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Donnerstag, 15. August 2019
Berlin, Görlitzer Park
In Berlin steht der Görlitzer Park als Zentrum von Drogenkriminalität ständig im Focus. Nun fordert die CDU mal wieder eine Null-Toleranz-Politik. Ein Vorgehen, welches man vom RRG Senat in Berlin vermutlich sowieso nicht erwarten kann.
Nun hört sich Null-Toleranz Politik aus dem Munde der CDU für mich schon höhnisch an, wenn ich bedenke, das grade viele der dortigen Drogendealer im weitesten Sinne, als Gäste der Bundesregierung gelten dürfen. Außerdem verschiebt diese Politik eben nur das Problem, wo anders hin. Sie löst es nicht.
Doch in diesem Zusammenhang mit dem Park, ist das wohl die einzige Lösung, im gleichen Atemzug mit der Schließung des Parkes in den Nachtstunden. Es ist öffentlicher Raum, der für den Bürger zur angstfreien Nutzung verfügbar sein sollte. Dafür zahlt der Bürger auch Steuern und Abgaben, so das er einen schönen, gepflegten und erholsamen Ort in der Stadt finden kann. Das alles ist hinfällig, wenn verantwortungslose Politiker in der Stadtregierung anders sehen. Hier kann nur ein hartes Durchgreifen die geforderte Naherholungsqualität des Parkes wieder herstellen. Ohne wenn und aber. Und die Duldung von Kriminalität sollte nicht im Interesse der Allgemeinheit sein, egal wo.
George W. Lästerbacke
Dienstag, 7. Mai 2019
Verblödung in Deutschland
Die Frage heute in unseren westlichen Gefilden ist längst nicht mehr, ob wir verblöden sondern warum. Ist tatsächlich das Volk selbst schuld oder sind es tatsächlich die Gene, dass der durchschnittliche Bürger nahezu an der Grenze der intellektuellen, geistigen Behinderung operiert? Gerne lästere ich etwas über meine Zeitgenossen, die glücklich oder unglücklich plappernd durchs Leben ziehen, sich mit Scheiße aus dem privaten TV Pool weiterbilden. Die oft am Ende ihres Bildungsweges Erich Honecker für einen SPD Politiker halten und Ankara für einen antiken griechischen Schiffsanker. Immerhin, sie wissen was vom antiken Griechenland. War das nicht gleich die Wiege der Demokratie oder so? Sicher etwas überspitzt von mir dargestellt, doch realistisch betrachtet operieren viele Bürger heute genau auf diesen Level von Allgemeinbildung. Keine Ahnung von nichts, aber überall mitreden wollen. Ist diese Verblödung nun wirklich naturgegeben oder doch mit System so gewollt?
Schauen wir doch mal, warum dass so ist und wem es nützt. Erstmal verstehen wohl 90% der Menschen nichts von Politik. Sie bekommen nur halb verdaute Wahrheiten, echte Lügen und sonstige Propaganda der Herrschenden serviert. Medien, TV, jede Art von öffentlicher Information ist entweder manipuliert oder in dem Überfluss von Informationen, einfach nicht mehr als Wahrheit oder Lüge zu erkennen.
Einziges Ziel ist, den Bürger dumm zuhalten. Denn wenn er anfangen würde zu verstehen, das alle Übel unserer Zeit nicht Gottgegebene Schicksalsschläge sind, sonder von Menschenhirn und Hand gemachte Realität, dann könnte es sein, das sich der Bürger erhebt und die Mächtigen zu Fall bringt.
Die Mächtigen, die schon lange nur noch die Lobbyisten der Wirtschaft sind oder die Wirtschaft selbst. Ein kaum zu durchdringender Filz, wenn man nicht systematisch sucht und oft doch so offensichtlich. Ein Filz aus Politik und Wirtschaft, der dafür sorgt, das wenige Menschen unanständig gutes Geld verdienen, während die Mehrheit ausgeblutet wird, bis zur Widerstandslosigkeit. Die Metapher des Vampirs, passt gut zu dem heutigen System von Konzerninteressen, welches längst nichts mehr mit dem guten alten Kapitalismus zu tun hat. Sondern eher an Kommunismus für wenige und Sklaverei für die Masse erinnert. Einer elitären Schicht gehört faktisch alles, sie ist bestens vernetzt, steuert die Medien und für die Masse bleiben Krumen übrig.
Droht ihnen akute Gefahr durch Volkes erwachen, so wird ein äußerer oder innerer Feind geschaffen. Siehe auch, islamischer Terrorismus oder auch die Rote Armee Fraktion in Deutschland. Beides Paradebeispiele für Panikmache und Abbau von Bürgerrechten.
Doch der Bürger mag es ruhig und friedlich, deshalb schaut er zu, ohne dumme Fragen zu stellen. Warum, weil ihm die richtigen Informationen vorenthalten werden. Nicht weil er Grundsätzlich dumm ist, sondern in voller Absicht dumm gehalten wird.
Hier in Deutschland haben wir noch mehr Beispiele. Wie die NSA Affaire. Aufgeputscht und wieder verebbt, Daten von Millionen Bürgern ausgeschnüffelt, doch eine Befragung eines Aufklärers wie Snowden in Deutschland kein Thema. Warum? Die Regierung wünscht das nicht, nur das Abhören der Kanzlerhandys, das war böse. Darüber musste man reden. Das beschnüffeln von Telekommunikation und Datenautobahnen ist nebensächlich.
Dafür ist das vergammelte Essen von Burgerbratern ein breites Thema. Resultat, wochenlang viel leere Plätze in den Räumlichkeiten eines namhaften Menschenmästers. Minimale Schäden und maximale Ablenkung fürs Volk. Wer sich über Gammelfleisch erregt, hat keine Zeit Politikern auf die Finger zu schauen. Ein paar Bauernpfer sind nötig, so hält man Menschen dumm und regierbar. Menschen als Futter für das Kapital gesteuerte Wirtschaftssystem unseres Landes, dessen Erhalt reiner Selbstzweck ist.
Wahlviehhaltung der de lux in Deutschland. Den wo anders ginge es uns doch viel schlechter. Wer könnte so einer Argumentation widersprechen?
Es braucht nur noch die Zersplitterung des Volkes in Gruppen, um in Ruhe regieren zu können und den Leuten das Fell über die Ohren zu ziehen. Und auch da haben unsere Obersten ganze Arbeit geleistet. HartzIV Empfänger gegen Asylanten, Arbeitende gegen Arbeitslose, Raucher gegen Nichtraucher, Dicke gegen Dünne uns so weiter. Nicht etwa ein Krieg der Bürger untereinander, nein medial gesteuerte Manipulation. Die Mächtigen haben es geschafft ein Volk von Untertanen zu erziehen, das gar nicht mehr in der Lage ist Widerstand zu leisten. Es lässt sich nur noch alle paar Jahre an die Urnen treiben, um die Regierungen zu bestätigen oder abzuwählen. An den wirklichen Machthabern in der Wirtschaft, ändert dies aber längst nichts mehr. Dass ist die Verblödung in Deutschland. Und bei den nächsten Wahlen, werdet ihr es sehen die Horde von Ochsen wählt wieder Altparteien, weil Veränderungen eben nur toll sind, wenn die Medien das sagen.
George W. Lästerbacke
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Donnerstag, 21. Februar 2019
Ein offener Brief für Sawsan Chebli
Sehr geehrte Frau Sawsan Chebli
Ich schreibe ihnen heute einmal von Mensch zu Mensch und von deutschem Staatsbürger zu deutschem Staatsbürger. Seit längerem lese ich bei ihren Tweets auf Twitter mit. Durch viele Äußerungen haben sie alles getan, um Zuhörer und Mitleser zu finden. Genug Kritiker und Beifallklatscher haben sie ja gefunden. Doch ich dachte mir, ich schreibe ihnen heute einmal, um ihnen vielleicht auch ein klein wenig, bei ihrer Missionierung Anregungen zu geben. Denn sie twittern zwar offiziell, ganz privat, aber das mit missionarischen Eifer. Deshalb auch mein ganz privater, offener Brief für Sie.
Ich erwarte auch keine Antwort, weil ich den Eindruck habe, dass sie sehr mit sich selbst beschäftigt sind. Deshalb versuchen sie, was ich schreibe, als Inspiration für ihre Arbeit zu sehen.
Persönlich finde ich es toll, dass sie sich sehr für Integration einsetzen und auch ihre Meinung vertreten. Auch Standpunkte zum Antisemitismus und andere Themen kann ich durchaus teilen. Mir ist auch egal, ob sie sich überteuerte Uhren kaufen, solange sie diese bezahlen können, ist das in Ordnung. Mir geht es eher um etwas Grundsätzliches, mir scheint, dass sie selbst in Sachen zwischenmenschlicher Kommunikation schwächeln und so auch ihrem Einsatz in der Integrationsarbeit einen Bärendienst erweisen.
Damit will ich ausdrücken, dass man wirklich wahrhaftig wirken sollte und nicht wie die ewige Nörglerin.
Ich spiele hier nicht auf irgendwelche sprachlichen Ausrutscher oder ihre Qualifikationen an, zu den Themen, die sie aufgreifen. Ich rede schlicht davon, dass sie oft wirken, als würden Sie nicht verstehen, wie die Menschen ticken. Denn genauso muss man Ihre Äußerungen oft auffassen, in der Breitenwirkung.
Es ist hier nicht notwendig sie im Wortlaut zu zitieren und dann ellenlang über ihre Äußerungen zu schwadronieren. Eher möchte ich Sie auffordern, reden Sie bitte einmal mehr mit ganz normalen Menschen auf der Straße und lernen, wie diese denken und dann können Sie weiterhin über, zum Beispiel Integration sprechen. Insbesondere meine ich hier nicht, dass sie in ihrem Berliner Umfeld, wo sie jeder kennt, noch einen Kaffee Latte mehr mit Bekannten schlürfen sollen, sondern, dass sie Deutschland bereisen und mit ganz normalen Deutschen reden. Ohne Termindruck, einfach improvisiert, vielleicht mal im Urlaub von Hamburg nach Bayern und von Sachsen nach Mecklenburg Vorpommern.
Ich tue das oft, weil ich es als Teil meiner Arbeit sehe, Menschen zu verstehen. Und Sie können mir glauben, auch mir fällt es gelegentlich schwer, mich in jedermann hineinzuversetzen. Doch ich tue es, weil auch mein Leben sonst am real existierenden Menschen vorbei geht. Auch schreiben kann von der echten Welt entfremden und dann taugt alles, was ich publiziere nichts mehr.
Aber, jemand wie Sie Frau Chebli, der häufig und gerne über Integration redet, sollte auch die Mentalität der Menschen verstehen, in deren Land andere Menschen sich integrieren sollen. Das ist aktive Integrationsarbeit. Denn diese Integrationswirkungen, müssen Sie nicht in ihren Kreis von Bekannten, Freunden und Politikern erfahren, sondern in der Welt des einfachen Bürgers. Und dieser Bürger tickt noch weniger ähnlich, wie ihr Bekanntenkreis aus dem politisch korrekten Berliner Paralleluniversum.
Berlin ist eine Großstadt, ein teils recht buntes Multi-Kulti Universum und sie gehören heute sogar zu dem privilegierten Teil des Selbigen.
Das finde ich schön, denn Sie haben etwas erreicht und dass ist Beileibe schon eine reife Leistung. Und doch sind Sie sehr Weltfremd, wenn es darum geht, was Integration über Generationen leisten muss. Weil sie gewisse Verhaltensmuster als Ausgrenzung empfinden, heißt es nicht, dass es auch Ausgrenzung ist. Oft ist es einfach nur Höflichkeit oder auch Interesse. Denn der Deutsche an sich, ist freundlich und an seinem Umfeld interessiert.
Ich erwähne hier einmal, Sie erregten sich, dass sie auf einem Flug in englisch von einer deutschen Stewardess angesprochen wurden und sie ärgern sich darüber, dass Menschen sie nach ihrer Herkunft fragen und erstaunt sind, dass sie eine deutsche Akademikerin sind. Weil sie sich aus gutem Grunde als Deutsche sehen, denn so würde auch ich Sie sehen.
Doch der einzige Grund für mich, sie sofort als Deutsche zu sehen ist, ich habe schon einige Informationen über ihren Migrationshintergrund aus den Medien.
Und nun eine für sie vermutlich nicht schockierende Information. Ich bin mir sicher, sie besitzen einen Spiegel, für andere Menschen, die sie nicht kennen, sehen sie aus, als könnten sie eine Touristin/Migrantin sein.
Und hier fängt ihre kommunikative Schwäche unter anderem an, sie weigern sich diesen Aspekt zu akzeptieren. Zu recht sehen sie sich als Deutsche und doch wirken sie auf Menschen, die sie nicht kennen erst einmal fremd. Was bei ihrem Erscheinungsbild, mögen sie auch noch so sehr einen westlichen Modestil folgen, nicht überraschend ist. Es ist aber auch nichts Böses, wenn andere Menschen sie darauf hin geographisch, als nicht Deutschstämmig einschätzen. Das liegt in der Natur der Dinge, dass wir ein einzigartiger und manchmal anders wirkender Mensch sind. So hat uns die Natur erschaffen, einmalig anders.
Gesunde zwischenmenschliche Kommunikation beruht aber darauf, dass man zuerst erkennt, sie sind ein Mensch und dann darauf zu erkennen, dass es kleine Unterschiede gibt, die unser Interesse erregen. Manchmal ziehen wir auch voreilige Schlüsse. Das ist im Einzelfall möglicher Weise etwas störend, doch dass ist das Leben. Und grade Menschen die bereits aktiv integriert sind in unsere Gesellschaft, sollten hier ihre Vorbildwirkung leben. Sie sollten besonders kommunikativ sein, wenn sie im Rampenlicht stehen.
