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Mittwoch, 10. Mai 2017

Gottesdienst ...

... nachgehakt beim Glauben.

Vor ab ein Zitat, das die Gesamtheit des Transzendentalismus gut beschreibt. In dem wir auch ein Dilemma unserer Zeit erkennen können, wenn wir das wollen.



Sonntags pünktlich 9.00 Uhr klingt das Glockengeläut unserer evangelischen Kirche durch die Stadt. Ich frage mich immer, ob Glauben so laut sein muss. Die Katholiken sind ein Dorf weiter, deswegen stört ihr Glockengeläut nur bei guter Wetterlage. Außerdem beginnen die erst um 10.00 Uhr. Eine Uhrzeit, die ich dann wieder sehr christlich finde. Man stelle sich unsere 100 städtischen Muslime mit festem Wohnsitz hier vor, wenn diese nun auch noch eine Moschee mit einem Schreihals bauen wollten, der um 5 Uhr in der Frühe durch die Gegen grölen würde oder schlimmer noch 5 mal am Tage. Ich meine schon, das dies etwas viel Lärmbelästigung ist, für ein paar hundert Leute in der Stadt, die es mit der Religion ernst meinen.

Wobei der Glauben doch offensichtlich selbst bei den meisten Gläubigen nur noch eine Fassade ist, an der sie die eigenen Leistungen schmälern. Für die allerwenigsten Menschen ist der Glauben vielleicht auch eine seelische Krücke. Für mich ist es unnützer Humbug und ich frage mich, wieso muss ich mich mit den akustischen oder optischen Belästigungen, die mit Religion einhergehen beschäftigen? Wären diese Häuser wenigstens am Sonntag gefüllt, würde ich sagen, gut, sie erfüllen ihren Zweck, aber so? Genötigter Maßen durch die Präsenz dieser Gotteshäuser gebe ich meinen Senf dazu.

Religion sollte Privatsache sein und wenn der Pfaffe, Imam, Pope oder wer weiß noch, seine Schafe, Lämmer oder wie immer er seine Gefolgschaft nennt zusammenrufen will. Bitte, wir leben im 21. Jahrhundert, selbst die Feuerwehr benutzt keine Sirenen mehr, seit es Pieper, Handys und andere Kommunikationsmittel gibt. Ich akzeptiere Religion durchaus, als vitalen Bestandteil unserer abendländischen Geschichte und auch als erste Basis unseres heutigen Wertesystems in der Welt. Doch finde ich diese unnötige Präsenz, an sich störend, denn es ist nicht meine Welt.

Ich persönlich kenne eine gute Zahl Menschen, die bekennende Gläubige sind und sehr viel geleistet haben im Leben. Menschen denen ich Respekt zolle und mit denen ich auch über Religion diskutiere. Doch sie akzeptieren mich und ich sie. Oft haben sie sich erst in einer persönlichen Krise in den Glauben geflüchtet oder sind bereits vom Elternhaus so beeinflusst worden. Welches meine These von seelischer Krücke oder auch Folklore untermauert. Aber das wiederum ist ihre persönliche Entscheidung, die ich akzeptiere.

Denn natürlich ist es jeden selbst überlassen, ob und an was er glaubt. Allerdings beobachte ich oft, das der Mensch seine eigene Leistung plötzlich Gott zuschlägt. Warum nur, glaubt er denn es wäre ohne seine zielstrebige Arbeit möglich gewesen zu erreichen, was er erreicht hat?

Nur ein Beispiel. Gott hat mir geholfen, vom Alkohol los zu kommen, lauten die Aussagen. Jeder der sich mit diversen Suchtproblemen auseinander gesetzt hat weiß, was es für eine Leistung ist, die Sucht zu überwinden, egal welcher Art. Und wenn man tatsächlich Hilfe hatte, dann doch wohl von anderen Menschen.

Doch Erfolge oder auch Niederlagen am Glauben an ein höheres Wesen fest zu machen, dass ist doch nicht anderes, als das klein machen der eigenen Leistung, eigentlich Erniedrigung. Nichts ist schwerer als, nennen wir es, den inneren “Schweinehund“ zu überwinden. Aber genau da, wo Menschen sich selbst überwinden, behauptet der Gläubige nun, ohne ein höheres Wesen hätte er dass nicht geschafft. Das ist seltsam oder zumindest befremdlich.

