Posts mit dem Label Angst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Angst werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 25. Januar 2016

AMOKLAUF in EISENHÜTTENSTADT


Nun ist es amtlich, auch Eisenhüttenstadt hatte seinen ersten Amokläufer. Es war nicht so spektakulär, wie in anderen Orten mit Schusswaffen und zum Glück, gab es auch keine Toten, soweit mir bis jetzt bekannt ist. Jedenfalls noch nicht, aber mindestens zwei Personen wurden verletzt. Informationen sind schwer zu bekommen. Offiziell bezeichnet den Vorfall auch niemand als Amoklauf, doch die Geschichte erfüllt eigentlich fast alle Kriterien eines Amoklaufs.

Update 27.01:
Heute bekam ich die Info, das der Hintergrund der Geschichte, die ich nachfolgend erzähle auch rein gar nichts mit einem Drogen-Amok zu tun haben könnte. Leider ist dies auch noch nicht bestätigt. Es könnte sich auch um ein Eifersuchtstragödie handeln. Ich bemühe mich auch hierzu um mehr Infos. Das wäre dann eine völlig andere Geschichte.

Ich konnte bis heute (25.01) noch nichts in den Medien oder einen Polizeibericht finden, was mich ehrlich gestanden sehr verwundert. Wenn jemand einen Tipp hat, könnt ihr mir gerne Infos auf Twitter oder hier mailen. Leider kann ich nur dass berichten, was ich selbst gesehen habe, beziehungsweise von Freunden erfahren habe.

Am Samstag den 23.01.2016, etwa 12.45 Uhr, saß ich in meinem geparkten Auto im Brunnenring und wartete auf meine Freundin. Ich war bereits etwas stutzig, weil im Innenhof drei Polizeiwagen kreisten, als suchen sie jemanden. Da sah ich an der Häuserwand ein Fenster aufgehen und ein Mann, um die Dreißig kletterte über dieses Fenster auf einen Balkon. Zeitgleich öffnete sich die Balkontür und zwei Polizisten, redeten sofort auf den Kletterer ein, der hatte sich aber schon über die Brüstung geschwungen und wollte über den Balkon entkommen. Ein sinnloses Unterfangen, denn zwischenzeitlich waren bereits mindestens vier Polizisten auf dem Weg in Richtung des Flüchtenden, der nun versuchte nach unten zu gelangen. Der Balkon liegt im zweiten Stock eines Mehrfamilien Hauses. Ein also nicht unrealistisches Unterfangen den Boden halbwegs unversehrt zu erreichen. Doch nun kam es zum Unglück. Der Kletterer wollte entweder freiwillig springen oder verlor den Halt. Er stürzte rücklings zu Boden. Dabei traf er aber mit dem Rücken, die Ummauerung zum Kellereingang, so heftig, das sogar eine Ecke der soliden Granitstein-Mauerabdeckung abbrach. Er prallte an der Ecke mit dem Rücken auf und viel dann auf den Betonboden. Wo er regungs- und scheinbar bewusstlos liegenblieb. Sowohl die Polizisten, als auch die Anwohner waren schockiert. Die Polizei reagierte umsichtig und bewegte den Mann erst gar nicht mehr, deckte den Verunglückten nur mit einer Decke ab, um ihn zu wärmen. Es war offensichtlich zu erkennen, dass der Kletterer vermutlich schwere Rückenverletzungen hatte. Der Notarzt erschien, in weniger als fünf Minuten. Hier wäre die Story auch schon am Ende. Doch im Laufe des Tages erfuhr ich, dass der Kletterer offensichtlich in der Stadt auf Amoktour gewesenen ist, die Polizei fahandete bereits mehrere Stunden nach dem Amokläufer. Mit einer Axt bewaffnet und offensichtlich unter Drogen, versuchte er in mehrere Wohnungen in Zentrumsnähe einzudringen und forderte Geld. In wie viele Wohnungen ist mir nicht bekannt. Fakt ist, in eine Wohnung im Clara-Zetkin Ring konnte er eindringen. Als der Überfallende den wirren Mann der eine Blutverschmierte Axt schwang, nicht hindern konnte, in die Wohnung einzudringen, versuchte der Wohnungsbesitzer in Panik, sich mit einem Sprung aus dem Fenster im dritten Stock zu retten. Er landete ebenso, wie der Amokläufer auf der Intensivstation. Die blutige Axt lässt darauf schließen, das auch noch eine dritte Person verletzt wurde. Bei der Droge soll es sich um Crystal Meths gehandelt haben. Das teuflische Giftgemisch, was der deutsche Drogenmarkt zur zu bieten hat. Ich hoffe ich kann diesen Bericht bald noch etwas ausführlicher für euch ergänzen.

George W. Lästerbacke

Samstag, 28. November 2015

Die Sorgen der Deutschen


Liebe Leser, wie viele von euch wissen, kommentiere ich gerne Medienbeiträge anderer Plattformen in meinem Blog.

Heute möchte ich den Artikel aus dem Gutmenschen Mainstream der Huffinton Post (Focus-Magazin Ableger) kommentieren, der sich mit reichlich Text dazu auslässt, was für dumme und ängstliche Menschen die Deutschen doch sind, die nicht jubelnd mit "Refugees Welcome“ Schildern an Bahnhöfen stehen, wie es nach neuer deutscher Gutmenschen Art Sitte sein sollte. Denn Teddybären Weitwurf, mit Blumen wedeln und Pappschilder hochhalten ist scheinen schwer in Mode, nur eben nicht bei allen.

Obwohl mir gesagt wurde dass, das Bahnhofsklatschen als Trend vorbei ist, was daran liegen mag, dass die von Merkel großzügig, durch Züge, gesponserte illegale Einreise, auch als solche erkannt wurde. Oder dass so einige der Gattung Gutmensch, langsam ihre eigenen Standpunkte hinterfragen.

Nicht wenige Medienberichte trugen wohl dazu bei. Denn auch im Mainstream berichtet man von freiwilligen Helfern und Angestellten, die voller Motivation an die Arbeit gingen, heute aber das Handtuch schmeißen. Weil sie, dies sei nur als Beispiel erwähnt, einer islamischen Macho-Kultur ins Auge blicken durften, die so gar nichts mit unserer Kultur gemeinsam hat.

Bis zu dieser sogenannten Flüchtlingskrise, hielt ich Feministinnen sogar für nötig, um unsere Gesellschaft etwas gerechter zu machen. Doch seit 2015 lernte ich, auch das sind nur politische Dummschwätzerinnen. Besonders Frauen, welche mit Männern aus islamischen Ländern arbeiten zu müssen, verstehen langsam, was das heißt. Es ist schlicht unmöglich mit diesen Menschen zu arbeiten, denn Frauen sind oft weniger angesehen, wie das Haustier.

Aber unser Schreiberling ist noch weit davon entfernt, irgend etwas zu verstehen. Vermutlich ist er Trittin Zitaten (Bildtafel) dieser Art entschieden näher, als der Erkenntnis, das sein eigenes Volk bei Entscheidungen zur Migrationskrise mitreden möchte. Was weniger mit Fremdenfeindlichkeit und Angst zu tun hat, als mit dem demokratisch verbrieften Recht auf Mitbestimmung.


Wie versprochen zitiere ich nun aus dem Beitrag:

„Liebes Deutschland,
ich sag's Dir offen: Du machst mir derzeit Angst.
Manchmal ist mir, als wäre ich in einer anderen Zeit aufgewachsen. Dabei bin ich selbst erst 34 Jahre alt. Aber das Jahr 2015 ist mir fremd. Ich hätte nie gedacht, dass eines Tages mal wieder der Hass in Deutschland so präsent sein würde wie heute. Dass sich Millionen Deutsche kollektiv in eine morbide Endzeitstimmung hinein ventilieren und am Ende vielleicht sogar in ihrem Wahn tatsächlich um Leib und Leben fürchten, weil wir derzeit einige Hunderttausend Flüchtlinge mehr aufnehmen als noch im Vorjahr....."

Wenn ihr die weinerlichen Ergüsse eines weltfremden Gutmenschen weiterlesen möchtet, hier ein Link zu dem Artikel der Huffington Post, den ihr in den Browser kopieren könnt. http://www.huffingtonpost.de/2015/11/02/brief-deutschland-angst_n_8451158.html?utm_hp_ref=tw )

Die Quelle: The Huffington Post von Sebastian Christ
Veröffentlicht: 02/11/2015 17:03 CET

Ich möchte sagen, der Schreiberling hat schon mal erkannt, das es Millionen Deutsche sind, die sich wehren, gegen eine Asylantenflut, die das machbare übersteigt und die Deutschen Verwaltungsbehörden in die Knie zwingt. Dazu kommt natürlich, dass nun auch der Letzte verstanden hat, das die sogenannten Flüchtlinge, keineswegs nur Syrer sind, die vor dem Bürgerkrieg und dem Assad-Regime geflohen sind.

Im Klartext, die als Rechte und Nazis verunglimpften Bürger sind gar keine Asylgegner. Sie nicht Fremdenfeindlich. Nein, sie wehren sich nur gegen hunderttausendfachen Asylmissbrauch. Sie wehren sich gegen Schikanen des Staates, Rechtsbeugung und Grundgesetz-Verstöße. Nicht mal die Behörden bestreiten, das Gesetze wissentlich übergangen werden und Asylmissbrauch faktisch ohne Folgen bleibt. Und Behörden sogar dazu angehalten sind, Ordnungswidrigkeiten und Straftaten nicht zu verfolgen, bis hin zur Vertuschung solcher Straftaten. Schlimmer noch, Straftaten werden honoriert. Der Bürger frag zu recht, wo wir den leben, in einer Bananenrepublik am Kongo oder in Deutschland, das Land, das normalerweise sogar Regeln noch regelt.

Wenn ihr den ganzen Erguss gelesen habt, werdet ihr feststellen, dass ist auch die einzige Einsicht, die der Autor hat. Nicht nur die Jahre 2015, welches in Deutschland einmal, als der Start eines unvorstellbaren Chaos-Szenarios gesehen werden wird, scheint dem verfassenden Schreiberling fremd zu sein, sondern die Welt, sein Land und eine Realität, die uns vor unvorstellbare Probleme stellt.

Seine Heul-Tiraden über den ach so verwirren Deutschen, könnte er auch gleich auf die gesamte westliche Hemisphären ausweiten.

Sogar das letzte Bollwerk der bedingungslosen Flüchtlingsliebe Schweden, ist unter der harten Realität zusammengebrochen.

