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Sonntag, 23. Juni 2019


Philosophisch-weltliche Bibel Notiz:

Neues Testament, Matthäus 5, 38
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn (Zitat: Altes Testament).

Neues Testament, Matthäus 5, 39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.

Anmerkung:
Ich persönlich denke, hier irrte Jesus so gewaltig, dass es schon fast an ein Wunder grenzt, dass das Christentum überhaupt zu einer Weltreligion aufsteigen konnte. Denn er predigt Pazifismus, der zwar nicht explizit einfordert, keine geistige Vergeltung einzufordern, doch dem menschlichen Naturell Konflikte mit Gewalt zu lösen, völlig entgegensteht.
Denn Jesus wurde in seiner Weltanschauung stehts von seinem Gefolge verraten. Gewalt zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Christentums und auch der Menschheitsgeschichte. Das muss ich nicht gesondert erläutern, das weis jeder.

Auch wenn der Gedanke ehrenwert ist, Konflikte gewaltfrei oder auch ohne Widerstand zu lösen, so heißt es doch nicht mehr oder weniger, als sich dem Bösen zu ergeben und zu hoffen, dass es dadurch besser wird. Deshalb halte ich das Alte Testament immer noch für die aktuellere Botschaft, Exodus 21:24 sagt aus Auge um Auge .. Böses vergilt man mit Bösem.

Jesus hätte vielleicht gleich besser die Diplomatie erfunden, in der der geistige Widerstand vor substanzielle Gewalt gestellt wird, diese aber nicht ausschließt. Leider hörte Jesus aber nie etwas von Gleichgewicht des Schreckens. Jeder kann jeden auslöschen, als Option ist eine Sprache, die die gesamte Menschheit versteht. Wenn auch gleich diese Sprache suboptimal ist, so hat sie wohl mehr Leben gerettet, als es jeder Bibelspruch je vermochte.

George W. Lästerbacke

Samstag, 16. Dezember 2017

Die Weihnachtfeier


Bei Firma Fummel, Murks & Mayer, geht's nur
noch um die Weihnachtfeier. Die Arbeit wartet
geduldig im Büro, denn einmal im Jahr, ist das
Personal, so richtig froh.

Frau Müller macht den Glühwein klar, die Petra
ist für Häppchen da. Der Hans, der ist ein
Weihnachtsmann, weil er es kann. Der Peter
schmückt den Weihnachtsbaum, der glänzt auch
schon wie'n Weihnachtstraum.

Nun glänzt die Firma, in Weihnachtspracht, an
alles ist dann wohl gedacht. Der Chef, der steht
vorm Weihnachtsbaum, das Haupt gekrönt von
einer Zipfelmütze, die ist so rot und wirklich
Spitze.

Er spricht von Liebe und Erfolg, was keinen
interessiert, weil der Glühwein folgt. Nun
feiern sie schon ein paar Stunden, die Petra ist mit
dem Hans verschwunden, der Chef redet
unverdrossen, hat sich mit Glühwein abgeschossen.

Frau Müller sitzt unter dem Tische und macht den
Peter richtig frische. Die Azubine, voll wie'n Eimer,
sagt zum Chef, das sieht doch keiner. Zerrt ihn hinter
das Büfett, ach Weihnachten, ist doch so nett.

George W. Lästerbacke

Samstag, 15. Oktober 2016

Jesus, Demokratie und Werte


Im Lauf der Geschichte der Menschheit, gab es viel bemerkenswerte Personen. Zwischen all den Unterbelichteten, Halbgebildeten, Egomanen und Affenähnlichen, da gab es einen, der mehr oder weniger oft, etwas so kluges sagte, wie „Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Auch wenn sich das Abendland gut erkennbar längst von Jesus abgewandt hat und seine Seele dem Konsum und dem schnöden Mammon verschrieben hat, den Satz kennt auch der letzte Blödmann im christlich geprägten Abendland.

