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Sonntag, 10. April 2016

Ich bin ein Flüchtlingskind


Genau genommen bin ein Kind von Flüchtlingskindern. Ich habe auch nie unter Krieg und Verfolgung gelitten oder wurde von Kriegsereignissen traumatisiert. Nein, ich hatte eine tolle Kindheit, wunderbare Eltern und bin in einem Land aufgewachsen, das sich dem Humanismus verschrieben hatte. Denn ich wurde 1966 geboren, mir ging es nie schlecht. Doch bereits an der Überschrift könnt ihr ermessen, wie manipulativ man schreiben kann. Denn ehrlich, einige von euch hätten diesen Beitrag nicht angeklickt, wäre da nicht die Headline “Ich bin ein Flüchtlingskind“ gewesen. So wie ich euch eben etwas manipulierte, tun es die Medien jeden Tag. Den Wörter schaffen Realitäten, politische Realitäten, nicht aber die Wahrheit unserer realen Welt.

Meine Eltern und ihre Großeltern flohen nicht vor der Armut oder aus Elendsvierteln, sondern vor russischen Bomben, Gefangenschaft, Tod und oft sehr wütenden Russen. Meine Oma wurde vergewaltigt, meine Mutter wurde schwer krank und andere Familienmitglieder starben sogar. Doch ich mache den Russen daraus auch keinen Vorwurf, denn die Deutschen Armeen massakrierten, folterten und töteten bis 1942 -1945 sage und schreibe 27 Millionen Russen. Viele davon Soldaten, aber sehr viele auch Zivilisten, Frauen und Kinder. In diesem Krieg brachte fast jede Familie in Russland seine Opfer und sie waren keine Invasoren, sondern Opfer der deutschen Invasoren. Ich verstehe die Wut und Verbissenheit, mit der die Russen zurück schlugen. Ich verstehe, das Menschen, die das erlitten haben, auch böse zu Menschen sind, die ebenso wenig Schuld am Krieg trugen, wie sie selbst. Denn man kann eben auch das Volk hassen, das dieses Elend erst ermöglichte, indem es einem falschen Verführer namens Hitler gewähren ließ. Ich verstehe, dass die Russen erst aufhörten zu töten und zu brandschatzen, als sie in Berlin ihre rote Fahne auf dem Brandenburger Tor wehen ließen und der verhasste Hitler Geschichte war. Denn ich bin ein Mensch und hätte vielleicht auch so reagiert, nicht immer diktiert uns der Verstand, oft ist es die verletzte Seele.

Über die Politik und das Leben nach Hitler kann man jedoch sagen, ab da führten sich die Russen nicht schlimmer oder besser auf, als die anderen Besatzer. Wenn auch in den westlichen Medien gerne behauptet wird, die westlichen Alliierten hätten den 2. Weltkrieg gewonnen. Die Wahrheit ist, die Russen waren das Volk, das den Krieg beendete, und diesen Sieg mit viel zu vielen Leben bezahlte. Aber dass ist hier nicht das Thema.

Hier geht es um Manipulation. Allein mit dem Wort Flüchtling, versucht man uns zu manipulieren. Denn viele der Menschen, die in dieser sogenannten Flüchtlingskrise kommen, sind einfach nur Einwanderer, die aus dem Elend ihres Lebens entfliehen wollen. Niemand verlässt seine Heimat, wenn er dort eine Perspektive für sich sieht. Aber viel würden gehen, wenn sie von einem gelobten Land hören.

Die echten syrischen Flüchtlinge, die dem blutigen Bürgerkrieg entfliehen wollen, sind in der Minderheit unter diesen Einwanderern. Schlimmer noch, sie sitzen zu großen Teilen und zu Millionen in Flüchtlingslagern an der türkischen Grenze fest und kommen erst gar nicht dazu, die Hilfe zu genießen, die unser deutsches Grundgesetz anbietet. Doch diese Menschen benötigen unserer Hilfe, denn sie sind die Flüchtlinge, die unser Grundgesetz meint. Wie meine Eltern und Großeltern.

Doch deutsche Politiker machen dass, was sie am besten können, lügen, betrügen und manipulieren. Man kann auch sagen, sie machen falsch, was falsch zu machen ist.

Sie nennen jeden Einwanderer nun Flüchtling, was suggerieren soll, das er ein Recht auf unsere Hilfe hat, ein Recht unsere Sozialsysteme zu nutzen und ein Recht hier zu leben. Damit nimmt die Merkel Regierung in Kauf, das die wirklich hilfsbedürftigen Flüchtlinge aus Syrien am Ende leer ausgehen. Und dass ist der eigentlich empörende Aspekt. Dass ist der Grund, warum ich das Wort Flüchtlinge nur ungern benutze, aber vom Mainstream dazu gezwungen werde. Denn selbst die außerparlamentarische Opposition ist der verbalen Manipulation erlegen. Auch sie reden oft von Flüchtlingen. Der CSU Mann Seehofer und andere brachten es auf den Punkt, als er sagte „Wir können nicht das Sozialamt der Welt sein.“ Wofür er, wie sollte es auch anders sein, natürlich von der Asyllobby gescholten wird, aber trotzdem Recht hat. Es gibt nämlich kein Grundrecht auf Einwanderung nach Deutschland, weil es zu Hause Perspektivlos ist, weil ich in Armut lebe. Das ist eine Illusion, die vor Lügnern und Betrügern verkauft wird.