Schweden verschärfte seine Asylgesetze. Nicht etwa, weil die Kriminalität von Migranten oder die Verzwanzigfachung der Vergewaltigungen die Schweden in Panik versetzt, sondern nur wegen der hohen Zahl von Flüchtlingen. Schweden bereitete in den Wintermonaten 2015 die Abschiebung von 150.000 Asylbewerbern vor. Man hatte begriffen, dass es so nicht weiter geht. Es ging hier auch keineswegs um das Wohl des Bürgers geht, nein, der rot-grün besetzte Staat würde schlicht im Chaos versinken. Was letztendlich Machtverlust bedeuten würde. Denn das schwedische Modell der großzügigen Eingliederung hat größtenteils versagt und dieses Staatsversagen würde die rot-grünen Putschisten gegen die demokratischen Werte ihrer Macht berauben. Also nur Machtkalkül, nicht mehr. Doch die Notbremse kam zu spät. Ein UN-Report von 2017 bescheinigt Schweden, sich bis 2030 in ein Dritte Welt Land zu verwandeln. Der Grund, die Kultur der unkontrollierten Massenmigration und falsch verstandener Toleranz, übertrug nicht die Kultur der Schweden auf die Migranten, sondern die Kultur der Migranten auf Schweden.

Eine Lektion, welche die Deutsche Politik erst verstehen wird, wenn der einfache Deutsche Bürger die Zeche zahlen muss. Also unsere Kinder und Kindeskinder. Die im schlimmsten Fall nicht mal mehr ihre eigene Geschichte lernen werden. Sollte eine mittelalterliche Raubritterreligion Europa erobern. Vielleich heute noch ein sekundäres Problem, könnte es unserer Zukunft dominieren. Denn keiner kann sagen, was die Zukunft bringt.

Heute sind die Opfer echte Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte in Deutschland. Da niemand mehr ernsthafte Prüfungen von Asylanträgen bewältigt kann. So verschwinden die wenigen, wirklich bedürftigen Menschen unter einer Unzahl von Menschen, die ihre Heimat aus Not verlassen haben. Um von unserem Reichtum zu partizipieren.

So kann Hilfe nicht funktionieren. Bestenfalls, wenn man eine Umvolkung plant funktioniert so etwas, doch Völker, die dies durchschauen, wehren sich und das kann man nicht riskieren. Deshalb halte ich die merkelsche Politik eher für schreiende Inkompetenz, als für den Anfang, einer geplanten Umvolkung.

Natürlich haben die Menschen in Deutschland Angst, die Medien verbreiten jede Terrorstory, bis sie endlos plattgewalzt wurde, geistig und religiös gestörte, irre Islamisten fliegen in Wolkenkratzer, sprengen sich in aller Welt in die Luft und ballern mit AK-47-Gewehren wahllos im Konzertsaal und Hotelanlagen herum. Terroristische Islamfanatiker experimentieren mit Giftgas und Krankheitserregern. Sie fahren mit LKWs in Volksfeste und stechen wahllos Menschen nieder. Die Zahl von Sexualdelikten steigt stetig und von tolerierter Kleinkriminalität, rede ich erst gar nicht.

In Deutschlands Straßen wimmelt es mittlerweile von Bartträgern und verschleierten, schwarzen gekleideten Frauen, die aus Giftgasanschlag in Moskau, noch gut als "Schwarze Witwen bekannt sind.

Selbst ich, als wenig ängstliche Person finde es gruselig, solchen Frauen oft mit bitterböse dreinschauenden Gesichtern fast völlig schwarz verhüllt im Supermarkt zu begegnen. Wenn sie abschätzig Deutsche mustern, die dummes Zeug labernd die Gänge blockieren. Sie verkörpern für uns, unser dunkles Mittelalter, wenn wir sie sehen. Nicht nur an Halloween stellen wir uns diese Frauen mit einem Besen vor. Heute adaptiv mit einen Sprenggürtel unter der Verschleierung.

Sie könnten gut als Kinderschreck dienen, tun sie auch. Man braucht nur mal kleinere Kinder im Supermarkt oder auf dem Spielplatz beobachten, die so einer Verhüllten über den Weg laufen. Die haben Angst.

Doch das Feindbild, dass den kleinen, wie großen Menschen Angst macht, stammt aus den Medien und auch aus unserem Kulturkreis stammenden Märchen. Das mag irreal sein, doch es ist eine Tatsache, die ignoriert wird. Angst ist ein Urinstikt des Überlebens und der Deutsche ist deshalb noch lange kein Nazi, sondern nur menschlich.

Nun stürmten über 1,4 Millionen dieser Menschen nach Deutschland, wobei 80 Prozent Anhänger des Islams sind und Männer. Von den nächsten Millionen, die durch Familiennachzug dazukommen werden, reden wir noch nicht mal.

Auf welchen Planeten oder in welcher Luftblase lebt der heulende Schreiberling, wenn er nicht versteht, das normale Menschen auch eher irrationale Ängste haben?

Das unter den Flüchtlingen potentielle islamische Terroristen sind, ist ja nicht etwa ein Hirngespinst, sondern erwiesene Realität. Ich erinnere nur an Berlin, an Paris, an Nizza, an London und anderswo.

Vielleicht sollte die schreibende Heusuppe sich mal die Tränchen aus den Augen wischen und klar sehen, dass die Politik und die Medien schuld an einer Massenphobie. Die Medien bombardieren die Menschen mit Terrorbildern, Schrecken und Gewalt vor der eigenen Haustür, die Merkel rennt wie ein blödes, gackerndes Huhn durchs Land und brabbeln endlos „Wir schaffen das!“.

Dabei sind dieser Bundesregierung, unter Mutter Theresa Angela Merkel in 2015 erst mal, fast 500.000 sogenannte Flüchtlinge abhanden gekommen, die weder registriert waren, noch war bekannt, wo sie in Deutschland abgeblieben waren. Keine bloße Behauptung, sondern eine Feststellung des Bundesamt für Migration in 2015/16.

Ich denke, die Deutschen reagieren hier sogar noch recht besonnen, in Anbetracht dessen, dass wir eine halbe Millionen Menschen im Land hatte, die weder der Landessprache mächtig sind, noch sich in Sitten und Gebräuchen auskennen und von denen keiner weiß, wovon sie eigentlich leben.

Hinzu kommen noch die Silvester Vorfälle von Köln, Hamburg und zwölf weiteren Städten in Deutschland, bei denen Rudel von sogenannten Flüchtlingen, die in der Mehrzahl, Medienberichten zu folge aus Nordafrikanischen Ländern stammten, jagt auf Frauen machten. Und die zunehmende Zahl von Gewaltdelikten durch Asylbewerber. Eigentumsdelikte und sexuelle Übergriffe durch Krimigranten prangen praktisch täglich, als Headlines der Boulevardpresse im Raum.

Welcher Vater würde sich nicht um seine Töchter sorgen, welche Mutter um ihre Kinder, wenn diese Meldungen durch die Medien geistern. Die Deutschen sind ängstlich, Fremdenfeindlich und reagieren über? So ein Mist! Die Deutschen sind schlicht soweit, dass sie sagen, bei aller Liebe und Verständnis, wir wollen das so nicht in unserem Land!

Und vertrauen in die Merkel-Regierung?
Das war gestern.
Spätestens durch die Stasi-Mielke Reinkarnation Maas, sein NetzDG und die Stasi- Antonio-Amadeo Stiftung, die nicht mehr ist, als eine privat organisierte, aber staatlich finanzierte Strafverfolgungsbehörde, hat die Bundesregierung auch das letzte Vertrauen verspielt. Selbst der letzten politisch korrekte tolerante Demokraten mit Verstand, wird vor den Kopf gestoßen.

Alles was nun noch kommen kann, ist 200 Prozent DDR 2.0. Nur viel schlimmer und ohne jedes soziales Gewissen.

Ich komme zu anderen Schlüssen, wie der Schreiberling der Huffington Post.
Wieso nur, weil ich ein Nazi bin?
Muss ich gar nicht sein, denn ich kann sehen und hören, ohne das mir ein Einhorn auf der rosaroten Brille sitzt. Wenn etwas riecht, wie Scheiße und aussieht, wie Scheiße, dann ist es in der Regel auch Scheiße.

George W. Lästerbacke

Donnerstag, 27. März 2014

Der Staatsstreich - Tod im Bahnhof





Wie immer noch keine Endfassung, nur wieder eine nicht lektorierte Fassung zum reinschnupper. Mein Antiheld verführt in dieser Episode keine islamischen Terroristen, diesmal geht eine Neo-Nazi-Gruppe in sein Netz und den Weg aller seiner Mitstreiter. Viel Spaß beim Lesen.

(Leseprobe, unlektorierte Erstfassung)

Episode II.


Der Schattenmacher (Nomos)
Rauchige Luft, klirrende Gläser, Stimmengewirr. Halbdunkle Eckkneipen Atmosphäre. Ich hörte die Stimmen, die sich heiß diskutierend, teils wild gestikulierend Gehör verschaffen wollten. Sie waren an mich gerichtet, doch ich nahm, nur war, was ich wirklich hören wollte. Das intellektuell eher verehrende Schwafeln war es nicht, was ich hören wollte. Sie redeten sich wiedermal im Alkohol geschwängerten Rausch, fast um Kopf und Kragen.
RTL2 gebildeten Verlierer der Gesellschaft. Einige gar nicht so dumm, doch mangelndes Interesse, auch ihre Unkenntnis der Welt, die kaum über ihren Kiez reichte, versteinert in ihrer Sicht der Dinge. Wie bei so vielen Menschen, sie konnten Fehler immer nur bei Anderen suchen, anderen die Schuld für ihre Misere geben, ihre elende Geschichte wieder und wieder erzählend, ohne etwas zu ändern. Sie wollten Asylantenheime brennen sehen, die Regierung stürzen und sozial Schmarotzen an die Wäsche. Vergaßen aber allzu oft, in den Spiegel zu sehen und zu erkennen, dass sie sich selber hassten. Sie waren Opfer, Täter und Ahnungslose in einer Person. Eine Gruppe Menschen, fast wie du und ich, doch viel näher am Abgrund der dunkelsten Winkel ihrer Seele.

Freddy der kahl geschworene Mittdreißiger war der lauteste, er und seine arischen Brüder. Hass auf alles, alles und alle, die anders waren. Den Feind fest im Blick, ohne zu erkennen, das sie und die Gesellschaft, die sie verachten die Ursachen sind für ihr Übel. Menschen denen nur eins fehlte, um zur Bombe zu werden, ein geistiger Brandstifter, ein Führer. Einer der ihnen sagt, kämpfe für dass, an was du glaubst. Es war nicht wichtig, das sie Führers Geburtstag, den zwanzigsten April als Feiertag nahmen oder Kinder zeugten, um die sie sich nur leidlich kümmerten. Sie waren Verblendete, sie waren voller Hass und Energie. Sie waren eine Armee in einer Mission, egal welche Ideologie sie ihre Menschlichkeit vergessen lassen würde. Sie waren der Stahl meinen Waffen, warteten nur von mir geschmiedet zu werden.

Seit sechs Monaten kannte ich sie nun, wir hatten viel geredet, gefeiert, Vertrauen gewonnen und sie lernten von mir. Unter meiner Obhut wurden sie zum Widerstand und würden nun bereit sein zu kämpfen. Ich war ihr Gesetz, hob ihre Regeln und Normen auf, manipulierte sie und lebte mitten unter ihnen. Ich wurde ihr Nomos.