Es scheint mir so, als ob es diesen Menschen an dem Glauben an sich selbst fehlt. Den Glauben, den sie dann mit dem Glauben an fremder Lenkung verwechseln. Diese Verwechslung ist auch die Quelle mangelnden Selbstbewusstsein. Das einen geistigen Paradigmen Wechsel verhindert. Man glaubt nicht an seine eigene Stärke, sonder nur an die Stärke die ein Gott einem gibt. Das aber ist keine Stärke sondern freiwillige Unterwürfigkeit, das ist klein machen der eigenen Leistungsfähigkeit und gleichzeitig eine Quelle der Intoleranz, eine Quelle der Obrigkeitshörigkeit, die unsere Welt verdirbt. Eine institutionelle Übermenschlichkeit, die letztendlich den Geist für jede Art von Missbrauch öffnet.

Ähnliche Prozesse sind auch in “Gottlosen“ geistigen Institutionen zu beobachten, wie Parteien, Organisationen und Ideologien im besonderen. Grundsätzlich kann man resümieren, es fehlt der Welt des Menschen an dem Glauben, das der Mensch selbst das Göttliche ist, das lenkt, entscheidet, Erfolge feiert und im Lernprozess auch Fehler macht. Fehler die man mit dem Glauben natürlich auch wieder einer höheren Instanz namens Gott oder Schicksal anhängen kann. Der zweite Aspekt des Glaubens, das erfolgreiche delegieren von Misserfolg an Gott oder Wahlweise an andere, die auch Götzen anbeten.

Nimmt man nur drei Weltreligionen, das Christentum, das Judentum und der Islam, so wird das anschaulich. Das Judentum, praktisch der Vorläufer des Christentums verbreitete sich mit der Lehre, der Nächstenliebe und der Gottesfurcht. Wobei klar sein muss, das Christentum stellt nur die eine Abspaltung einer ersten Splittergruppe des Judentums dar. Weshalb auch bei genauerem Hinsehen, weniger Unterschiede gibt als erwartet. Anerkennenswerte Unterschiede zum Judentum kristallisierten sich erst mit Jesus heraus. Moses "sandte" 10 Gebote, eigentlich nichts anderes sind, als eines der ersten Gesetzbücher. Simple Regeln, die in Zeiten in den jeder kleine Dorf-Obere eigene Regeln aufstellte, meist um sich zu bereichern und seine Macht zu zementieren. Nun gab es ein einfaches Gesetz, das für alle gelten sollte. Dieser Umstand gefiel den Mächtigen naturgemäß nicht. Doch die Idee von dem einen Gott und den einfachen 10 Regeln war gut und setzte sich fort im Volk. Denn es war eine Innovation. Der Bruch von Christen und Judentum wurde erst durch den angeblichen Verrat Judas an Jesus zementiert. Wobei nicht mal Jesus in Person belegt ist, geschweige den der Verrat Judas an dem Selben beweisbar wäre. Alles eine Frage des Glaubens.

Seit dieser Zeit ist die Schuldzuweisung an andere Glaubensrichtungen salonfähig geworden. Die Religion als sowohl positiv regelndes Ereignis der Menschheitsgeschichte, als auch als politisches Machtinstrument, mit all seinen hässlichen Nebenwirkungen trat in die Welt.

Niemals starben nun mehr Menschen, für den einen Gott. Die Zeiten wurden klarer durch Zuordnung zu einer Glaubensgemeinschaft und düsterer wegen des Kampfes gegeneinander. Religion als Alibi für Willkür, Verfolgung und blinden Hass gegen Andersdenkende.

Erst ein Jahrtausende anhaltender Prozess der Weiterentwicklung der Gesellschaft machte es möglich, das einstige religiöse Werte durch Aufklärung zu einem heute Humanistischen Weltbild führten. Eine gute Portion Gottlosigkeit und weniger Menschen die blind dem Glauben hinterher liefen waren hilfreich. So das wir heute gut beobachten, das Religion oft nur folkloristisch gelebt und wahrgenommen wird.