Heute wenden wir in Deutschland Milliarden Euro dafür auf, Menschen aus Nordafrika und anderen Regionen durchzufüttern, die einfach nur arm sind. Menschen, die nicht hier wären, wenn wir uns darauf konzentriert hätten richtige Entwicklungshilfe in den Ländern zu leisten, in denen es notwendig wäre. Doch Jahr für Jahr flossen im Durchschnitt mickrige 500 Millionen nach Afrika, in oft Fragwürdige Projekte. Wir vertiefen immer noch selbst das Elend in den betroffenen Regionen, mit der Ausfuhr von EU subventionierten Milchseen und Fleischbergen, welche dort, die heimische Wirtschaft und die Bauern ruinieren. Welchen diesen die Lebensgrundlage entziehen, mit konkurrenzlos günstigen Preisen, die durch unsere Steuern subventioniert werden. Wir lassen es zu, das global agierende US-Konzerne Rohstoffe Plündern und an Warentermin Börsen, die Preise von Lebensmitteln nach belieben manipulieren. Wir unterstützen Kriege, die nur Energiekonzernen nützen und klatschen dazu noch Beifall.

Unsere Regierungen fördern die Not, die diese Wirtschaftsmigranten Bewegung vom armen Afrika nach Europa unterstützen. Und wir sind die Idioten, die diese Regierungen, die nur noch Marionetten von Konzern und Lobbygruppen sind wählen. Dabei ist sogar dem einfachen Bürger klar, dass das gesamte kapitalistische System in der heutigen Form am Ende ist, doch wir machen weiter, in dem wir wählen und konsumieren, ohne zu überlegen, was wir am Ende damit auslösen..

Das Resultat, ist eine Invasion von Analphabeten, ungebildeten armen Menschen aus Macho-Gesellschaften, mit einem kulturellen Hintergrund einer mittelalterlichen Islam steht im Land und erwartet, das es Häuser und Autos und Manna aus den Sozialsystemen regnet. Weil ihnen das erzählt wurde und sie dafür an Schlepper und Betrüger eine Menge Geld bezahlt haben. Und sie bringen gleich ihre Werte und Ansichten mit, mit denen sie im Mittelalter des 11. Jahrhunderts in Europa noch hätten überleben können. Doch wir leben im 21. Jahrhundert und wollen uns ihre Werte nicht mehr zu eigen machen. Doch das alles sollen wir tolerieren. Wir sollen auch glauben, das dieses alles Fachkräfte sind. Die Regierung meint, wir nennen sie nun alle Flüchtlinge, faseln von Toleranz und Integration, dann ist alles paletti.

Ist es aber nicht, wenn die einen herkommen, um von den Sozialsystemen zu partizipieren, in welche sie nie nur einen Cent eingezahlt haben und das ohne die Not von Krieg und Vertreibung. Jedoch andere, die vor dem Krieg und Verfolgung fliehen in Flüchtlingslagern hungern, kaum medizinische Versorgung haben und auf engsten Raum mit ihren Kindern vegetieren müssen. Während hier Muslime meinen, sie müssen ihre religiösen Kämpfe in Asylunterkünften austragen und sich beschweren, dass ihnen das Essen nicht passt. Zumal deren Perspektive in Deutschland sehr fragwürdig ist.

Wir dürfen uns von der Politik nicht mehr manipulieren lassen, wir müssen die Welt und die Politik verändern, indem wir nicht jeden wählen und nicht jeden Einwanderer Flüchtling nennen. Wir sind es, die klare Fronten aufzeigen sollten, in einer Situation, in der die Politik das eigene Volk zum Feind erklärt. Wir müssen Subjekte, wie SPD-Gabriel, CDU-Tauber, Stasi Maas, Grünen Roht und unzählige andere stoppen, die unser Volk unterdrücken und drangsalieren. Wir müssen unser Land und unsere Werte schützen und ein Klima schaffen, in dem die wirklichen Flüchtlinge einen Platz finden, der es ihnen ermöglicht in Deutschland zu leben und sich zu integrieren. Egal ob sie bleiben wollen oder später wieder in ihre Heimat gehen. Nur so haben wir die Chance auch unsere Werte zu exportieren. Denn noch haben wir wenigstens demokratisch Wahlen, um Politik zu verändern. Wir sind nicht völlig wehrlos, wenn wir nur unseren Verstand benutzen.

George W. Lästerbacke

Freitag, 13. November 2015

Freitag der 13. - Der schwarze Freitag


Sind alle die diffusen Ängste, die sich um diesen Tag ranken, nur abergläubischer Unfug oder böse Realität?

Du schlägst die Augen auf, ein Blick auf die Uhr sagt dir, du hast verschlafen. Schon sitzt du auf der Bettkante, auf dem Weg ins Bad ein Blick auf den Kalender, es ist Freitag der 13. Ausgerechnet heute, denkst du, ein wichtiges Meeting. Merkwürdig, obwohl wir moderne und aufgeklärte Menschen sind, werden wir an Tagen wie diesen vom Aberglauben heimgesucht. Wir rechnen mit dem Schlimmsten.

Objektiv betrachtet ist es völliger Unfug diesen Tag zu verteufel. Das besagt jedenfalls jede Statistik, die ich kenne. An einem Freitag dem 13. widerfahren uns nicht mehr oder weniger Missgeschicke, Unglücke und Katastrophen, als an jedem anderen Tag des Jahres.