Aus dem Schatten löste sich eine Gestalt. Das fahle Mondlicht warf lange Schatten in die enge Gasse zwischen den Lagerhäusern des verfallenden Hafens an der Spree. Abrissreife Gebäude, marode Straßen, Wege und unheimliche Stille, die perfekte Kulisse für einen Film Noir, doch das hier war die Realität. Ein Gelände mitten in Berlin, bald schon Platz für noch mehr Shopping-Center und für normale Bürger fast unerschwingliche Restaurationen. Überflüssiger Luxus einer dekadenten, fast schon surrealen Gesellschaft.
Heute noch der Spielplatz von Ratten, Ungeziefer und zwielichtigen Gestalten. Drogen Junkies, Obdachlose und ab und zu eine heruntergekommene Crack Hure. Hierher verirrte sich nicht mal die Polizei, nur die an den Rand gedrängten Verlierer im Monopoly Spiel des Lebens. Genug Raum für Gesetzlose, diese Berliner No-Go Area. Die Gestalt kam näher, eher schon einem Horrorstreifen entsprungen, als einem Film Noir. Die schwarze Kapuze des dunklen Shirts verdeckte im fahlen Mondlicht völlig den Kopf, schien ohne Gesicht. Der Sand auf dem löchrigen Asphalt knirschte unter seinen Schritten. Erst als er nur noch zwei Schritte von mir entfernt war, erkannte ich den Grund für seine Gesichtslosigkeit, eine Sturmhaube verdeckte sein Gesicht lies nur die stechend blauen Augen und den Mund erkennen. „Nomos?“ vernahm ich seine leise Stimme. Ich nickte kurz, er ging weiter ich folgte ihm. Am Ende der Gasse parkte ein Ford Explorer mit laufendem Motor. Die Gestalt bedeutete mir einzusteigen. Ich war meinen Rucksack auf die Rückbank, stieg ein.

Ohne ein Wort fuhr der Fahrer los, nur sein Beifahrer, der mich abgeholt hatte, bedeutete mir die Augenbinde anzulegen. Der schwere Wagen rollte über schadhaften Asphalt, mehr hörte noch nicht. Meine Sinne mussten sich erst auf die fehlenden optischen Eindrücke einstellen. Doch schnell merkte ich, der Ford bewegte sich nun in der Stadt, zahlreiche Fahrmanöver ließen das erkennen. Auch das der Wagen nach einigen Minuten auf eine größere Straße einbog entging mir nicht. Der Wagen fuhr schnell ohne auffällige Fahrmanöver gefühlt geradeaus, wir waren auf der Avus.

Seltsame Sicherheitsmaßnahmen um mich zum Verkaufsort zu bringen, Augenbinde und eine Irrfahrt durch die Nacht. Ich lächele, ziemlich Old School, im Zeitalter von GPS Navigation und Smartphones, schoss es mir durch den Kopf. Meine Geschäftspartner waren wohl Paranoiker der 1970er. Coppulas Pate lässt grüßen. Sie vergaßen dabei wohl die Technologie des 21. Jahrhunderts. Ich hatte nicht mal ein Handy dabei, für den Fall, das sie darauf geachtet hätten. Der kleine GPS Tracker unter dem Haaransatz im Nacken tat es auch. Das nur Stecknadelkopf große Implantat war neuste Technologie und war so schnell mit einer größeren Kanüle unter die Haut gebracht, wie auch wieder entfernt. Meine Geschäftspartner waren wohl nicht die cleversten Banditen, doch sie hatten was ich brauchte, Schnellfeuer Gewehre aus angeblich russischer Produktion und das in einer Stückzahl, die man selbst in Berlin nicht mal so eben unter der Hand bekommt.
Die drei GM-Vans, die uns in etwa einem Kilometer Entfernung folgten und die hauchdünne Kevlar Weste unter meinem Hugo Boss Mantel konnten diese Leute nicht erahnen. Auch nicht, das dieses Geschäft das letzte ihres Lebens sein würde.

Die Fahrt nähert sich vermutlich ihrem Ende, der Ford wurde nun deutlich langsamer ordnete sich offensichtlich wieder in den normalen Straßenverkehr außerhalb der Stadtautobahn ein. Ich versuchte die Zeit zu schätzen, wollte keinen Unmut erregen, durch das lüften der Augenbinde. Vermutlich war gut eine halbe Stunde vergangen, seit wir das Hafengebiet verlassen hatten. Ein letztes Stück auf der Straße, dann deutliche Geräusche eines Schotterweges unter den Reifen, der Ford wurde langsamer, stoppte dann kurz. Ein Tor öffneten sich mit leichten Quietschen, kurze metallene Knallen quittierte wohl wieder das schließen des Tors. Offensichtlich am Ziel. „Du kannst die Augenbinde abnehmen“ hörte ich vom Beifahrersitz. Ich sprang aus dem Wagen, stand offensichtlich mitten in einer alten Viehzuchtanlage am Rande Berlins. Grelles Flutlicht von eiligst aufgestellter Baustellenbeleuchtung und das Rattern eines mobilen Stromgenerators bestimmte die Szenerie. An den ehemalig geweißten Wänden einer Mast-Anlagen Halle prangte noch in verblichenen Lettern “Volkseigener Viehzucht Betrieb Ernst Thälmann“. Ein geparkter VW Caddy stand mit geöffneten Hecktüren mitten auf dem Platz, an ihm lässig lehnend drei Rocker. Muskelbepackte Kerle, Tattoos bis zur Halskrause in typischer Lederkluft, das Bild nur störend die obligatorischen Sturmhauben.

Der Kies knirschte unter meinen Füssen, als ich zum Caddy ging und meinen Rucksack auf den der Motorhaube des Volkswagens abstellte. Dann ging ich gefolgt von den Muskelmännern zum Heck des Caddys und begutachtete die Ladung. Übereinander gestapelt zehn längliche graugrüne Holzkisten mit mehreren Nummerierungen und einem großen Aufdruck CA. Sie atmeten Geschichte, optisch fabrikneu wirkend sagte mir schon der Aufdruck CA das die Kisten vermutlich wesentlich älter waren, als sie aussahen. Ein Relikt der Wende, der deutschen Wiedervereinigung. CA stand als kyrillisches Kürzel für sowjetische Armee. Insbesondere bekannt bei den in der DDR stationierten Truppen der sowjetischen Streitkräfte. Vermutlich waren die Waffen in der Zeit der Wende und der Auflösung des Ostblogs von russischen Offiziersbonzen billig verscherbelt worden, an Gott weiß wen und nun endlich nach Jahrzehnten zum Verkauf angeboten. Berlins Unterwelt war doch immer noch für eine Überraschung gut. Ich war begeistert, es hätten auch chinesische, lizenzierte Nachbauten der AK47 sein können, aber das waren echte originale Kalaschnikow AK 47 mit einklappbarer Schulterstütze. Unbenutzt von bester Qualität und der etwas überzogene Preis somit angemessen. Mein Blick taxierte die eleganten, stahlgrauen fast schwarzen Waffen, die zu fünft in der geöffneten Kiste aufgereiht lagen. Ich griff nach einer dieser russischen Schönheiten. Sie lag hervorragend in der Hand, schön und tödlich. Ihren 715 Meter in der Sekunde Mündungsfeuer, einer effektiven Reichweite von dreihundert bis vierhundert Metern und 660 Schuss pro Minute eine perfekte Waffe für Armeen und City Guerilla. Im Einzelschuss Bereich mit einer Reichweite von bis zu 2200 Metern war sie auch bedingt für Scharfschützen geeignet. Zufrieden legte ich die Waffe zurück, fragte nach der Munition. Der breiteste und größte meiner neuen Geschäftsfreunde antwortete knapp „Eintausend Schuss pro Waffe inklusive, wie versprochen. 50000 Schuss, fünfzig Ak47. Willst du eine Armee, wir liefernd die Hardware“ er lachte tief und klopfte mir jovial auf die Schulter. „Nun kommt dein Part mein Freund.“ Ich grinste und ging wieder um den Caddy herum, griff meinen Rucksack. Mit einem leisen ratscht Geräusch öffnete sich der Reißverschluss am Rucksack. Ich sah den zufriedenen Blick des Großen unter der Sturmhaube. Zufriedenheit lag in seiner Stimme, als sagte er „Zählen muss ich trotzdem, aber dafür geht der Caddy aufs Haus, ihr braucht nicht umladen. Das Kennzeichen ist noch zwei Tage gültig.“ Was er nicht wusste, wir hatten nicht vorgehabt umzuladen. Als sich den Reißverschluss des Rucksacks öffnete, hatte ich ein Signalgeber aktiviert, der meinen Freunden da draußen sagte, das sie in sechzig Sekunden zuschlagen konnten.

Ich positionierte mich zwischen Caddy und Tor, um nicht in die Schusslinie zu geraten, als das Tor mit lauten Krachen aufflog und drei mattschwarze schwarze GM Vans mit quietschenden Reifen auf das Gelände rasten, schwarz uniformierte Männer sprangen aus den Wagen, die alte Viehaufzucht-Anlage versank im im Kugelhagel von Maschinengewehr Feuer. Ich sah, wie der Ford Explorer von Kugeln durchsiebt wurde, in einem Feuerball explodierte und meine beiden Fahrer von vorhin wie brennende Fackeln über den Vorplatz rannten, bevor sie sich schreiend am Boden wälzten, um dann zu verstummen. Wohl ein Volltreffer im Tank. Im grellen Licht des explodierenden, brennenden Benzins sah ich, wie einer meine drei Geschäftsfreunde fliehen wollte. Die beiden anderen Rocker am Caddy lagen bereits am Boden. Blut sickerte aus einigen Einschusslöchern ihrer Lederkluft, hob sich fast schwarz schimmernd und glänzend ab. Ich griff nach meiner Desert Eagel im Schulterholster und visierte blitzschnell meinen neuen, ehemaligen, fliehenden Geschäftsfreund an. Er war schnell, doch nicht schnell genug für ein 357er Kugel einer Desert Eagel. Ich ahnte meine Kugel in seinen Hinterkopf einschlagen, sah sein augenblickliches verharren. Ich konnte mir vorstellen, wie die wieder aus seinem Schädel austretende Kugel vermutlich sein halbes Gesicht weggerissen hatte. Konnte es natürlich nicht sehen, er fiel einfach vornüber auf den Boden. Nur der Caddy, auf der Motorhaube noch meinen Rucksack, stand noch unbeschädigt auf dem Platz.

10 Monate später, Camp Alpha
Hektik herrschte in unserem geheimen Domizil nach zwölf Monaten Vorbereitung waren wir soweit. Aus einem Haufen politischer Wirrköpfe, teils ziemliche einfach gestrickter Individuen und einigen unmotivierten Kneipenrevoluzzern war der arische Widerstand geboren. Geschmiedet mit Liebe, harter Hand und Wissen um die menschlichen Dunkelzonen der Seele. Heimat verbunden, entschlossen und gut organisierte Männer, die nicht mehr zuschauen wollten, Männer die, das Land verändern wollten, notfalls mit Waffengewalt.