Das der Mensch im Herzen ein nettes Arschloch ist, schadet vermutlich auch nicht. Die zunehmende Individualisierung der westlichen Welt, nahm den beiden ersten Weltreligionen die Schärfe und Strenge. Denn eine zu strenge Auslegung der mit der Zeit entstandenen Regel bremste sowohl den Fortschritt, als auch die Lebenfreude. Die 10 Gebote Mose finden sich heute durchaus in den Gesetzen der westlichen Welt wieder, doch diese auch für sich selbst gelten zu lassen, da scheint der Gläubige flexibel. Das ist auch gut so. Den was aus der Religion wird, wenn man sie nochmals neu erfindet, zeigt der Islam. Der wiederum seine Wurzeln im Christentum findet. Einziger Unterschied, das Buch der Bücher dieser Religion wurde von einem Mann verfasst, dem Propheten Muhammad. Etwa im frühen 7.Jahrhundert nach Christus. Einer Zeit in der die Religion Europa bremste und doch für eine gewisse Ordnung sorgte. Eine Zeit in der, der Orient noch als aufstrebende Weltmacht galt. Der Orient, der auch Europa in Sachen Fortschritt, Vorbild sein konnte. Wie die Antike ohne Monotheismus für Europa wirkte.

Noch im Mittelalter war der Islam kein Problem, eher sogar fortschrittlich für seine heimatlichen Regionen. Denn er half das Leben vieler Menschen zu strukturieren. Seine Ausbreitung ging einher mit wissenschaftlichen Fortschritt und optimistischer Glaubensauslegung einher. Während es im mittelalterlichen Europa düster und dunkel wirkte für Wissenschaft und Menschen, durch die missbräuchliche Auslegung der Bibel und anderer Schriften des Christentums zum Zweck der Machtausübung, blühte der Orient auf. Orientalische Gelehrte beschrieben die Anatomie des Menschen, kartographierten die Welt und vieles mehr. In Europa galt die Wissenschaft als Ketzerei. Da waren wir noch im Banne von Höllenqualen, Hexenjagd. Doch auch der Islam begann sich zu verändern, spaltete sich mit all den Nebenwirkungen, die auch Europa zerrütteten. Der Islam befindet sich heute im 14.Jahrhundert, wenn man die übliche Christliche Zeitachse als Basis sieht. Einer Zeit der europäischen Kirchenfürsten, die den Fortschritt um jeden Preis aufhalten wollten und die Glaubensverbreitung propagierten. Das Bild der Länder des Orients spiegelt sich im 14.Jahrhunderts Europas.

Nur im 21.Jahrhundert nach Christus. Willkür, Unterdrückung und kein wissenschaftlicher Fortschritt. Die absolute Unterordnung des Menschen unter den Glauben, das war auch das Christentum der Zeit. Heute stellt der Islam eine Bedrohung von Leib und Leben für seine Gemeinschaft und erst recht für Andersdenkende Gemeinschaften dar. Das ist die Gefahr für eines Modernen Europas und die westlichen Welt. Denn der Islam von heute will erobern. Fortschrittliche Technologien dienen nur einem Ziel, der Unterwerfung Andersdenkender. Religionen, wie das Judentum und das Christentum, wurden als Hemmschuh für Fortschritt in der westlichen Hemisphäre überwunden, sie reformierten sich, aus sich selbst heraus.