Warum sollte es auch anders sein? Es gibt nicht einen vernünftigen Grund dafür dem Tag zu misstrauen. Doch gesellschaftliche Einflüsse und ein antrainierte Aberglaube funken uns hier, in unsere übliche Rationalität. Wie bei einem pawlowschen Reflex, bewerten wir die Vorfälle des Tages vorsichtiger und kritischer, als üblicher Weise. Einfach nur, weil unser Gehirn aus den scheinbaren Erfahrungen Dritter, die uns im Laufe des unseres Lebens beeinflussen und von denen wir lernen, wie die Eltern, Verwandte, Freunden und Bekannten falsche Schlussfolgerungen zieht. Es sind Informationen, deren Wahrheitsgehalt wir nie hinterfragt haben. Da dieser Personenkreis, in der Regel, für uns vertrauenswürdig erscheint. Tatsache ist jedoch, die Erzählungen von schlimmen Malheuren, die ihnen oder anderen widerfuhren machen uns ängstlich und abergläubisch. Dabei ist es irrelevant, ob wir den Berichten glauben oder nicht. Denn unser Gehirn prüft und interpretiert diese Information selbständig und erstellt eine Gefahrenanalyse. Das Ergebnis ist oft der Aberglaube. In der Psychologie gibt es sogar einen Fachbegriff für diese irrationale Furcht. Man nennt es Paraskavedekatriaphobie, was man vielleicht mit regelmäßiger wiederkehr von Ängsten vor dem Übernatürlichen übersetzen könnte. Und egal, wie rational wir die Tatsachen in anderen Gehirnarealen bewerten, der "Angstbereich", ist so dominant, dass wir ihm praktisch ausgeliefert sind. Den Angst ist ein Urinstinkt, der uns oft das Überleben in gefährlichen Situationen ermöglicht hat. Das ist eigentlich ziemlich dumm, doch es ist eben wie das ungute Gefühl in der Dunkelheit, hinter jeder Ecke könnte eine Gefahr lauern. Es ist die diffuse Angst, man könnte die Kontrolle verlieren, die unseren Aberglaube unbewusst beeinflusst.

Im Prinzip ergänzen wir unsere naturgegebenen Überlebensinstinkte, nur um ein paar, sinnlose Ängste. Das ist nicht schlimm, doch es bremst es aus. An einem Freitag, dem 13. stagnieren wir unbewusst. Zum Glück sind wir nicht 365 Tage im Jahr so, sonst hätten wir ein Problem, denn die übermäßig gesteigerte Vorsicht hemmt uns, und bremst die Entfaltung der eigenen Fähigkeiten aus.

Doch so ein wenig Aberglauben, als unnötiges Extra, gönnen wir uns ja alle mal. Wiederum ist es auch positiv, seine Sinne ab und zu mal zu ein wenig zu trainieren. Denn unser Alltag ist tatsächlich nicht ungefährlich. Viel großes und kleines Unglück ist auch verhindert worden, weil wir Freitag dem 13 unsere Sinne und Instinkte geschärft haben. Dieser Urinstinkt der Angst wurden uns in die Wiege gelegt, um zu überleben. Auch wenn die Angst für eine Welt mit viel mehr Gefahren gedacht war, als unser heutiges Hightech Zeitalter. Also gönnen wir uns diesen kleinen mythischen Aberglauben, an die Kräfte des Bösen ruhig. Denn jedem Jahr gibt es einen und im schlimmsten Falls drei Freitage, die auf den 13. fallen.

Interessant ist, woher kommt dieser Aberglaube eigentlich?
Fälschlicher Weise wird oft der Tag des Börsenkrachs im Oktober 1929 in den USA verantwortlich gemacht. Das stimmt so nicht, den dieses Unglück nahm schon am davor Donnerstag seinen Lauf. Das Datum ging als "Schwarzer Freitag" im Englischen "Black Thursday", also "Schwarzer Donnerstag" genannt in die Geschichte ein. Ob ein schlichter Übersetzungsfehler oder die Vermischung mit einem Börsencrash in Deutschland ist unklar. Den tatsächlich gab es am Freitag, den 13. Mai 1927, einen Kurseinbruch an der Berliner Börse. Doch der wirkliche Grund für den schlechten Ruf des wehrlosen Wochentages liegt in unserer christlich-abendländischen Tradition.

In Deutschland verbreitete der Aberglauben erst vor etwa 50 Jahren in der breiten Bevölkerung. Ein wesentlicher Grund: 1957 wurde der Stapellauf eines Öltankers verschoben, der auf einen Freitag den 13. gefallen wäre. Darüber machte sich ein Journalist in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, einer großen deutschen Tageszeitung, lustig und trug damit unbewusst, aber nicht unwesentlich zur Verbreitung des Aberglaubens bei.

Aber sowohl der Freitag als auch die Zahl 13 waren schon lange in Verruf. Mindestens seit Christi Geburt, dem Beginn unserer Zeitrechnung. Hier gibt es gleich mehrere Gründe. Der Freitag gilt bei den Christen als Trauertag, Jesus wurde am Karfreitag gekreuzigt. Ein weiterer Grund: Es ein Freitag, an dem Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben wurden, denn sie aßen die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis und würden sich ihrer Sexualität bewusst. Im Christentum galt dies ebenfalls als ein großes Unglück. Die Katholiken waren es, die den Freitag aufgrund der biblischen Hintergründe eher mit Unheil und Leid in Verbindung brachten. Böse Omen waren ja schon immer dominanter Teil des Katholizismus. Ein Jahr, dass an einem Freitag begann, bringt Unglück, am Freitag geborene Kinder waren "Unglückskinder".