Ich hatte es geschafft eine Armee zu erschaffen, gut ausgebildete Kämpfer. Unser Domizil war ihre Heimat geworden, schlafen, essen, lernen. Zwölf Monate ohne Heimat, Freunde und Verwandte, nur mit gelegentlichem Heimaturlaub. Wochenlange Aufenthalte in Libyen und Russland, die mich viel Geld gekostet hatten, haben aus ihnen perfekte Kampfmaschinen geformt. Ihre Legende Auslandsmontagen. Mein konstruiertes Getriebe aus Manipulation und Schein hatte funktioniert, seinen Zweck erfüllt. Die arische Bruderschaft, wie sich einst nannten trug ihren Namen nun zurecht, sie hatten echte Ziele und wussten dank mir, wie sie diese zu verwirklichen hatten. Ihre große Stunde würde nun schlagen. Nicht weniger als die Ablösung der Bundesregierung und Neuwahlen waren ihr Ziel. Der Glaube ein durch und durch korruptes System mit einem Schlag ablösen und ihre Ideen umzusetzen waren unerschütterlich. Sie waren wirklich so verblendet zu glauben, das sie das System ins wanken und zu Fall bringen würden, mit einem einzigen martialischen, aber unblutigen Terrorakt im politischen Herzen Deutschlands.
Sie hatten zwar schon getötet, aber nur im Namen der Sache, aus ihrer Sicht haben sie nur unnötige kriminelle Elemente entfernt. Dank meiner Führung waren sie auch immer nur Schatten gewesen, wie ich. Die heute ins Licht treten würden. Nicht wissend das sie sich zum Diener der einzigen Wahrheit machen würden. Denn ich wollte nur meine Botschaft verbreiten, mein Manifest aus Angst und Blut, das dem Menschen zeigt, das sie Opfers sind.
Monate voll Arbeit, Schweiß und nervlicher Anspannung, des analytischen Planens, waren nun vorbei, fielen von mir und meinem Gefolge ab, wie ein irrationaler Schleier der Ungewissheit. Alles war Klarheit, fokussiert auf das Ziel zu siegen.
Drei Stunden noch, bis die arische Bruderschaft Berlin erschüttern würde. Drei Stunden noch, bis ich mit digitaler Grafik zum zweiten Mal die Hauptstadt in die Sinnkrise malen würde. Bilder die, die Welt erschüttern würden.

Der Alexanderplatz war nicht vergessen, meine erste Botschaft an die Welt. Die Kunst, als Schatten zu töten, ohne im Licht zu stehen. Sich selbst genug mit seiner Kunst zu sein, das würde mich auch dieses Mal nicht befriedigen, doch es würde mich motivieren, meinen Weg weiter zu gehen. Meinen Weg in die Apokalypse.

Die laute Stimme meines Adjutanten riss mich aus meinen Gedanken.„Mein Führer, unsere Befreier Einheit steht bereit zum Einsatz und erwartet ihren Marschbefehl.“ Ich ließ meinen Blick über die Männer gleiten. Schmucke, in ihren schwarzen OMRON-Kampfanzügen martialisch wirkende Kerle, bis an die Zähne bewaffnete und bereit zu tun, was getan werden muss. Sie erwarteten einige Worte von mir, das war ich ihnen schuldig. Fünf Minuten Motivation, die ich ihnen natürlich geben konnte.

„Männer“ hörte ich meine Stimme, wie in einem Film in dem ich das Drehbuch selbst schrieb, aber nur der Zuschauer war. „Heute ist der Tag der Abrechnung gekommen, heute werden wir Geschichte schreiben. Deutschlands Tag null, der Geschichtsschreibung. Wir werden diese Regierung zwingen abzutreten, Neuwahlen auszurufen und dem Land und den Menschen das geben, was sie verdienen. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Wir werden das Land aus den Klauen des internationalen, neo-liberalen Wirtschaftsterrorismus befreien und anfangen, dem Land, dem Volk die Früchte seiner Arbeit wieder zu übergeben. Wir werden Deutschland nach Jahrzehnten der Demut wieder ein stolzes Gesicht verleihen, wir sind der Anfang der Zukunft. Ich ich zweifle keine Sekunde an unserem Erfolg, ihr auch nicht. Mögen die Spiele beginnen.“ Kurzes Schweigen, dann kam aus den Kehlen von fünfzig Männern „So sei es General.“
Ich war immer wieder überrascht, wie einfach der Mensch zu führen und zu manipulieren war, wenn man den Punkt erreicht hatte, der ihn glauben ließ, er könne die Welt verändern. Ich blickte dem Schwarzen, in der Sonne glänzenden Mercedes Reisebus hinterher, als er das Tor zum Domizil verließ, Ziel Berlin Hauptbahnhof. Hinter mir breitete sich beißender Qualm aus, das Camp ging in Flammen auf, wir wollten keine verwertbaren Spuren hinterlassen. Zeit auch für mich, in meinen 500er Mercedes zu steigen und mich in Position zu bringen, um die Aktion “Sommersturm“ zu koordinieren.
Kommandozentrale Die Monitore um mich herum flackerten, ein Gefühl von einer Hightech gesteuerten Kommandozentrale des Militärs. Doch es war eher ein Raum für einen genialen, agierenden Voyeur mit Verbindung zur Außenwelt, der die Welt steuerte, um seine Ziele zu erreichen. Seine eigene kleine Welt gestaltend, die, die Welt der Anderen verändern würde. Die zehn oval angeordneten Monitore, gekoppelt mit fünfzig gut platzierten Web-Kameras im und um den Bahnhof gestatteten mir das Geschehen in und um dem Hauptbahnhof herum zu verfolgen und gegebenen Falles meinen Freunden von der arischen Bruderschaft Anweisungen zu geben. Bequem in meinem Sessel sitzend verfolgte ich dem Geschehen, welches am Ende des Tages spektakulär mein destruktives Tun krönen würde.

Operation Sommersturm
Vor einer Stunde, sieben Uhr dreißig, mitteleuropäischer Sommerzeit hatte die arische Bruderschaft mit fünfzig bewaffneten Männern den Berliner Ostbahnhof unter ihre Kontrolle gebracht und den Bahnhof mit erwarteten eintausend Geiseln besetzt.
Ich beobachtete, wie einiger meiner Kämpfer unter Lebensgefahr Transparente mit Ihren Forderungen an den Stahl gestützten Glasfassaden anbrachten. Sicher hatten auch Scharfschützen der Polizei schon Position bezogen, doch es blieb ruhig. Im Bahnhofsinneren konnte ich die verstörten Gesichter Reisender sehen, die von der Situation völlig überfordert diskutierten oder schicksalsergeben abwarteten. Noch folgten sie hoch diszipliniert den Anweisungen der OMRON-Kampfanzüge gekleideten, vermummten und schwer bewaffneten Männern. Die Bahnhofsleitung hatte mittlerweile sämtliche in den Hallen befindliche Züge und S-Bahnen auf unsere Anweisungen entfernt. Nur eine vollgetankte, alte Diesel Lok und ein Waggon standen bereit um die Einheit der Bruderschaft aufzunehmen, am Ende der Aktion “Sommersturm“. Niemand ahnte, das dieser Kurzug zum Massengrab der arischen Brüder werden sollte. Mein Abschiedsgeschenk an meine verwirrten Kämpfer.

Auf den Bahnsteigen standen die Menschen dicht gedrängt, die weitläufigen Vorhallen und Geschäftspassagen waren Menschen leer. Nur etwa zwanzig Männer der Bruderschaft patrouillierten und befestigten Sprengstoff und Thermit Ladungen an tragenden Elementen und den verschiedenen Zugängen des Bahnhofs. In einer eilends eingerichteten Bannmeile um den Bahnhof konnte man Übertragungswagen aller großen Deutschen TV Stationen auffahren sehen, die ihre Positionen bezogen, um der Welt zu berichten. Presse und natürlich viele Gaffer, ungewöhnlich viele Gaffer für die frühen Vormittagsstunden. In der Bannmeile hektisches Treiben, eine mobile Kommandozentrale der Sondereinsatzkräfte der Polizei, vielleicht 100 Gestalten, die eher wie RoboCops erschienen, die auf Befehle wartend das Gelände zu sichern versuchten und natürlich zivile Polizei. Mehrfach waren Hubschrauber gelandet und vermutlich waren von der Stadtpolizei bis zum Terrorismusexperten des BKA mittlerweile alles was Rang und Namen hatte auf dem zu kleinen Vorplatz eingetroffen. Das hier war Berlin, nicht irgendeine Stadt.
Eilig sah man Abschleppdienste jeder Art, die versuchten den großen Parkplatz zu beräumen, um Platz für Technik, Polizei und Anderes zu schaffen. Ich vermutet, das bald auch Militär auftauchen würde, KSK oder ähnliches, um die örtlichen Sicherheitskräfte zu unterstützen. Denn das von mir erschaffene Szenario war selbst für die Berliner Polizei tu groß, es war eher ein Kriegsschauplatz, als eine Geiselnahme. Denn eins war auch sehr schnell einem gewöhnlichen Streifenpolizisten klar, ganz zu Schweigen geschulten Terrorismusexperten, sie hatten es nicht mit politischen Wirrköpfen zu tun, sondern mit einer militärisch, präzise geplanten Kaper- Aktion eines städtischen Knotenpunktes. Die Situation würde, wenn nicht alle Beteiligten die Nerven behielten in einer Tragödie enden, die 9/11 in New York in nichts nachstehen würde. Nach ersten Schätzungen, die ich am Monitor vornehmen konnte, hatten wir tatsächlich geschätzte 1900, vielleicht auch 2000 Menschen in unsere Gewalt gebracht. Die auf Grund ihrer Konzentration auf den Bahnsteigen, spielend von fünfzig bewaffneten Männern unter Kontrolle gehalten werden konnten. Gut für die Operation, schlecht für Polizei, die dadurch in die Defensive gedrängt war. Ein Sturm auf den Bahnhof würde unweigerlich hunderte Menschen das Leben kosten.