Wenigstens in den letzten Generationen von Abendländern, bevor die Segnungen des Internets praktisch anfingen unsere Prioritäten in Sachen Werte zu verwässern. Uns und unserer Kindern, neben äußerst nützlichen Ergänzungen und Erleichterungen auch jede Menge unnützen Müll ins Hirn spülten. Wobei wir immer noch beobachten können, die üblichen Affenartigen, die unserer Gesellschaft mehr oder minder als Nutzvieh dominieren, funktionieren in üblichen Parametern, ergänzt durch Sinnlosigkeiten, wie Pokomon Go und Ballerspielen, Farmville und natürlich Online-Banking.

Jesus prägte hier einen Satz, der wenn man so will sehr die Idee, der Demokratie stärkt. Denn er setzte Worte, gegen die gewalttätige Auseinandersetzung und forderte zum Dialog auf, wie weit sich die Meinungen auch unterscheiden. Es spielt hierbei auch keine Rolle, ob die Person Jesus wirklich real war, denn die Aussage, die getroffen wurde, stammt aus dem Mund eines Menschen. Ich zum Beispiel bin Atheist, kann aber das Bild des Jesus als Urvater unseres Abendlandes akzeptieren, auch wenn ich seine göttliche Abkunft in Abrede stelle. Letztlich glaube ich, das einige wenige Menschen zu Erkenntnis fähig sind, ohne sich erst zu verletzten. Das ist mehr, als mir als Ungläubigen von manchen religiösen Spinner zugebilligt wird.

Allerdings sehe ich das alles gelassen, erstens mag doch jeder glauben, was er möchte, solange er es zu Hause tut oder in seinem Gotteshaus und zweites wusstet ihr, das Gläubige im Durchschnitt einen Intelligenzquotienten von 97 haben? Also, ich persönlich kann da Nachsicht üben. Doch es soll an dieser Stelle ja nicht um Religion und Lästerei gegen, sondern um einen Satz, den man durchaus für unser demokratisches Verständnis stehen lassen darf. Den Jesus Satz.

Als demokratischer Gesellschaften, glauben wir an das, was unsere Demokratien stärkt und freie Gesellschaften von autoritären Regime unterscheidet. Es ist die Redefreiheit, die Fähigkeit und Möglichkeit unserer Gedanken Angstfrei vor Strafverfolgung zu äußern. Im Laufe der Geschichte gab es oft einsame Stimmen, wie die von Jesus, die von der Mehrheit gehört wurden mussten, damit Fragen gestellt werden konnten, die diskutiert werden mussten Fragen die kommentiert und kritisiert werden konnten oder Befürworter fanden. Oft waren das Meinungen, die am Ende, die Gesellschaft und die Geschichte veränderten, wenn auch langsam. Wenn auch viele, insbesondere die Mächtigen und ihre Anhänger mit dem, was gesagt wurde nicht einverstanden waren. Die Stimmen die, die Freiheit als höchstes Gut priesen, Menschen die die Meinungsfreiheit oder nur ihre eigenen Ideen verbreiten wollten, deren Meinung wurden als falsch, ketzerisch oder blasphemisch gebrandmarkt. Doch wie wir von Jesus, Galileo, Kepler oder Darwin gesehen haben, ist das der einzige Weg, die Erkenntnis und die Zivilisation wachsen zu lassen, die Wahrheit, Freiheit und Meinungsvielfalt. Der friedliche demokratische Kontext hat die Welt in den 70 Jahren nach dem zweiten Weltkrieg weiter gebracht, als Jahrtausende davor, die von Zwist, Zwietracht und Kriegen dominiert wurden.