Aus unserer heutiger Sicht wirrer Unsinn, damals tief verwurzelter Glaube. Der Aberglaube dehnte sich weit in vielen Kulturen aus. Die 13 verdankt ihren Ruf mehr oder weniger der Zahl 12. Diese Zahl gilt in vielen Kulturen als "heilig". Sie ist das Symbol der Ordnung und Vollkommenheit, im Gegensatz zu der folgenden 13, die auf seltsame Weise alle Dinge in Unordnung bringt. Die 13 wirkt auf uns nicht rund und harmonisch, chaotisch und unberechenbar. Die 13 ist eine ungrade Zahl. Sie wird auch mit dem Teufel in Verbindung gebracht, als 12+1, das Teufelsdutzend. Die Zahl 12, auch als ein Dutzend bezeichnet, taucht in vielen Zusammenhängen auf. Ein Jahr hat zwölf Monate, Tag und Nacht zählen zwölf Stunden. Die Bibel spricht von den zwölf Aposteln. In vielen Märchen, Sagen und Legenden begegnet uns die Zahl 12, als Sinnbild der Harmonie und Ordnung. Doch auch hier der Gegensatz, die Zahl 13. Sie ist negativ. Ein Beispiel: Es ist im Märchen Dornröschen die dreizehnte Fee, die mit ihrem Zauberspruch das Unglück über die Königsfamilie bringt. Gehen wir wieder beim Katholizismus, haben wir das letzte Abendmahl Jesus mit seinen Aposteln. Dieser hielt das Abendmahl mit seinen zwölf Jüngern. Zählt man Jesus mit, dann waren es aber 13 Personen, die zum Mahle saßen. und Judas, der dreizehnten Gast verriet seinen Herren Jesus Christus noch am selben Abend.

Einige Forscher glauben, der schlechte Ruf der Zahl 13, hat seinen Ursprung in der Verdrängung des Mondkalenders durch unseren heutiger Kalender. Der sich an der Sonnenzeit orientiert. Ein einfacher Grund, der Mondkalender sollte in Misskredit gebracht werden, um den Sonnenkalender zu etablieren. Der Sonnenkalender umfasst zwölf Monate. Vor dessen Einführung lebten viele Menschen nach der Mondzeit. Im Mondkalender, der unter anderem bei den Kelten üblich war, hatte das Jahr einen Monat mehr, also dreizehn Monate. Hier verhieß die Zahl 13 noch Glück. Mit der Einführung des Sonnenkalenders, unter anderem durch das Christentum, änderte sich diese Ansicht. Man versuchte mit allen Mitteln, die Menschen vom Mondkalender abzubringen und dämonisierte die einstigen Glückszahl.

Man sieht also, schon die Religionspolitik vor 2000 Jahren nutze jedes Mittel, um seine Ideen umzusetzen. Ich finde diese Theorie plausibel, würde sie doch auch vorab genannte Beispiele erklären. Die Zahl 13 ist also ein Opfer eines über 2000 Jahre alten Kreislauf der manipulierten Veränderung.

Einen Vorfall, der die Historie des unglückbringenden Freitags noch unterstreicht, liegt über 700 Jahren zurück. Ein Freitag, den 13. des Jahres 1307 war für die berühmten Tempelritter der schwarzer Freitag schlechthin. Philipp IV., König von Frankreich, ließ die Ritter des Templerordens in einer bestens koordinierten Nacht und Nebel Aktion in ganz Europa verhaftet. Viele Tempelritter wurden der Ketzerei angeklagt, in Kerker gesperrt und hingerichtet. Die Ritter waren zu reich und mächtig geworden. Der französische König schlug zwei Fliegen mit einer Klappe. Er schwächte die politische Konkurrenz und schnappte sich die Reichtümer der Ritter. Denn die Templer waren Ritter und Mönche in Personalunion. Der vermutlich wohlhabendste Orden der katholischen Kirche.

Welch skurrilen Blüten der Kult um diesen Aberglauben treibt, ist hinlänglich bekannt, trotzdem erwähne ich es gerne. Die Annahme, das die Zahl 13 Unheil über den Meschen bringt, ist in unserer allgemein fortschrittsgläubigen, wissenschaftlich orientierten Gesellschaft fest etabliert. Viele Hotels in unserer aufgeklärten Welt verzichten einfach auf den 13. Stock oder auch Zimmer mit der Nummer 13. Übrigens auch in Afrika und Asien, wo hat Zahl 13 irgendeine Zahl ist, wie jede andere, ist diese Praxis üblich. Zu groß ist die Angst, uns abendländische Gäste zu verschrecken.

George W. Lästerbacke



Dienstag, 19. November 2013

Das Leben der Anderen ….

Willst du leben, wie du es möchtest oder das Leben, dass
die Andere für dich als richtig empfinden leben?
Möchtest du gefallen oder hast du noch eigen Träume?

Du lebst für eine Welt, die Andere dir vorleben, die dir
Andere aufzwingen. Doch du glaubst es ist dein Leben.