Und so mag es geschehen, dass eine deutsche Flugbegleiterin in einem deutschen Flugzeug, einer deutschen Staatsbürgerin einen Kaffee in englischer Sprache anbietet. Weil sie diensteifrig, etwas voreilig auf Grund ihres Aussehens geschlossen hat, sie wären ein Gast in Deutschland und die Flugbegleiterin, Ihnen Frau Chebli höflicher Weise den Kaffee in einer Sprache anbieten wollte, die Sie verstehen.
So wird es auch immer wieder vorkommen, dass sie Frau Chebli von Fremden in einem Gespräch gefragt werden, woher sie kommen. Denn dies ist kein Beweis für Ignoranz in Sachen integrierter Migrantenkinder, sondern der Beweis, das sich der Mensch untereinander näher Kennenlernen möchte.
Es ist eine Frage der Höflichkeit, Informationen über den anderen zu bekommen, um aufeinander eingehen zu können. Ein Soziologe würde ihnen das jetzt ausführlicher erläutern, aber ich denke, sie sind klug genug, das zu verstehen, wenn sie das wollen.
Den Standarddeutschen gibt es eben nicht, es gibt nur den Deutschen und dieser hat auch immer eine Herkunft, nach der jemand fragen wird. Ich bin Deutscher und sehe wohl auch durchschnittlich deutsch aus. Trotzdem werde ich auf Reisen durch Deutschland überall gefragt, wo ich den genau her stamme.
Das liegt daran, dass auch ich sprachliche Nuancen aufweise, die mich, als nicht unbedingt, den regional ansässigen Deutschen zuordnet. Und wenn sie das verstanden haben, werden sie eben verstehen, dass niemand sie ausgrenzt, sondern viele Menschen versuchen, sie einfach in ihr Weltbild zu integrieren. Weltbilder unterliegen nun mal dem ständigen Wandel, wie der Zeitgeist.
Ich empfinde es als höflich, in Gespräche einzubinden, woher ich komme. Das interessiert die Menschen, weil es völlig normal ist. Und in langen Gesprächen flechte ich sogar ein, dass mein allererster urkundlich erwähnter Urahn, im 11. Jahrhundert in Köln lebte und Advokat war. Wenn ich dann noch bemerke, dass man auch “schwarze Schafe“ im Stammbaum erwähnen muss, lachen in der Regel alle und ich bin in einer unbekannten Ecke Deutschlands schneller integriert als gedacht. Denn ich stelle mich, wie ein Mensch dar, der wie ich und du ist, den die anderen Menschen schon ein wenig Kennenlernen konnten. Offenheit und Humor kommen immer gut an.
Und um auf die Integration, ihrem Anliegen zurückzukommen. Jeder Migrant wird noch über Generationen seine Geschichte erzählen müssen, dass heißt aber nicht, dass er nicht als Deutscher akzeptiert ist. Aber er kann noch mehr erzählen, als die meisten Deutschen ohne Migrationshintergrund.
Und wenn Sie mir jetzt noch nicht folgen können, dann erkläre ich es ihnen auf Wunsch auch gerne persönlich.
Mit freundlichen Grüßen
Georg Werner Sobotta aka George W. Lästerbacke
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Dienstag, 4. Dezember 2018
Offener Brief zum Migrationspakt ...
Auch wenn der Dezember 2018 längst verstrichen ist, die Merkel Regierung vergangen und der Migrationspakt in Marokko unterzeichnet ist, werden diese Worte noch aktuell sein. Denn es wird nie unnötig werden Widerstand gegen Machthaber zu leisten, die nicht den Interessen des Volkes dienen, ob man sie nun Demokraten oder Diktatoren nennt. Denn Grenzen sind fließend und es gilt immer wachsam zu sein, wann Demokraten zu Diktatoren werden.
Wisst Ihr, was mir wirklich stinkt, was mich sauer und traurig macht?
Das seid ihr und ich werde es euch am Beispiel des Migrationspaktes erklären. Der zwischenzeitlich im Bundestag von den Regierungsparteien CDU und SPD durch gewunkene Migrationspakt, war eure Chance zu protestieren und Flagge gegen eine unwürdige Regierung zu zeigen, denn er wurde nicht demokratisch diskutiert. Der Pakt wurde ausdrücklich gegen den Willen unzähliger Wähler und selbst gegen den Willen vieler Parteimitglieder von CDU und SPD durchs Parlament geboxt. Hilfsmittel, die Fraktionsdisziplin, der Beschluss war ein Beschluss der Regierung und wurde durchgeführt. Es war keine andere Fraktion beteiligt, aus verschiedensten Gründen. Doch euer wenn auch nur symbolische Protest blieb aus und die wenigen tausend Bürger, die auf die Straße gingen, die sind tatsächlich nicht das Volk. Das sind nur wenige aufrechte und mutige Bürger, die zu ihrer Meinung stehen.
Ich wäre gerne nach Berlin gefahren, um mit anderen gegen diesen UN- Migrationspakt zu demonstrieren, wenn es denn diese hunderttausende Menschen gegeben hätte, die nach Berlin unterwegs gewesen wären.
Nicht weil ich das Papier für grundsätzlich super schlecht halte.
Im Gegenteil, es ist seiner Zeit voraus. Es ist eine Utopie für eine Welt, die ganz anders tickt, besser, solidarischer und mit Verstand für die Zukunft. Nicht aber für eine Welt voller Massenmördern, Elendsprofiteuren, Blendern und Profitjägern, deren einziges Interesse das weitere Ausbluten der Völker ist.
Ich will gegen diesen Pakt protestieren, weil ich ihn in Händen dieser dummen Merkel Regierung für gefährlich halte. Denn das Papier formuliert, es kann sein, man muss es aber nicht machen. Das hört sich erst mal herrlich unverbindlich an.
Doch wir alle wissen, was das Merkel gerne machen würde und wozu man Gesetze, besonders die Gesetze, die Meinungsfreiheit einschränken und das wiederum insbesondere in Migrationsangelegenheiten, solche Gesetze hätten das Merkel und ihre EU Kumpane gerne.
Merkel & Co wird dieses Papier als Alibi dienen, um die Daumenschrauben für das Volk noch fester anzuziehen. Eine Zukunftsvision die übrigens für viele europäische Länder gilt.
Mal ganz davon abgesehen dass dieser Pakt, auch bei nur teilweiser Ratifizierung durch einzelne Staaten, in die internationale Rechtsprechung als Völkergewohnheitsrecht einfließen wird, wenn man ihn den unterzeichnet.
Ein Grund von vielen, warum einige Staaten nicht unterzeichnen werden. Einige wichtige Staaten, wie die USA, Israel, Australien, die Schweiz und andere haben begriffen, dass sie langfristig Teile ihrer Souveränität aufgeben, wenn sie diesen Pakt unterzeichnen. Und das ist nur ein Aspekt, ein anderer ist, dass sie nicht mehr alleiniger Herr ihrer Steuereinnahmen und der Vergabe von Staatsbürgerschaften sind und es gibt noch viele andere Gründe.
Aber dass ist es gar nicht, was mir wirklich stinkt, was mich sauer und traurig macht. Ich finde es zum kotzen, dass ich hunderte Mails, Nachrichten erhalte und Leute treffe, die mich ansprechen, dass ihnen diese Sache mit dem Migrationspakt ganz und gar nicht gefällt.
Doch wenn es darauf ankommt sitzen alle diese Patrioten und aufrechten Bürger zu Hause auf dem Sofa und schauen zu, wie ein paar tausend Leute, die ihre Meinung offen kundtun, sich in Berlin von irgendwelchen staatlich subventionierten Gegendemonstranten niederbrüllen lassen und denunziert werden.
Keiner bewegt sich in diesem Land und die, die es doch tun, werden als Nazis und Rechtspopulisten verschrien.
Aber die, die eigentlich mithelfen sollten, wie in Frankreich, um Massendemonstrationen zu unterstützen, wie unsere Gewerkschaften haben ihre Zielgruppe, das arbeitende Volk längst verraten und wen wundert das auch, es sind Sozialdemokraten. Denen war ihr eigenes Hemd schon immer näher, als der anderen Leute Arsch.
Regierungstreue Arschkriecher, Denunzianten und Globalisten.
Aber wisst ihr, ich muss hierbleiben auf meinem Sofa, weil sich zum einen massenhaft Leute finden, die quatschen, aber niemand der auch nach Berlin fährt.
Ein Grund der mir einfällt um zu Hause zu bleiben.
Und tausend andere Leute finden tausend andere Gründe als Ausrede, um nicht zu demonstrieren. Doch es sind nur Ausreden, denn wer etwas bekämpfen will, der tut es einfach.
Ich schreibe eben viel und erreiche Menschen, außer auf Facebook. Der Plattform der Labertanten und Sofa-Revoluzzer. Es ist hier wohl eine Stärke, in diesem Sozialen Netzwerk, Online Petitionen zu unterschreiben, nicht aber auf der Straße seine Meinung zu sagen.
Ich habe auch noch einen richtigen Grund zu sagen, solche Massendemonstrationen sind nichts für mich. Eine alte Rückenverletzung, die es mir unmöglich macht lange zu stehen und eine Verletzung am Fuß, die mir langes Laufen fast unmöglich macht. Das Leiden dominiert zwar nicht mein Leben, ich trainiere trotzdem noch 160 Minuten am Tag mit Fahrradfahren und Gymnastik. Aber es macht es mir fast unmöglich, an größeren längeren Großveranstaltungen teilzunehmen.
Trotzdem unterstütze ich diesen Kampf um Demokratie auf meine Art und Allerorts nach Kräften. Während andere von euch immer nur gaffen, wie andere Bürger die Kastanien für sie aus dem Feuer holen oder auch nicht.
Wann wollt ihr endlich anfangen euch zu wehren?
Wenn Merkel weg ist, dann kommt ein anderer Arsch der euch zur Sau macht.
Begreift ihr dass?
George W. Lästerbacke
Freitag, 17. März 2017
👊 Wider der Zeitumstellung 👊
Ob Winter oder Sommerzeit, niemand findet es gescheit ....
Renate ist eine Gewerbetreibende aus Berlin. Sie sollte ein ignorantes Vorbild für uns alle sein. Der ordinäre Deutsche gezwungener maßen oder freiwillig, eher ein Obrigkeitshöriges Trottelvieh. Jedoch hier in Prenzlauer Berg, brodelt der Widerstand gegen den organisierten EU Irrsinn. 👍 Der nun endlich auf dem Prüfstand steht.
In dem Stadtteil Berlins, wo Latte Macchiato affine, Linksintellektuelle, Gender verwirrte Lackaffen, normalerweise die Nase über die Welt rümpfen, an diesem schönen Alt-Berliner Fleckchen leistete Renate in ihrem Zoofachhandel wehemenden Widerstand.
An ihrer Ladentür, dort wo der vereinsamte Juppi, vertrottelte Akademiker und anderen überbezahlte Spinnern, sich mit Vogelspinnen, Leguane und domestizierte Ratten nebst zugehörigem Futter versorgen, hier klebt ein fix am Appel Laptop (Prenzelberg, na logo, natürlich Appel, was sonst? 😋) geschriebener und ausgedruckter Aushang im A4 Format. In einer Folie mit Eselsohr verpackt und mit Tesafilm an die Scheibe geklebt.
Liebe Kunden, liebe Prenzelberger!
Wieder wird die Zeit umgestellt, entgegnen aller Logik und besseren Wissens. Halte ich die Zeitumstellung für völlig falsch.
Deshalb teile ich euch mit:
Meine Zeit bleibt die ganz normale Mitteleuropäische Zeit.
Bitte beachten sie dass, bei meinen Öffnungszeiten.
Vielen Dank
Renate
Eine bewundernswerte Frau, sie schwimmt gegen den Strom. Mitten im Schoss, einer Kundschaft, die man fast als fleischlichen Gedanken, des Pseudo-Fortschritts betrachten kann, gegen den Strom. Renate ist ein Freigeist. Sie stellt sich quer und die Uhr nicht um. So wie es Millionen von Deutschen auch gerne täten und auch tun sollten. Doch die Deutschen sind bekanntlich bequem und trauen sich nicht. Den sicher wird dann ihr weich gespültes Leben holpriger.
In einer Stadt, die unermüdlich an einem Flughafen baut, der nunmehr längst an den Turmbau zu Babel erinnert und vermutlich der teuerste Airport der Welt wird, gibt es also noch normalen Menschenverstand. Überraschend genug, wo doch dort die Regierung sitzt. Das gibt Grund zur Hoffnung, denn ich mag die Zeitumstellung auch nicht. Sie ist wie das Rauchen, zu nichts nütze und doch tut man es. Wobei das Rauchen wenigstens noch den Sinn ergibt, dass sich der Staat die Taschen mit dem Geld der Suchtis füllt, wovon wir vielleicht auch mal etwas abbekommen und es einigen Menschen sogar Spaß oder Genuss verschafft.
Sollten wir Renate nicht nacheifern? Zumindest, in unserem kleinen privaten Umfeld können wir das tun. Ich persönlich gehe immer noch schlafen, wann ich das will, egal wo die Sonne steht. 😉 Feiern übrigens auch.