Sie sind nur noch eine Gefahr für unser wahres Seelenheil, nämlich an uns selbst glauben zu können, nicht an Führung durch ein göttliches Wesen. Der Islam hingegen ist von Natur aus sektiererisch, es gibt keine Zentrale Ordnung, nur einen Koran, den jeder regionale Glaubensführer anders auslegt. Dem entsprechend sind die Vielzahl von Strömungen des Glaubens schwer lenkbar. Es ist fraglich, ob ein moderater Islam, der in das 21. Jahrhundert passt, sich durchsetzen könnte. Denn die wenigen, gebildeten und aufgeklärten Vertreter ihrer Art, werden im allgemeinen von der Welt des Islams nur als Verräter gesehen. Der Koran wird als der Weisheit letzer Schluss gesehen und dieser Koran predigt aggressiv und bösartig gegenüber Andersgläubigen. Er predigt Hass und Tod. Frieden gilt nur den Muslimen. Grade in Zeiten einer künstlich heraufbeschworenen sogenannten Flüchtlingskrise manifestiert sich der Islam in Europa mit seinem hässlichen Gesicht, aber kann man es verübeln, das die Führer dieser Religionsgemeinschaften die Gelegenheit nutzen, dem in selbstverliebter Dekadenz schwelgenden Europa, ihren Glauben aufzupressen? Vermutlich nicht, objektiv betrachtet. Europa hat sich in seiner Herrlichkeit verlaufen und umher irrende Menschen werden eben Opfer, so ist das Leben.

Es ist einfach, es fehlt uns der Mut an uns und unsere eigenen Fähigkeiten zu glauben, in guten, wie in schlechten Zeiten. Der Transzendentalismus, also der Glaube an den göttlichen Funken im Menschen und der Einheit des Seins, ohne Gott und Häuser in denen man Götzen huldigt, wäre für Europa der nächste Schritt hin zu Befreiung des Geistes und letztlich der Befreiung von Religion und ihren überflüssigen Institutionen. Welche schon längst als moralische Instanz abgewirtschaftet haben. Die Tranzendentalismusbewegung des 19.Jahrhundert, ist vielleicht der Lösungsweg unserer Probleme im 21. Jahrhundert.

© George W. Lästerbacke

Freitag, 23. Oktober 2015

Leben wir in der Matrix?


Leben wir in der Matrix?

Ist es denkbar, dass wir in einer künstlich geschaffenen virtuellen Welt leben? Eine Frage, die manchen Zeitgenossen umtreibt. Ich beschäftige mich gerne mit Fragen, die auf den ersten Blick abstrus wirken. Ich denke, diese Fragen den Geist fit halten. Wischt man diese Fragen nicht arrogant vom Tisch, die auf den ersten Blick keinen Sinn machen, kann man interessante Antworten erhalten.

Ich erlaube mir, eine Antwort in einem Teil vorweg zu nehmen. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass wir in einer virtuellen Matrix leben. Denn die Argumentation ist denkbar einfach. In der naher Zukunft werden wir nicht nur, wie heute, in der Lage sein irrsinnige detaillierte künstliche Welten in brillanten D3 Grafiken zu erschaffen. Welche mit von uns gesteuerten Wesen bevölkert sind, die nur unserer Unterhaltung dienen. Sondern wir werden ganze Welten und Universen mit autonom handelnden und denkenden Wesen besiedeln können. Sogenannten künstlichen Intelligenzen, die heute im Fachjargon KI genannt werden. Diese Wesen sind sich nur eines Aspektes ihrer Existenz nicht bewusst, dass sie
Simulationen sind. Es wäre sicherlich nicht vorteilhaft ihnen dieses Wissen zu geben, denn wir werden diese Art von Welten nur aus zwei Gründen erschaffen. Der erste Grund, zu wissenschaftlichen Zwecken, um zum Beispiel soziologische Langzeitmodelle unter möglichst Realitätsnahen Bedingungen zu testen. In diesem Fall, würden wir die Realität, die wir untersuchen wollen mit diesem Wissen verfälschen. Der zweite Grund, wir erschaffen eine virtuelle Realitäten zu unserem Vergnügen. Hierbei besteht keinerlei Notwendigkeit, den KI's dieses Wissen zu geben. Wenn wir diesen technologischen Punkt erreichen, KI's zu erschaffen, gibt es logischer Weise, sehr schnell viele neue künstliche Realitäten. Ihre Bewohner werden sich eine lange Zeit für einzigartig halten.