Du hast jeden Tag die Chance, du selbst zu sein. Wenn
du beginnst deine Ausreden über Bord zu werfen und
dich traust immer mehr, ein wenig du selbst zu sein.

Schaffst du es heute aufzustehen, wirst du schon am
nächsten Morgen merken, das deinen Träumen leben,
weit abgewandt von der Agonie des Sterbens.

© Blasphemous Jaw

Dienstag, 25. Juni 2013

Alles Fake

Die Welt ist ein Fake, gemacht um Dumme zu füttern und Kluge zu verarschen. Die einzige existierende Realität ist, die Welt ist ein Fake, gemacht von Interessengruppen die nur das Eine wollen, Euch dumm halten, um euch weiterhin auszubeuten.

Nichts ist wie es scheint. Wer fragt ist in Gefahr, den Glauben zu verlieren. Das System lebt nur vom Glauben. Also glaubt oder kämpft, den selbst wenn ihr glaubt zu kämpfen, glaubt ihr nur, das ihr kämpft.

Ihr seid nicht klug genug, das System zu besiegen. Das ist die Wahrheit. Denn wer glaubt, hat bereits verloren. Nur Wissen ist macht. Das Paradies, was viele Visionäre und Wissenschaftler bereits in den 1950er Aufbruchs Jahren und in anderen Epochen beschrieben haben, könnte heute schon Realität sein, wenn ihr nicht glauben würdet.
Die Meisten von Euch kennen diese Beschreibungen nicht mal, weil ihr Euch freiwillig und manipuliert, selbst dumm haltet. Denn Wissen ist macht, aber nichts wissen macht nichts.
Das ist auch so eine Wahrheit.

© Blasphemous Jaw

Freitag, 8. Februar 2013

Der Staatsstreich (Episode I. Das Alexanderplatz Desaster)


Liebe Leser und Freunde.
Im Bereich Polit-Thriller ist mein Debüt-Buch "Der Staatsstreich" in der Rohfassung fertig gestellt. Ich stelle euch hier einige wenige Episoden als Leseprobe ein und hoffe, dass es euch neugierig auf mehr macht. Dem Zeitgeist folgend erscheint der gesamte Roman zuerst auf Amazon als eBook, wenn ich es schaffe im Dezember. Eine Print-Version ist angedacht.
Ich will dem Inhalt nicht vorgreifen, nur soviel sei verraten. Deutschland in naher Zukunft, das Land wird von verheerenden Terroranschlägen erschüttert, die politische Führung ist machtlos, die Bevölkerung in Panik. Doch vieles ist nicht wie es scheint.




Das Alexanderplatz Desaster

(Entwurf, Leseprobe)

Episode I.

Warten
Ich saß in einem alten Volvo 840, er stank furchtbar. Ein Geruch aus Öl, Schweiß und Zigarettenrauch lag in der Luft. Die hochsommerliche Vormittagssonne heizte den alten, unansehnlichen Schrotthaufen auf. Sein einst goldfarbener Lack war schon vor Jahren unansehnlich geworden. eine Handwerker Karre halt. Weiß der Teufel, wann der Besitzer den Wagen das letzte Mal gereinigt hatte. Doch das spielte auch keine Rolle, ich wartete auf den Auftritt meines Ensembles und ich war der Choreograf. Der alte, klapprige Volvo, war nur Mittel zum Zweck, wie alles andere in meinem Umfeld, das meinem neuen Leben bewegte. Ein unauffälliger mobiler Ort, um von dem ruhelos und hektisch an mir vorbeiziehenden Leben nicht wahrgenommen zu werden, in diesen wichtigen Minuten. Die mein erstes Meisterwerk aus Blut, Tränen und Angst über die Stadt zeichnen würden.

Vor mir lag Leipziger Straße, hinter mir lag die Leipziger Straße. Rechts und links fuhren in vormittäglicher Unruhe, Fahrzeuge mit unbekannten Zielen in den frühen Tag. Geschäftig steigen Menschen in ihren geparkten Fahrzeuge ein und aus, ein kommen und gehen. Ich war ein Niemand, unbemerkt in der geschäftigen Welt, rund um den Alexanderplatz
.
Mehr Polizei als üblich war zu sehen. Ein Tagung von Bundesbankern im “Park Inn“ Hotel verlangte ihre Aufmerksamkeit. Es galt eine erhöhte Terrorwarnstufe. Ich lächelte und drückte meine letzte Zigarette im Aschenbecher des alten Volvo aus. Bereit heute die Welt zu bewegen.