Seid ihr wirklich schon so unrettbar verloren, dass ihr euch alles, auch den größten Schwachsinn von der Obrigkeit gefallen lassen? Nun ja, seit Merkel könnte man das fast glauben. Es fing mit dem SPD-Schröder, diesem genetischen Unfall an, doch ab da gab es keine Entschuldigung mehr für Mist, den die Politik verzapft. Wenn ihr das weiter duldet und gar mit Wahlsiegen honoriert, sind die Politiker zwar die Stümper, aber ihr die Deppen, die nichts dagegen tun. Unsere Politiker lassen keine Chance aus, ihr Unvermögen unter Beweis zu stellen, aber am Wahltag macht ihr garantiert euer Kreuz bei den größten Dummschwätzern, da lobe ich mir die Renate, auch wenn sie in Prenzelberg lebt, da wo die akademischen Eliten der Rohrkrepierer aus Politik und Wirtschaft sich so gerne produzieren. 😜
Ach ja, neben bei bemerkt, der Erdogan mag ja eher wie ein gemeingefährlicher Vollpfosten mit nationalistischen und islamfanatischen Tendenzen mit seinem Fußvolk wirken, wenn er und sein Gefolge deplatziert gegen Europäische Staaten hetzt. Aber immerhin, die Türken wollen nach neusten Informationen den Blödsinn mit der Zeitumstellung, ab 2017 nicht mehr mitmachen. Etwas gesunder Menschenverstand ist dann doch noch vorhanden. Da können die EU-Deppen doch noch etwas lernen und wir hoffen alle, dass es mit der Zeitumstellung, ab 2020 zu Ende geht. Doch erst wenn es soweit ist, schlafe ich wieder besser.
George W. Lästerbacke
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Mittwoch, 15. Februar 2017
Der Staatsstreich
Hier wieder eine kleine Leseprobe des Anfangs, des letzten Aktes meines Thrillers, unlektoriert wie immer, doch ich hoffe, es macht euch neugierig.
“Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. (Bibel, Matthäus–Evangelium 7.15)
Das Endspiel – 1. Anwerbung
Wie ein Wurm pflanzte sich das Videosignal, unter der Erde, über die Ozeane, die Stratosphäre und den luftleeren Äther via Satelliten, die hoch über unseren Köpfen schweben fort. Irgendwo in Deutschland gesendet, aus den Tiefen des Internets.
Einsen und Nullen im Datenstrom, über dutzende Server in aller Welt geleitet, wurde das Signal nun unsichtbar für potentielle Verfolger, Späher, und Schnüffler. Trotzdem erreichte es sein Ziel.
Die eben noch blinden Monitore der Betrachter in pakistanischen Islamabad, in Tempa USA und im spanischen Bilbao erhellten sich. Die Teilnehmer der Videoschaltung blieben unerkannt, wie der Hauptakteur diese geheimen Videokonferenz, der neue Finanzier ihrer Organisationen.
Ein sachlich und schmucklos eingerichteter Raum wurde sichtbar, keine Möglichkeit für einen Betrachter Anhaltspunkte zu finden, welche Funktion dieser Raum hätte, oder wo er wohl sich befindet. Klare Linien, weiße Wände, ein mit hochwertig wirkenden, roten Teppich belegter Boden und betont scharfe Linienführung machten den sachlichen Raum zu einer asketisch wirkenden Bühne.
Ein miniminalistisch wirkende Schreibtisch im Bauhaus Stil, der den Raum dominierte, wirkte wie die Verkörperung urbanen Schick.
In einem eleganten Ledersessel, die Arme auf den verchromten Lehnen ruhend, saß ein maskierter Mann. Ein gut geschnitten dunklen Anzug, schwarzes Hemd, rote Krawatte.
Kein Telefon auf den Schreibtisch oder sonstige, übliche Bürohelfer störten das Bild, lenkten von der Erscheinung des Sitzenden ab.
Allein der Auftritt und das Erscheinungsbild des Mannes, der eine völlig deplatziert wirkende Maske trug, die durch die Anonymus Bewegung bekannt geworden war, aus dem Film V wie Vendetta, forderte die Aufmerksamkeit des Betrachters.
Keiner der zu dieser Videokonferenz eingeladenen Personen wusste um das Anliegen des Mannes. Der nun die sonore Stimme erhob.
„Guten Morgen nach Tempa Jonathan Milles, Guten Abend nach Islamabad Kazim Al Burr und einen wunderbaren Tag Franco Lorca in das Baskenland. Sie fragen sich sicher, warum ein Unbekannter auf diesem Wege Kontakt zu ihnen sucht. Ein Nobody, der ihre echten Namen kennt und sich sehr detailliert über sie informiert hat, wie sie in Kürze feststellen werden.“
Der Unbekannte machte eine Pause unterbrach dann, die Spannung der nur Augenblicke dauernde Stille.
„Ich wende mich heute an sie, weil sie, die drei Personen auf diesem Planeten sind, die mit vollem Herzen und ohne Übertreibung gesprochen, mit Intelligenz und Tücke, ihre Visionen einer neuen Gesellschaft verfolgen.
Sie haben erkannt, das diese Gesellschaft nur mit Gewalt, Terror und Tränen in eine bessere, leuchtende Zukunft geführt werden kann. Angst ist ein menschlicher Urinstinkt, wir sind Herdentiere und vertrauen auf unsere Anführer. Doch nur sehr wenige von uns, sind geborene Anführer mit genug Liebe und Verständnis für die Herde. Traktiert von Konzernen und sogenannten Demokraten, sind unsere Völker gefangen in der Stagnation einer kapitalistischen Gesellschaft. Unsere Völker, die durch scheinbare soziale Errungenschaften, Konsumzwang oder diktatorische Demokraten zu schwach geworden sind, sich zu Wehr zu setzen.
Es ist die Zeit, dem ein Ende zu setzen. Wir werden sie wachrütteln und sie dazu bringen, sich zu erheben.Wie einst, als Revolutionen die Welt erschütterten und die Wellen der Veränderungen regierende Systeme nicht schützen können. Wir werden zeigen, dass sie gemeinsam im Glauben vereint wieder stark sein werden.
Auch wenn wir die Völker dafür in Todesangst versetzen müssen, so werden wir ihnen die Chance geben, wieder über sich hinauswachsen zu können. Ich bin kein Sympathisant jeder ihrer Ideen, jedoch akzeptiere ich ihre Leistungen und Verdienste, im Kampf gegen die korrupten Regierungen dieser Welt.
Ich ersuche sie, eine Partnerschaft mit mir einzugehen.
Eine Partnerschaft des globalen Schreckens, wie die Welt sie noch nicht gesehen hat.“
Wieder folgte eine kurze Pause, wie um dem Zuhörer die Chance zu geben, die Bedeutung der Worte zu verstehen.
„Es wird mir eine Ehre sein, sie für meine Ziele zu gewinnen und es wird ein Gewinn für sie sein, für mich tätig zu werden.
Wie sie im Vorfeld dieses Gespräches bereits erfahren haben werden, ist mir allein dieser Gesprächstermin mit ihnen, bares Geld wert gewesen. Eine Zahlung von zehn Millionen Dollar pro Kopf wurde ihnen auf, ein den Behörden selbstverständlich nicht bekannten Konten zu ihrer freien Verfügung verbucht.
Nun kennen sie den ungefähren Ursprung dieser Spende und ich bin mir versichert, dass ich ihre Aufmerksamkeit habe.“
Wieder eine stilvolle Pause in dem Monolog des Unbekannten.
„Ich bin mir sicher, das sie bereits an der Art der Zahlung erkennen, dass ich selbst über ein sehr effizientes Netzwerk verfüge, dass es mir ermöglichte, eines dieser zahlreichen Schwarzgeldkonten zu lokalisieren und es für diese Zahlung zu nutzen.
In diesem Augenblick werden sie auf ihren Handys den Empfang einer E-Mail bemerken, die direkt an ihr persönliches Postfach gesendet wurde. Sie werden erkennen, ich bin sehr gut informiert. Bei der kurzen Betrachtung des Inhaltes dieser Mail werden sie feststellen, es sind Auflistungen der weltweiten Konto- und Kontaktdaten ihrer Organisationen, Tarnfirmen, Netzwerke und anderen geschäftlichen Verflechtungen. Sie haben später die Möglichkeit, diese Daten in Ruhe zu überprüfen. Wahrscheinlich wird es sie beunruhigen, das ich über diese Daten verfüge, doch sein sie versichert, die Informationen und Daten sind bei mir in guten Händen.
Ich möchte nur sicher gehen, das sie verstehen, wie viel Wert ich auf ihre Kooperation lege. Denn kein Geheimdienst, keine Regierung oder Ermittlungsbehörde dieser Welt verfügt auch nur annähernd über diese Fülle und Dichte an Informationen, die ich über ihre finanziellen Netzwerke habe. Das ist eigentlich auch kaum möglich, bei der eher stümperhaften, wenig Detail verliebten Arbeit dieser staatlichen Organisationen.
Ich jedoch bin sehr Detail verliebt und Ziel orientiert. Mein Wissen erscheint bedrohlich, könnte bei Offenlegung faktisch das Ende ihrer Organisationen bedeuten, doch ein Ende ihrer Organisationen ist nicht mein Ziel. Eher das Gegenteil, sie sollen an meinen Visionen einer globalen Patenschaft wachsen.
Ich möchte ihre Strukturen nutzen, ohne das mir viele Fragen gestellt werden. Ich erwarte die Durchführung von Einzelaktionen durch sie und ihre Gefolgschaft.
Das große Puzzle, das eigentliche Bild setze ich zusammen.
Sie folgen nur meinen Anweisungen.
Dafür werden sie sehr gut entlohnt und dürfen, wenn gewünscht auch die Lorbeeren unserer gemeinsamen Taten ernten.
Jedoch sind sie hierbei heute nur meine Söldner. Sie nennen mir, nachdem ich ihnen die Aufgabenstellung genannt haben, ihren Preis, ich werde bezahlen.
Eine Antwort, wie – das ist undurchführbar -, könnte ich allerdings nicht akzeptieren.“
Die Monitore blendete den Unbekannten aus. Videobilder erhellten nun die Flatscreens. Der persische Golf, lag glatt, als weithin glitzernde und funkelnde Flächen von Wasser, vor dem Betrachter.
Blaues Meerwasser, dass von einen gigantischen Tanker zerschnitten wurde, der sich seinen Weg durch die Fluten bahnte.
Ein blau-weißer Rumpf, eine Brücke die über fünf kugelförmige Tankaufbauten ragte, erstrahlten in der arabischen Sonne.
Ein schneller Cut. Ein Blick auf einen breiten Flusslauf, der sich um eine dicht bebaute Insel wand, vereinzelte Frachter im Zeitraffer, ein schneller Tag und Nachtwechsel.
Ein Kameraschwenk, ein Wechsel der Perspektive.
Der Blick von der Insel über den Fluss.
Wieder im Zeitraffer, Stückgutfrachtschiffe, Containerschiffe, Supertankern im schnellen Wechsel von Tag und Nacht.
Im Hintergrund offensichtlich eine Millionen Metropole.
Wieder ein schneller Cut, ein Wechsel der Perspektive. Die selbe Szenerie aus der Luft. Offensichtlich Satellitenbilder in bester Qualität, die eigentlich nur Geheimdiensten zur Verfügung steht.
Dann verblassten diese Bilder. Wechselten wieder auf den Unbekannten.
Der hatte sich nun von seinem Platz erhoben, lehnte lässig, in seinem eleganten Maßanzug am Schreibtisch.
„Was ich ihnen hier gezeigt habe, war eine Waffe und ein Ziel.
Meine Waffe, mein Ziel. Das gesehene Tankschiff ist der LNG Tanker „Athena“, der derzeit größte Flüssiggastanker der Welt. Er transportiert 566.000 Liter verflüssigtes Erdgas. Die eben genannte Zahl beziffert das komprimierte Volumen des verflüssigten Erdgases. Da ich davon ausgehe, dass sie nicht über die Eigenschaften von verflüssigten Erdgas informiert sind, hier kurz einige Ausführungen von mir. Diese Menge verflüssigtes Erdgas stellt ein 600stel, des eigentlichen Volumens des Gases dar. Wir haben hier somit eine Gasmenge von fast 32 Millionen Liter Erdgas in fünf separierten Tanks, auf der „Athena“. Dieses Gas wird normalerweise in einen aufwändigen Verfahren, unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen, wieder umgewandelt und via Pipelines und Tankwagen in Europa verteilt.
Im Persischen Golf gelten diese Schiffe als Hochrisikoobjekte für die amerikanischen Militärs. Denn es wird ihnen einleuchtet, diese Schiffe sind nichts andere, als konventionelle Bomben, von ungeheurer Sprengkraft. Sie nur darauf ausgelegt, das Gas sicher zu transportieren. Hingegen, gegen Angriffe von außen, sind sie nicht gut gesichert. Bereits der Beschuss mit einer Panzerbrechenden Waffen führt zum teilweise unkontrollierten Austritt der Gasladung. Das gilt natürlich nur für einen Tank. Der geringste Funke zerstört das Schiff. Allerdings werden die restlichen vier Tanks nur in einer Kettenreaktion zerstört. Ein Tank entspricht der Sprengkraft von einer zwanzig Megatonnen Kernwaffe.
Ein Umstand, der natürlich eine verheerende Explosion verursacht, jedoch nicht so verheerend, wie wenn es zu einer faktisch gleichzeitigen Explosion kommt. Hier potenziert sich die Sprengkraft ins Dutzendfache. Sie haben also klar vor Augen, dass ist die ultimative Waffe für die Zerstörung einer Großstadt. Sie muss nur zum Ort des Anschlages geschafft werden und gezündet. Das ist das komplizierte an der Planung, aber machbar. Nähere Infos dazu bekommen sie später.
Sie werden mir diese Waffe besorgen und sie werden mein Ziel vernichten. Zusammen schreiben wir Terror Geschichte. Dieser Anschlag, den ich plane, wird das 9/11 Desaster von New York aussehen lassen, wie die Tat von durchgeknallten Kindern.
Wir werden nicht mehr und nicht weniger tun, als die Größte, nicht nukleare Detonation, die jemals von Menschenhand initiiert wurde, in einer großen, europäischen Metropole zu entfesseln.
Der Sprengradius sollte etwa 10 – 20 Quadrat Kilometer betragen, der Verlust an Zivilisten könnte zwischen einigen Hunderttausend und einer Millionen liegen, der wirtschaftliche Schaden ist kaum zu beziffern, da wir eine Großstadt in ihrem Herzen treffen werden.