Doch zurück zu unserer Fragestellung. Leben wir in einer Matrix? Die ich zustimmend beantwortet habe. Der Grund für die Zustimmung ist, es gibt nur eine echte Realität und somit nur eine echte Welt. Wählen wir nun per Zufall eine dieser neuen Welten aus, ist es viel wahrscheinlicher, dass diese Welt künstlich ist, als dass wir durch Zufall, die eine echte Realität finden. Es ist statistisch sehr unwahrscheinlich.

Die künstlichen Universen, die wir heute erschaffen, sind von Wesen bewohnt, die kein Bewusstsein haben. Jedoch in Anbetracht der digitalen technischen Evolution sind es eher Jahre oder wenige Jahrzehnte, bis die künstlichen Intelligenzen kommen. Denn die Computerleistung verdoppelt sich alle ein bis zwei Jahre. Heutige Notebooks könnten mit ihrer Rechenleistung einen Orbital-Gleiter, wie das Space Shuttel lenken. Diese kleinen technischen Wunder leisten mehr, als die besten Rechenzentren in den 1980er Jahren. Stell euch vor, was nun wiederum in 2050 oder in 100 Jahren an Rechenleistung möglich ist, mit Quantenrechnern oder anderen Technologien, die wir uns heute nicht mal vorstellen können.

Deswegen sage ich gerne, ich Glaube an gar nichts, denn es würde nichts ändern. Ich spekuliere nur, dazu ist unser Geist erschaffen, von außerirdischen Wissenschaftlern, von Gott oder der Evolution, dass ist gleichgültig. Wir verstehen das Universum nicht mal ansatzweise, wir sind froh, dass wir unseren kleinen Kosmos halbwegs verstehen.

Ob diese hypothetischen Kräfte, die unser Universum gebaut haben in den Lauf der Dinge eingreifen würden? Persönlich denke ich, es kommt auf die Motivation an, entweder es ist wissenschaftliches Interesse, dann verbietet sich ein eingreifen von selbst. Oder aus Spaß, dann sind wir in einem Computerspiel. Einige Menschen werden leere Hüllen sein, gelenkt von höheren Mächten. Doch genau diese leeren Hüllen, wären dann das Werkzeug der „Götter“, um in unser Leben einzugreifen. Das Wissen um die Entstehung unseres Lebens, ist auch hier nicht von Nöten. Ob wir das gut finden oder nicht, dass ist eine Sache der Perspektive. Der freie Wille wäre tatsächlich nur eine Illusion. So wie es auch heute schon Realität ist und immer war.

Hier haben wir unseren wirklichen Schnittpunkt der verschiedenen virtuellen Welten. Der Spieler kann eingreifen, wenn es heißt “Game over!“, er startet das Spiel dann neu. Der Wissenschaftler könnte ebenso sein Experiment beenden und neu starten. Es ist absolut egal, wie wir das Thema betrachten, es läuft immer auf einen Akt der Neuschöpfung hinaus.

Man erkennt also, an was man glauben will oder auch nicht, die Regeln sind immer gleich, wir wissen es nur nicht. Dumme Menschen bieten Glauben als Wissen feil, kluge Menschen hingegen wissen, was sie erklären können und was nicht.

Seit der Antike machen sich Menschen Gedanken, ob unsere Welt künstlich ist. Der Glaube an einen Schöpfer oder an Götter im allgemeinen, ist auch nichts anderes, als der Glauben einen Operator oder Administrator, der eine Simulation erschaffen hat und kontrolliert .

Wenn der Glaube das Spiel oder auch das Experiment stören würde, hätten die Schöpfer längst eingegriffen. Demnach ist es wohl egal, was wir glauben. Denn am Ende nutzen wir unseren Glauben nur als Rechtfertigung, für dass, was wir sowieso tun wollen.

Wenn ich also glaube, das die Welt künstlich ist, werde ich mich kaum anders verhalten, als ob ich an ein einen großen goldenen Esel glaube, aus dessen Exkrementen wir entstanden sind oder an die fliegenden Spagetti Monster. Problematisch würde es, fände jemand den Beweis, für die Künstlichkeit unserer Welt. Dieser Beweis würde einiges ändern. Ein nicht wegzudiskutierender Beweis dieser Künstlichkeit, würde die Welt revolutionieren und das Denken verändern.

