hölle erloschen ist. Somit bleibt nur noch der Himmel übrig. Eine Erkenntnis, die es mir gestattet die Existenz eines göttlichen Wesens zu vermuten. Den Beweis dieser göttlichen Existenz, die ich vermutete, untermauerte Sandra gestern allerdings selbst. Sie schrie den ganzen Abend immer wieder “Oh mein Gott”.

Soweit zu dieser ausführlichen Antwort eines unbekannten Studenten,
vorgetragen von

George W. Lästerbacke


Sonntag, 20. Oktober 2013

Klug oder Dumm … ?

Eine philosophische oder menschliche Frage?

Manchmal denke ich, ich bin der klügste Mensch der Welt, weil ich tatsächlich unendlich gut bin, darin Menschen zu analysieren, vorurteilsfrei und sachlich. Das nennt man heute Neudeutsch “profilen“. Das Selbe kann ich auch sehr gut mit Problemen verschiedenster Art und erstaunlicherweise, weiß ich kaum noch, wann ich das letzte mal gewaltig falsch lag.

( Anmerkung: Analysieren, so etwas kann man nicht erlernen, so etwas ist ein Talent, dass man nur durch Studien verfeinern kann, mehr nicht. Bildung sollte von der Sache her, sowieso nur dazu dienen, vorhandene Talente zu verfeinern, nie versuchen Talente zu entwickeln, die nicht vorhanden waren. Dummheit fängt schon da an, wo man den falschen Studiengang wählt. Klugheit ist, diesen Fehler zu erkennen. Es laufen so viele, gebildete Idioten herum, weil sie nicht klug genug waren, ihren Fehler zu erkennen. Aber das ist ein anderes Thema. )

Doch dann denke ich, eigentlich bin ich der dümmste Mensch der Welt. Weil ich jeden Menschen die Chance einräume, meine Analyse zu widerlegen. Anstatt die Menschen höflich und freundlich aus meinem Leben zu entfernen.

Vielleicht ist das meine größte Schwäche, es wäre aber auch möglich, das dies wiederum meine größte Stärke ist. Die Antworten zu haben und trotzdem unlogisch zu handeln.

Vermutlich ist der klügste Mensch der Welt, der Mensch, der es schafft, diesen Widerspruch zu entwirren.

A. Tolstoi war ein so kluger Mensch, doch er wurde praktisch Eremit. Er entzauberte dem Menschen und erkannte. Doch wenn Erkenntnis Einsamkeit bedeutet, will ich dann klug sein? Nein, ich bleib wie ich bin. Ein Mensch.

Hinterfragt euch selbst einmal, ich glaube ihr werdet immer den Menschen wählen.

© Blasphemous Jaw