Der Sprengradius betragt zwar im unteren Minimum nur zehn Quadratkilometer, jedoch treffen wir Industrie, Hafen und am dichtesten besiedeltes Gebiete dieser Stadt.
Die Folgen des anschließenden Großbrandes und weitere Explosionen durch nicht zu überschauende Lagerbestände an Gasen und explosiven Flüssigkeiten in der Stadt, kann ich nicht beziffern. Jedoch gehen sie davon aus meine Herrschaften, das die Atombomben von Nagasaki oder Hiroshima oder auch der Feuersturm von Dresden, 1945 im zweiten Weltkrieg, vergleichbar gewesen ist. Doch wir erreichen wir weit größere Opferzahlen.
Informationsmaterial inklusive Computeranimationen dazu wurde ihnen bereits auf ihre Notebooks überspielt. “
Hörbar atmete er ein, bevor er seine wichtigste Aussage formulierte. Worte die wie eine Inspiration wirken sollten.
„Der Ziel des Anschlages ist nicht mehr und nicht weniger, als eine amtierende Regierung massiv zu destabilisieren. Nach diesem Anschlag, wird im ganzen Land das Chaos ausbrechen. Gesellschaftlich verfeindete Lager werden offen aufeinander losgehen. Der Zusammenbruch der Stromversorgung in diesem Land, wird vermutlich auf die Stabilität, des gesamte europäischen Netz Auswirkungen haben und somit tief in das Leben der Bevölkerung wirken. Laut unserer Computersimulationen könnte in Teilen Europas das Licht ausgehen, für Stunden oder Tage. Ein netter Nebeneffekt. Es wird so viele, nicht kalkulierte Nebeneffekte geben, das nun, das Militär binnen Tagen, eingreifen muss. Es ist zu vermuten, das grade politische Splitterkräfte, die zur Zeit hunderttausende Menschen auf die Straße bringen, nun Morgenluft wittern.
Ich schließe nicht aus, das es zu Bürgerkriegsähnlichen Zuständen in meiner Zielregion kommen kann. Diese Zeit der Unruhe werden meine Kräften nutzen, um unter meiner Führung die Macht zu ergreifen, um das Land in eine bessere Zukunft zu führen. Ich kann und will ihnen nicht alle Details meiner Pläne offen legen, doch seien sie sicher, sie haben einen neuen Verbündeten im Kampf für die Freiheit aller Menschen vor sich. Lernen sie zu siegen.
Das sollte Vorbild für sie alles sein, Großes zu schaffen und ihre Überzeugungen mit mir, in der Welt durchzusetzen“
Fortsetzung folgt ...
© Blasphemous Jaw
Donnerstag, 27. März 2014
Der Staatsstreich - Tod im Bahnhof
Wie immer noch keine Endfassung, nur wieder eine nicht lektorierte Fassung zum reinschnupper. Mein Antiheld verführt in dieser Episode keine islamischen Terroristen, diesmal geht eine Neo-Nazi-Gruppe in sein Netz und den Weg aller seiner Mitstreiter. Viel Spaß beim Lesen.
(Leseprobe, unlektorierte Erstfassung)
Episode II.
Der Schattenmacher (Nomos)
Rauchige Luft, klirrende Gläser, Stimmengewirr. Halbdunkle Eckkneipen Atmosphäre. Ich hörte die Stimmen, die sich heiß diskutierend, teils wild gestikulierend Gehör verschaffen wollten. Sie waren an mich gerichtet, doch ich nahm, nur war, was ich wirklich hören wollte. Das intellektuell eher verehrende Schwafeln war es nicht, was ich hören wollte. Sie redeten sich wiedermal im Alkohol geschwängerten Rausch, fast um Kopf und Kragen.
RTL2 gebildeten Verlierer der Gesellschaft. Einige gar nicht so dumm, doch mangelndes Interesse, auch ihre Unkenntnis der Welt, die kaum über ihren Kiez reichte, versteinert in ihrer Sicht der Dinge. Wie bei so vielen Menschen, sie konnten Fehler immer nur bei Anderen suchen, anderen die Schuld für ihre Misere geben, ihre elende Geschichte wieder und wieder erzählend, ohne etwas zu ändern. Sie wollten Asylantenheime brennen sehen, die Regierung stürzen und sozial Schmarotzen an die Wäsche. Vergaßen aber allzu oft, in den Spiegel zu sehen und zu erkennen, dass sie sich selber hassten. Sie waren Opfer, Täter und Ahnungslose in einer Person. Eine Gruppe Menschen, fast wie du und ich, doch viel näher am Abgrund der dunkelsten Winkel ihrer Seele.
Freddy der kahl geschworene Mittdreißiger war der lauteste, er und seine arischen Brüder. Hass auf alles, alles und alle, die anders waren. Den Feind fest im Blick, ohne zu erkennen, das sie und die Gesellschaft, die sie verachten die Ursachen sind für ihr Übel. Menschen denen nur eins fehlte, um zur Bombe zu werden, ein geistiger Brandstifter, ein Führer. Einer der ihnen sagt, kämpfe für dass, an was du glaubst. Es war nicht wichtig, das sie Führers Geburtstag, den zwanzigsten April als Feiertag nahmen oder Kinder zeugten, um die sie sich nur leidlich kümmerten. Sie waren Verblendete, sie waren voller Hass und Energie. Sie waren eine Armee in einer Mission, egal welche Ideologie sie ihre Menschlichkeit vergessen lassen würde. Sie waren der Stahl meinen Waffen, warteten nur von mir geschmiedet zu werden.
Seit sechs Monaten kannte ich sie nun, wir hatten viel geredet, gefeiert, Vertrauen gewonnen und sie lernten von mir. Unter meiner Obhut wurden sie zum Widerstand und würden nun bereit sein zu kämpfen. Ich war ihr Gesetz, hob ihre Regeln und Normen auf, manipulierte sie und lebte mitten unter ihnen. Ich wurde ihr Nomos.
Aus dem Schatten löste sich eine Gestalt. Das fahle Mondlicht warf lange Schatten in die enge Gasse zwischen den Lagerhäusern des verfallenden Hafens an der Spree. Abrissreife Gebäude, marode Straßen, Wege und unheimliche Stille, die perfekte Kulisse für einen Film Noir, doch das hier war die Realität. Ein Gelände mitten in Berlin, bald schon Platz für noch mehr Shopping-Center und für normale Bürger fast unerschwingliche Restaurationen. Überflüssiger Luxus einer dekadenten, fast schon surrealen Gesellschaft.
Heute noch der Spielplatz von Ratten, Ungeziefer und zwielichtigen Gestalten. Drogen Junkies, Obdachlose und ab und zu eine heruntergekommene Crack Hure. Hierher verirrte sich nicht mal die Polizei, nur die an den Rand gedrängten Verlierer im Monopoly Spiel des Lebens. Genug Raum für Gesetzlose, diese Berliner No-Go Area. Die Gestalt kam näher, eher schon einem Horrorstreifen entsprungen, als einem Film Noir. Die schwarze Kapuze des dunklen Shirts verdeckte im fahlen Mondlicht völlig den Kopf, schien ohne Gesicht. Der Sand auf dem löchrigen Asphalt knirschte unter seinen Schritten. Erst als er nur noch zwei Schritte von mir entfernt war, erkannte ich den Grund für seine Gesichtslosigkeit, eine Sturmhaube verdeckte sein Gesicht lies nur die stechend blauen Augen und den Mund erkennen. „Nomos?“ vernahm ich seine leise Stimme. Ich nickte kurz, er ging weiter ich folgte ihm. Am Ende der Gasse parkte ein Ford Explorer mit laufendem Motor. Die Gestalt bedeutete mir einzusteigen. Ich war meinen Rucksack auf die Rückbank, stieg ein.
Ohne ein Wort fuhr der Fahrer los, nur sein Beifahrer, der mich abgeholt hatte, bedeutete mir die Augenbinde anzulegen. Der schwere Wagen rollte über schadhaften Asphalt, mehr hörte noch nicht. Meine Sinne mussten sich erst auf die fehlenden optischen Eindrücke einstellen. Doch schnell merkte ich, der Ford bewegte sich nun in der Stadt, zahlreiche Fahrmanöver ließen das erkennen. Auch das der Wagen nach einigen Minuten auf eine größere Straße einbog entging mir nicht. Der Wagen fuhr schnell ohne auffällige Fahrmanöver gefühlt geradeaus, wir waren auf der Avus.
Seltsame Sicherheitsmaßnahmen um mich zum Verkaufsort zu bringen, Augenbinde und eine Irrfahrt durch die Nacht. Ich lächele, ziemlich Old School, im Zeitalter von GPS Navigation und Smartphones, schoss es mir durch den Kopf. Meine Geschäftspartner waren wohl Paranoiker der 1970er. Coppulas Pate lässt grüßen. Sie vergaßen dabei wohl die Technologie des 21. Jahrhunderts. Ich hatte nicht mal ein Handy dabei, für den Fall, das sie darauf geachtet hätten. Der kleine GPS Tracker unter dem Haaransatz im Nacken tat es auch. Das nur Stecknadelkopf große Implantat war neuste Technologie und war so schnell mit einer größeren Kanüle unter die Haut gebracht, wie auch wieder entfernt. Meine Geschäftspartner waren wohl nicht die cleversten Banditen, doch sie hatten was ich brauchte, Schnellfeuer Gewehre aus angeblich russischer Produktion und das in einer Stückzahl, die man selbst in Berlin nicht mal so eben unter der Hand bekommt.
Die drei GM-Vans, die uns in etwa einem Kilometer Entfernung folgten und die hauchdünne Kevlar Weste unter meinem Hugo Boss Mantel konnten diese Leute nicht erahnen. Auch nicht, das dieses Geschäft das letzte ihres Lebens sein würde.
Die Fahrt nähert sich vermutlich ihrem Ende, der Ford wurde nun deutlich langsamer ordnete sich offensichtlich wieder in den normalen Straßenverkehr außerhalb der Stadtautobahn ein. Ich versuchte die Zeit zu schätzen, wollte keinen Unmut erregen, durch das lüften der Augenbinde. Vermutlich war gut eine halbe Stunde vergangen, seit wir das Hafengebiet verlassen hatten. Ein letztes Stück auf der Straße, dann deutliche Geräusche eines Schotterweges unter den Reifen, der Ford wurde langsamer, stoppte dann kurz. Ein Tor öffneten sich mit leichten Quietschen, kurze metallene Knallen quittierte wohl wieder das schließen des Tors. Offensichtlich am Ziel. „Du kannst die Augenbinde abnehmen“ hörte ich vom Beifahrersitz. Ich sprang aus dem Wagen, stand offensichtlich mitten in einer alten Viehzuchtanlage am Rande Berlins. Grelles Flutlicht von eiligst aufgestellter Baustellenbeleuchtung und das Rattern eines mobilen Stromgenerators bestimmte die Szenerie. An den ehemalig geweißten Wänden einer Mast-Anlagen Halle prangte noch in verblichenen Lettern “Volkseigener Viehzucht Betrieb Ernst Thälmann“. Ein geparkter VW Caddy stand mit geöffneten Hecktüren mitten auf dem Platz, an ihm lässig lehnend drei Rocker. Muskelbepackte Kerle, Tattoos bis zur Halskrause in typischer Lederkluft, das Bild nur störend die obligatorischen Sturmhauben.
Der Kies knirschte unter meinen Füssen, als ich zum Caddy ging und meinen Rucksack auf den der Motorhaube des Volkswagens abstellte. Dann ging ich gefolgt von den Muskelmännern zum Heck des Caddys und begutachtete die Ladung. Übereinander gestapelt zehn längliche graugrüne Holzkisten mit mehreren Nummerierungen und einem großen Aufdruck CA. Sie atmeten Geschichte, optisch fabrikneu wirkend sagte mir schon der Aufdruck CA das die Kisten vermutlich wesentlich älter waren, als sie aussahen. Ein Relikt der Wende, der deutschen Wiedervereinigung. CA stand als kyrillisches Kürzel für sowjetische Armee. Insbesondere bekannt bei den in der DDR stationierten Truppen der sowjetischen Streitkräfte. Vermutlich waren die Waffen in der Zeit der Wende und der Auflösung des Ostblogs von russischen Offiziersbonzen billig verscherbelt worden, an Gott weiß wen und nun endlich nach Jahrzehnten zum Verkauf angeboten. Berlins Unterwelt war doch immer noch für eine Überraschung gut. Ich war begeistert, es hätten auch chinesische, lizenzierte Nachbauten der AK47 sein können, aber das waren echte originale Kalaschnikow AK 47 mit einklappbarer Schulterstütze. Unbenutzt von bester Qualität und der etwas überzogene Preis somit angemessen. Mein Blick taxierte die eleganten, stahlgrauen fast schwarzen Waffen, die zu fünft in der geöffneten Kiste aufgereiht lagen. Ich griff nach einer dieser russischen Schönheiten. Sie lag hervorragend in der Hand, schön und tödlich. Ihren 715 Meter in der Sekunde Mündungsfeuer, einer effektiven Reichweite von dreihundert bis vierhundert Metern und 660 Schuss pro Minute eine perfekte Waffe für Armeen und City Guerilla. Im Einzelschuss Bereich mit einer Reichweite von bis zu 2200 Metern war sie auch bedingt für Scharfschützen geeignet. Zufrieden legte ich die Waffe zurück, fragte nach der Munition. Der breiteste und größte meiner neuen Geschäftsfreunde antwortete knapp „Eintausend Schuss pro Waffe inklusive, wie versprochen. 50000 Schuss, fünfzig Ak47. Willst du eine Armee, wir liefernd die Hardware“ er lachte tief und klopfte mir jovial auf die Schulter. „Nun kommt dein Part mein Freund.“ Ich grinste und ging wieder um den Caddy herum, griff meinen Rucksack. Mit einem leisen ratscht Geräusch öffnete sich der Reißverschluss am Rucksack. Ich sah den zufriedenen Blick des Großen unter der Sturmhaube. Zufriedenheit lag in seiner Stimme, als sagte er „Zählen muss ich trotzdem, aber dafür geht der Caddy aufs Haus, ihr braucht nicht umladen. Das Kennzeichen ist noch zwei Tage gültig.“ Was er nicht wusste, wir hatten nicht vorgehabt umzuladen. Als sich den Reißverschluss des Rucksacks öffnete, hatte ich ein Signalgeber aktiviert, der meinen Freunden da draußen sagte, das sie in sechzig Sekunden zuschlagen konnten.