Ein solcher Beweis würde den einzelnen Religionen ihren Sinn nehmen, der darauf beruht, dass jede Religion sich auf ihren jeweiligen Schöpfergottes beruft. Sie könnten ihren Glauben schwerlich vermitteln. Sie würden den Beweis bekämpfen, bis aufs Blut und mit allen Mitteln. Wie sie es mit wissenschaftlichen Entdeckungen immer gerne taten, die nicht in ihre Weltbild passten.

Es wäre eine Götterdämmerung, die ultimative Bedrohung für die Religionen im allgemeinen. Plötzlich gäbe es nicht nur die weltliche Bedrohung durch Wissenschaft, Politik und andere Glaubensströmungen. Plötzlich müsste sich jede Religion ganz allgemein rechtfertigen. Ihre Existenz begründen. Der Aufruhr wäre unvorstellbar. Zuerst würden vermutlich, die westlichen Religionen, wie das Christentum und das Judentum fallen. Sie sind bereits Teil eines relativ aufgeklärten Weltbildes. Der allgemein hohe Bildungsstand und andere Aspekte ließen es vermutlich nichts anders zu, als das sich diese Religionen auflösen. Die politischen Hass-Religionen hingegen, würden vermutlich sich und alle anderen Gegner, gegenseitig zu zerfleischen versuchen. Nur die Buddhisten könnten sich entspannt zurücklehnen. Denn sie haben keinen Gott, ihr Glaube beruht auf dem Menschen und den Regeln eines friedlichen Miteinanders.

Die Fragestellung, ob die Schöpfer der künstlichen Welt eingreifen würden, habe ich bereits beantwortet. Es ist unwahrscheinlich dass sie eingreifen, denn es ist zu vermuten, dass grade der Aspekt, wie lange wir brauchen, bis wir bemerken, dass wir künstlich sind, von höchsten Interesse für die Wissenschaft wäre.

Bei allen Fragen, die doch nur wieder Fragen aufwerfen, ist nur eins gewiss, dieses Thema ist eine philosophische Denksportaufgabe. Die vielleicht nicht Wissen vermittelt, doch unseren grauen Zellen hervorragend trainiert.

Die Frage nach der Matrix wird ewig nur dass sein, was sie von Natur aus ist, eine existenzielle Frage. Denn wenn das Experiment oder das Spiel endet, ist unsere Existenz nicht mehr von Nöten. Oder aber, wir sind die Echten, die einzig wahren Wesen und starten das Experiment selbst. Weil es nie eines gab.

Es spielt also keine Rolle, was wir sind oder auch wer, denn wir sind. Wir werden unseren Kosmos nie wirklich verlassen, doch immer weiter versuchen ihn zu erkennen, zu beeinflussen und zu beherrschen. Doch diese Frage wird bleiben. So wurden wir erschaffen.


George W. Lästerbacke

Dienstag, 3. Juli 2012

Endzeit Wahrnehmungen


Eine finstere Zeit wir kommen...

Der islamischen Überlieferung nach muss ein jeder Mensch die Zeit im Grab und die Befragung durch die Engel Munkar und Nakir nach seinem Tod erleben. Das ist aus meiner Sicht die Variation des jüngsten Gerichts im Katholizismus. Das Judentum ist in verschiedensten Auslegungen auch auf ein Leben nach dem Tod vorbereitet. Nur gibt es sehr viele Ansichten zum Weg dahin. „Das Himmel und Hölle“ Prinzip des katholischen Christentums, ist nicht üblich. Doch im Prinzip sind alle drei Weltreligionen, davon beseelt an ein Leben nach dem Tod zu glauben und das es in irgend einer Form zu einer Einschätzung des Lebenswandels, der verstorbenen Personen kommen wird. Die anderen weltweit verbreiteten Religionen, betrachten das prinzipiell ähnlich. Daraus kann man nun folgern, dass die Religion im allgemeinen nur die Konsequenzen nach dem Tod, als Bedrohungsszenario aufbaut. Warum eigentlich? Es wäre doch wesentlich wichtiger, den praktizierenden Religionsanhängern vor Augen zu führen, wie das Fehlverhalten, ihr unmittelbares Leben und das anderer Menschen beeinflusst.