Berlin Grünau, zwei Stunden zuvor
Auf dem alten, etwas verwahrlosten Gehöft, da nur wenige hundert Meter von der Stadtgrenze entfernt lag, herrschte rege Betriebsamkeit. Aus dem Hauptgebäude kamen immer wieder junge Männer und verschwanden wieder darin, zwei Fiat Ducato mit der Aufschrift “Gebäude und Fassaden Reinigung Bernd Mindner“ und zwei Rettungswagen des Johanniter Rettungsdienstes standen nebeneinander mit geöffneten Hecktüren. In den Innenräumen der Fahrzeuge jeweils acht Fässer mit der Aufschrift „Ammoniumnitrat “ Darüber gestapelt miteinander verdrahtete Holzkisten und Propangas Flaschen. Die gesamte Konstruktion abschließend mit zwei an den Hecktüren montierten elektronischen Timern und Empfangseinheiten komplettiert. Diese Empfangseinheiten waren eine pfiffige Konstruktion aus Radioweckern und Handyinnenleben, die es so noch nicht gab. Doppelt abgesicherte Zündmechanismen, die jeder halbwegs begabte Elektronikfreak mit etwas Geschick zusammen basteln konnte, aber eben nicht Handelsüblich. Erdacht von mir, um sicherzustellen, dass sie auf jeden Fall ihre mörderischen Signale zum von mir gewünschten Zeitpunkt abgeben würden. Zwar glaubte ich das sie im Glauben an ihre göttliche Mission im Auftrag Allahs bereit waren zu sterben, doch ich vertraute meinen Dschihadisten nicht zu einhundert Prozent. Wer weiß, welcher dieser vermeintlichen heiligen Krieger nicht doch in der letzten Sekunde kalte Füße bekommen würde. Einhundert prozentiges Vertrauen, ist eine Sache für Gläubige, nicht für Menschen, die ein echtes Ziel haben. Deshalb habe ich auch auch zwei Mann Besatzung pro Fahrzeug, so kontrollierten sie sich selber.

Doch von diesen Überlegungen wussten sie natürlich nichts. Für sie war ich der deutsche Konvertit, der mit Feuereifer die Botschaft ihres Propheten verbreitete, bestens militärisch geschult ist und zum Anführer geboren war. Ich würde mit Freuden, Glaubensbrüdern oder wie immer man mein Gefolge intellektueller Nieten bezeichnen will, für ihre Sache in den Kampf ziehen, als Märtyrer sterben um meine Belohnung im Paradies zu empfangen.

Das Glaubten sie wirklich. Eine Bande von Strolchen und Banditen, die plötzlich aus verschiedensten Gründen zum Glauben fanden und nun ihr Seelenheil retten wollten, durch unselige Selbstmord Attentate. Ich hatte sie in diversen Moscheen des Landes aufgelesen und ihnen ein Ziel und ihrer Existenz einen Sinn gegeben. Nun waren sie bereit alles zu tun, was nötig war, um ihrer wirren, menschenverachtenden Religion zu dienen und mir. “Gott will es“ klang es in meinem Kopf, ich lächelte amüsiert in mich herein.

Es war als hätte sich Gott direkt von ihnen abgewandt, aber diese verblendeten Dummköpfe wurden noch Allah ist groß brüllen, bevor sich ihre kleine, unbedeutende Existenzen buchstäblich in kleine Teile über Berlin verteilen würden. Diese Leute machten mich krank, wie diese stupide Masse Mensch, die sie angreifen würden. Diese Menschheit, die ihre Seele an den Konsum und das Märchen von der Demokratie verkauft hatte und wo jeder, Jedermanns Feind geworden war.

Gestern war ich im Multiplexkino am Ku'Damm, habe mir einen Western angesehen, da gab es in zwei Stunden mehr Tote, als ich auf dem Balkan in meinen ersten zwei Monaten gesehen habe. Die Kids saßen das futterten Popcorn und unterhielten sich prächtig. Mord und Totschlag als Popcorn Kino und als Vorprogramm Konsumwahn. Was für eine verfickte Welt das doch geworden ist, hier im Land der Dichter und Denker.

Auf dem Weg zum Alexanderplatz sah ich in die Gesichter der eiligen Passanten, lächelte eine hübsche Polizistin an und betrachtete gelassen die versprengten Touristengruppen. Eine Gruppe geschäftiger Asiaten hantierte pausenlos mit ihren Digi Cams, als wollten sie jede Sekunde Alexanderplatz akribisch dokumentieren, hingen dabei an den Lippen ihres Reiseführers. Einige von ihnen würden heute vermutlich, die besten Fotos ihres Leben schießen.

Ich schaute auf meine Uhr, 10.13 Uhr. Noch 17 Minuten. Ich holte mir eine Latte Macchiato beim Alex's Bäcker und ließ mich auf einer der vielen Bänke nieder, um dem bunten Treiben und der Vitalität dieses Platzes zu folgen. Hätte ich nur das Bild der Menschen hier vor Augen, nichts hätte mich dazu bringen können, sie Lektionen zu lehren, wie ich sie nun dem Land erteilen würde. Diese quirlende Leben vieler Tausend, die hier in Frieden den Frühsommertag genossen oder nur vorbei eilten, um andernorts ihrem Tagwerk nach zugehen.
Doch die Welt war so viel anders geworden, ein quälender Vorhof der Hölle, voll maskierter Menschenroboter, die vergessen haben, was es bedeutet zu Leben, die nur noch des Anderen Hölle waren. Der Ignoranz willen.
Sie waren, wie diese Fundamentalisten, die mir folgten, dumme Fanatiker mit oder ohne Glauben. Mit wertlosen Werten, die sie in dem Moment verrieten, wenn es um ihren eigenen, kleinen, verschissenen Arsch ging. Keine Welt die Gnade brauchte, sondern eine Welt, die Lektionen brauchte.Lektionen, die vielleicht, aber nur vielleicht wieder den Menschen zu tage förderten. Das soziale Wesen, dem die Gemeinschaft etwas bedeutet.

Die Geschäftigkeit der Menschen lenkt mich ein wenig vom Kommenden ab. Das Wetter war ideal, um sich an den Flanierenden zu erfreuen, die Meisten mit festen Ziel, Andere nur bei der Entdeckung der Stadt. Besonderes Augenmerk schenkte ich den jungen Mädchen. Unschuldig wirkend, in sommerliche Leichtigkeit gekleidet.