Ich positionierte mich zwischen Caddy und Tor, um nicht in die Schusslinie zu geraten, als das Tor mit lauten Krachen aufflog und drei mattschwarze schwarze GM Vans mit quietschenden Reifen auf das Gelände rasten, schwarz uniformierte Männer sprangen aus den Wagen, die alte Viehaufzucht-Anlage versank im im Kugelhagel von Maschinengewehr Feuer. Ich sah, wie der Ford Explorer von Kugeln durchsiebt wurde, in einem Feuerball explodierte und meine beiden Fahrer von vorhin wie brennende Fackeln über den Vorplatz rannten, bevor sie sich schreiend am Boden wälzten, um dann zu verstummen. Wohl ein Volltreffer im Tank. Im grellen Licht des explodierenden, brennenden Benzins sah ich, wie einer meine drei Geschäftsfreunde fliehen wollte. Die beiden anderen Rocker am Caddy lagen bereits am Boden. Blut sickerte aus einigen Einschusslöchern ihrer Lederkluft, hob sich fast schwarz schimmernd und glänzend ab. Ich griff nach meiner Desert Eagel im Schulterholster und visierte blitzschnell meinen neuen, ehemaligen, fliehenden Geschäftsfreund an. Er war schnell, doch nicht schnell genug für ein 357er Kugel einer Desert Eagel. Ich ahnte meine Kugel in seinen Hinterkopf einschlagen, sah sein augenblickliches verharren. Ich konnte mir vorstellen, wie die wieder aus seinem Schädel austretende Kugel vermutlich sein halbes Gesicht weggerissen hatte. Konnte es natürlich nicht sehen, er fiel einfach vornüber auf den Boden. Nur der Caddy, auf der Motorhaube noch meinen Rucksack, stand noch unbeschädigt auf dem Platz.
10 Monate später, Camp Alpha
Hektik herrschte in unserem geheimen Domizil nach zwölf Monaten Vorbereitung waren wir soweit. Aus einem Haufen politischer Wirrköpfe, teils ziemliche einfach gestrickter Individuen und einigen unmotivierten Kneipenrevoluzzern war der arische Widerstand geboren. Geschmiedet mit Liebe, harter Hand und Wissen um die menschlichen Dunkelzonen der Seele. Heimat verbunden, entschlossen und gut organisierte Männer, die nicht mehr zuschauen wollten, Männer die, das Land verändern wollten, notfalls mit Waffengewalt.
Ich hatte es geschafft eine Armee zu erschaffen, gut ausgebildete Kämpfer. Unser Domizil war ihre Heimat geworden, schlafen, essen, lernen. Zwölf Monate ohne Heimat, Freunde und Verwandte, nur mit gelegentlichem Heimaturlaub. Wochenlange Aufenthalte in Libyen und Russland, die mich viel Geld gekostet hatten, haben aus ihnen perfekte Kampfmaschinen geformt. Ihre Legende Auslandsmontagen. Mein konstruiertes Getriebe aus Manipulation und Schein hatte funktioniert, seinen Zweck erfüllt. Die arische Bruderschaft, wie sich einst nannten trug ihren Namen nun zurecht, sie hatten echte Ziele und wussten dank mir, wie sie diese zu verwirklichen hatten. Ihre große Stunde würde nun schlagen. Nicht weniger als die Ablösung der Bundesregierung und Neuwahlen waren ihr Ziel. Der Glaube ein durch und durch korruptes System mit einem Schlag ablösen und ihre Ideen umzusetzen waren unerschütterlich. Sie waren wirklich so verblendet zu glauben, das sie das System ins wanken und zu Fall bringen würden, mit einem einzigen martialischen, aber unblutigen Terrorakt im politischen Herzen Deutschlands.
Sie hatten zwar schon getötet, aber nur im Namen der Sache, aus ihrer Sicht haben sie nur unnötige kriminelle Elemente entfernt. Dank meiner Führung waren sie auch immer nur Schatten gewesen, wie ich. Die heute ins Licht treten würden. Nicht wissend das sie sich zum Diener der einzigen Wahrheit machen würden. Denn ich wollte nur meine Botschaft verbreiten, mein Manifest aus Angst und Blut, das dem Menschen zeigt, das sie Opfers sind.
Monate voll Arbeit, Schweiß und nervlicher Anspannung, des analytischen Planens, waren nun vorbei, fielen von mir und meinem Gefolge ab, wie ein irrationaler Schleier der Ungewissheit. Alles war Klarheit, fokussiert auf das Ziel zu siegen.
Drei Stunden noch, bis die arische Bruderschaft Berlin erschüttern würde. Drei Stunden noch, bis ich mit digitaler Grafik zum zweiten Mal die Hauptstadt in die Sinnkrise malen würde. Bilder die, die Welt erschüttern würden.
Der Alexanderplatz war nicht vergessen, meine erste Botschaft an die Welt. Die Kunst, als Schatten zu töten, ohne im Licht zu stehen. Sich selbst genug mit seiner Kunst zu sein, das würde mich auch dieses Mal nicht befriedigen, doch es würde mich motivieren, meinen Weg weiter zu gehen. Meinen Weg in die Apokalypse.
Die laute Stimme meines Adjutanten riss mich aus meinen Gedanken.„Mein Führer, unsere Befreier Einheit steht bereit zum Einsatz und erwartet ihren Marschbefehl.“ Ich ließ meinen Blick über die Männer gleiten. Schmucke, in ihren schwarzen OMRON-Kampfanzügen martialisch wirkende Kerle, bis an die Zähne bewaffnete und bereit zu tun, was getan werden muss. Sie erwarteten einige Worte von mir, das war ich ihnen schuldig. Fünf Minuten Motivation, die ich ihnen natürlich geben konnte.
„Männer“ hörte ich meine Stimme, wie in einem Film in dem ich das Drehbuch selbst schrieb, aber nur der Zuschauer war. „Heute ist der Tag der Abrechnung gekommen, heute werden wir Geschichte schreiben. Deutschlands Tag null, der Geschichtsschreibung. Wir werden diese Regierung zwingen abzutreten, Neuwahlen auszurufen und dem Land und den Menschen das geben, was sie verdienen. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Wir werden das Land aus den Klauen des internationalen, neo-liberalen Wirtschaftsterrorismus befreien und anfangen, dem Land, dem Volk die Früchte seiner Arbeit wieder zu übergeben. Wir werden Deutschland nach Jahrzehnten der Demut wieder ein stolzes Gesicht verleihen, wir sind der Anfang der Zukunft. Ich ich zweifle keine Sekunde an unserem Erfolg, ihr auch nicht. Mögen die Spiele beginnen.“ Kurzes Schweigen, dann kam aus den Kehlen von fünfzig Männern „So sei es General.“
Ich war immer wieder überrascht, wie einfach der Mensch zu führen und zu manipulieren war, wenn man den Punkt erreicht hatte, der ihn glauben ließ, er könne die Welt verändern. Ich blickte dem Schwarzen, in der Sonne glänzenden Mercedes Reisebus hinterher, als er das Tor zum Domizil verließ, Ziel Berlin Hauptbahnhof. Hinter mir breitete sich beißender Qualm aus, das Camp ging in Flammen auf, wir wollten keine verwertbaren Spuren hinterlassen. Zeit auch für mich, in meinen 500er Mercedes zu steigen und mich in Position zu bringen, um die Aktion “Sommersturm“ zu koordinieren.
Kommandozentrale Die Monitore um mich herum flackerten, ein Gefühl von einer Hightech gesteuerten Kommandozentrale des Militärs. Doch es war eher ein Raum für einen genialen, agierenden Voyeur mit Verbindung zur Außenwelt, der die Welt steuerte, um seine Ziele zu erreichen. Seine eigene kleine Welt gestaltend, die, die Welt der Anderen verändern würde. Die zehn oval angeordneten Monitore, gekoppelt mit fünfzig gut platzierten Web-Kameras im und um den Bahnhof gestatteten mir das Geschehen in und um dem Hauptbahnhof herum zu verfolgen und gegebenen Falles meinen Freunden von der arischen Bruderschaft Anweisungen zu geben. Bequem in meinem Sessel sitzend verfolgte ich dem Geschehen, welches am Ende des Tages spektakulär mein destruktives Tun krönen würde.
Operation Sommersturm
Vor einer Stunde, sieben Uhr dreißig, mitteleuropäischer Sommerzeit hatte die arische Bruderschaft mit fünfzig bewaffneten Männern den Berliner Ostbahnhof unter ihre Kontrolle gebracht und den Bahnhof mit erwarteten eintausend Geiseln besetzt.
Ich beobachtete, wie einiger meiner Kämpfer unter Lebensgefahr Transparente mit Ihren Forderungen an den Stahl gestützten Glasfassaden anbrachten. Sicher hatten auch Scharfschützen der Polizei schon Position bezogen, doch es blieb ruhig. Im Bahnhofsinneren konnte ich die verstörten Gesichter Reisender sehen, die von der Situation völlig überfordert diskutierten oder schicksalsergeben abwarteten. Noch folgten sie hoch diszipliniert den Anweisungen der OMRON-Kampfanzüge gekleideten, vermummten und schwer bewaffneten Männern. Die Bahnhofsleitung hatte mittlerweile sämtliche in den Hallen befindliche Züge und S-Bahnen auf unsere Anweisungen entfernt. Nur eine vollgetankte, alte Diesel Lok und ein Waggon standen bereit um die Einheit der Bruderschaft aufzunehmen, am Ende der Aktion “Sommersturm“. Niemand ahnte, das dieser Kurzug zum Massengrab der arischen Brüder werden sollte. Mein Abschiedsgeschenk an meine verwirrten Kämpfer.
Auf den Bahnsteigen standen die Menschen dicht gedrängt, die weitläufigen Vorhallen und Geschäftspassagen waren Menschen leer. Nur etwa zwanzig Männer der Bruderschaft patrouillierten und befestigten Sprengstoff und Thermit Ladungen an tragenden Elementen und den verschiedenen Zugängen des Bahnhofs. In einer eilends eingerichteten Bannmeile um den Bahnhof konnte man Übertragungswagen aller großen Deutschen TV Stationen auffahren sehen, die ihre Positionen bezogen, um der Welt zu berichten. Presse und natürlich viele Gaffer, ungewöhnlich viele Gaffer für die frühen Vormittagsstunden. In der Bannmeile hektisches Treiben, eine mobile Kommandozentrale der Sondereinsatzkräfte der Polizei, vielleicht 100 Gestalten, die eher wie RoboCops erschienen, die auf Befehle wartend das Gelände zu sichern versuchten und natürlich zivile Polizei. Mehrfach waren Hubschrauber gelandet und vermutlich waren von der Stadtpolizei bis zum Terrorismusexperten des BKA mittlerweile alles was Rang und Namen hatte auf dem zu kleinen Vorplatz eingetroffen. Das hier war Berlin, nicht irgendeine Stadt.
Eilig sah man Abschleppdienste jeder Art, die versuchten den großen Parkplatz zu beräumen, um Platz für Technik, Polizei und Anderes zu schaffen. Ich vermutet, das bald auch Militär auftauchen würde, KSK oder ähnliches, um die örtlichen Sicherheitskräfte zu unterstützen. Denn das von mir erschaffene Szenario war selbst für die Berliner Polizei tu groß, es war eher ein Kriegsschauplatz, als eine Geiselnahme. Denn eins war auch sehr schnell einem gewöhnlichen Streifenpolizisten klar, ganz zu Schweigen geschulten Terrorismusexperten, sie hatten es nicht mit politischen Wirrköpfen zu tun, sondern mit einer militärisch, präzise geplanten Kaper- Aktion eines städtischen Knotenpunktes. Die Situation würde, wenn nicht alle Beteiligten die Nerven behielten in einer Tragödie enden, die 9/11 in New York in nichts nachstehen würde. Nach ersten Schätzungen, die ich am Monitor vornehmen konnte, hatten wir tatsächlich geschätzte 1900, vielleicht auch 2000 Menschen in unsere Gewalt gebracht. Die auf Grund ihrer Konzentration auf den Bahnsteigen, spielend von fünfzig bewaffneten Männern unter Kontrolle gehalten werden konnten. Gut für die Operation, schlecht für Polizei, die dadurch in die Defensive gedrängt war. Ein Sturm auf den Bahnhof würde unweigerlich hunderte Menschen das Leben kosten.
Den Zeitpunkt eines Showdowns, den würde ich bestimmen, wenn es nötig wurde. Mir ging es diesmal in der Hauptsache nur um das Geld. 100 Millionen Euro als elektronischen Überweisungen, die weitere Kunstaktionen finanzieren würden und die arischen Brüder natürlich, wie sie glaubten.