Da sind sie, die Sünder, die in dieser Welt, leben, arbeiten, lieben, intrigieren, morden und Krieg anstiften und jede Art von Unfrieden verbreiten. Doch womit bewertet Religion das Unwesen? Mit dem Zeigefinger auf das Grab und die danach folgende eventuell böse Zukunft, als Grillwurst im Fegefeuer oder anderer abstrakter Denkkonstrukte. Schlimmer noch der Islam verspricht Märtyrern, also Mörden aus religiöser Überzeugung noch eine Belohnung für Untaten. Angeblich erwarten den Sünder dann 72 Jungfrauen im Paradies. Ob die männlich oder weiblich sind, verrät aber niemand. In sofern mit die größte Mogelpackung der Religion. Und sicher nicht geeignet den Frieden auf der Welt zu fördern.

In der Sache verurteile ich Religion nicht, ich halte sie nur für denkbar überflüssig. Sie gibt geistig weniger betuchten, eine gewisse Sicherheit und den bequemen Menschen, immer einen Ausweg Fehler zu delegieren oder durch diverse geforderte Rituale, das Seelenheil zu retten. Das könnte man sachlich gesehen akzeptieren, da der große Teil unserer planetaren Mitbewohner, sowieso keine besonderen geistigen Leuchten sind. Sie glimmen eher, wie eine 25 Watt Glühbirne.

Das Problem ist nur, das diese Zeitgenossen durch Religion, in unserer Zeit nicht mehr geführt werden können. Sie sind in der Regel viel zu undiszipliniert dazu. War die Religion in Zeiten von minimaler Bevölkerungsstruktur auf der Welt, noch geeignet, gesellschaftliche minimal Konsense zu schaffen und somit Ordnungserhaltend zu wirken. So ist Sie heute fast wertlos. Ohne die weltliche Gerichtsbarkeiten, die unmittelbare Konsequenzen darstellen, herrschte das absolute Chaos. Obwohl man die weltliche Gerichtsbarkeit, weltweit getrost als gigantischen Missgriff betrachten kann. Da sie je nach gesellschaftlicher Konstellation, entweder zu milde, oder aber inhuman hart bewertet. Das liegt vermutlich daran, dass die Rechtssysteme, genau wie die Religion, eher von Dummköpfen dominiert werden, die mehr auf das geschriebene Wort vertrauen, als auf ihren klaren Menschenverstand.

Auf der Welt herrscht das im Wortsinne, babylonische Sprachgewirr, dass handeln und denken dominiert, ohne ein allgemeines „Wir“ Gefühl zu erzeugen. Wir sind Individuen geworden, die Ihre Individualität verlieren, im Brei von Gruppen waten, ohne dabei ein kollektives Gefühl zu entwickeln, das wir alle die Menschheit sind. Es ist einfacher geworden, eine schwachsinnig, brabbelnde Gruppe „Armani“ gekleideter Trottel, um sich zu sammeln, als es zu schaffen, eine große Gruppe, vernunftbegabter denkender und handelnder Personen zu rekrutieren, die sich mit den echten Problemen unserer Zeit zu beschäftigen.

Der große Kampf Vernunft gegen Dummheit, geht scheinbar langsam wieder in die nächste Runde, wenn man nur die globale Politik betrachtet. Die kleinen Trottel dazwischen, die muss man dabei nicht berücksichtigen.
Eines scheint schon heute gewiss, bei allen Fortschritt in Technologie und Kultur. Die nächste finstere Periode in der Menschheitsgeschichte bricht eben erst an. Vermutlich werden die, die einst darauf zurück blicken, wenn es vorbei ist wissen, dass, die uns bevorstehenden Ereignisse, dass uns noch bekannte finsterste Mittelalter des 11-14. Jahrhunderts oder auch die Zeit der Weltkriege, eher als Zeit des Licht werdenden Aufbruchs erscheinen lassen wird.

Georg W. Lästerbacke