Doch heute, grade in unserer Heimat Deutschland, die sich zu einer friedliebenden und erfolgreichen Oase entwickelt hatte, beobachten wir, wie eine Minderheit aus Politik und medialen Schnorrern, die von Gebühren und Steuern der Mehrheit des Volkes existieren, brutalst möglich, gegen andere, mehrheitliche Meinungen vorgehen. Keine Lüge, Verdrehung, falsche Darstellung, Halbwahrheit oder Weglassung ist zu dreist, um die als Staatsräson geltende Meinung einer radikalen politischen Minderheit in Regierungskreisen öffentlich glaubhaft darzustellen. Es ist so schlimm geworden, das über 60% der Deutschen, bereits in Umfragen sagen, sie Leben in einer Diktatur. Noch vielleicht nur in einer Meinungsdiktatur mit demokratischen Restelementen. Aber diese Reste Demokratie bestehen nur noch aus Wahlspektakel mit wertlosen Versprechen. An der Realpolitik ändern sie nichts, den politische Entscheidungen erfolgen unter Ausschluss öffentlicher Beteiligung. Hierbei beziehe ich mich nicht nur auf die aktuelle politische Islam-Debatte, sondern auf das politische Gesamtspektrum der Entscheidungen.

Traurig ist nur, das erst die Islam-Debatte, das Desaster unserer Demokratie offenkundig hat werden lassen. In ganz Europa und auch Weltweit, werden Islamkritiker, wie Bachmann, Salman Rushdie, Geert Wilders, Ingrid Carlqvist, Theo van Gogh, Mohammad Karikaturisten, wie Stéphane Charbonnier und andere Redakteure bei der satirischen Zeitschrift Charlie Hebdo von Kräften aus dem grün-linken Spektrum verteufelt. Nur weil ihre Meinung von der bis zur Selbstaufgabe, toleranten EU-Politik penetrant abweicht.

Ich will nicht alle Äußerungen solcher Islamkritiker verteidigen., den manchmal sind sie schon, weit hinter der tolerierbaren Linie. Allerdings muss ich sagen, der mittelalterliche Islam, mit seinem Buch, das von einem ungebildeten Hinterwälder verfasst wurde, ist für die Werte Europas des 21.Jahrhunderts eine Gefahr. Denn es kommt oft mit Menschen, welche ihr Leben lang von Koran Inhalten indoktriniert wurden. Menschen ohne oder niedriger Bildung. Das Ziel in Europa, Menschen zu integrieren ist ohne Frage durch den Koran als einzige Quelle der Bildung oft in Frage gestellt.

Mögen manche Aussagen der Islamkritiker als umstritten gelten, oft sind die lautstarken und schärfsten Kritiker des extremistischen Islam, die vor unkontrollierter Einwanderung, Zensur und andere Politischen Fehlentscheidungen warnen, die einzigen, die, Probleme beim Namen nennen. Probleme, die von der Friede, Freude, Eierkuchen Fraktion in der EU zu gerne totgeschwiegen oder verniedlicht werden. Doch die Beschuldigungen von Islamophobie bis Volksverhetzung in Europa, ändern nichts an unmittelbaren Bedrohungen durch Islamismus für humanistische Werte, die von Islamkritikern angeprangert werden. Von Frauenrechten bis hin zu den Menschenrechten, der Islam negiert diese und erwartet totale gesellschaftliche und politische Unterwerfung. Wir reden hier nicht von einem reformierten Christentum, sondern von einer politischen Ideologie, die im Mantel der Religion daher kommt.

Nicht ohne Grund werden hunderttausende von Islamkritikern in der islamischen Ländern mit Gefängnis und Tod bedroht. Einige wurden für ihre Warnungen ermordet, auch in Europa. Hier erinnern wir an Charlie Hebdo und mittlerweile hunderter unschuldiger Terroropfer in der europäischen Union. Die Ironie dabei ist, dass die europäischen Zensoren und Möchtegern-Zensoren, wie die Europäische Kommission, der deutsche, niederländische, österreichische Gerichte und selbstredend links-grün verseuchte Regierungen, Facebook, Twitter und andere soziale Netzwerke dazu missbrauchen, um ihre Meinung als die einzige darzustellen, die es wert ist die Meinungsfreiheit zu genießen. Jeder andere soll seiner Meinungsfreiheit beraubt werden. Das ist abscheulich, undemokratisch und kontraproduktiv für unsere Kultur und Gesellschaft.