Acht Stunden waren seit dem Start unserer Operation vergangen. Über dem Platz vor dem Bahnhof und im Bahnhofsgebäude war so etwas wie routinierte Ruhe eingetreten. Vor dem Bahnhof hatten sich die Sicherheitskräfte eingerichtet, der Presse Pulk hinter der Absperrung wartete gespannt, aber mittlerweile gelangweilt auf Aktionen einer Seite. Im Bahnhofsgebäude hatte mein Gefolge die Versorgung der Geiseln organisiert. Ein Catering Service des THW hatte auf dem Vorplatz eine mobile Küche eingerichtet, vermutlich Kräfte des SEK hatten den Transport der Essensrationen in den vereinsamten Bereich des Bahnhofs übernommen, um das Umfeld besser einschätzen zu können und zogen sich nach Abschluss ihres Auftrages zurück. Natürlich ließ ich sie gewähren, das war Teil des Plans. Keiner hätte versucht einen Angriff einzuleiten, ohne Umfeld und Örtlichkeiten zu prüfen. Sie würden nun wissen, dass nicht Mal der Anfang einer Befreiungsaktion einen Ansatz auf Erfolg hätte. Die nur zu offensichtlich platzierten Ladungen von Sprengstoff und Thermit, waren gut erkennbar mit Zeitzündern präpariert, die sie unmöglich zeitgleich entschärfen könnten. Da es schlicht an Personal und Zeit dazu fehlte. Kein Sprengsatz hatte die gleiche Bauart. Ich hatte außerdem einige Dummies dazwischen montieren lassen, keiner außer ich wusste, wie viele Spreng- und Thermit Ladungen überhaupt vorhanden waren. Doch es waren genug Ladungen, um die Polizei von unüberlegten Handlungen abzuhalten.
Über allem kreisten abwechselnd Polizeihubschrauber, man hörte öfters Anweisungen über den Platz hallen und das Bahnhofgebäude hing voller Transparente. Hinter der Bahnmeile, vor den Resten der Berliner Mauer hatten sich sogar einige hundert Sympathisanten versammelt, die eindeutig zu verstehen gaben, das sie die Forderungen der Bruderschaft unterstützten. Im Bahnhof agitierten und diskutierten die arischen Brüder mit den Geiseln. Erstaunliche Ruhe, alle sprachen miteinander. Interessiert folgte ich soweit möglich, einigen Gesprächen.
Gegen zwölf Uhr hatte die arische Bruderschaft, die sich nun klangvoll Basisdemokratische alternative Befreiungsarmee nannte, eine vorbereitete Presseerklärung im Internet verbreitet. Ihre Forderungen genannt und den Geiseln körperliche Unversehrtheit zugesichert. Nach Erfüllung ihrer Forderungen würde die basisdemokratische alternative Befreiungsarmee die Waffen abgeben, um sich den Behörden zu stellen.
Sie wurden dafür mit einer Welle der Sympathie belohnt. Extrablätter der Tagespresse kursierten, im Fernsehen analysierten Experten die Lage, nur die Bundesregierung bezog, wie erwartet keine echte Position. Im Kanzleramt spielte man auf Zeit, was erwartete der Bürger auch Anderes.
Ich jedoch wusste um das hektische Treiben hinter den Kulissen, im Kanzleramt und den Behörden. Dort war man vielmehr bemüht, die Forderungen zu erfüllen, die nicht an die Öffentlichkeit gelangt waren. Man wusste um die Pattsituation. Würde diese Situation mehr als 24 Stunden anhalten, würde die Lage landesweit eskalieren, die paar hundert sympathisierenden Demonstranten an der Eastside Galerie waren dann nur der Anfang. Operation „Sommersturm“ war die Lunte am Pulverfass Deutschland. Es fehlte nur noch der Funke um den schlafenden Hund zu wecken. Denn mobilisierten Massen aber, hätten die Regierung nichts entgegen zu setzen.
Wir waren nur ein Nadelstich im Fleisch des Staates, doch wir hatten heute und hier sein Medien Monopol gebrochen. Wenn auch nur für kurze Zeit, konnten wir der Stimme der arischen Brüder Gehör verschaffen.
Der Bundesregierung war dank ihrer Experten sicher auch längst klar geworden, das die Mitglieder der Basisdemokratische Alternative Befreiungsarmee hier im Hauptbahnhof tagelang die Meinungsmacher sein könnten. Denn dank meiner gut unterwiesen Mitstreiter war die Stimmung im Bahnhof gut. Auch unter den Geiseln fanden sich viele Sympathisanten und auch willige Helfer. Die Bereitschaft zeigen sich auf die Seite der Freiheitskämpfer zu schlagen. Keine Angst mehr, es eher Aufbruch Stimmung herrschte im Gebäude. Die arischen Brüder hatten ebenso für ihr gutes Image gesorgt. Etwa siebzig Geiseln mit gesundheitlichen Problemen, die zeitlich keinen Aufschub duldeten konnten das Bahnhofsgebäude verlassen und die Geiselnehmer hatten sich demaskiert, optimistisches Vertrauen dominierte die Stimmung auf beiden Seiten.
Eine Situation, die ich zwar für möglich gehalten hatte, doch nicht kalkuliert hatte. Denn das wahrscheinlichste Lage Szenario war deeskalieren, aber dominieren. Verbrüderung war nicht kalkulierbar. Ich beschloss abzuwarten, denn es schien möglich mehr als nur Angst und Schrecken zu verbreiten.
Es keimte etwas Hoffnung in mir, die Menschen vielleicht anders als erwartet aufzurütteln. Meine Pläne waren zwar sehr konkret auf das eigentliche Ziel fixiert, doch nur dumme Menschen können ihre Meinung nicht ändern. Ich würde abwarten und in der Zeit weiter die online Auktion verfolgen, die nochmals eigne Millionen einbringen würde. Für die exklusiven Fernseh- Rechte an den Mitschnitten im und um den Bahnhof. Prinzipiell wusste ich, das diese Hoffnung eine Illusion war, fast friedlich einen Umbruch zu erreichen, doch ich wusste auch, das oft das Unmögliche geschehen konnte. Außerdem faszinierte mich das skurrile, absurde menschliche Klima im Bahnhof. Psychologen würden es Stockholm Syndrom nennen, doch wären da nicht meine schwer bewaffneten Männer, hätte es auch eine politische Treffen sein können, auf dem über Wege zum Ziel der Freiheit diskutiert wurde. Der Feind stand plötzlich nicht mehr wirklich vor den Geiseln, er stand da draußen. Polizei, Regierung und Staat.
18.00 Uhr
Der Pressesprecher der Bundesregierung hatte vor einer Stunde erklärt, das die Bundeskanzlerin sich in einer Stunde äußern würde. Nun war es soweit, interessiert sah ich die Kanzlerin der Wirtschaft und des politischen Mobs vor die Kamera treten. Verstehe einer, wie eine Frau mit dem Charisma einer französischen Bulldogge, nur viel weniger Biss, bis in das Bundeskanzleramt geschafft hatte. Ihre Worte waren so nichtssagend wie üblich. Die Bundesregierung verhandelt nicht mit Terroristen, auch wenn sie aus der Sicht einiger Bürger Forderungen erheben, die populistisch Sympathien hervorrufen könnten. Sie vertrete eine demokratisch legitimierte Regierung und forderte die Geiselnehmer auf, sich dem demokratischen Konsens zu stellen und aufzugehen. Ich musste lächeln, null Punkte für den Kandidaten, viel mir dazu ein.
Inferno
Plötzlich ein ohrenbetäubender Knall von splitterndem Glas, durch die Luft wirbelnde Metallteile in der Bahnhofshalle. Ein surreales, unwirkliches Szenario, so dass die Menschen anfangs nicht wussten, woher diese Geräusche kamen. Ein Geräusch das wohl noch keiner der Anwesenden je gehört hatte. Die ersten Leute schrien, begannen nach oben zu zeigen, und dann sahen alle zwei schemenhafte Schatten über der gläsernen Dachkonstruktion der Bahnhofshalle.
Ich konnte es auf den Monitoren beobachten, ein offensichtlich unautorisierter ziviler Helikopter einer TV Senders vom Typ SA 341 Gazelle hatte mit seinem Heckrotor einen Eurocopter145 Polizeihubschrauber gestreift. Der geriet ins Schlingern und zerfetzte dabei mit den Hauptrotoren den Rotor tragenden Heckarm der Gazelle. Im Bruchteil von Sekunden drehte sich die Gazelle, wie ein Brummkreisel im Kinderspiel, um die eigene Achse, während der abgetrennter Heckrotoren Arm, wie ein Geschoss in das gewölbte Dach der Bahnhofshalle einschlug. Der EuroCopter, nun ohne Antrieb stürzte sofort wie ein Stein und durchschlug etwa fünfzig Meter vom Heckrotor der Gazelle das Dach, ging in Flammen auf. Wie in Zeitlupe ging nun auch die Gazelle über den Hallendächern schwebend nieder. Der Pilot konnte den unweigerlichen Absturz nicht verhindern, der Helikopter schrammte noch einige Meter über das Dach, schlug eine circa dreißig Meter lange Bresche in die Glas-Stahl-Konstruktion, bevor er nun auch brennend einbrach. Es hatte etwas von einer Eislauf Kür, der tragisch endet.
Panik brach auf den Bahnsteigen aus, voller Angst drängte die brodelnde Masse zu den Ausgängen auf die Gleise. Die völlig überraschten und überforderten Männer der arischen Bruderschaft, die an den Treppen zu den Bahnsteigen postiert waren, hatten praktisch keine Ahnung, was wenige Meter über ihren Köpfen eben passierte, sahen nur Menschenmasse in Panik auf sich zu kommen und eröffneten das Feuer, eine Kurzschlussreaktion. Während in der Bahnhofshalle die Hölle ausbrach, Menschen in Panik, Hubschrauber Trümmer flogen wie Schrapnells durch die Halle, über die Bahnsteige. Explodierender Treibstoff hüllte die Szenerie in Flammen. Das Inferno war losgebrochen, Angstschreie, Rauch und Maschinengewehrfeuer wurden zum Armageddon der vorher so friedlichen Gemeinde und der arischen Bruderschaft. Plötzlich wurde die in mir gekeimt Hoffnung weggerissen, der Analytiker übernahm wieder das Kommando. Ich würde improvisieren müssen. Der gut durch dachte Rückzugsplan, war durch die plötzlichen, unkalkulierbaren Geschehnisse gescheitert. Auch auf dem Vorplatz Bewegung. Offensichtlich hatte die Einsatzleitung der Sicherheitskräfte beschlossen in der neu entstandenen Situation zu stürmen.
Ich ich sah zu, wie viele es nicht bis in die Bahnhofsvorhalle schafften, Leichen und Verletzte in den Gleisbetten und auf den Bahnsteigen, zwischen dunklen, ätzenden Rauchschwaden. Es kümmerte mich auch nicht, ich analysierte und versuchte neu zu disponieren. Die Ereignisse erinnerten an Bilder aus einen Spielberg Film, panische Massen, Explosionen und herabstürzende Trümmer. Es war ein unwirklicher Albtraum aus Schreien, Flammen, Todesangst und wild übereinander stolpernde Menschen. Ich konnte die Schreie im Dolby Sound hören, plastisch als ob ich mitten in der Katastrophe wäre. Brennende Menschen, zu Boden getrampelte Personen, die nicht wieder auf die Füße kamen und Qualm. Heißer, ätzender Qualm. Panik, Todesangst wildes Durcheinander. Die Masse suchte wie wilde Tiere in der brennenden Savanne nach Fluchtwegen, egal wohin. In den verrauchten Hallen war nun kaum noch etwas zu erkennen, ich verfolgte das Treiben auf den Vorplatz. Drei Helikopter von Typ Ili hoben voll bemannt mit Spezialkräften ab, KSK wie es aussah, Hoheitszeichen der Bundeswehr. Zeitgleich rückten etwa 100 Kräfte der SEK Einheiten in Richtung Bahnhofsgebäude ab. Dem hektischen Funkverkehr konnte ich schon längst nicht mehr folgen. Die KSK Kräfte seilen sich nun direkt über der Bahnhofshalle ab, verschwanden in den klaffenden Wunden im Dach. Unten auf den Vorplatz stürmten die SEK den Bahnhof, flankiert von etwas zwei Hundertschaften schwarz gekleideter RobCops der Bereitschaftspolizei.
Die Verbindung zur arischen Bruderschaft war abgebrochen, aus dem Bahnhof war nur das Gewirr von katastrophaler Angst und Gefechtslärm zu hören. Die Aufzeichnungsgeräte in meiner Kommandozentrale zeichneten immer noch das Geschehen auf. Die TV-Sender würden sich überschlagen, dieses exklusive Material vom Geschehen der letzten Stunden zu bekommen. Die Auktion lief online, seit Stunden und sie boten, die Medien Moguln der Welt. Deutschland im Kriegszustand, diese kranken Idioten konnten einfach nicht anders und die verängstigten Gaffer vor der Glotze würden die Bilder in sich aufsaugen, wie damals am Alexanderplatz. Ich schaute auf die Monitore, der Vorplatz des Bahnhofs war voller hektischer Menschen und neue LKWs mit Hundertschaften von Bereitschaftspolizei rückten an. Die Spezialkräfte waren im Bahnhofsgebäude. Die Zahlung von 100 Millionen Euro der Deutschen Bundesbank war schon vor zwei Stunden in Moskau eingegangen und das Geld in alle Winde verstreut, rund um den Globus unauffindbar für jede Behörde dieser Welt auf nimmer wiedersehen verschwunden. Ich würde dem Geschehen nun ein Ende bereiten müssen. Den Mikroport der Thermit- und Sprengladungen aktivierte ich mit einem Knopfdruck. Die Sprengladungen mit besten tschechischen Semptex würden in wenigen Augenblicken ihr zerstörerisches Werk tun und die Thermit Ladungen an den tragenden Stahlteilen würden wenig später auch die letzten Strukturen des Bahnhofs zerstören, ihn auslöschen.