10.19 Uhr.
Lange hatte ich auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet. War ich der falsche Freund von verblendeten, manchmal sogar intellektuellen Losern und ihrem Gefolge von Halbaffen. Ich ihr Führer, der ein Gesicht hatte, das sie nicht kannten. Dieses Gesicht, dass sie auch nie wieder sehen würden, nach 10.30 Uhr.

Mein Uhrwerk lief mit der Präzision einer Atomuhr. Fahrzeuge näherten sich ihren Standorten, wirre Gedanken transportierend, mein Mittel zum Zweck.
Ich spürte den angenehmen Geschmack des warmen Latte Macchiato's , ein wenig zu süß geraten, doch das störte mich nicht.

10.24 Uhr.
Ich ließ das Leben auf dem Alexanderplatz an mir vorbei gleiten, das Park Inn Hotel im Blick und mich am Anblick der Weltzeituhr erfreuend. Dieses sozialistische Relikt, erinnerte mich an unbeschwerte Jugendzeiten in den ich mich in die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik absetze, um ab und zu, dem piefignen Niveau meiner heimatlichen Kleinstadt zu entfliehen. Meine Beobachterposition war ideal und komfortabel.
Ich dachte an den Besitzer des Volvos, sein erstaunten Blick, als er getroffen von meiner Kugel auf seinen Fahrersitz zusammensackte und sein Blut neue Wege über den aufgefalteten Stadtplan zeichnete. Er sorgte sich nicht mehr, er wartete still im Kofferraum seines Autos. Nichts würde ihn mehr berühren, er wusste nicht, das er Teil des Großen sein würde. Er war nur ein weiteres Opfer vom Alexanderplatz, irgendwann am Ende, wenn die Polizei die Akte schloss.

10.25 Uhr
Ich wählte die erste Telefonnummer.
Über dem Alexanderplatz lag bereits, diese anfangende brütende Hitze eines heißen Sommertages, als ich das Grollen der, durch die umstehenden Gebäude gedämpfte Explosionsgeräusche hörte. Ein kurzes dumpfes Knallen, eher sonor klingend, als zerstörerisch. In meiner Vorstellung konnte ich den belebten Parkplatz aus der Vogelperspektive sehen. Ein zerfetzter Volvo 850, Rauch, Flammen von auslaufenden Benzin, stark beschädigte, benachbarte Fahrzeuge. Herumfliegende Trümmer brachten den anliegenden, fließenden Verkehr zum erliegen. Weit entfernte Geräusche quietschender Bremsen und aufeinanderprallenden Bleches. Abrupte Vollbremsungen, darauf folgernde Auffahrunfälle, das Verkehrschaos brach los. Vermutlich hatte die Bombe auch einige Passenten verletzt. Nicht notwendige Kollateralschäden, doch das ist Terror, Sprengstoff kennt nur ein Ziel, sich explosionsartig auszudehnen. Er kennt keine spezifischen Opfer, unterscheidet nicht zwischen gut und böse.
Die Sicherheitskräfte waren nun alarmiert. In die Besucher Scharen der Wirtschaftstagung im Park Inn Hotel, würde jetzt sehr schnell Bewegung kommen.Die Polizei und Secruity würden umgehend eine Evakuierung der Tagung veranlassen. Ich schlürfte an meinen Latte Macciato.

10.28 Uhr.
Der vor weniger als einer Stunde in der Tiefgarage des Park Inn Hotel geparkte Transporter der Reinigung Bernd Mindner erwartete seine Aufgabe zu erfüllen, in diesen Moment sollte der zweite Lieferwagen laut der GPS Anzeige auf meinen Smartphone in das Parkhaus eingefahren sein und einen geeigneten Standort suchen. Die GPS Anzeige war erloschen. Der Standort war nun egal, das wussten nur die Fahrer nicht. Ich wählte die zweite Kurzwahlnummer im Speicher.
Dabei stellt ich mir die Unruhe und Irretation unter den Tagungsbesuchern vor, die in diesen Augenblick von den Sicherheitskräften aufgefordert wurden, das Gebäude zu verlassen, da in der Nähe eine Gefahrensituation entstanden sei.

Ich lächelte, das kalkulierbares Szenario einer Hollywood-Kulissen, nur um so vieles lebendiger. Authentischer und Lebensnah.

Die Stimme des Redners der Tagung der Finanz Eliten wurde abrupt von einer Lautsprecherstimme der hausinternen Sound und Sprechanlage unterbrochen, eben als er wiedermal auf die Notwendigkeit des globalen Agierens der deutschen Finanzinstitute hinwies. Sie forderte im Namen der Polizei alle Anwesenden auf, das Hotel umgehend durch den Haupteingang zu verlassen, als ein schweres Grollen das Gebäude erzittern lies. Verwirrung und Entsetzen auf den Gesichtern, unkontrollierbare Panik setze ein. In der Hauptsache in schwarze Anzüge gekleidete Banker und Politiker fingen an aus den Ausgängen zu quellen, hetzen in Richtung Foyer und Haupteingang. Überrannten, was und wer im Wege stand oder nicht mithalten konnte. Schmerzensschreie gestürzter und desorientierte Finanzhaie und anderer Besucher erfüllten die Hallen, das Gebäude zitterte unter den exzessiven Druckwellen der beiden Detonationen in der Tiefgarage.