George W. Lästerbacke

Freitag, 13. November 2015

Freitag der 13. - Der schwarze Freitag


Sind alle die diffusen Ängste, die sich um diesen Tag ranken, nur abergläubischer Unfug oder böse Realität?

Du schlägst die Augen auf, ein Blick auf die Uhr sagt dir, du hast verschlafen. Schon sitzt du auf der Bettkante, auf dem Weg ins Bad ein Blick auf den Kalender, es ist Freitag der 13. Ausgerechnet heute, denkst du, ein wichtiges Meeting. Merkwürdig, obwohl wir moderne und aufgeklärte Menschen sind, werden wir an Tagen wie diesen vom Aberglauben heimgesucht. Wir rechnen mit dem Schlimmsten.

Objektiv betrachtet ist es völliger Unfug diesen Tag zu verteufel. Das besagt jedenfalls jede Statistik, die ich kenne. An einem Freitag dem 13. widerfahren uns nicht mehr oder weniger Missgeschicke, Unglücke und Katastrophen, als an jedem anderen Tag des Jahres.

Warum sollte es auch anders sein? Es gibt nicht einen vernünftigen Grund dafür dem Tag zu misstrauen. Doch gesellschaftliche Einflüsse und ein antrainierte Aberglaube funken uns hier, in unsere übliche Rationalität. Wie bei einem pawlowschen Reflex, bewerten wir die Vorfälle des Tages vorsichtiger und kritischer, als üblicher Weise. Einfach nur, weil unser Gehirn aus den scheinbaren Erfahrungen Dritter, die uns im Laufe des unseres Lebens beeinflussen und von denen wir lernen, wie die Eltern, Verwandte, Freunden und Bekannten falsche Schlussfolgerungen zieht. Es sind Informationen, deren Wahrheitsgehalt wir nie hinterfragt haben. Da dieser Personenkreis, in der Regel, für uns vertrauenswürdig erscheint. Tatsache ist jedoch, die Erzählungen von schlimmen Malheuren, die ihnen oder anderen widerfuhren machen uns ängstlich und abergläubisch. Dabei ist es irrelevant, ob wir den Berichten glauben oder nicht. Denn unser Gehirn prüft und interpretiert diese Information selbständig und erstellt eine Gefahrenanalyse. Das Ergebnis ist oft der Aberglaube. In der Psychologie gibt es sogar einen Fachbegriff für diese irrationale Furcht. Man nennt es Paraskavedekatriaphobie, was man vielleicht mit regelmäßiger wiederkehr von Ängsten vor dem Übernatürlichen übersetzen könnte. Und egal, wie rational wir die Tatsachen in anderen Gehirnarealen bewerten, der "Angstbereich", ist so dominant, dass wir ihm praktisch ausgeliefert sind. Den Angst ist ein Urinstinkt, der uns oft das Überleben in gefährlichen Situationen ermöglicht hat. Das ist eigentlich ziemlich dumm, doch es ist eben wie das ungute Gefühl in der Dunkelheit, hinter jeder Ecke könnte eine Gefahr lauern. Es ist die diffuse Angst, man könnte die Kontrolle verlieren, die unseren Aberglaube unbewusst beeinflusst.

Im Prinzip ergänzen wir unsere naturgegebenen Überlebensinstinkte, nur um ein paar, sinnlose Ängste. Das ist nicht schlimm, doch es bremst es aus. An einem Freitag, dem 13. stagnieren wir unbewusst. Zum Glück sind wir nicht 365 Tage im Jahr so, sonst hätten wir ein Problem, denn die übermäßig gesteigerte Vorsicht hemmt uns, und bremst die Entfaltung der eigenen Fähigkeiten aus.