Ich lehnte mich in meinem Sessel zurück. Eher dezentes Grollen erfasste das Gebäude, fast zeitgleich erzitterte das Bahnhofsgebäude unter den Druckwellen mehrerer Explosionen. Schlagartig wurden Rauch, Feuer, Trümmer und Menschenteile in infernalischen Wolken nach draußen aus dem Gebäude gepresst. Glasfronten barsten und ihre Scherben tauchten den Vorplatz in einen Hagel von kleinsten Geschossen. Menschen stürzten, hetzten die Deckung suchend davon, Mannschaftstransporter kippten, auch die schwere Kommunikationstechnik, der mobilen Einsatzzentrale wankte und fiel zu Teil um. Wie in Zeitraffer konnte ich die Satellitenschüssel kippen sehen. Dann Stille. Deja Vu Empfindungen aus der Zeit beim Geheimdienst kamen auf, wenn ich vom Monitor aus beobachtete, wie meine Truppen im Kampfeinsatz waren, Bosnien, der Kaukasus und der Irak, greifbar nahe. Dort wo man mich das töten lehrte.
Auf dem Platz Stille, keine Bewegung nur der beißende Dunst der Explosionen legte sich für Sekunden wie ein Leichentuch über die Szenerie. Das Bahnhofgebäude lag dort wie eine verwunschen Ruine, mit Zinnen, Türmen und brüchigen Mauern. Die unwirkliche Landschaft von Städten im Krieg. Das ist der Showdown, könnte man meinen, doch ich wusste es besser. Jetzt hatten sich die heißen Thermit Ladungen durch das Metall der Stahlkonstruktionen gefressen. Erst mit leisen knirschen und knacken, dann mit ohrenbetäubendem Lärm brach das Gebäude vollends in sich zusammen. Die Zinnen und Türme, die Mauern des eben noch als verwunsche Ruine erscheinenden Bahnhofs gaben nach, die gesamte Stahlkonstruktion sank in sich zusammen, die zerschundenen Doppeldächer der Bahnhofshalle stürzten in sich zusammen. Auf den Vorplatz schlug das schwere, alles überspannende Vordach mit lauten Krachen auf. Nur noch Trümmer, einer Mondlandschaft. Der Tod hatte im Herzen Berlins seinen Tribut eingefordert. Für kurze Zeit würde es nicht mehr schlagen. Maschinenhaft agierte ich von den Ereignissen selbst überrollt. Der letzte Part meiner TV Dokumentation war so eben geschrieben worden. Die online Auktion der TV Sender war beendet. Ich tippte letzte Befehle in den Computer, zog die USB Sticks mit den Aufzeichnungen der letzten Stunden ab, legte das Headset auf den Tisch. Aktivierte den Selbstzerstörungsmechanismus des Raums, in fünf Minuten würde dieser sich selbst zerstören. Vergehen in einer 1500 Grad heißen Flammenhölle, jede Spur verwischen, die zu mir führen könnte. Ich war dann wieder der Schatten ohne Gesicht, ohne Geschichte und doch könnte ich morgen hinter dir stehen. Ein letzte Blick aus dem Fenster. Dort unten lief das Leben weiter, als sei nicht geschehen.
Ende Part 2
© George W. Lästerbacke
Anmerkung zur Geschichte:
Pure Lust am Töten und dem manipulieren von Menschen, ist hier die Triebfeder. Es gibt kein Motiv, für den Fall, dass ihr euch das fragt. Der Haupttäter tut dies alles, weil er es kann. Der Schattenmacher benutzt nur willfährige, potentielle Mörder und macht Sie zu echten Mördern. Weil sie mit ihren intoleranten, verschrobenen Ansichten, so leicht manipulierbar sind. Deshalb haben sie auch weder Namen, noch Religionen, sie sind Kanonenfutter und sterben mit seinen Werk. Der Kaffee ist ihm wichtiger als sie. Er zieht weiter, wie ein Schatten. Das bedrohlichste, was passieren kann, ein völlig logisch agierender Soziopath mit Zeit, Geld und Langeweile.
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Sonntag, 28. Juli 2013
Das Ende des Geldes ...
Das Ende des Geldes ...
Alle jammern sie wollen die D-Mark wieder. Ich vermisse die gute alte D-Mark auch, aber mal ehrlich, der Fünfer war früher schon der hässlichste Schein. Hartgeld Fünfer, das waren meine Lieblinge. Und selbst wen wir die D-Mark wiederbekommen, was würde sich ändern?
Kaputt ist kaputt, die alten Preise kommen auch nicht mehr wieder. Das nennt man auch Inflation. Es ist doch eher so, mit immer mehr Geld, dass dem Bürger schon optisch missfällt, erreicht man, das Papiergeld und Münzen dem Menschen unsympathisch erscheinen. Was man nicht mag, davon trennt man sich leichter.
Eine Logik, die dazu führt, das virtuelles Geld immer mehr unbewusste Akzeptanz findet. Wenn die Mächtigen dieser Welt in der Zukunft entscheiden, das es für den Bürger und die Wirtschaft besser ist, das Bargeld abzuschaffen, dann wird sich wenig Widerstand im Volke regen.
Das Endziel ist das virtuelle Geld. Damit haben die Mächtigen die Menschen völlig in der Hand. Totale Kontrolle über die Zahlungsmittel, das ist die totale Kontrolle über den Menschen. Begreift eigentlich Einer von Denen, die ständig beschäftigt damit sind, sich darüber aufzuregen, das die D-Mark Geschichte ist, was wirklich passiert? Das am Ende des Wandels, die absolute Abhängigkeit und Unterdrückung steht? Es geht schon um die generelle Abschaffung von echten, physischen Geld. Denn der der die absolute Macht über das virtuelle Geld hat, hat die absolute Macht über DICH. Nicht DU bestimmst mehr, ob du Rechnungen bezahlen kannst, ob du essen kannst oder einfach konsumieren. Sondern die Mächtigen, die sagen tue DIES oder DAS, sonst genügt ein Knopfdruck und Alles was du in deinem Leben erreicht, erarbeitet und gespart hast ist weg. Das ist so einfach, müsste das nicht auch der Dümmste verstehen? Warum will das Niemand verhindern?
© Blasphemous Jaw
Alle jammern sie wollen die D-Mark wieder. Ich vermisse die gute alte D-Mark auch, aber mal ehrlich, der Fünfer war früher schon der hässlichste Schein. Hartgeld Fünfer, das waren meine Lieblinge. Und selbst wen wir die D-Mark wiederbekommen, was würde sich ändern?
Kaputt ist kaputt, die alten Preise kommen auch nicht mehr wieder. Das nennt man auch Inflation. Es ist doch eher so, mit immer mehr Geld, dass dem Bürger schon optisch missfällt, erreicht man, das Papiergeld und Münzen dem Menschen unsympathisch erscheinen. Was man nicht mag, davon trennt man sich leichter.
Eine Logik, die dazu führt, das virtuelles Geld immer mehr unbewusste Akzeptanz findet. Wenn die Mächtigen dieser Welt in der Zukunft entscheiden, das es für den Bürger und die Wirtschaft besser ist, das Bargeld abzuschaffen, dann wird sich wenig Widerstand im Volke regen.
Das Endziel ist das virtuelle Geld. Damit haben die Mächtigen die Menschen völlig in der Hand. Totale Kontrolle über die Zahlungsmittel, das ist die totale Kontrolle über den Menschen. Begreift eigentlich Einer von Denen, die ständig beschäftigt damit sind, sich darüber aufzuregen, das die D-Mark Geschichte ist, was wirklich passiert? Das am Ende des Wandels, die absolute Abhängigkeit und Unterdrückung steht? Es geht schon um die generelle Abschaffung von echten, physischen Geld. Denn der der die absolute Macht über das virtuelle Geld hat, hat die absolute Macht über DICH. Nicht DU bestimmst mehr, ob du Rechnungen bezahlen kannst, ob du essen kannst oder einfach konsumieren. Sondern die Mächtigen, die sagen tue DIES oder DAS, sonst genügt ein Knopfdruck und Alles was du in deinem Leben erreicht, erarbeitet und gespart hast ist weg. Das ist so einfach, müsste das nicht auch der Dümmste verstehen? Warum will das Niemand verhindern?
© Blasphemous Jaw
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Freitag, 8. Februar 2013
Der Staatsstreich (Episode I. Das Alexanderplatz Desaster)
Liebe Leser und Freunde.
Im Bereich Polit-Thriller ist mein Debüt-Buch "Der Staatsstreich" in der Rohfassung fertig gestellt. Ich stelle euch hier einige wenige Episoden als Leseprobe ein und hoffe, dass es euch neugierig auf mehr macht. Dem Zeitgeist folgend erscheint der gesamte Roman zuerst auf Amazon als eBook, wenn ich es schaffe im Dezember. Eine Print-Version ist angedacht.
Ich will dem Inhalt nicht vorgreifen, nur soviel sei verraten. Deutschland in naher Zukunft, das Land wird von verheerenden Terroranschlägen erschüttert, die politische Führung ist machtlos, die Bevölkerung in Panik. Doch vieles ist nicht wie es scheint.
Das Alexanderplatz Desaster
(Entwurf, Leseprobe)
Episode I.
Warten
Ich saß in einem alten Volvo 840, er stank furchtbar. Ein Geruch aus Öl, Schweiß und Zigarettenrauch lag in der Luft. Die hochsommerliche Vormittagssonne heizte den alten, unansehnlichen Schrotthaufen auf. Sein einst goldfarbener Lack war schon vor Jahren unansehnlich geworden. eine Handwerker Karre halt. Weiß der Teufel, wann der Besitzer den Wagen das letzte Mal gereinigt hatte. Doch das spielte auch keine Rolle, ich wartete auf den Auftritt meines Ensembles und ich war der Choreograf. Der alte, klapprige Volvo, war nur Mittel zum Zweck, wie alles andere in meinem Umfeld, das meinem neuen Leben bewegte. Ein unauffälliger mobiler Ort, um von dem ruhelos und hektisch an mir vorbeiziehenden Leben nicht wahrgenommen zu werden, in diesen wichtigen Minuten. Die mein erstes Meisterwerk aus Blut, Tränen und Angst über die Stadt zeichnen würden.
Vor mir lag Leipziger Straße, hinter mir lag die Leipziger Straße. Rechts und links fuhren in vormittäglicher Unruhe, Fahrzeuge mit unbekannten Zielen in den frühen Tag. Geschäftig steigen Menschen in ihren geparkten Fahrzeuge ein und aus, ein kommen und gehen. Ich war ein Niemand, unbemerkt in der geschäftigen Welt, rund um den Alexanderplatz
.
Mehr Polizei als üblich war zu sehen. Ein Tagung von Bundesbankern im “Park Inn“ Hotel verlangte ihre Aufmerksamkeit. Es galt eine erhöhte Terrorwarnstufe. Ich lächelte und drückte meine letzte Zigarette im Aschenbecher des alten Volvo aus. Bereit heute die Welt zu bewegen.
Berlin Grünau, zwei Stunden zuvor
Auf dem alten, etwas verwahrlosten Gehöft, da nur wenige hundert Meter von der Stadtgrenze entfernt lag, herrschte rege Betriebsamkeit. Aus dem Hauptgebäude kamen immer wieder junge Männer und verschwanden wieder darin, zwei Fiat Ducato mit der Aufschrift “Gebäude und Fassaden Reinigung Bernd Mindner“ und zwei Rettungswagen des Johanniter Rettungsdienstes standen nebeneinander mit geöffneten Hecktüren. In den Innenräumen der Fahrzeuge jeweils acht Fässer mit der Aufschrift „Ammoniumnitrat “ Darüber gestapelt miteinander verdrahtete Holzkisten und Propangas Flaschen. Die gesamte Konstruktion abschließend mit zwei an den Hecktüren montierten elektronischen Timern und Empfangseinheiten komplettiert. Diese Empfangseinheiten waren eine pfiffige Konstruktion aus Radioweckern und Handyinnenleben, die es so noch nicht gab. Doppelt abgesicherte Zündmechanismen, die jeder halbwegs begabte Elektronikfreak mit etwas Geschick zusammen basteln konnte, aber eben nicht Handelsüblich. Erdacht von mir, um sicherzustellen, dass sie auf jeden Fall ihre mörderischen Signale zum von mir gewünschten Zeitpunkt abgeben würden. Zwar glaubte ich das sie im Glauben an ihre göttliche Mission im Auftrag Allahs bereit waren zu sterben, doch ich vertraute meinen Dschihadisten nicht zu einhundert Prozent. Wer weiß, welcher dieser vermeintlichen heiligen Krieger nicht doch in der letzten Sekunde kalte Füße bekommen würde. Einhundert prozentiges Vertrauen, ist eine Sache für Gläubige, nicht für Menschen, die ein echtes Ziel haben. Deshalb habe ich auch auch zwei Mann Besatzung pro Fahrzeug, so kontrollierten sie sich selber.
Doch von diesen Überlegungen wussten sie natürlich nichts. Für sie war ich der deutsche Konvertit, der mit Feuereifer die Botschaft ihres Propheten verbreitete, bestens militärisch geschult ist und zum Anführer geboren war. Ich würde mit Freuden, Glaubensbrüdern oder wie immer man mein Gefolge intellektueller Nieten bezeichnen will, für ihre Sache in den Kampf ziehen, als Märtyrer sterben um meine Belohnung im Paradies zu empfangen.
Das Glaubten sie wirklich. Eine Bande von Strolchen und Banditen, die plötzlich aus verschiedensten Gründen zum Glauben fanden und nun ihr Seelenheil retten wollten, durch unselige Selbstmord Attentate. Ich hatte sie in diversen Moscheen des Landes aufgelesen und ihnen ein Ziel und ihrer Existenz einen Sinn gegeben. Nun waren sie bereit alles zu tun, was nötig war, um ihrer wirren, menschenverachtenden Religion zu dienen und mir. “Gott will es“ klang es in meinem Kopf, ich lächelte amüsiert in mich herein.