Den Zeitpunkt eines Showdowns, den würde ich bestimmen, wenn es nötig wurde. Mir ging es diesmal in der Hauptsache nur um das Geld. 100 Millionen Euro als elektronischen Überweisungen, die weitere Kunstaktionen finanzieren würden und die arischen Brüder natürlich, wie sie glaubten.
Acht Stunden waren seit dem Start unserer Operation vergangen. Über dem Platz vor dem Bahnhof und im Bahnhofsgebäude war so etwas wie routinierte Ruhe eingetreten. Vor dem Bahnhof hatten sich die Sicherheitskräfte eingerichtet, der Presse Pulk hinter der Absperrung wartete gespannt, aber mittlerweile gelangweilt auf Aktionen einer Seite. Im Bahnhofsgebäude hatte mein Gefolge die Versorgung der Geiseln organisiert. Ein Catering Service des THW hatte auf dem Vorplatz eine mobile Küche eingerichtet, vermutlich Kräfte des SEK hatten den Transport der Essensrationen in den vereinsamten Bereich des Bahnhofs übernommen, um das Umfeld besser einschätzen zu können und zogen sich nach Abschluss ihres Auftrages zurück. Natürlich ließ ich sie gewähren, das war Teil des Plans. Keiner hätte versucht einen Angriff einzuleiten, ohne Umfeld und Örtlichkeiten zu prüfen. Sie würden nun wissen, dass nicht Mal der Anfang einer Befreiungsaktion einen Ansatz auf Erfolg hätte. Die nur zu offensichtlich platzierten Ladungen von Sprengstoff und Thermit, waren gut erkennbar mit Zeitzündern präpariert, die sie unmöglich zeitgleich entschärfen könnten. Da es schlicht an Personal und Zeit dazu fehlte. Kein Sprengsatz hatte die gleiche Bauart. Ich hatte außerdem einige Dummies dazwischen montieren lassen, keiner außer ich wusste, wie viele Spreng- und Thermit Ladungen überhaupt vorhanden waren. Doch es waren genug Ladungen, um die Polizei von unüberlegten Handlungen abzuhalten.
Über allem kreisten abwechselnd Polizeihubschrauber, man hörte öfters Anweisungen über den Platz hallen und das Bahnhofgebäude hing voller Transparente. Hinter der Bahnmeile, vor den Resten der Berliner Mauer hatten sich sogar einige hundert Sympathisanten versammelt, die eindeutig zu verstehen gaben, das sie die Forderungen der Bruderschaft unterstützten. Im Bahnhof agitierten und diskutierten die arischen Brüder mit den Geiseln. Erstaunliche Ruhe, alle sprachen miteinander. Interessiert folgte ich soweit möglich, einigen Gesprächen.
Gegen zwölf Uhr hatte die arische Bruderschaft, die sich nun klangvoll Basisdemokratische alternative Befreiungsarmee nannte, eine vorbereitete Presseerklärung im Internet verbreitet. Ihre Forderungen genannt und den Geiseln körperliche Unversehrtheit zugesichert. Nach Erfüllung ihrer Forderungen würde die basisdemokratische alternative Befreiungsarmee die Waffen abgeben, um sich den Behörden zu stellen.
Sie wurden dafür mit einer Welle der Sympathie belohnt. Extrablätter der Tagespresse kursierten, im Fernsehen analysierten Experten die Lage, nur die Bundesregierung bezog, wie erwartet keine echte Position. Im Kanzleramt spielte man auf Zeit, was erwartete der Bürger auch Anderes.

Ich jedoch wusste um das hektische Treiben hinter den Kulissen, im Kanzleramt und den Behörden. Dort war man vielmehr bemüht, die Forderungen zu erfüllen, die nicht an die Öffentlichkeit gelangt waren. Man wusste um die Pattsituation. Würde diese Situation mehr als 24 Stunden anhalten, würde die Lage landesweit eskalieren, die paar hundert sympathisierenden Demonstranten an der Eastside Galerie waren dann nur der Anfang. Operation „Sommersturm“ war die Lunte am Pulverfass Deutschland. Es fehlte nur noch der Funke um den schlafenden Hund zu wecken. Denn mobilisierten Massen aber, hätten die Regierung nichts entgegen zu setzen.
Wir waren nur ein Nadelstich im Fleisch des Staates, doch wir hatten heute und hier sein Medien Monopol gebrochen. Wenn auch nur für kurze Zeit, konnten wir der Stimme der arischen Brüder Gehör verschaffen.
Der Bundesregierung war dank ihrer Experten sicher auch längst klar geworden, das die Mitglieder der Basisdemokratische Alternative Befreiungsarmee hier im Hauptbahnhof tagelang die Meinungsmacher sein könnten. Denn dank meiner gut unterwiesen Mitstreiter war die Stimmung im Bahnhof gut. Auch unter den Geiseln fanden sich viele Sympathisanten und auch willige Helfer. Die Bereitschaft zeigen sich auf die Seite der Freiheitskämpfer zu schlagen. Keine Angst mehr, es eher Aufbruch Stimmung herrschte im Gebäude. Die arischen Brüder hatten ebenso für ihr gutes Image gesorgt. Etwa siebzig Geiseln mit gesundheitlichen Problemen, die zeitlich keinen Aufschub duldeten konnten das Bahnhofsgebäude verlassen und die Geiselnehmer hatten sich demaskiert, optimistisches Vertrauen dominierte die Stimmung auf beiden Seiten.

Eine Situation, die ich zwar für möglich gehalten hatte, doch nicht kalkuliert hatte. Denn das wahrscheinlichste Lage Szenario war deeskalieren, aber dominieren. Verbrüderung war nicht kalkulierbar. Ich beschloss abzuwarten, denn es schien möglich mehr als nur Angst und Schrecken zu verbreiten.
Es keimte etwas Hoffnung in mir, die Menschen vielleicht anders als erwartet aufzurütteln. Meine Pläne waren zwar sehr konkret auf das eigentliche Ziel fixiert, doch nur dumme Menschen können ihre Meinung nicht ändern. Ich würde abwarten und in der Zeit weiter die online Auktion verfolgen, die nochmals eigne Millionen einbringen würde. Für die exklusiven Fernseh- Rechte an den Mitschnitten im und um den Bahnhof. Prinzipiell wusste ich, das diese Hoffnung eine Illusion war, fast friedlich einen Umbruch zu erreichen, doch ich wusste auch, das oft das Unmögliche geschehen konnte. Außerdem faszinierte mich das skurrile, absurde menschliche Klima im Bahnhof. Psychologen würden es Stockholm Syndrom nennen, doch wären da nicht meine schwer bewaffneten Männer, hätte es auch eine politische Treffen sein können, auf dem über Wege zum Ziel der Freiheit diskutiert wurde. Der Feind stand plötzlich nicht mehr wirklich vor den Geiseln, er stand da draußen. Polizei, Regierung und Staat.

18.00 Uhr
Der Pressesprecher der Bundesregierung hatte vor einer Stunde erklärt, das die Bundeskanzlerin sich in einer Stunde äußern würde. Nun war es soweit, interessiert sah ich die Kanzlerin der Wirtschaft und des politischen Mobs vor die Kamera treten. Verstehe einer, wie eine Frau mit dem Charisma einer französischen Bulldogge, nur viel weniger Biss, bis in das Bundeskanzleramt geschafft hatte. Ihre Worte waren so nichtssagend wie üblich. Die Bundesregierung verhandelt nicht mit Terroristen, auch wenn sie aus der Sicht einiger Bürger Forderungen erheben, die populistisch Sympathien hervorrufen könnten. Sie vertrete eine demokratisch legitimierte Regierung und forderte die Geiselnehmer auf, sich dem demokratischen Konsens zu stellen und aufzugehen. Ich musste lächeln, null Punkte für den Kandidaten, viel mir dazu ein.

Inferno
Plötzlich ein ohrenbetäubender Knall von splitterndem Glas, durch die Luft wirbelnde Metallteile in der Bahnhofshalle. Ein surreales, unwirkliches Szenario, so dass die Menschen anfangs nicht wussten, woher diese Geräusche kamen. Ein Geräusch das wohl noch keiner der Anwesenden je gehört hatte. Die ersten Leute schrien, begannen nach oben zu zeigen, und dann sahen alle zwei schemenhafte Schatten über der gläsernen Dachkonstruktion der Bahnhofshalle.
Ich konnte es auf den Monitoren beobachten, ein offensichtlich unautorisierter ziviler Helikopter einer TV Senders vom Typ SA 341 Gazelle hatte mit seinem Heckrotor einen Eurocopter145 Polizeihubschrauber gestreift. Der geriet ins Schlingern und zerfetzte dabei mit den Hauptrotoren den Rotor tragenden Heckarm der Gazelle. Im Bruchteil von Sekunden drehte sich die Gazelle, wie ein Brummkreisel im Kinderspiel, um die eigene Achse, während der abgetrennter Heckrotoren Arm, wie ein Geschoss in das gewölbte Dach der Bahnhofshalle einschlug. Der EuroCopter, nun ohne Antrieb stürzte sofort wie ein Stein und durchschlug etwa fünfzig Meter vom Heckrotor der Gazelle das Dach, ging in Flammen auf. Wie in Zeitlupe ging nun auch die Gazelle über den Hallendächern schwebend nieder. Der Pilot konnte den unweigerlichen Absturz nicht verhindern, der Helikopter schrammte noch einige Meter über das Dach, schlug eine circa dreißig Meter lange Bresche in die Glas-Stahl-Konstruktion, bevor er nun auch brennend einbrach. Es hatte etwas von einer Eislauf Kür, der tragisch endet.
Panik brach auf den Bahnsteigen aus, voller Angst drängte die brodelnde Masse zu den Ausgängen auf die Gleise. Die völlig überraschten und überforderten Männer der arischen Bruderschaft, die an den Treppen zu den Bahnsteigen postiert waren, hatten praktisch keine Ahnung, was wenige Meter über ihren Köpfen eben passierte, sahen nur Menschenmasse in Panik auf sich zu kommen und eröffneten das Feuer, eine Kurzschlussreaktion. Während in der Bahnhofshalle die Hölle ausbrach, Menschen in Panik, Hubschrauber Trümmer flogen wie Schrapnells durch die Halle, über die Bahnsteige. Explodierender Treibstoff hüllte die Szenerie in Flammen. Das Inferno war losgebrochen, Angstschreie, Rauch und Maschinengewehrfeuer wurden zum Armageddon der vorher so friedlichen Gemeinde und der arischen Bruderschaft. Plötzlich wurde die in mir gekeimt Hoffnung weggerissen, der Analytiker übernahm wieder das Kommando. Ich würde improvisieren müssen. Der gut durch dachte Rückzugsplan, war durch die plötzlichen, unkalkulierbaren Geschehnisse gescheitert. Auch auf dem Vorplatz Bewegung. Offensichtlich hatte die Einsatzleitung der Sicherheitskräfte beschlossen in der neu entstandenen Situation zu stürmen.

Ich ich sah zu, wie viele es nicht bis in die Bahnhofsvorhalle schafften, Leichen und Verletzte in den Gleisbetten und auf den Bahnsteigen, zwischen dunklen, ätzenden Rauchschwaden. Es kümmerte mich auch nicht, ich analysierte und versuchte neu zu disponieren. Die Ereignisse erinnerten an Bilder aus einen Spielberg Film, panische Massen, Explosionen und herabstürzende Trümmer. Es war ein unwirklicher Albtraum aus Schreien, Flammen, Todesangst und wild übereinander stolpernde Menschen. Ich konnte die Schreie im Dolby Sound hören, plastisch als ob ich mitten in der Katastrophe wäre. Brennende Menschen, zu Boden getrampelte Personen, die nicht wieder auf die Füße kamen und Qualm. Heißer, ätzender Qualm. Panik, Todesangst wildes Durcheinander. Die Masse suchte wie wilde Tiere in der brennenden Savanne nach Fluchtwegen, egal wohin. In den verrauchten Hallen war nun kaum noch etwas zu erkennen, ich verfolgte das Treiben auf den Vorplatz. Drei Helikopter von Typ Ili hoben voll bemannt mit Spezialkräften ab, KSK wie es aussah, Hoheitszeichen der Bundeswehr. Zeitgleich rückten etwa 100 Kräfte der SEK Einheiten in Richtung Bahnhofsgebäude ab. Dem hektischen Funkverkehr konnte ich schon längst nicht mehr folgen. Die KSK Kräfte seilen sich nun direkt über der Bahnhofshalle ab, verschwanden in den klaffenden Wunden im Dach. Unten auf den Vorplatz stürmten die SEK den Bahnhof, flankiert von etwas zwei Hundertschaften schwarz gekleideter RobCops der Bereitschaftspolizei.