Doch so ein wenig Aberglauben, als unnötiges Extra, gönnen wir uns ja alle mal. Wiederum ist es auch positiv, seine Sinne ab und zu mal zu ein wenig zu trainieren. Denn unser Alltag ist tatsächlich nicht ungefährlich. Viel großes und kleines Unglück ist auch verhindert worden, weil wir Freitag dem 13 unsere Sinne und Instinkte geschärft haben. Dieser Urinstinkt der Angst wurden uns in die Wiege gelegt, um zu überleben. Auch wenn die Angst für eine Welt mit viel mehr Gefahren gedacht war, als unser heutiges Hightech Zeitalter. Also gönnen wir uns diesen kleinen mythischen Aberglauben, an die Kräfte des Bösen ruhig. Denn jedem Jahr gibt es einen und im schlimmsten Falls drei Freitage, die auf den 13. fallen.

Interessant ist, woher kommt dieser Aberglaube eigentlich?
Fälschlicher Weise wird oft der Tag des Börsenkrachs im Oktober 1929 in den USA verantwortlich gemacht. Das stimmt so nicht, den dieses Unglück nahm schon am davor Donnerstag seinen Lauf. Das Datum ging als "Schwarzer Freitag" im Englischen "Black Thursday", also "Schwarzer Donnerstag" genannt in die Geschichte ein. Ob ein schlichter Übersetzungsfehler oder die Vermischung mit einem Börsencrash in Deutschland ist unklar. Den tatsächlich gab es am Freitag, den 13. Mai 1927, einen Kurseinbruch an der Berliner Börse. Doch der wirkliche Grund für den schlechten Ruf des wehrlosen Wochentages liegt in unserer christlich-abendländischen Tradition.

In Deutschland verbreitete der Aberglauben erst vor etwa 50 Jahren in der breiten Bevölkerung. Ein wesentlicher Grund: 1957 wurde der Stapellauf eines Öltankers verschoben, der auf einen Freitag den 13. gefallen wäre. Darüber machte sich ein Journalist in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, einer großen deutschen Tageszeitung, lustig und trug damit unbewusst, aber nicht unwesentlich zur Verbreitung des Aberglaubens bei.

Aber sowohl der Freitag als auch die Zahl 13 waren schon lange in Verruf. Mindestens seit Christi Geburt, dem Beginn unserer Zeitrechnung. Hier gibt es gleich mehrere Gründe. Der Freitag gilt bei den Christen als Trauertag, Jesus wurde am Karfreitag gekreuzigt. Ein weiterer Grund: Es ein Freitag, an dem Adam und Eva aus dem Garten Eden vertrieben wurden, denn sie aßen die verbotene Frucht vom Baum der Erkenntnis und würden sich ihrer Sexualität bewusst. Im Christentum galt dies ebenfalls als ein großes Unglück. Die Katholiken waren es, die den Freitag aufgrund der biblischen Hintergründe eher mit Unheil und Leid in Verbindung brachten. Böse Omen waren ja schon immer dominanter Teil des Katholizismus. Ein Jahr, dass an einem Freitag begann, bringt Unglück, am Freitag geborene Kinder waren "Unglückskinder".