Das dumpfe Grollen einer, dieses mal weit schwereren Detonation, war zu hören. Ich hatte soeben auch die dritte Telefonnummer gewählt. Der Klang der ersten Detonation in der Tiefgarage war noch nicht verklungen, da erfüllte das nächste Grollen das Haus. Ungebändigte Wut einer zweiten heftigen Explosion, die das Gebäude erschütterte. Ich sah das Gebäude des Park Inn Hotels erzittern, tatsächlich war der siebziger Jahre Bau in Bewegung. Ich wusste was 1000 Kilogramm Semptex anrichten konnte, verstärkt durch verdichteten Kunstdünger. Es war trotzdem beeindruckend, wie das Gebäude sichtbar in Schwingungen versetze wurde, erschüttert an seiner Basis. Wie ein lichter Schleier löste sich Putz, zerstäubt durch die Schwingungen der Druckwellen, ließ die kantigen Konturen des Holiday Inn weicher erscheinen, bis sich in Fassade und Glasfront erste Spuren der Wirkung der Explosion zeigten.

Die in der Sonne strahlenden Fensterfronten barsten, stürzten in Bruchstücken in die Tiefe. Kaskaden aus Millionen Teilen kleinster Splitter ergossen sich über die Menge vor dem Hotel. Über die Treppe des Haupteinganges versuchten panische, entsetze Menschenmassen ins Freie zu gelangen. Teils gelang es, teils wurden sie von herabstürzenden Glas und kleineren Fassadenelementen zu Fall gebracht. Verzweiflung und Wehklagen brach sich an den Gebäuden des Platzes.

Jetzt bedauerte ich die Entfernung. Ich konnte mein Werk nicht in voller Schönheit genießen. Doch einige Web Cams würden es aufzeichnen.

10.29 Uhr.
Rauchschwaden fingen an, aus dem Gebäude zu dringen, vermischten sich mit Staubschleier, Trümmerteilen und Panik. Der Schwall panischer Menschen, die aus dem Park Inn flüchtete, wuchs. Der Alexanderplatz war ein Schrei aus Panik, Entsetzen und Verwirrung. Zufällige Passanten, Touristen und Teilnehmer der Wirtschaftstagung mischten sich in einer seltsam wirkenden verängstigten, chaotischen Hektik. Man hätte erwartet vom Platz flüchtende Menschen zu sehen. Doch eher das Gegenteil war der Fall, der Platz füllte sich zusehends. Völliges Chaos herrschte.

10.30 Uhr.
Erste Sirenen von Rettungsfahrzeugen waren zu hören, zwei Johanniter Rettungswagen waren zu erkennen. Über Seitenzufahrten bahnten sie sich den Weg in Richtung Park Inn Hotel. In der Menschenmenge bildeten sich Spaliere, ich konnte kaum noch etwas von dem Geschehen vor dem Hotel sehen. Es war egal, ich wusste das die Rettungsfahrzeuge, die perfekte Position in der Menge einnehmen würde. Keiner würde sich in dieser Fleisch gewordenen Menge Angst und Verwirrung fragen, wieso eine Minute nach den Explosionen bereits Rettungskräfte am Katastrophenort eintrafen. Unter den Menschen keimte nur Hoffnung auf Hilfe im unbeherrschbaren Chaos.
Rauchschwaden drangen nun immer stärker aus dem Hotel, den Platz zu verhüllend. Schreie und Angst beherrschten das Szenario, als ich berstende Geräusche vernahm. Ich schaute an der Fassade des Park Inn Hotel herauf. Ich war überrascht, es schien, als erzitterte es wieder, doch keine Explosionen. Das Gebäude arbeitete in seinen Strukturen, ganze, überdimensionale Teile der großen Fassade begannen sich jetzt zu lösen, stürzten donnernd und tosend in die Tiefe. Ich war jetzt so blind, wie viele Menschen auf dem Platz, sog nur noch Details in mich. Die Rettungswagen erreichten in dieser Sekunden ihre vorbestimmten Positionen in der Menschenmenge. Einen Wimpernschlag entfernt, würde sich das Schicksal meines Gefolges erfüllen. Die Tiefgarage des Park Inn und der Alexanderplatz, ihre Ziele, mein Spiel. Keiner durfte überleben, mich enttarnen, dass waren meine Regeln. Ich wählte Telefonnummer vier und gleich darauf Nummer fünf.

Noch während ich aufstand, sah ich die gewaltigen, fast zeitgleichen Detonationen, spürte ihre Druckwelle aus hundert Metern Entfernung und dann für Augenblicke Stille. Ich nahm das Akku aus dem Handy und ließ es in einen Gulli fallen. Das Smartphone würde ich später beseitigen. Schatten von Angst, Grauen und Tod, lagen über dem Platz. Eine Blutspur. Es war Zeit zu gehen.

Die Autos glitten an mir vorbei, die Autobahn war belebt. Doch ich hatte Zeit, fuhr entspannt auf der A10 Richtung Hamburg, genoss die vom Sonnenschein überflutete Landschaft und lauschte den hektischen Meldungen im Radio. Erst verwirrte ich die Hauptstadt und nun das ganze Land. Das waren mehr als die obligatorischen fünfzehn Minuten Ruhm. Ich habe noch viel zu tun.




© George W. Lästerbacke