Die Verbindung zur arischen Bruderschaft war abgebrochen, aus dem Bahnhof war nur das Gewirr von katastrophaler Angst und Gefechtslärm zu hören. Die Aufzeichnungsgeräte in meiner Kommandozentrale zeichneten immer noch das Geschehen auf. Die TV-Sender würden sich überschlagen, dieses exklusive Material vom Geschehen der letzten Stunden zu bekommen. Die Auktion lief online, seit Stunden und sie boten, die Medien Moguln der Welt. Deutschland im Kriegszustand, diese kranken Idioten konnten einfach nicht anders und die verängstigten Gaffer vor der Glotze würden die Bilder in sich aufsaugen, wie damals am Alexanderplatz. Ich schaute auf die Monitore, der Vorplatz des Bahnhofs war voller hektischer Menschen und neue LKWs mit Hundertschaften von Bereitschaftspolizei rückten an. Die Spezialkräfte waren im Bahnhofsgebäude. Die Zahlung von 100 Millionen Euro der Deutschen Bundesbank war schon vor zwei Stunden in Moskau eingegangen und das Geld in alle Winde verstreut, rund um den Globus unauffindbar für jede Behörde dieser Welt auf nimmer wiedersehen verschwunden. Ich würde dem Geschehen nun ein Ende bereiten müssen. Den Mikroport der Thermit- und Sprengladungen aktivierte ich mit einem Knopfdruck. Die Sprengladungen mit besten tschechischen Semptex würden in wenigen Augenblicken ihr zerstörerisches Werk tun und die Thermit Ladungen an den tragenden Stahlteilen würden wenig später auch die letzten Strukturen des Bahnhofs zerstören, ihn auslöschen.

Ich lehnte mich in meinem Sessel zurück. Eher dezentes Grollen erfasste das Gebäude, fast zeitgleich erzitterte das Bahnhofsgebäude unter den Druckwellen mehrerer Explosionen. Schlagartig wurden Rauch, Feuer, Trümmer und Menschenteile in infernalischen Wolken nach draußen aus dem Gebäude gepresst. Glasfronten barsten und ihre Scherben tauchten den Vorplatz in einen Hagel von kleinsten Geschossen. Menschen stürzten, hetzten die Deckung suchend davon, Mannschaftstransporter kippten, auch die schwere Kommunikationstechnik, der mobilen Einsatzzentrale wankte und fiel zu Teil um. Wie in Zeitraffer konnte ich die Satellitenschüssel kippen sehen. Dann Stille. Deja Vu Empfindungen aus der Zeit beim Geheimdienst kamen auf, wenn ich vom Monitor aus beobachtete, wie meine Truppen im Kampfeinsatz waren, Bosnien, der Kaukasus und der Irak, greifbar nahe. Dort wo man mich das töten lehrte.

Auf dem Platz Stille, keine Bewegung nur der beißende Dunst der Explosionen legte sich für Sekunden wie ein Leichentuch über die Szenerie. Das Bahnhofgebäude lag dort wie eine verwunschen Ruine, mit Zinnen, Türmen und brüchigen Mauern. Die unwirkliche Landschaft von Städten im Krieg. Das ist der Showdown, könnte man meinen, doch ich wusste es besser. Jetzt hatten sich die heißen Thermit Ladungen durch das Metall der Stahlkonstruktionen gefressen. Erst mit leisen knirschen und knacken, dann mit ohrenbetäubendem Lärm brach das Gebäude vollends in sich zusammen. Die Zinnen und Türme, die Mauern des eben noch als verwunsche Ruine erscheinenden Bahnhofs gaben nach, die gesamte Stahlkonstruktion sank in sich zusammen, die zerschundenen Doppeldächer der Bahnhofshalle stürzten in sich zusammen. Auf den Vorplatz schlug das schwere, alles überspannende Vordach mit lauten Krachen auf. Nur noch Trümmer, einer Mondlandschaft. Der Tod hatte im Herzen Berlins seinen Tribut eingefordert. Für kurze Zeit würde es nicht mehr schlagen. Maschinenhaft agierte ich von den Ereignissen selbst überrollt. Der letzte Part meiner TV Dokumentation war so eben geschrieben worden. Die online Auktion der TV Sender war beendet. Ich tippte letzte Befehle in den Computer, zog die USB Sticks mit den Aufzeichnungen der letzten Stunden ab, legte das Headset auf den Tisch. Aktivierte den Selbstzerstörungsmechanismus des Raums, in fünf Minuten würde dieser sich selbst zerstören. Vergehen in einer 1500 Grad heißen Flammenhölle, jede Spur verwischen, die zu mir führen könnte. Ich war dann wieder der Schatten ohne Gesicht, ohne Geschichte und doch könnte ich morgen hinter dir stehen. Ein letzte Blick aus dem Fenster. Dort unten lief das Leben weiter, als sei nicht geschehen.
Ende Part 2

© George W. Lästerbacke

Anmerkung zur Geschichte:
Pure Lust am Töten und dem manipulieren von Menschen, ist hier die Triebfeder. Es gibt kein Motiv, für den Fall, dass ihr euch das fragt. Der Haupttäter tut dies alles, weil er es kann. Der Schattenmacher benutzt nur willfährige, potentielle Mörder und macht Sie zu echten Mördern. Weil sie mit ihren intoleranten, verschrobenen Ansichten, so leicht manipulierbar sind. Deshalb haben sie auch weder Namen, noch Religionen, sie sind Kanonenfutter und sterben mit seinen Werk. Der Kaffee ist ihm wichtiger als sie. Er zieht weiter, wie ein Schatten. Das bedrohlichste, was passieren kann, ein völlig logisch agierender Soziopath mit Zeit, Geld und Langeweile.


Freitag, 17. Januar 2014

Angst

Wenn du es nicht wagst zu hoffen, wenn du stirbst, dann wage nicht zu träumen, wenn du lebst. Wage nicht zu denken, wenn du im Sonnenschein sitzt und die Wolken über leeren Felder an dir vorüberziehen, in denen du die Zukunft sehen möchtest. Du schaust die Straße zurück, bist zu müde für Antworten. Es ist nicht nötig, nicht jetzt, wo dein Glück zerbrochen ist. Das Glück, dass du zu feige warst zu fangen, zu halten, dafür zu kämpfen.

Georg Wilhelm von Fürstenberg

Freitag, 8. Februar 2013

Der Staatsstreich (Episode I. Das Alexanderplatz Desaster)


Liebe Leser und Freunde.
Im Bereich Polit-Thriller ist mein Debüt-Buch "Der Staatsstreich" in der Rohfassung fertig gestellt. Ich stelle euch hier einige wenige Episoden als Leseprobe ein und hoffe, dass es euch neugierig auf mehr macht. Dem Zeitgeist folgend erscheint der gesamte Roman zuerst auf Amazon als eBook, wenn ich es schaffe im Dezember. Eine Print-Version ist angedacht.
Ich will dem Inhalt nicht vorgreifen, nur soviel sei verraten. Deutschland in naher Zukunft, das Land wird von verheerenden Terroranschlägen erschüttert, die politische Führung ist machtlos, die Bevölkerung in Panik. Doch vieles ist nicht wie es scheint.




Das Alexanderplatz Desaster

(Entwurf, Leseprobe)

Episode I.

Warten
Ich saß in einem alten Volvo 840, er stank furchtbar. Ein Geruch aus Öl, Schweiß und Zigarettenrauch lag in der Luft. Die hochsommerliche Vormittagssonne heizte den alten, unansehnlichen Schrotthaufen auf. Sein einst goldfarbener Lack war schon vor Jahren unansehnlich geworden. eine Handwerker Karre halt. Weiß der Teufel, wann der Besitzer den Wagen das letzte Mal gereinigt hatte. Doch das spielte auch keine Rolle, ich wartete auf den Auftritt meines Ensembles und ich war der Choreograf. Der alte, klapprige Volvo, war nur Mittel zum Zweck, wie alles andere in meinem Umfeld, das meinem neuen Leben bewegte. Ein unauffälliger mobiler Ort, um von dem ruhelos und hektisch an mir vorbeiziehenden Leben nicht wahrgenommen zu werden, in diesen wichtigen Minuten. Die mein erstes Meisterwerk aus Blut, Tränen und Angst über die Stadt zeichnen würden.

Vor mir lag Leipziger Straße, hinter mir lag die Leipziger Straße. Rechts und links fuhren in vormittäglicher Unruhe, Fahrzeuge mit unbekannten Zielen in den frühen Tag. Geschäftig steigen Menschen in ihren geparkten Fahrzeuge ein und aus, ein kommen und gehen. Ich war ein Niemand, unbemerkt in der geschäftigen Welt, rund um den Alexanderplatz
.
Mehr Polizei als üblich war zu sehen. Ein Tagung von Bundesbankern im “Park Inn“ Hotel verlangte ihre Aufmerksamkeit. Es galt eine erhöhte Terrorwarnstufe. Ich lächelte und drückte meine letzte Zigarette im Aschenbecher des alten Volvo aus. Bereit heute die Welt zu bewegen.

Berlin Grünau, zwei Stunden zuvor
Auf dem alten, etwas verwahrlosten Gehöft, da nur wenige hundert Meter von der Stadtgrenze entfernt lag, herrschte rege Betriebsamkeit. Aus dem Hauptgebäude kamen immer wieder junge Männer und verschwanden wieder darin, zwei Fiat Ducato mit der Aufschrift “Gebäude und Fassaden Reinigung Bernd Mindner“ und zwei Rettungswagen des Johanniter Rettungsdienstes standen nebeneinander mit geöffneten Hecktüren. In den Innenräumen der Fahrzeuge jeweils acht Fässer mit der Aufschrift „Ammoniumnitrat “ Darüber gestapelt miteinander verdrahtete Holzkisten und Propangas Flaschen. Die gesamte Konstruktion abschließend mit zwei an den Hecktüren montierten elektronischen Timern und Empfangseinheiten komplettiert. Diese Empfangseinheiten waren eine pfiffige Konstruktion aus Radioweckern und Handyinnenleben, die es so noch nicht gab. Doppelt abgesicherte Zündmechanismen, die jeder halbwegs begabte Elektronikfreak mit etwas Geschick zusammen basteln konnte, aber eben nicht Handelsüblich. Erdacht von mir, um sicherzustellen, dass sie auf jeden Fall ihre mörderischen Signale zum von mir gewünschten Zeitpunkt abgeben würden. Zwar glaubte ich das sie im Glauben an ihre göttliche Mission im Auftrag Allahs bereit waren zu sterben, doch ich vertraute meinen Dschihadisten nicht zu einhundert Prozent. Wer weiß, welcher dieser vermeintlichen heiligen Krieger nicht doch in der letzten Sekunde kalte Füße bekommen würde. Einhundert prozentiges Vertrauen, ist eine Sache für Gläubige, nicht für Menschen, die ein echtes Ziel haben. Deshalb habe ich auch auch zwei Mann Besatzung pro Fahrzeug, so kontrollierten sie sich selber.