Aus unserer heutiger Sicht wirrer Unsinn, damals tief verwurzelter Glaube. Der Aberglaube dehnte sich weit in vielen Kulturen aus. Die 13 verdankt ihren Ruf mehr oder weniger der Zahl 12. Diese Zahl gilt in vielen Kulturen als "heilig". Sie ist das Symbol der Ordnung und Vollkommenheit, im Gegensatz zu der folgenden 13, die auf seltsame Weise alle Dinge in Unordnung bringt. Die 13 wirkt auf uns nicht rund und harmonisch, chaotisch und unberechenbar. Die 13 ist eine ungrade Zahl. Sie wird auch mit dem Teufel in Verbindung gebracht, als 12+1, das Teufelsdutzend. Die Zahl 12, auch als ein Dutzend bezeichnet, taucht in vielen Zusammenhängen auf. Ein Jahr hat zwölf Monate, Tag und Nacht zählen zwölf Stunden. Die Bibel spricht von den zwölf Aposteln. In vielen Märchen, Sagen und Legenden begegnet uns die Zahl 12, als Sinnbild der Harmonie und Ordnung. Doch auch hier der Gegensatz, die Zahl 13. Sie ist negativ. Ein Beispiel: Es ist im Märchen Dornröschen die dreizehnte Fee, die mit ihrem Zauberspruch das Unglück über die Königsfamilie bringt. Gehen wir wieder beim Katholizismus, haben wir das letzte Abendmahl Jesus mit seinen Aposteln. Dieser hielt das Abendmahl mit seinen zwölf Jüngern. Zählt man Jesus mit, dann waren es aber 13 Personen, die zum Mahle saßen. und Judas, der dreizehnten Gast verriet seinen Herren Jesus Christus noch am selben Abend.

Einige Forscher glauben, der schlechte Ruf der Zahl 13, hat seinen Ursprung in der Verdrängung des Mondkalenders durch unseren heutiger Kalender. Der sich an der Sonnenzeit orientiert. Ein einfacher Grund, der Mondkalender sollte in Misskredit gebracht werden, um den Sonnenkalender zu etablieren. Der Sonnenkalender umfasst zwölf Monate. Vor dessen Einführung lebten viele Menschen nach der Mondzeit. Im Mondkalender, der unter anderem bei den Kelten üblich war, hatte das Jahr einen Monat mehr, also dreizehn Monate. Hier verhieß die Zahl 13 noch Glück. Mit der Einführung des Sonnenkalenders, unter anderem durch das Christentum, änderte sich diese Ansicht. Man versuchte mit allen Mitteln, die Menschen vom Mondkalender abzubringen und dämonisierte die einstigen Glückszahl.

Man sieht also, schon die Religionspolitik vor 2000 Jahren nutze jedes Mittel, um seine Ideen umzusetzen. Ich finde diese Theorie plausibel, würde sie doch auch vorab genannte Beispiele erklären. Die Zahl 13 ist also ein Opfer eines über 2000 Jahre alten Kreislauf der manipulierten Veränderung.

Einen Vorfall, der die Historie des unglückbringenden Freitags noch unterstreicht, liegt über 700 Jahren zurück. Ein Freitag, den 13. des Jahres 1307 war für die berühmten Tempelritter der schwarzer Freitag schlechthin. Philipp IV., König von Frankreich, ließ die Ritter des Templerordens in einer bestens koordinierten Nacht und Nebel Aktion in ganz Europa verhaftet. Viele Tempelritter wurden der Ketzerei angeklagt, in Kerker gesperrt und hingerichtet. Die Ritter waren zu reich und mächtig geworden. Der französische König schlug zwei Fliegen mit einer Klappe. Er schwächte die politische Konkurrenz und schnappte sich die Reichtümer der Ritter. Denn die Templer waren Ritter und Mönche in Personalunion. Der vermutlich wohlhabendste Orden der katholischen Kirche.

Welch skurrilen Blüten der Kult um diesen Aberglauben treibt, ist hinlänglich bekannt, trotzdem erwähne ich es gerne. Die Annahme, das die Zahl 13 Unheil über den Meschen bringt, ist in unserer allgemein fortschrittsgläubigen, wissenschaftlich orientierten Gesellschaft fest etabliert. Viele Hotels in unserer aufgeklärten Welt verzichten einfach auf den 13. Stock oder auch Zimmer mit der Nummer 13. Übrigens auch in Afrika und Asien, wo hat Zahl 13 irgendeine Zahl ist, wie jede andere, ist diese Praxis üblich. Zu groß ist die Angst, uns abendländische Gäste zu verschrecken.