Es war als hätte sich Gott direkt von ihnen abgewandt, aber diese verblendeten Dummköpfe wurden noch Allah ist groß brüllen, bevor sich ihre kleine, unbedeutende Existenzen buchstäblich in kleine Teile über Berlin verteilen würden. Diese Leute machten mich krank, wie diese stupide Masse Mensch, die sie angreifen würden. Diese Menschheit, die ihre Seele an den Konsum und das Märchen von der Demokratie verkauft hatte und wo jeder, Jedermanns Feind geworden war.
Gestern war ich im Multiplexkino am Ku'Damm, habe mir einen Western angesehen, da gab es in zwei Stunden mehr Tote, als ich auf dem Balkan in meinen ersten zwei Monaten gesehen habe. Die Kids saßen das futterten Popcorn und unterhielten sich prächtig. Mord und Totschlag als Popcorn Kino und als Vorprogramm Konsumwahn. Was für eine verfickte Welt das doch geworden ist, hier im Land der Dichter und Denker.
Auf dem Weg zum Alexanderplatz sah ich in die Gesichter der eiligen Passanten, lächelte eine hübsche Polizistin an und betrachtete gelassen die versprengten Touristengruppen. Eine Gruppe geschäftiger Asiaten hantierte pausenlos mit ihren Digi Cams, als wollten sie jede Sekunde Alexanderplatz akribisch dokumentieren, hingen dabei an den Lippen ihres Reiseführers. Einige von ihnen würden heute vermutlich, die besten Fotos ihres Leben schießen.
Ich schaute auf meine Uhr, 10.13 Uhr. Noch 17 Minuten. Ich holte mir eine Latte Macchiato beim Alex's Bäcker und ließ mich auf einer der vielen Bänke nieder, um dem bunten Treiben und der Vitalität dieses Platzes zu folgen. Hätte ich nur das Bild der Menschen hier vor Augen, nichts hätte mich dazu bringen können, sie Lektionen zu lehren, wie ich sie nun dem Land erteilen würde. Diese quirlende Leben vieler Tausend, die hier in Frieden den Frühsommertag genossen oder nur vorbei eilten, um andernorts ihrem Tagwerk nach zugehen.
Doch die Welt war so viel anders geworden, ein quälender Vorhof der Hölle, voll maskierter Menschenroboter, die vergessen haben, was es bedeutet zu Leben, die nur noch des Anderen Hölle waren. Der Ignoranz willen.
Sie waren, wie diese Fundamentalisten, die mir folgten, dumme Fanatiker mit oder ohne Glauben. Mit wertlosen Werten, die sie in dem Moment verrieten, wenn es um ihren eigenen, kleinen, verschissenen Arsch ging. Keine Welt die Gnade brauchte, sondern eine Welt, die Lektionen brauchte.Lektionen, die vielleicht, aber nur vielleicht wieder den Menschen zu tage förderten. Das soziale Wesen, dem die Gemeinschaft etwas bedeutet.
Die Geschäftigkeit der Menschen lenkt mich ein wenig vom Kommenden ab. Das Wetter war ideal, um sich an den Flanierenden zu erfreuen, die Meisten mit festen Ziel, Andere nur bei der Entdeckung der Stadt. Besonderes Augenmerk schenkte ich den jungen Mädchen. Unschuldig wirkend, in sommerliche Leichtigkeit gekleidet.
10.19 Uhr.
Lange hatte ich auf diesen Zeitpunkt hingearbeitet. War ich der falsche Freund von verblendeten, manchmal sogar intellektuellen Losern und ihrem Gefolge von Halbaffen. Ich ihr Führer, der ein Gesicht hatte, das sie nicht kannten. Dieses Gesicht, dass sie auch nie wieder sehen würden, nach 10.30 Uhr.
Mein Uhrwerk lief mit der Präzision einer Atomuhr. Fahrzeuge näherten sich ihren Standorten, wirre Gedanken transportierend, mein Mittel zum Zweck.
Ich spürte den angenehmen Geschmack des warmen Latte Macchiato's , ein wenig zu süß geraten, doch das störte mich nicht.
10.24 Uhr.
Ich ließ das Leben auf dem Alexanderplatz an mir vorbei gleiten, das Park Inn Hotel im Blick und mich am Anblick der Weltzeituhr erfreuend. Dieses sozialistische Relikt, erinnerte mich an unbeschwerte Jugendzeiten in den ich mich in die Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik absetze, um ab und zu, dem piefignen Niveau meiner heimatlichen Kleinstadt zu entfliehen. Meine Beobachterposition war ideal und komfortabel.
Ich dachte an den Besitzer des Volvos, sein erstaunten Blick, als er getroffen von meiner Kugel auf seinen Fahrersitz zusammensackte und sein Blut neue Wege über den aufgefalteten Stadtplan zeichnete. Er sorgte sich nicht mehr, er wartete still im Kofferraum seines Autos. Nichts würde ihn mehr berühren, er wusste nicht, das er Teil des Großen sein würde. Er war nur ein weiteres Opfer vom Alexanderplatz, irgendwann am Ende, wenn die Polizei die Akte schloss.
10.25 Uhr
Ich wählte die erste Telefonnummer.
Über dem Alexanderplatz lag bereits, diese anfangende brütende Hitze eines heißen Sommertages, als ich das Grollen der, durch die umstehenden Gebäude gedämpfte Explosionsgeräusche hörte. Ein kurzes dumpfes Knallen, eher sonor klingend, als zerstörerisch. In meiner Vorstellung konnte ich den belebten Parkplatz aus der Vogelperspektive sehen. Ein zerfetzter Volvo 850, Rauch, Flammen von auslaufenden Benzin, stark beschädigte, benachbarte Fahrzeuge. Herumfliegende Trümmer brachten den anliegenden, fließenden Verkehr zum erliegen. Weit entfernte Geräusche quietschender Bremsen und aufeinanderprallenden Bleches. Abrupte Vollbremsungen, darauf folgernde Auffahrunfälle, das Verkehrschaos brach los. Vermutlich hatte die Bombe auch einige Passenten verletzt. Nicht notwendige Kollateralschäden, doch das ist Terror, Sprengstoff kennt nur ein Ziel, sich explosionsartig auszudehnen. Er kennt keine spezifischen Opfer, unterscheidet nicht zwischen gut und böse.
Die Sicherheitskräfte waren nun alarmiert. In die Besucher Scharen der Wirtschaftstagung im Park Inn Hotel, würde jetzt sehr schnell Bewegung kommen.Die Polizei und Secruity würden umgehend eine Evakuierung der Tagung veranlassen. Ich schlürfte an meinen Latte Macciato.
10.28 Uhr.
Der vor weniger als einer Stunde in der Tiefgarage des Park Inn Hotel geparkte Transporter der Reinigung Bernd Mindner erwartete seine Aufgabe zu erfüllen, in diesen Moment sollte der zweite Lieferwagen laut der GPS Anzeige auf meinen Smartphone in das Parkhaus eingefahren sein und einen geeigneten Standort suchen. Die GPS Anzeige war erloschen. Der Standort war nun egal, das wussten nur die Fahrer nicht. Ich wählte die zweite Kurzwahlnummer im Speicher.
Dabei stellt ich mir die Unruhe und Irretation unter den Tagungsbesuchern vor, die in diesen Augenblick von den Sicherheitskräften aufgefordert wurden, das Gebäude zu verlassen, da in der Nähe eine Gefahrensituation entstanden sei.
Ich lächelte, das kalkulierbares Szenario einer Hollywood-Kulissen, nur um so vieles lebendiger. Authentischer und Lebensnah.
Die Stimme des Redners der Tagung der Finanz Eliten wurde abrupt von einer Lautsprecherstimme der hausinternen Sound und Sprechanlage unterbrochen, eben als er wiedermal auf die Notwendigkeit des globalen Agierens der deutschen Finanzinstitute hinwies. Sie forderte im Namen der Polizei alle Anwesenden auf, das Hotel umgehend durch den Haupteingang zu verlassen, als ein schweres Grollen das Gebäude erzittern lies. Verwirrung und Entsetzen auf den Gesichtern, unkontrollierbare Panik setze ein. In der Hauptsache in schwarze Anzüge gekleidete Banker und Politiker fingen an aus den Ausgängen zu quellen, hetzen in Richtung Foyer und Haupteingang. Überrannten, was und wer im Wege stand oder nicht mithalten konnte. Schmerzensschreie gestürzter und desorientierte Finanzhaie und anderer Besucher erfüllten die Hallen, das Gebäude zitterte unter den exzessiven Druckwellen der beiden Detonationen in der Tiefgarage.
Das dumpfe Grollen einer, dieses mal weit schwereren Detonation, war zu hören. Ich hatte soeben auch die dritte Telefonnummer gewählt. Der Klang der ersten Detonation in der Tiefgarage war noch nicht verklungen, da erfüllte das nächste Grollen das Haus. Ungebändigte Wut einer zweiten heftigen Explosion, die das Gebäude erschütterte. Ich sah das Gebäude des Park Inn Hotels erzittern, tatsächlich war der siebziger Jahre Bau in Bewegung. Ich wusste was 1000 Kilogramm Semptex anrichten konnte, verstärkt durch verdichteten Kunstdünger. Es war trotzdem beeindruckend, wie das Gebäude sichtbar in Schwingungen versetze wurde, erschüttert an seiner Basis. Wie ein lichter Schleier löste sich Putz, zerstäubt durch die Schwingungen der Druckwellen, ließ die kantigen Konturen des Holiday Inn weicher erscheinen, bis sich in Fassade und Glasfront erste Spuren der Wirkung der Explosion zeigten.
Die in der Sonne strahlenden Fensterfronten barsten, stürzten in Bruchstücken in die Tiefe. Kaskaden aus Millionen Teilen kleinster Splitter ergossen sich über die Menge vor dem Hotel. Über die Treppe des Haupteinganges versuchten panische, entsetze Menschenmassen ins Freie zu gelangen. Teils gelang es, teils wurden sie von herabstürzenden Glas und kleineren Fassadenelementen zu Fall gebracht. Verzweiflung und Wehklagen brach sich an den Gebäuden des Platzes.
Jetzt bedauerte ich die Entfernung. Ich konnte mein Werk nicht in voller Schönheit genießen. Doch einige Web Cams würden es aufzeichnen.
10.29 Uhr.
Rauchschwaden fingen an, aus dem Gebäude zu dringen, vermischten sich mit Staubschleier, Trümmerteilen und Panik. Der Schwall panischer Menschen, die aus dem Park Inn flüchtete, wuchs. Der Alexanderplatz war ein Schrei aus Panik, Entsetzen und Verwirrung. Zufällige Passanten, Touristen und Teilnehmer der Wirtschaftstagung mischten sich in einer seltsam wirkenden verängstigten, chaotischen Hektik. Man hätte erwartet vom Platz flüchtende Menschen zu sehen. Doch eher das Gegenteil war der Fall, der Platz füllte sich zusehends. Völliges Chaos herrschte.
10.30 Uhr.
Erste Sirenen von Rettungsfahrzeugen waren zu hören, zwei Johanniter Rettungswagen waren zu erkennen. Über Seitenzufahrten bahnten sie sich den Weg in Richtung Park Inn Hotel. In der Menschenmenge bildeten sich Spaliere, ich konnte kaum noch etwas von dem Geschehen vor dem Hotel sehen. Es war egal, ich wusste das die Rettungsfahrzeuge, die perfekte Position in der Menge einnehmen würde. Keiner würde sich in dieser Fleisch gewordenen Menge Angst und Verwirrung fragen, wieso eine Minute nach den Explosionen bereits Rettungskräfte am Katastrophenort eintrafen. Unter den Menschen keimte nur Hoffnung auf Hilfe im unbeherrschbaren Chaos.
Rauchschwaden drangen nun immer stärker aus dem Hotel, den Platz zu verhüllend. Schreie und Angst beherrschten das Szenario, als ich berstende Geräusche vernahm. Ich schaute an der Fassade des Park Inn Hotel herauf. Ich war überrascht, es schien, als erzitterte es wieder, doch keine Explosionen. Das Gebäude arbeitete in seinen Strukturen, ganze, überdimensionale Teile der großen Fassade begannen sich jetzt zu lösen, stürzten donnernd und tosend in die Tiefe. Ich war jetzt so blind, wie viele Menschen auf dem Platz, sog nur noch Details in mich. Die Rettungswagen erreichten in dieser Sekunden ihre vorbestimmten Positionen in der Menschenmenge. Einen Wimpernschlag entfernt, würde sich das Schicksal meines Gefolges erfüllen. Die Tiefgarage des Park Inn und der Alexanderplatz, ihre Ziele, mein Spiel. Keiner durfte überleben, mich enttarnen, dass waren meine Regeln. Ich wählte Telefonnummer vier und gleich darauf Nummer fünf.
Noch während ich aufstand, sah ich die gewaltigen, fast zeitgleichen Detonationen, spürte ihre Druckwelle aus hundert Metern Entfernung und dann für Augenblicke Stille. Ich nahm das Akku aus dem Handy und ließ es in einen Gulli fallen. Das Smartphone würde ich später beseitigen. Schatten von Angst, Grauen und Tod, lagen über dem Platz. Eine Blutspur. Es war Zeit zu gehen.
Die Autos glitten an mir vorbei, die Autobahn war belebt. Doch ich hatte Zeit, fuhr entspannt auf der A10 Richtung Hamburg, genoss die vom Sonnenschein überflutete Landschaft und lauschte den hektischen Meldungen im Radio. Erst verwirrte ich die Hauptstadt und nun das ganze Land. Das waren mehr als die obligatorischen fünfzehn Minuten Ruhm. Ich habe noch viel zu tun.
© George W. Lästerbacke
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