Doch von diesen Überlegungen wussten sie natürlich nichts. Für sie war ich der deutsche Konvertit, der mit Feuereifer die Botschaft ihres Propheten verbreitete, bestens militärisch geschult ist und zum Anführer geboren war. Ich würde mit Freuden, Glaubensbrüdern oder wie immer man mein Gefolge intellektueller Nieten bezeichnen will, für ihre Sache in den Kampf ziehen, als Märtyrer sterben um meine Belohnung im Paradies zu empfangen.

Das Glaubten sie wirklich. Eine Bande von Strolchen und Banditen, die plötzlich aus verschiedensten Gründen zum Glauben fanden und nun ihr Seelenheil retten wollten, durch unselige Selbstmord Attentate. Ich hatte sie in diversen Moscheen des Landes aufgelesen und ihnen ein Ziel und ihrer Existenz einen Sinn gegeben. Nun waren sie bereit alles zu tun, was nötig war, um ihrer wirren, menschenverachtenden Religion zu dienen und mir. “Gott will es“ klang es in meinem Kopf, ich lächelte amüsiert in mich herein.

Es war als hätte sich Gott direkt von ihnen abgewandt, aber diese verblendeten Dummköpfe wurden noch Allah ist groß brüllen, bevor sich ihre kleine, unbedeutende Existenzen buchstäblich in kleine Teile über Berlin verteilen würden. Diese Leute machten mich krank, wie diese stupide Masse Mensch, die sie angreifen würden. Diese Menschheit, die ihre Seele an den Konsum und das Märchen von der Demokratie verkauft hatte und wo jeder, Jedermanns Feind geworden war.

Gestern war ich im Multiplexkino am Ku'Damm, habe mir einen Western angesehen, da gab es in zwei Stunden mehr Tote, als ich auf dem Balkan in meinen ersten zwei Monaten gesehen habe. Die Kids saßen das futterten Popcorn und unterhielten sich prächtig. Mord und Totschlag als Popcorn Kino und als Vorprogramm Konsumwahn. Was für eine verfickte Welt das doch geworden ist, hier im Land der Dichter und Denker.

Auf dem Weg zum Alexanderplatz sah ich in die Gesichter der eiligen Passanten, lächelte eine hübsche Polizistin an und betrachtete gelassen die versprengten Touristengruppen. Eine Gruppe geschäftiger Asiaten hantierte pausenlos mit ihren Digi Cams, als wollten sie jede Sekunde Alexanderplatz akribisch dokumentieren, hingen dabei an den Lippen ihres Reiseführers. Einige von ihnen würden heute vermutlich, die besten Fotos ihres Leben schießen.

Ich schaute auf meine Uhr, 10.13 Uhr. Noch 17 Minuten. Ich holte mir eine Latte Macchiato beim Alex's Bäcker und ließ mich auf einer der vielen Bänke nieder, um dem bunten Treiben und der Vitalität dieses Platzes zu folgen. Hätte ich nur das Bild der Menschen hier vor Augen, nichts hätte mich dazu bringen können, sie Lektionen zu lehren, wie ich sie nun dem Land erteilen würde. Diese quirlende Leben vieler Tausend, die hier in Frieden den Frühsommertag genossen oder nur vorbei eilten, um andernorts ihrem Tagwerk nach zugehen.
Doch die Welt war so viel anders geworden, ein quälender Vorhof der Hölle, voll maskierter Menschenroboter, die vergessen haben, was es bedeutet zu Leben, die nur noch des Anderen Hölle waren. Der Ignoranz willen.
Sie waren, wie diese Fundamentalisten, die mir folgten, dumme Fanatiker mit oder ohne Glauben. Mit wertlosen Werten, die sie in dem Moment verrieten, wenn es um ihren eigenen, kleinen, verschissenen Arsch ging. Keine Welt die Gnade brauchte, sondern eine Welt, die Lektionen brauchte.Lektionen, die vielleicht, aber nur vielleicht wieder den Menschen zu tage förderten. Das soziale Wesen, dem die Gemeinschaft etwas bedeutet.

Die Geschäftigkeit der Menschen lenkt mich ein wenig vom Kommenden ab. Das Wetter war ideal, um sich an den Flanierenden zu erfreuen, die Meisten mit festen Ziel, Andere nur bei der Entdeckung der Stadt. Besonderes Augenmerk schenkte ich den jungen Mädchen. Unschuldig wirkend, in sommerliche Leichtigkeit gekleidet.

10.19 Uhr.
Lange hatte ich auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet. War ich der falsche Freund von verblendeten, manchmal sogar intellektuellen Losern und ihrem Gefolge von Halbaffen. Ich ihr Führer, der ein Gesicht hatte, das sie nicht kannten. Dieses Gesicht, dass sie auch nie wieder sehen würden, nach 10.30 Uhr.

Mein Uhrwerk lief mit der Präzision einer Atomuhr. Fahrzeuge näherten sich ihren Standorten, wirre Gedanken transportierend, mein Mittel zum Zweck.
Ich spürte den angenehmen Geschmack des warmen Latte Macchiato's , ein wenig zu süß geraten, doch das störte mich nicht.

10.24 Uhr.
Ich ließ das Leben auf dem Alexanderplatz an mir vorbei gleiten, das Park Inn Hotel im Blick und mich am Anblick der Weltzeituhr erfreuend. Dieses sozialistische Relikt, erinnerte mich an unbeschwerte Jugendzeiten in den ich mich in die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik absetze, um ab und zu, dem piefignen Niveau meiner heimatlichen Kleinstadt zu entfliehen. Meine Beobachterposition war ideal und komfortabel.
Ich dachte an den Besitzer des Volvos, sein erstaunten Blick, als er getroffen von meiner Kugel auf seinen Fahrersitz zusammensackte und sein Blut neue Wege über den aufgefalteten Stadtplan zeichnete. Er sorgte sich nicht mehr, er wartete still im Kofferraum seines Autos. Nichts würde ihn mehr berühren, er wusste nicht, das er Teil des Großen sein würde. Er war nur ein weiteres Opfer vom Alexanderplatz, irgendwann am Ende, wenn die Polizei die Akte schloss.

10.25 Uhr
Ich wählte die erste Telefonnummer.
Über dem Alexanderplatz lag bereits, diese anfangende brütende Hitze eines heißen Sommertages, als ich das Grollen der, durch die umstehenden Gebäude gedämpfte Explosionsgeräusche hörte. Ein kurzes dumpfes Knallen, eher sonor klingend, als zerstörerisch. In meiner Vorstellung konnte ich den belebten Parkplatz aus der Vogelperspektive sehen. Ein zerfetzter Volvo 850, Rauch, Flammen von auslaufenden Benzin, stark beschädigte, benachbarte Fahrzeuge. Herumfliegende Trümmer brachten den anliegenden, fließenden Verkehr zum erliegen. Weit entfernte Geräusche quietschender Bremsen und aufeinanderprallenden Bleches. Abrupte Vollbremsungen, darauf folgernde Auffahrunfälle, das Verkehrschaos brach los. Vermutlich hatte die Bombe auch einige Passenten verletzt. Nicht notwendige Kollateralschäden, doch das ist Terror, Sprengstoff kennt nur ein Ziel, sich explosionsartig auszudehnen. Er kennt keine spezifischen Opfer, unterscheidet nicht zwischen gut und böse.
Die Sicherheitskräfte waren nun alarmiert. In die Besucher Scharen der Wirtschaftstagung im Park Inn Hotel, würde jetzt sehr schnell Bewegung kommen.Die Polizei und Secruity würden umgehend eine Evakuierung der Tagung veranlassen. Ich schlürfte an meinen Latte Macciato.

10.28 Uhr.
Der vor weniger als einer Stunde in der Tiefgarage des Park Inn Hotel geparkte Transporter der Reinigung Bernd Mindner erwartete seine Aufgabe zu erfüllen, in diesen Moment sollte der zweite Lieferwagen laut der GPS Anzeige auf meinen Smartphone in das Parkhaus eingefahren sein und einen geeigneten Standort suchen. Die GPS Anzeige war erloschen. Der Standort war nun egal, das wussten nur die Fahrer nicht. Ich wählte die zweite Kurzwahlnummer im Speicher.
Dabei stellt ich mir die Unruhe und Irretation unter den Tagungsbesuchern vor, die in diesen Augenblick von den Sicherheitskräften aufgefordert wurden, das Gebäude zu verlassen, da in der Nähe eine Gefahrensituation entstanden sei.

Ich lächelte, das kalkulierbares Szenario einer Hollywood-Kulissen, nur um so vieles lebendiger. Authentischer und Lebensnah.

Die Stimme des Redners der Tagung der Finanz Eliten wurde abrupt von einer Lautsprecherstimme der hausinternen Sound und Sprechanlage unterbrochen, eben als er wiedermal auf die Notwendigkeit des globalen Agierens der deutschen Finanzinstitute hinwies. Sie forderte im Namen der Polizei alle Anwesenden auf, das Hotel umgehend durch den Haupteingang zu verlassen, als ein schweres Grollen das Gebäude erzittern lies. Verwirrung und Entsetzen auf den Gesichtern, unkontrollierbare Panik setze ein. In der Hauptsache in schwarze Anzüge gekleidete Banker und Politiker fingen an aus den Ausgängen zu quellen, hetzen in Richtung Foyer und Haupteingang. Überrannten, was und wer im Wege stand oder nicht mithalten konnte. Schmerzensschreie gestürzter und desorientierte Finanzhaie und anderer Besucher erfüllten die Hallen, das Gebäude zitterte unter den exzessiven Druckwellen der beiden Detonationen in der Tiefgarage.

Das dumpfe Grollen einer, dieses mal weit schwereren Detonation, war zu hören. Ich hatte soeben auch die dritte Telefonnummer gewählt. Der Klang der ersten Detonation in der Tiefgarage war noch nicht verklungen, da erfüllte das nächste Grollen das Haus. Ungebändigte Wut einer zweiten heftigen Explosion, die das Gebäude erschütterte. Ich sah das Gebäude des Park Inn Hotels erzittern, tatsächlich war der siebziger Jahre Bau in Bewegung. Ich wusste was 1000 Kilogramm Semptex anrichten konnte, verstärkt durch verdichteten Kunstdünger. Es war trotzdem beeindruckend, wie das Gebäude sichtbar in Schwingungen versetze wurde, erschüttert an seiner Basis. Wie ein lichter Schleier löste sich Putz, zerstäubt durch die Schwingungen der Druckwellen, ließ die kantigen Konturen des Holiday Inn weicher erscheinen, bis sich in Fassade und Glasfront erste Spuren der Wirkung der Explosion zeigten.