George W. Lästerbacke



Donnerstag, 26. Dezember 2013

Gedanken zum Fest


Seien wir doch einmal Jahr ganz ehrlich zu uns. Noch ein paar Tage und dann ist die Adventszeit auch schon wieder vorbei. Der letzte Weihnachtsfeiertag vergangen und wer fühlte hat sich wirklich weihnachtlich gefühlt?

Ich meine so mit dem Gefühl, dass alle lieben Menschen mal die Zeit haben, für ein schönes und besinnliches Miteinander. Dass sich alle freuen können, einander zu sehen. Liebe liegt in der Luft und Freude. Wer fühlt dass noch und kann es leben, in dem ganzen weihnachtlichen Konsum geschwängerten Getue?

Bis auf die, die sich notorisch die Welt rosa fickenden, pathologisch, emotionalen Heulsusen, die auch bei der übelsten TV-Seifenoper noch flennen, sind doch die meisten Menschen von Weihnachten eher genervt.

Es ist dieser dauernde weihnachtliche Konsumzwang, dem uns die Werbeindustrie eintrichtert, der Stress etwas passendes zu finden, was man schenkt und diese furchtbare Tradition alle möglichen Köstlichkeiten zu kochen. Wobei das leckere Essen, dass man in Ruhe verzehrt, wohl noch der positivste Aspekt des Weihnachtsfestes im 21. Jahrhundert ist. Der klägliche Rest am Fest stresst. Mich persönlich und die Mehrheit aller Menschen die ich kenne. Hätte ich nicht Kinder, auch ich würde lieber dem verkorksten Fest entfliehen. Urlaub unter Palmen oder Ähnliches.

Ich würde lieber nur zwanglos mit meinen lieben ein paar schöne Stunden genießen. Ein Tannenbaum ist toll, ein paar Lebkuchen und von mir aus auch ein paar Weihnachtslieder, eine Kleinigkeit verschenken, um liebe Menschen zu erfreuen. Es ist eine schöne arbeitsfreie Zeit, die man gut ohne diesen weihnachtlichen Klimbim, der heute schon zur gesellschaftlichen Zwangsneurose mutiert ist, nutzen kann.

Der weihnachtliche Gedanke hat als geistiges Erbgut für Atheisten keine Bedeutung, ist nur der Bestandteil der abendländischen Folklore. Zweitausend Jahre alte Tradition eben. Selbst in Familien, die noch dem christlichen Glauben Rechnung tragen, haben allzu oft nur noch die Völlerei und die Befriedigung der Konsumsucht im Sinn. Christliche Werten oder abendländisch Tradition, die das Familienfest der Liebe erst rechtfertigen sind uns abhanden gekommen.

Sind wir ehrlich, würde am heiligen Abend ein zerlumpter Typ und eine hochschwangere Frau an unserer Tür kloppen, wer ließe sie herein, böte ihnen vielleicht sogar ein Mahl und eine Unterkunft an? Vermutlich sehr wenige Atheisten und nicht viele Christen.

Das Fest der Liebe und der Nächstenliebe, dass ist doch schon lange tot. Untergegangen in einer Gesellschaft, in der nur Konsum und Wachstum zählt. Schon im Oktober werden die Supermärkte mit unnötigen Kitsch und Süßwaren geflutet. Und wenn man es überspitzt formulieren möchte, kurz nach dem Weihnachtsfest, kann man schon wieder Osterhasen kauften.

Eigentlich ist Weihnachten nur noch ein Fixpunkt der Verkäufer und der Religion, um ihre weltlichen und geistigen Waren feil zu bieten. Es macht mir zwar immer noch Spaß das Weihnachtsfest, aber nur weil ich es für die Kinder machen kann. Ich bin der Überzeugung, wir sollten anfangen darüber zu reden, wie es anders geht.

George W. Lästerbacke