Die in der Sonne strahlenden Fensterfronten barsten, stürzten in Bruchstücken in die Tiefe. Kaskaden aus Millionen Teilen kleinster Splitter ergossen sich über die Menge vor dem Hotel. Über die Treppe des Haupteinganges versuchten panische, entsetze Menschenmassen ins Freie zu gelangen. Teils gelang es, teils wurden sie von herabstürzenden Glas und kleineren Fassadenelementen zu Fall gebracht. Verzweiflung und Wehklagen brach sich an den Gebäuden des Platzes.

Jetzt bedauerte ich die Entfernung. Ich konnte mein Werk nicht in voller Schönheit genießen. Doch einige Web Cams würden es aufzeichnen.

10.29 Uhr.
Rauchschwaden fingen an, aus dem Gebäude zu dringen, vermischten sich mit Staubschleier, Trümmerteilen und Panik. Der Schwall panischer Menschen, die aus dem Park Inn flüchtete, wuchs. Der Alexanderplatz war ein Schrei aus Panik, Entsetzen und Verwirrung. Zufällige Passanten, Touristen und Teilnehmer der Wirtschaftstagung mischten sich in einer seltsam wirkenden verängstigten, chaotischen Hektik. Man hätte erwartet vom Platz flüchtende Menschen zu sehen. Doch eher das Gegenteil war der Fall, der Platz füllte sich zusehends. Völliges Chaos herrschte.

10.30 Uhr.
Erste Sirenen von Rettungsfahrzeugen waren zu hören, zwei Johanniter Rettungswagen waren zu erkennen. Über Seitenzufahrten bahnten sie sich den Weg in Richtung Park Inn Hotel. In der Menschenmenge bildeten sich Spaliere, ich konnte kaum noch etwas von dem Geschehen vor dem Hotel sehen. Es war egal, ich wusste das die Rettungsfahrzeuge, die perfekte Position in der Menge einnehmen würde. Keiner würde sich in dieser Fleisch gewordenen Menge Angst und Verwirrung fragen, wieso eine Minute nach den Explosionen bereits Rettungskräfte am Katastrophenort eintrafen. Unter den Menschen keimte nur Hoffnung auf Hilfe im unbeherrschbaren Chaos.
Rauchschwaden drangen nun immer stärker aus dem Hotel, den Platz zu verhüllend. Schreie und Angst beherrschten das Szenario, als ich berstende Geräusche vernahm. Ich schaute an der Fassade des Park Inn Hotel herauf. Ich war überrascht, es schien, als erzitterte es wieder, doch keine Explosionen. Das Gebäude arbeitete in seinen Strukturen, ganze, überdimensionale Teile der großen Fassade begannen sich jetzt zu lösen, stürzten donnernd und tosend in die Tiefe. Ich war jetzt so blind, wie viele Menschen auf dem Platz, sog nur noch Details in mich. Die Rettungswagen erreichten in dieser Sekunden ihre vorbestimmten Positionen in der Menschenmenge. Einen Wimpernschlag entfernt, würde sich das Schicksal meines Gefolges erfüllen. Die Tiefgarage des Park Inn und der Alexanderplatz, ihre Ziele, mein Spiel. Keiner durfte überleben, mich enttarnen, dass waren meine Regeln. Ich wählte Telefonnummer vier und gleich darauf Nummer fünf.

Noch während ich aufstand, sah ich die gewaltigen, fast zeitgleichen Detonationen, spürte ihre Druckwelle aus hundert Metern Entfernung und dann für Augenblicke Stille. Ich nahm das Akku aus dem Handy und ließ es in einen Gulli fallen. Das Smartphone würde ich später beseitigen. Schatten von Angst, Grauen und Tod, lagen über dem Platz. Eine Blutspur. Es war Zeit zu gehen.

Die Autos glitten an mir vorbei, die Autobahn war belebt. Doch ich hatte Zeit, fuhr entspannt auf der A10 Richtung Hamburg, genoss die vom Sonnenschein überflutete Landschaft und lauschte den hektischen Meldungen im Radio. Erst verwirrte ich die Hauptstadt und nun das ganze Land. Das waren mehr als die obligatorischen fünfzehn Minuten Ruhm. Ich habe noch viel zu tun.




© George W. Lästerbacke



Samstag, 2. Februar 2013

Die Erde hat mich wieder!


Über Flugangst, bewaffnete Drohnen und überwundene Ängste, die doch immer bei dir sind.

Es ist erstaunlich, ich bin mehr geflogen, als viele andere Menschen. Aber ich tue es immer noch mit einen unguten Gefühl. Ich weiß das es unlogisch ist Flugangst zu haben. Ich mag es sogar zu fliegen. Die Aussicht auf einen Sonnenaufgang über den Wolken, dass ist einfach unbezahlbar. Ähnlich dem Blick über den Grand Canyon, von einer Gläsernen Plattform aus. Man ist beeindruckt von der Erhabenheit und dem schier unendlichen Blick über die Welt. Aber jedes mal, spüre ich ein unbestimmtes Gefühl von Angst, ähnlich dem Gefühl, dass man gelegentlich verspürt, wenn man in einen dunklen Keller kommt, irrational und doch nicht zu ignorieren.

Die menschliche Psyche, ist einfach immer noch steinzeitlich, wie unsere Körper selbst. Das gestehen wir ungern ein, der Homo Modernus Individualis des 21. Jahrhunderts sollte keine Ängste mehr kennen. Doch es ist ein Fakt, unsere urzeitlichen Ängste dominieren uns, mal mehr, mal weniger. Die Angst im dunklen Keller, ist dabei sogar viel logischer, als die Flugangst. Den die Angst in der Dunkelheit ist evolutionistisch erklärbar.

Die Flugangst dagegen, ist durch unsere Erfahrungen in unserem Zivilisationsalltag zu suchen, also erworben. Unbewusst antrainiert, wie ein pawlovscher Reflex. Wir besitzen für das Fliegen keinen natürlichen „Warnrezeptor“. Die Natur hat niemals vorgesehen, dass wir fliegen. Wir haben durch unsere Entwicklung in der zivilisierten Welt gelernt, dass Flugzeuge abstürzen können. Ergo, Schlussfolgern wir unbewusst, das wir in dem von uns betretenen Flugzeug sterben können. Auf diese Art haben wir eine modifizierte Art der Todesangst erlernt. Ich empfinde diese Vorgang in meiner Psyche als extrem störend, auch wenn es mich nicht davon abhält zu fliegen. Mein Verstand, gepaart mit Lustgefühl und ein paar kleineren Urängsten, die ohne Zweifel auch für das Überleben wichtige Funktionen haben, würde mir reichen.

Diverse abstrakte, eher geistiger Unreflektiertheit geschuldeten, schwachsinnige Ängste vor Spinnen, Bienen und anderen wenig bedrohlichen Getier sind sowieso heilloser Unfug. Diese sind schon Generationsübergreifend, als sinnfreie Hysterika, meist von mütterlicher Seite vererbt. Diese Ängste sind einfach dumm. Nicht weitergereichte Weisheit, sondern weitergereichte Dummheit.

Über aus traumatische Erfahrungen und daraus resultierende Ängste, möchte ich nicht spekulieren. Diese sind für die Betroffenen ein übles Los. Das sie nur mit viel Überwindung und Anstrengung aufarbeiten können. Aber auch müssen, wenn sie glücklich leben möchten.

Täglich erfährt man etwas über seine Ängste. Obwohl ich, als allgemein eher taff gelte. Habe ich diese Erfahrung vor kurzen, im Zusammenhang mit einer Reise in meine Vergangenheit als „Denkmaschine“ auch wieder erfahren müssen. Ein bereits geschlossenes “Buch“ in unserer Seelenbibliothek, aktiviert immer wieder die unangenehmen Erinnerungen, somit auch unbegründete Ängste.

Diese Erregung, die dich erfasst, wenn man plötzlich gebeten wird Entscheidungen zu fällen, die man in der Vergangenheit schon gefällt hat. Immer rational und logisch orientiert an scheinbaren Fakten und den eigenen vernünftigen Gedankengängen folgend.

Trotzdem weiß man, dass man oft nicht nur eine rationale, auf harten Fakten beruhende Entscheidung fällt, sondern es Menschenschicksale betrifft. Spätestens dann, wenn man den „Elfenbeinturm“ seit längeren verlassen hat, erreicht man diese Klarheit.

Aus dem Elfenbeinturm sieht so eine Entscheidung oft noch ganz anders aus. Aber mit dem Abstand der Zeit funktioniert das Gewissen dann oft doch. Die menschliche Psyche ist wirklich sehr unpraktisch.

Es ist ein wenig so, als ob man die aktuelle Diskussion zu Anschaffung von bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr betrachtet.
Soldaten, die dort sitzen und diese Waffen bedienen, die werden das immer aus der Sicht eines Videospielers betrachten, der eine phantastische 3D Grafik im Spiel hat. Nicht mehr, es berührt sie wie einen World of Warcraft Gamer. Nicht wie einen Menschen, der andere tötet.
Doch irgendwann, wenn die Video-Krieger aus ihren „Bunker“ heraus sind, wieder in der echten Welt angekommen. Vermutlich erst dann, nach vielen Jahren, verstehen sie, dass sie Menschen getötet haben.

Auch wenn sie nach ihrem gültigen Werte System, das Richtige getan haben. Sie werden sich auf einer rationalen Ebene sagen können, es war richtig, was ich getan habe. Doch ihre Seele wird belastet sein, dem Einen wird es nicht so schwer schaden. Weil er ein gesundes rationales Denken an den Tag legt, doch anderen macht es kaputt.

Sicher ist nur eins, spurlos und ohne Leid gehen Ängste an Niemanden vorbei. Dass ist auch unserer Zivilisation geschuldet. Die zweierlei Maß anlegt. Du sollst töten, weil die Politik, sagt es ist gerecht. Oder du sollst nicht töten, weil es unmoralisch ist. Es ist nicht verwunderlich, das wir damit überfordert sind. Es ist schon so, das Töten ist eine tief in uns schlummernde urzeitliche Programmierung. Sonst könnten wir gar nicht töten. Doch das Töten ist von unserer Zivilisation, offiziell seit es Gesetzte gibt geächtet. Auch diese Verbot haben wie erworben und es ist Bestandteil unserer Gefühlswelt. Das der Konflikt zwischen erlaubten Töten und verbotenen Töten uns krank macht, ist nur zu gut zu nachvollziehbar.

Ich kann es selbst spüren. Ich bin total müde und absolut wach, nach Ereignissen, die aus der Vergangenheit kommen und dich ab und zu einholen.

Aufgekratzt von der Erregung der Entscheidung. Der seltsame Modus einer Denkmaschine. Welchen ich heute versuche, durch Banalitäten zu überdecken. Der vergebliche Versuch, eine Leiche mit einen Seidentuch zu verschönern.

Wenn ich meine Ängste und inneren Konflikte, auch überwunden habe. Wird es doch, immer wieder auf's Neue bedeuten. Ich bin wieder da. Das Alte mit mir, doch dem Neuen nicht im Wege stehend.

So sage ich nach jedem Flug, die Erde hat mich wieder!


George W. Lästerbacke